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oem Gesprächston und Frau von Hilbach schob ihre Hand- , Pastorin, „und wenn ich an die langen, einsamen Abend« SÄSftE X ÄÄt Ml He »fr
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wurfsvollem Ton neben Ihnen von Hilbach ein gutes Wort geben. Sie wissen, die schlagt
... »Ist ey ^huen urchl recyr, oaö uj nicht gern jemand was ab. Bis achte sind wir aber von
Warum soll es mir nicht recht sein?" antwortete Frau morgen ab im Haus beschäftigt, wenn Sie dann nachher „au "®i?S «1U |i= y »i= »6=n -.ich« °°n it,r« tommm bann nrnnetocg«! «tu geben «6« Arbeit auf. «siTfinrh" Der Pastorin Augen leuchteten; sie reichte Frau von
„Ich verstehe Sie gar mcht mehr, Frau von Htlvacy, tzlfdg tzände-
begann die Pastorin wieder „Wenn W) anfJe^a”^ ' „Sie sind mir so seht: ans Herz gewachsen, liebste Frau
Zeiten denke, mochte rch weinen. Cie hatten )o otei ^ci | Hilbach- oft ist's mir gewesen, als seien Sie meine
trauen zu mir, Sie schütteten mir rhr Herz aus und nahmen I unb gan, tm Vertrauen gesagt, ich bin ja nur
Anteil an meinen Angelegenheiten, ^etzt ist dav ganz andir^ I sas die Specht und die Häuflein fort sind. So
geworden. Sie sind herablassend, man hat immer dav j fl hab ich mich nie bei denen. Die Hänf-
Gefühl, als tzäre man Auen lästig; ob ich Llerger und I e|ne hochmütige, kalte Person, und die Specht ist
Verdruß in meiner $abe' baS lf eine Intrigantin, das tut auch nicht lange gut mit den
Ihnen aivch ganz gleichgültig geworden. beiden'"
Frau von Hilbach sagte noch immer nichts; sie empfand ,chas glaub ich auch nicht!" ries die Kosh von ihrem! einen Widerwillen gegen das kleine, armselige Persönchen yeet au§ |n sie kleine Pflänzchen einsteckte.
an ihrer Seite, in deren Seele sie am Neujahiytag einen I Pgstorin sprach nun noch viel über den Hoch-
so tiefen Blick getan. : , I mut der Häuflein und die Niederträchtigkeit der Specht,.
„Ich hab jetzt doch niemand mehr im ganzen Haus, mit uui> bie Soft) toarf- at) Ultb zu ein Wort in ihre Reden, dem ich mich aussprechen kann," fuhr die Pastorin fort, . glaube. Sie hören gar nicht zu?" unterbrach sich
„und wenn Sie Ihr kühles Wesen 6^ mich weiter fort- $ay{ür{n und sah gekränkt zu Frau von Hilbach
setzen, dann wäre es mir schon am besten, ich läge unter p -) ^vf an den Stamm der Linde gelehnt hatte
der Erde, und das Schloß Wehringen kann meinetwegen und träumerisch zur Saale hinunterblickte. Die Sonne war kommen, an wen es will. Meine Patieneekarten hab ich mw waumemIch "'dunklen Wald verschwunden, und wie auch neulich, wie ich alte Papiere in meinem Ofen ver- ein leichter grauer Schleier legte sich die erste Däminerimg brannte, aus Berseßen mtt hmemgeworftn glnch beide ^in ganz schwacher, süßer Frühlings-
Spiele; nun sind mir die Abende so schrecklich lang in beT Luft, und das Rauschen des Wehrs hatte
„Der Sommer kommt ja jetzt! meinte Frau von Hil- b J einförmigen Reden der Pastorin übertönt. KMMNXM- MMWMM fm,,,®eu2 3?™ Oet„ n^t f. -ntsttzllch rauchte». Frau h-ren gar
von Hilbach, dann hätte ich die Patieneekarten sicher Nicht sammen und kehrte in die Wirklichkeit zurück BnbrÄÄ den WS
-beib,e*bd"
„Ach, ich bin immer ganz blind von dem Qualm; ins Haus.
