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Izum Acuftzieren o sind in der Stabt seine Rollen, von
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Erwägt man alle diese Umstände lind nimmt noch dazu me Unberechenbare Befruchtung, die das ganze Sinnesleben ansdem I steten Beisammensein mit der Natur erfahrt, so eracht üch, daß der I Heimatboden für jenes musikalisch und d«htensch gleich reiche I Gebilde, das wir als Volkslied lieben, das Land, dast sem natürlicher Pfleger der Bauernstand ist. - ^n der Stadt g
„künstlerische" Unterhaltung mis vorzügliche Gelegenheit bei der
Hunderts, z. B. KuhnauJ „Musikalischen Quacksalber", uaMA* lesen, um allen den Klagen über seichte Erfindung, schlechte Mache/ Lüsternheit der Texte usw. zu begegnen.
Also nicht das Vorhandensein des Gasfenliedes ist Ursache/ heute besonders lebhaft darüber Klage zu führen und von besseren alten Zeiten zu rühmen, sondern einerseits die ungeheure Verbreitung dieser Schundliteratur des Liedes, andererseits^ der schlimme Mangel an gesunden Gegenkräften. Diese traurige Sachlage beruht darauf, daß einerseits das Land aus den oben dar- gelegten Gründen aufgehört hat, Produzent des Volksliedes zu fein, daß andererseits der städtische Nachwuchs des „Gasienliedes immer schlechter geworden ist. <.
Aus oben dargelegten Gründen liefert die Stadt heute säst allein das neue Liedmaterial. Trug dazu schon das stets wachsende Nebergewicht der Städte bei, so kommt noch hinzu, daß der Komponist sich mit seinen Schöpfungen naturgemäß an die Stadt wendet/ da er hier einmal alle Gelegenheit zur Mitteilung hat, ferner die dichte Bevölkerung ihm die größte Verbreitung verspricht. Theater/ Konzert- und Singhallen aller Art, hunderterlei von Gelegenheiten! zum Musizieren bis hinein in die Tanzsäle und Winkelbieiperh ulu tu utt Cv«Lt. Von hier aus bezieht der DrehorgelsPielM! eine Rollen, von hier werden alle anderen mechanischen Mufik-
Der Unterricht in Schule und Daus kann hier segensreiche Kritik üben. Für den Musiklehrer an Hause sollte es «n selbstverständliches Unterrichtsmittel sein, semeni Schiller die ganze Oede und Wertlosigkeit der „beliebten" Muslkfabriftvare m musikalischer uiid poetischer Hinsicht auszuzeigen. So ^^e in Auge oder auch iwch in ganz engem Kreise halte ich das Vorftihrenl von Beispiel und Gegenbeispiel sür em sehr gutes Erziehungs- mittel während ich es vor der größeren Oeffentlichkeit oder gar- bloß gedruckt (ohne den lebendigen, charakterisierenden, Parodierenden Vortrag) für wertlos, wenn nicht gar für schädlich
halte. Presse eine sehr dankenswerte Arbeit
leisten wenn sie den ihr soiist so reichlich zu Gebote stehenden! Svott' uiid Hohn über diese Musikgattung ausschutten wollte,
S.M S:
MWßMWMM «a^eiteu sich einer so freundlichen und ausgiebigen Behand- fona m treuen ha wie diese schmutzige und elmd gemachte KanktinduMe Die Presse führt sich dabei auf tote em unreifer^
Sinta“stom” Siroen wird »er
triebe berichtet Die Operettenstars aber, die m der mege w geringwertige Mnstler sind, daß Sie keme einzige ernste W*
gesellige Singen auf dem Dorfe vollzieht sich bet der Arbetk auf dem Felde, aber auch im Hause (vgl. die Unmasse der Arbeitslieder! bei Bücher: „Arbeit und Rhythmus"), in der abendlichen Spinn- stube und beim Tanze. Bei allen diesen Gelegenheiten gibt die Frau, ja eigentlich das unverheiratete Mädchen den Ton an, und darum sind diese Lieder zarter und sinniger.
