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Der Wohltäter.

Von L. N. Tolstoi.

In derNutzt. Wjedemotzi" veröffentlicht Pro?. Dawichow die lolgenbe, bisher unbekannte Lebende Tolstois, deren Text er vom Dichter felbst erhalten bat.

Cs ivar einmal em Wohltäter, der den Menfchen fo viel Gutes, tvie möglich, erweisen wollte und darüber uacbzudenken beaann, wie er eS anfangen fällte, niemand dabei zu beleidigen und allen glühen zu bringen. Wenn man die Gabe direkt von Dand zu Hand verteilt, fo kann man nicht erwägen, wer dessen würdiger ist' alle kann man aber nicht gleich behandeln: tnejcniflen, die nichts erhalten, werden sagen:Warum hat er es denen, aber nicht uns gegeben". , ..

Und der Wohltäter legte es tu folgender Weise zurecht: Er suchte eineu Platz aus, wo viele Menschen zusammenzukommen vfleqten und richtete dort einen Cmkehrhof ein. In diesem pause fammelte er alles, was den Wleuscben von Nutzen ist und ihnen Befriedigung gewährt: warme Zimmer, gute Cefen, £>ok ibelemt)- tunß, Speicher voller Brot aller Art, Kellergewolbe mit Cbft, <ee,

Auge hat, das 'Ganze mehr als Uniffetb, denn als einen ans Rock und Bluse bestehenden Anzug erscheinen zu lassen. Um das zu erreichen, wird Spitzenstoff und Tüll genau im Ton des Kostüms eingefärbt und mit weißer Seide unterlegt oder Chiffon in der Grundfarbe über türkische Seidentücher gebreitet. Manchmal füttert man Chiffon auch mit weißer Seide und garniert ihn mit Metall­und Perlborten und Revers, Bretellen usw. vom Material des Kleides. Fein sieht das jedoch nie aus, da der Kontrast des spinw- webdünnen Chiffons und des schweren Kostütnstofses zu groß ist. Theater- und Gefellschastsblusen arbeitet man vorzugsweise nt Geisha monier aus einfarbiger Seide oder einem dichten krepp- artigen Chiffon und schmückt sie mit Schablonenmalerei oder einer Stickerei aus weißen Kreideperlen. Nie aber darf der Blitze, mit einziger Ausnahme der wenig beliebten englischen, der klare Einsatz fehlen. ,

Um dieses willen spielt das sogenannte Miederlelbcheu eine große Rolle. Da Untertaille oder Hemd unter dem hauchdünnen Bluseneinsatz unter allen Umständen durchschimmern würden, ist es absolute Notwendigkeit, ein solches Miederleibchen zu tragen und es so schön und reich' zu verzieren, daß es unter dem Chiffon und den Spitzen direkt als Garnierung mitwirkt. Man garniert es mit Durchbruckstickerei, Filetguipnre, Point-laee usw. und durchzieht es mit seidenen, goldenen oder silbernen Bändern, je nachdem die Ausstattung der Bluse dies erheischt. Auch rosa, himmelblaue, türkische und geblümte Miederletbchen sieht man unter schwarzen und weißen Blusen.

Von den vom Kleide separat konfektionierten Umhülleii ist fast nichts zu sagen, da die Mode sie nicht begünstigt. Einen Ersatz für sie bilden sehr breite Echarpes aus Seide oder Chiffon, die ringsum mit Maraboutstreifen eingefaßt werden. Wenn man sie fertig kauft, sind sie sehr teuer, während man sie selbst um ein Geringes Herstellen kann. Aus England hat man auch nach manchen Städten die in einer Abwechslung ohne gleichen aus­geführten Abendmäntel importiert, um sie bei allen möglichen Veranlassungen, für die sie ursprünglich nicht bestimmt waren, zu benutzen, so für Korsofahrten, Promenadenkonzerte usw. Viel werden sie nach dem Muster der großen Londoner Warenhäuser in Form eines Burnus oder eines antiken Himathyon, ans türkischer Seide, weißem Tuch, breiten buntbedruckten Gazebändern, Flitterstoffen, Metallborten und Spitzen zusammengestellt. Es gibt eigentlich kein Material, das sich nicht für sie verwenden laßt, auch kann man einen einzigen aus zehnerlei verschiedenen kom-

Die Hüte, die man zu diesen Mänteln wählt, sind selbstredend in Uebereinstimmung damit auch sehr phantastisch; entweder riesen­groß oder so winzig, daß sie einem Theaterhäubchen ähneln. Ein Reisen aus Goldborte, um ein Goldnetz geheftet und mit einem Reiherbusch an der Seite ausgestattet, ist z. B. sehr beliebt für den Zweck. Die großen Fassons sind mit Stoff überspannt und ebenfalls mit riesigen Federgestecks, seltener mit Blumen garniert. Alles Gesagte gilt auch für die Hüte, die zu den üblichen Kostümen getragen werden, indessen ist die Verwendung von Blumen dafür doch recht verbreitet. Flache Modelle von enormem Umfang, mit farbiger Seide oder Panne, häufig auch zuerst mit Seide, bann mit Goldgaze und zuletzt noch mit Chiffon bezogen, umgibt man mit einem laublosen Kranz aus gleichsarbigeii Rosen. Auch Späte aus feinem Stroh- oder Tagelgeflecht wagen sich schon ans Licht der Sonne. Allerliebst sind die das Gesicht gleich Häubchen umrahmenden Kopfbedeckungen mit je einer Rosette ober Rose an den beiden Seiten. Sie gleichen täuschend Kinderhäubckjen. Zu­weilen heftet man ihnen innen einen kleinen in die Stirn fallenden Volant aus weißen Spitzen ein.

Wie es scheint, wird der Frühfahrsmuff sich einburgern. Wie sich von selbst versteht, hat er nicht den Zweck, wärmen zu sollen, vielmehr' ist er lediglich ein Dekoratioiisobjekt, kombiniert aus Chiffon, Blumen oder sogenannter bosnisckier Stickerei. Da er ganz stach erscheint, kann man ihn leicht mit einem etwas größeren Handtäschchen verwechseln, was um so leickster geschieht, da man beides, einer letzten Modelaune zufolge, an einer pompvngeschmück-- ten Schnur über die Schulter hängt.

fabriziertes, ferner stumpfe, meist bräunliche Seidenkaschmirs Imit kleinen fassonierten Effekten, dicke, weiche Crepes, ziemlich breitgestreifte Armures und Popelines und eingefärbte Schautnngs. Die beiden jetzt erwähnten Gewebe finden wir sogar in leuchtenden Und Hellen Abstufungen, wie altrosa, moosgrün, Pfauen- und königsblau, pastellila usw., die man früher in der kühleren Jahres­zeit auf der Straße nicht sah. Es ist Heuer gar Nicht selten, daß man einem ganz einfach gemachten Jackenkleid in gedampftem Rosa begegnet. Unter den wollenen Geweben dominieren die dicken englischen melierten, wie einfarbigen; desslNierte sind fast ganz von der Bildfläche verschwunden . ...

Die Tunikakleider werden in der Regel mit verkürzter Tackle, die mit der Tunika harmoniert und scharf abstechenbem Rock gearbeitet. Als Beleg hierfür mögen ein paar hocheleganter und bewunderter Toiletten gelten, die jedoch auch in anspruchsloserer Ausführung eine schöne Wirkung ergeben. Für die eine war steingrauer Patentsamt für das Ueberkleid und Ltbertysetde von etwas hellerer Farbe für den Rock verwendet. Die halblangen Oberärmel, unter denen sich bis zum Handgelenk reichende, mit dem Rock korrespondierende Unterärmet befanden, hatte man geifha- artig mit öer Bluse im Zusammenhang geschnitten und mit einem Hermelinstreifen, der auch den Rocksaum begleitete, eingefaßt; eine weitere Garnitur sofern man nicht die in den Samt eili­ger echten, den Taillenschluß markierenden Schnüre als solchen rechnete wies das Kostüm nicht auf. Gerade in feiner raffinier» len Einfachheit erschien es 'so unbeschreiblich distinguiert. Das zweite setzte sich aus tvaubengrünem Popeline und schwärzlich grünem Samt zusammen, der für bett Rock, ben Gürtel, die Aermel- Umschläge und die kurzen Revers, die sich über einem goldunter­legten Spitz en Plastron öffneten, biente. Sei besonderes Cachet erhielt es dadurch, daß man die sämtlichen Samtteile geschlitzt und ganz schmal mit Goldpassepoils umgeben hatte, denen sich lange Reihen winziger Goldknöpfchen einten. Stellt man tue Blusenkleider ohne Tunika Hern so versieht man sie doch meist mit dem schon seit dem vorigen Sommer her bekannten abstehenden Rockansatz, der bis zur Kniehöhe aufsteigt. Mitunter bringt man denselben auch nur auf Hinter- und Seitenbahnen an, indes oie vordere tablierartig eingefügt ist. Sehr schön gelangte dies Arrangement in einem Kleide ans braun und gelbmeliertem grobem, wollenem Homespun zur Anschauung. Der Rockanfatz war aus dunkelbraunem Samt gefertigt und mit gelber Seide passepocktert; die Vorderbahu dagegen hatte man bis zum Gürtel hinauf nut braunen, gelbpassepoilierteu Samtblenden spitzzackig besetzt. Die (Stornierung der Bluse entsprach dem genau, nur erschien sie noch aparter durch die reichliche Verwendung der eingepreßteu braunen Samtknöpse mit schmalen gelben Rändern, die auch an der Außen­naht des Aermels entlangliefen. Diese Art der Ausstattung für die Aermel ist überhaupt charakteristisch! für die heutige Mode. Man kann einem älteren Kleide sehr gut modernen Schick geben, Wenn man die Aermel an den Außenuäh-ten der Länge nach mit Knöpfen, Borten, Entredem; oder Stickerei besetzt, den Steh­kragen abtrennt und den Halsausschnitt etwas vergrößert, um ein kleines Plastron mit angeschnittenem Stehkragen aus Spitzen oder Tüll darunter zu heften. Nur darf man dies nie, außer höchstens mit buräWigfter Metallgaze ober Chiffon, unter­füttern; nichts tut ber Vornehmheit einer Toilette mehr Abbruch, als die mit dichtem Material mag es auch aus kostbarster Seide bestehen unterlegten Plastrons ober Einsätze.

Wie im verflossenen Frühling bemüht.man sich auch in diesem wiebel', die russische Bluse als promenadenmäßige Vervollstän­digung des Kleides einzuführen. Vor einem Jahr hat sie sich nicht durchsetzen können, doch scheinen ihre Aussichten fetzt gün­stigere zu sein. Sie erscheint in Verbindung mit dem in uni ge­haltenen Tunikakleide und hat ziemlich lange Schoße. An einem Kostüm aus kupferbraunem Tuch, gingen .bie Vorderteile ber Bluse dis zum Gürtel schräg übereinanber, so daß oben in ber Mitte eine dreieckige Oefsnung entstand, die ein Kaskadenjabot aus tzeriifarbener Trochonspitze füllte, lieber die Vorderteile liefen st travers sieben schwarze Soutachereiheu, die sich an den Seiteu- dahnen der Tunika wiederholten. Für den Faltengürtel hatte man ichwarzen Samt benutzt. Wird die russische Bluse nicht als Umhülle gearbeitet mit anderen Worten, ist sie nicht dazu be­stimmt über ein ganzes Kleid oder eine andere Bluse gezogen zu werden so fertigt man die Schöße bedeutend länger und läßt die Tunika fort, da die Schöße diese bann ersetzen. Ein beliebter Und graziöser Ausputz für derartige Toiletten, bie man übrigens auch im Salon unb für Besuchszwecke tragen kann, bilden Loch- Und einfache Plattstichstickereien. Ein reizendes Kleid aus reh­braunem Tuch fiel durch die geschmackvolle Verwenbuiig aus dunkler getönten Stickereibordüreu bestehend aus Languetten und Platt­stichtupfen, die sich nach oben verjüngten auf; sie umgaben den Rocksaum und die Bluseufchoße, um sich au deren geschlitzten Seitenbahnen bis zum Taillenschluß fortzusetzen, unb begrenzten die unteren Ränder der halblangen Aermel, sowie_ den spitzen Ausschnitt der Bluse, ben eine breite braune Samtschleife schmückte. Besonders apart erschien die Anordnung des ebenfalls aus braunem Samt her gestellt en Gürtels, der unterhalb des linksseitigen Schlitzes des Schoßes in einer Schärpe endigte, die halbmeterlang darunter hervorhing. t.

Die Blusen, die Man zu den Jackenkleidern trägt, dürfen Mrzeit nicht allzu sehr davon abstechen, ba man das Ziel im