da ist es kein Wunder, wenn man wertvolle Sachen mit I (Fortsetzung folgt.)
in den Ofen wirst, aber natürlich, jetzt wird man sagen, es ------------
wäre meine Schuld, und wie ich meine Abende herum- | Jtrflhiöhrsmo?6
bringe, danach fragt kein Mensch Wenn ich sonst Vie ^rUl)jaQrsmo<e.
das große Kreuz ober den eckigen Kranz mit beiden Spie- Bon Cyprienne.
len gelegt hatte, war gleich eine Stunde oder mehr um, toilb ^tets behauptet, die Mode sei international und
und nun---" im großen und ganzen trifft das ja auch zu, wer aber Gelegen-
.Sie können ja zu uns kommen," wäre e» Frau von ( it hat, umfassende Erfahrungen über den Gegeiistand Hilbach bald entschlüpft, aber der Kosh Worte fielen ihr Ju sammeln, der weiß auch, daß die allmäckstige Tyrannin in den ein- auch eine große Bitterkeit, die seit dem Neujahrs- verschiedenen Ländern und L-tadten em sehr von einander ab- «Ä Kl St. fie ab, b« Warin «in b«r8- Ä
Ämer gut mit R»-u gemeint, g» «8
von Hilbach," fuhr nach einem Weilchen die Pastorin lernt Toiletten zu unterscheiden. Zur Winterszeit im Salon
schluchzend fort. „Daß die Specht und die Häuflein ^hneu ma^m m ^e Gegensätze lange nicht so stark geltend, weil da
feindlich gesinnt find, das hab ich ja nicht ändern können, ber Phantasie und den Launen des Einzelnen viel mehr Freiheit
aber jetzt will ich Ihnen zeigen, wie gut ich es meine, gegeben ist, sich zu betätigen., Tie Promenadentracht der Damen
Hier habe ich den Schlüssel zu der Specht Wohnung in aber ist doch immer mehr oder weniger Unuorm
ben wänden Leut ist der 29. März, und die Specht wollte I So herrscht z. B. bei uny, m Nord- und Mitteldeutschland,
absolut daß Sie den Schlüssel erst am1 ersten April I zurzeit das aus Rock und mittellanger ^cke bestehende Murn
LnLnL LmmenfolltL." Ja^Frau voll Kosens- und mron* fnÄnÄ
kowsky," wandte sie sich zu der Altern, die hmziigetveten I 7tatüriidi nicht gesagt sein soll, daß nicht an dem nämlichen war, „erst am ersten sollte ich Ihnen den L-chlussel I Qrt Trachten nebeneinander zur Ansicht gelangen. Male- 8eben." I rischer ist wohl die zweite, aber praktischer zweiselsohnc die erste,
„Nu, und — ??" fragte die Kosh. I vielleicht auch kleidsamer. Trotzdem haben beide vieles chmemmm,
Gott ja, ich habe eben der Frau von Hilbach mein f0 die Enge des Rockes, die — was man kaum für möglich hatte
Herz' ausgeschüttet, Frau von Kosczhskowskh; ich hab halten sotten - fast noch zugenommen hat und weiterhin das „Ä «in UWgH W*». «» Wimmer
Zufall! Der Rauch war schuld - - — neuer Gewebe, die, flüchtig betrachtet, englischen Stoffen gleichen,
„Der Rauch war schuld?!" Die Kosh, lachte. „Ser nur selbstverständlich den schönen Seidenglanz vor jenen voraus- ollte auch damals dran schuld sein, wie Sie Ihren Hun- I besitzen, sind eigens für den Zweck bereitet worden; w vor lertmarkschein ins Taschentuch eingenäht hatten und glaub- I gllem ein an Homespun erinnerndes, köperartig in zwei Tonen en, er läge im Ofen." I —dunkelgrün und braun oder kupferrot, steingrün und malventtu,
„Uber diesmal ist es wirklich so!" lamentierte die I indigo oder stahlblau und braun oder drap und braun und gran


