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Die weiße Frau.
Roman von SB. Collins.
(Nachdruck verboten.)
(Fortsetzung.)
Gräfin Fosco sei.
„ Me Magd führte mich nach dem Zimmer, welches die Gräfin soeben verlassen hatte. Ich trat ein und stand dem Grafen gegenüber.
Er war noch in seiner Wendtoilette, ausgenommen, daß er seinen Rock aus gezogen und über einen Stuhl geworfen hatte. Seine Hemdärmel waren am Handgelenke umgekrämpt, aber nur wenig. Zur einen Seite von ihm stand ein Nachtsack, zur anderen ein Reisekoffer. Bücher, Kapiere und, Kleidungsstücke lagen zerstreut im Zimmer Umher. Als ich eintrat, saß er vor dem Reisekoffer, welchen er packte, und stand mit einigen Papieren in der Hand auf, um mich zu empfangen. Sein Gesicht zeigte noch! deutliche Spuren von der Erschütterung, welche ihn in der Oper überwältigt hatte. Seine großen Wangen hingen welk, seine kalten grauen Augen blickten mit verstohlener Wachsamkeit, seine Stimme, sein Blick und sein Wesen waren alle gleich argwöhnisch, als er mir einen Schritt entgegenkam und mich mit( zurückhaltender Höflichkeit ersuchte, Platz zu nehmen.
Sie kommen in Geschäften, Sir? sagte er. Ich kann nicht erraten, welcher Art sie sein können.
Die unverhohlene Neugier, mit der er mir, während er sprach, fest ins Gesicht blickte, überzeugte mich, daß er mich in der Oper nicht bemerkt hatte. Er hatte Pesca zuerst erblickt und offenbar von diesem Augenblicke an bis zu dem, wo er das Teater verließ, nichts weiter gesehen als ihn. Mein Name mußte ihn natürlich darauf gefaßt machen, daß mich kein anderer als ein feindlicher Zweck in sein Haus brachte — aber er schien bis hierher volb- kommen im unklaren über den wirklichen Zweck meines Besuches. (
Ich habe Glück, indem ich Sie heute abend noch hier finde, sagte ich; Sie scheinen im Begriffe zu sein, eine Weise zu machen.
Haben Ihre Geschäfte mit meiner Reise zu tun?
Zu gewisser Beziehung, ja.
Es war keine Lampe im Mur; aber in dem matten »chrmmer des Lichtes, welches die Magd mit aus der Ruche gebracht hatte, sah ich eine ältliche Dame geräuschl- los das Hmterzimmer des Erdgeschosses verlassen. Sic^s warf mir einen einzigen Natternblick zu, als ich in den otur trat, sagte jedoch nichts, sondern ging langsam und ^ne meinen Gruß zu erwidern hie Treppe hinauf. Ich war durch meine Bekanntschaft mit Mariannens Tago- MUM hinlänglich überzeugt, daß diese ältliche Dame die
In welcher Beziehung? Wissen Sie, wohin ich reise?
Nein. Ich weiß bloß, warum Sie London verlassen. —
Er schlüpfte mit Blitzesschnelle an mir vorüber, verschloß die Tür und steckte den Schlüssel in die Tasche.
Sie und ich, Mr. Hartright, sagte er, sind dem Rufe nach sehr wohl miteinander bekannt. Ist es Ihnen zufällig eingefallen, als Sie nach diesem Hause kamen, daß ich nicht ein Mann fei, mit dem Sie Ihr Spiel würden treiben können?
Allerdings, entgegnete ich; und ich bin durchaus nicht dazu hergekommen. Ich bin hier in einer Sache über Leben und Tod — und wäre jene Tür, die Sie soeben verschlossen haben, offen, so würde mich nichts, das Sie zu sagen oder zu tun imstande wären, bewegen können, dieses Zimmer zu verlassen. —
Ich trat weiter in das Innere des Zimmers hinein und stand ihm auf dem Kamrnteppiche gegenüber. Er zog einen Stuhl vor die Tür, setzte sich darauf und stützte sich mit einem Arme auf den Tisch,
In einer Sache über Leben und Tod? wiederholtet er für sich. Diese Worte bedeuten vielleicht mehr als Sie denken. Was wollen Sie damit andeuten?
Was ich sage, antwortete ich entschlossen.
Dicker Schweiß trat auf seine breite Stirn. Seine linke Hand stahl sich über die Kante des Tisches. Es war eine verschließbare Schublade darin, und der Schlüssel steckte im Schlosse. Sein Finger und Daumen faßten den Schlüssel, doch drehte er ihn? nicht um.
Sie wissen also, weshalb ich London verlasse? fuhr er fort. Nennen Sie mir gefälligst den Grund. — Während er sprach, drehte er den Schlüssel um und öffnete die Schublade.
Ich kann noch mehr tun als das, entgegnete ich; ich kann Ihnen den Grund zeigen.
Wie können Sie ihn mir zeigen?
Sie haben Ihren Rock abgelegt, sagte ich. Wollen Sie Ihren linken Hemdärmel hinauf ziehen — Und Sie werden ihn sehen. —
Dieselbe fahle, bleierne Blässe, die ich schon im Theater auf seinem Gesichte hatte lagern sehen, überzog es abermals. Das tödliche Leuchten seiner Augen brannte sich fest und tief in die meinigen. Er sagte nichts. Aber seine linke Hand zog langsam die Schublade heraus und schlüpfte dann leise hinein. Es ließ sich auf einen Augenblick ein harter, scharrender Ton hören, wie wenn er einen schweren Gegenstand bewegte, den ich jedoch nicht sah.
Mein Leben hing an einem Faden, und ich wußte es.
Warten Sie ein wenig, sagte ich. Sie haben die Tür verschlossen — Sie sehen, daß ich mich nicht rühre — daß meine Hände leer sind. Warten Sie ein wenig. Ich habe Ihnen noch etwas zu sagen.
Sie haben genug gesagt, entgegnete er mit einer plötzlichen Ruhe, die etwas so Unnatürliches und .Gespen-


