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und dio
und die
-,Gästz recht! Du weißt' Mo, daß ich Eile Mk, Wichten rufen."
„Das weiß ich wohl! — Du hast tmuter &t(c — vielen Pflichten —"
„Du redest sonderbar!"
„Was ich mit dir bereden will — gehört auch
Pflichten."
„Das klingt so, als Hütte ich Pflichteit versäumt.
„Das kommt auf die Auffassung an, Leonore,. Es handelt sich um die Kinder." ' m . .. , ,
" „Bei denen hätte — ich — etsvaZ versäumt — Reinhard!
Zch verstehe dich nicht!" . , ...
„Das glaube ich wohl. Dir tatest ja alles für sie. Nur
den Frohsinn hast du nicht beachtet." . .
„Haben sie die Ruhetags denn nicht stets gefeiert!" „Jawohl, in deiner Weife. Sv recht fröhlich waren, sie ine, „Das sagst btt als Seelsorger. . .
„Gerade deshalb, weil auch die Seele solcher frischen Freudrg- fert bedarf. Seid fröhlich mit den Fröhlichen, sagte schon unser $CU„Saü d?/'Sophistereien! Sag's kurz, wo soll's hinaus?"
„Wie dir es wünschest. Schwester Adele hat geschrieben. Sie will gern die Kinder zur letzten Ausbildungszeit in ihrem Hause aufnehmen."
„Du hattest sie baruint ersucht?"
„Nicht gerade direkt. Sie verstand zwischen den Zeilen zu lesen."
„Warum in das Haus des Lebens?"
„Weil sie hier geistig bedrückt anfwachsen. Du kannst sie doch nicht immerdar im Leben geleiten, und hier in der Wieder- kehr steter gleichmäßiger Pflichten kommen sie zur Lebensunfähig kett kni späteren Weltgetriebe."
„Bist du es geworden?" . ,,
„Nicht ganz. