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reiche! Private und ftemdländische Postverbmdungen. In Oberhessen waren es namentlich die Hessen-Casselschen Posten, bte sich damals trotz aller taxisschen und kaiserlichen Drohungen gut entwickelten und auch in Gießen ein eigenes Postamt*) unterhielten. Ferner hatten die Städte Worms, Mannherrn', »erdel- berg, Weinheim, Wetzlar und Coburg durch wgenanute Landkutschen eigene Postverbindungen mit Frankfurt hergestetlt.
Mit der Wormser Landkutsche, bte ut Frankfurt Menstags und Donnerstags ankam und von da Mittwochs und Frertags wieder abging, dursten jedoch nur Bürger 'der Stadt Worrns befördert rmd „auch keinem Anderen als den zu Worms lrch Aushaltenden gehörige Maare zugeführt" werden.
Außer diesen Landkutschen verkehrsten damals noch zahlretche Botenposten. So gingen regelmäßig em- oder mehrmals m, der Woche besondere Boten von Büdingen, L aub ach, Lauterbach, Offenbach und Michelstadt nach Frankfurt.
Wichtiger als diese Botenposten und Landkutschen waren chre durch hessisches Gebiet gelegten fremdländischen Kurse. Bereits im Jahre 1662 hatte der braunschweigiesche Postmeister Nmiiber eine „ordinari Post" zivischen Frankfurt und Hamburg angelegst Man stieg in Frankfurt im goldeneir Löwen, m Fr"dberg im Schwanen, in Butzbach un Hirschen, m Gießen E wilden Mann und in Marburg bei Michael Weymar em. wie Post ging in Frankfurt jeden Donnerstag mittag ab. Die La;,« betrug von Franffurt nach Friedberg 1 Thal er, nach undvvN Gießen je IV2 Thaler usw. Seit dem Jahre 1690 vertegrt« auch eine taxissche fahreiide Post zwischen Frankfurt und Nürnberg und berührte entweder Dieburg,oder Seligenstadt.
Zu endloseir Streitigkeiten zwischen Taxis und Äessen-Casset führte die Einrichtung des Hffseii-^sselischen Postwagenkursesf Wetzlar—F r i e d b e r g—Frankfurt un Jahre 1696. Tie.erfolglos beim Reichskammergericht und beim Kaiser von Taxis vor- gebrachteu Beschwerden richteten sich auch gegen, die freie Reichsstadt Friedberg, weil daselbst em Hessen-Casselsches Postschildl [ ausgehängt war und die „Schäfferische Wittib" als Hessen-Casselsche i Zn'' dm "Taxisscheii- Braunschweigischen, D^bN^asse^^ Postver'bindungeii trat im Jahre 1704 ern pfälzischer B°stwagen- „ kurs, der auf Befehl des Kurfürsten Johann Wilhelm, Pfalzgrafen !t I bei Rhein durch den Konuuerzienrat Aussem m Mulherm enr- ’ gerichtet wurde. Dieser sogenannte Aussemsche Postwagen gmg dreimal in der Woche von Düsseldorf über Wetzlar und Franks«
Fan-Uie Taxis!
Beschwmchen^-PoAoükSbmigm und Briefgeheinmisver- letzungen — erhoben wurden. . ersten Anfangs
Auch m Hessen ftndeut wir m dmer: am Bcftünmteni einer selbständigen Landespost mitf i Philipp der Groß?-
An'kimsts- und Abgangszeiten. Broai bie ^ste
wütige (1518 bis 1567) für dre »ert ffmng «%c^nnt 'ist flere^tten / 961° a bey einer,
sein Ausspruch: ..,Mair soll enen NMten^ renn^„ Jedoch Straße (guter Muntze und H"^"^Mostverbinchingen kam es erst zur Einrichtung ständiger und eigener vmv bab|rt
Rüsselsheim, Zwingmberg, Bicke^ach^Msbach, K^U l RM W8S& ÄÄ" - i'°« “lÄlinbm,« d°s MMM
e?B°t7ab.estAi?, dm über Frankfurt, bis Ober-Roßbach gmg
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Roßbach der^ellner ff Aoß-Linden^^-G t ^er englische Schriftsteller Frank Harris verössentlicht emen
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nicht mit besonderem Fleiß m ch9 Bestellung der Land- I Turner und Ruskin gebrochen hatten, sagte Harris ld^r m Deutsch
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und Herr, mit sonderbarem Unlust befunden haben, daß Seiner I könne. ®£«tte Fläche rings umher,
Fen. Gn. von dero beeden Bottmmclstern mich Beampten m | Reine Luit von keiner Seite,
Statt» und auffm Land, jedes Jahr eme summ von etlichensausend I Todesstille fürchterlich.
gülden, außer des Wöchentlichen Postvertag^, nur zu dem blosen I ber ungeheuren Weite
extraordinari Botteuwerk verrechnet werde . Um „diese starke I keine Welle sich . . .
ausgab ab^'großen theils zuersparen und noch dazu eme mehrere Weite", wiederholte Carlyle mit einem starken en«-
zeitgewinnung und bessere schleunigkeit zuerlangen , wurde eme | ». 9 vielmehr schottischen Akzent, aber wozu das? Mir zweite Botcnpost eingerulstet, die UW» das Goethe über Menschen oder Menschenwerk ans-
abging, in Marburg Sonntags vormittags emtraf und Mmtag^ I , . bat (jeber, als alles solches Zeug. Aber über die wich-
abend Usieder nach Darmstadt zuruckkam. ^emer sollen die „Räthe, I « Dinge des Lebens hat er wenig genug zu sagen ---Keiner
Beampten usw., damit sich des vielfältigen kostbaren neben botteu- I »9eu » » barüber gesagt..." Unb spater meiner anderen Werks höchster müglichkeit nachenthalten werde ihre brif an den I b , . @oett1c TOQX 'ein Meister von Aktualitäten, und
ihnen nächstgelegenen Landpostort Semer Fen. Gn darzu ver- «-da^e 'er ihnen zu viel Aufmerksamkeit. Aber ich ver-
jordneteni Diener durch frohnbotten schicken, damit sie mdas I tehr viel, diesem Großäugigen; er sah alles, nahm alles
Postpaguet geschlossen toerben . Ständige Frohnboten gingen 1 eroberte alles. Ein siegreicher Bringer des Lichts — unser von Ober-Roßbach nach Grün berg und Nidda, sowie won Marburg I ^^derner Prometheus". Frank Harris, dem es darum zu tun war, nach Biedenkopf, Wetter, Rauschenberg, Homberg«, d. O. und 1 Reden zu bringen und zu bewegen, Neues zu sagen,
nach Burggemünden über Ulrichstein und zuruck. Was nach ^ " ^^ tinzuhören wie der- alte schottische Prophet ganze Seiten anderen Ortschaften ging, „sollte durch bte fw^stg^^ene Beampte I .ei eu Werken zitierte, begann Goethe anzuc,reisen und Heme fleißig im frohn sortgeschickt und bas solche Bestellung richtig! «us stunen bel/ crften modernen Dichter hmzustellen.
beschehen seh, wieder zurück referirt werden . Die '„.Herren Rathe, 1 8 ,, ' . - ^rlyle, indem er plötzlich in seinem Spaziergang
Beampten, Landsassen, und Nnterthanen" ivurden durch die be- -peme, 1 > schmutziges jüdisches Schwein; animalisch,
zeichnete Verordnung auch aufgefordert, sich der „Kayserft | . ... ' i^chutzig." „Ja," sagte Harris, „schmutz,g, wie ete und ordinari Post", zii bedienen. Umgekehrt wurden offenbar auch m 'nd alle Menschen si>id; Sie kennen das französische Sprichwort die „Canzleyposteii" zur Beförderung von Bmespaketen dar Kaiser- ^ animal bon homme." „Ihre Franzosen .sind auch Schweme, Men Posten verwendet. Hierfür spricht em dem Marburger | . te ber Qlte starre Puritaner, „aber nicht ich und nicht alle Canzley-Boten un Jahre 1634 vom Frankfurter (Taxisschen) °ru nm _ _ $ ' ek mlt gbrem Humor in dieser Weise gegen Ober-Postmeister Johannes von der Kirchden ausgefertigter m ST U können, erstaunt mich," begann Harris wieder, „Sie Anlage III abgedruckter Geleitpaß. I =nter Men Menschen müßten Heines Humor schätzen." — „Er hatte
Zu einer Weiterentwicklung der Hessieschen Canzlehpost zu I____
MÄSÄ8ÄJS|. •)«««*»*Wfc«*• w**«* des Migen Großherzogtums neben den taxisschen Posten zahl- Jahre 180^