Diese verschiedenen Vorbedingungen des, geselligen Lebens sind von ausschlaggebender Bedeutung für die Entwicklung be_> Singens in Stadt und Land, sür Gassenlied und Volkslied(da» letztere letzt im engeren Sinn verstanden). Das gemeinsame Singen gaßauf und -ab bedingt die einfachere und schärfere Rhythmik. Die Städte haben dann auch ein ausgiebiges Wirts- hausleben mit dem Kneipensiugen. Das Studcntenlieo ist ein vorzugsweise städtisches Gewächs. Auch die Soldaten- und Fuhrmannslieder fristen ihr Dasein hauptsächlich rn den Städten^ Das Ganze ist wesentlich Männergesang,, und schon damit hangt eine geringe Ausbildung der Mehrstimmigkeit zusammen, ^rese stellt sich dagegen sofort ein, wo „gemischte" Stimmen zusammenwirken, wie bei fast allen ländlichen Singgelegenheiten. Aber auch die Rhythmik ist, zumal beim Arbeitsliede, viel maunig-
apparate bedient. r„ , t„
lieber den schmachvollen Tiefstand dieser, unsere Städte und von da aus das ganze Land überfluteten, Schundliteratur herrscht nur eine Meinung. Nicht so, wie über den eigentlichen Gassenhauer, ist dieses Bewußtsein dnrchgedrungen für die meist sentt- mentalen „beliebten" Lieder, die das Entzücken unserer klavierspielenden Bürgertöchter, zumeist auch das Repertoire der männlichen Gesangvereinssolisten und das seitenstuck zur sogenannten Salonmusik bilden. Es ist darum eine verdienstvolle Lat des, Hamburger Seminarmusiklehrers Anton Benkert, wenn er in einer kleinen Schrift „Das Gassenlied" (Leipzig, Breitkopf n. Härtel) diese ganze Literatur nach Dichtung und Musik einer lcharfeft Kritik unterzieht, die einer völligen Vernichtung gleichiommt. Auf diese Schrift sei jeder verwiesen, den es nach Material über dieses Stoffgebiet gelüstet. , , , ,,
Aber diese Kritik am Bestehenden kaim nur dadurch, fruchtbar werden, daß sie Anlaß wird zur Besserung.
Ta die Vormachtstellung der in den Städten geübter Uuter- halkungsmusik für das ganze Volk erwiesen ist, spitzt sich das Problem in die Frage zu: Wie können wir die städtische Nnter- haltungsmusik heben? Die Antwort lautet der auf den anderen Knnstgebieten gleich: Kampf gegen die Schundliteratur. Hier ist zu unterscheiden zwischen jenen Kreisen, die nur au» Unverstand der Schundliteratur anheimfallen, uitb jenen, die aus gemeinen Instinkten diese Gattung von Kunst aufsuchen. Bei de« zweiten Gruppe handelt es sich um eine Frage der msamten sittlichen Erziehung; das unlautere Verhältnis zur Kunst ist bet ihnen eine Folge moralischer Mängel, denen unter diesen Unr- ständen mit den Mitteln der Kunst nicht belzukommen ist.
Bei der ersten Gruppe sind Geschmacksverbildung und Gedankenlosigkeit die schlimmsten Feinde Geschmacksverbildilng ist ein allgemeines Großstadtleiden gerade hinsichtlich des Liedes, Falsche Empsiiidsamkeit einerseits, Schnoddrigkeit und blasierte Witzelei andererseits, dazu überall die flache Genußmoral einer nur den Augenblick erfassenden Weltanschauung sind Zertkrank- heften die nicht nur im „Gassenlie.de" zum Ausdruck kommen Freilich so Platt und schamlos, Ivie hier, erscheinen sie sonst kaum wieder Wenn irgendwo, kommt man hier zur Anschauung mancher^ Philosophen, daß die Ärusik geradezu geisttg verdummend
dttht ^g7ge.r^e mehr d^eftllsch Etlichen Unttrhaltung dienende Siebgattung, die nach ihren Vorbedingungen dichterisch nicht besonders tief gehen kann, eher zu einer äußerlichen.Mache in Witz, Satire oder anekdotenhafter Zuspitzung netgt. Der gesellschaftliche Charakter ist einer innerlichen Gefühlslyrik feindlich. In musikalischer Hinsicht neigt diese Gattung zu entern seifen, aber einförmigen Rhythmus und zu toemg ausgebildeter Me odiiß toei£ ihr der Geist der Polyphonie fehlt, aus dem erst die reichere Entwicklungsmöglichkeit der Melodie sich erschließt. Wsr töuuen diese Gattung als Gassenlied zusammenfassen, wobei das Wort das ganze Gebiet ebensowenig scharf deckt, wie die Bezeichnung „Volkslied" das zuerst umfchriebene. _
Hinsichtlich der äußere n Lebensbedingungen gement das städtische Lied die leichtere Verbreitung durch' Masie der eng
Zusammen Wohnenden. Sobald ein Sieb der „Gesellschaft M saat ist es ohne Schwierigkeit im Munde aller. Ach dem Lande vottzieht sich der Austausch viel langsamer. Dafür bekomntt der Besitz etwas Persönliches und erhalt dadurch die Kraft der ^siebe Aus Liebe wird man dann konservativ. <>Jt der Stadt dagegen hat der Besitz des Liedes, wie dieses selbst, wenig persönlichen Charakter. „Man" singt das Lied, weil es eben gerado allaemein gesungen wird; „mair" gibt es mit dreier Allgemein- heit preis ° Der Modccharaiter mit der raschen Verbreitung und dem oft'noch schnelleren Vergessenwerden haftet am städtischen Gassenliede. Beim Austausch zwischen Stadt und Land über nimmt das letztere leicht städtischen Besitz, wahrend die Otadt fast nichts vom Lande überkommt. Das hängt weniger Mt den allgemeinen Verkehrsverhältnissen zusammen, die den Landlev der Geschäfte wegen oft in die Stadt führen, es beruht auf dem Charakter der beiden Liedgattungen selbst. Das ©affenlieb als gesellschaftliche Unterhaltung ist. aufdringlich, das Volkslied als persönlicher Besitz sucht die Heimlichkeit.
Die hier geschilderten Verhältnisse haben immer, bestanden. Das Gassenlied auch im übelsten Sinne ist so alt wie das edle Volkslied. Selbst von dem erhaltenen Gute besteht noch lange nicht alles, ivas die Teilnahme des Historikers und PhiloGgen erweckt, vor dem guten Geschmack und ethischen Ansprüchen. Reben vielen inhaltleeren Liedern sind zahlreiche grob unanständige erhalten. Dabei ist natürlich doch eher das Vessere aufbewahrb worden. Auch die Moden kennt bereits die klasmche Zeit des Volksliedes, wie man aus der massenhaften Verwendung mancyer recht „gassenhauerischer" Lieder zu Tenören der kunstvollen mehrstimmigen Kirchenmusik ersehen kann. Daneben hat man denn auch, vom 16. Jahrhundert ab in steigendem Maße, das modische ..beliebte" Lied, wenn beim langsameren Zeitmaß des damaligen gebens auch die ,-Saison" länger dauerte, als einen Winter., Aber die aus Italien und zumal aus Frankreich rn die häuslichen deutschen Musikliebhaberkreise mafftnhaft emgefuhrten „geselligen, Md' „galanten" Lieder tragen vielfach alle die Fehler, tue ton auch heute der Schlagerware aufmerken Man braucht nur die Schriften der ernsthaften deutschen Musiker des 17, und 18. Jahr-
Nuu kommt für das Land aber iwch das einsame Singen dazu. Der Bauer arbeitet sehr viel allein, und dabei stellt sich ihm das Singen als Auslösung des Emfamkeitsgefuhls ein. kann kaum ein zweites geben, was so das musikalische.^wpsinden entwickelt, wie das einsame Singen. Ich habe gerade setzt, wo ich diese Ausführungen niederschreibe, wieder Gelegenheit, das zu beobachten. Hier im Mattengebiet des Zuger Berglandes wird noch sehr viel gejodelt.. Es sind fast immer einsam für sich arbeitende Burschen, die jodeln. Zwei sind hier tn der.* en fie, bie das Thema ihres Jodlers geradezu in Variationen rem.instrumental abwandeln. Der eine brachte es das eine Mal aus sieben nur leicht, aber doch charakteristisch sich voneinander abhebeuds Spielarten des Grundschemas.


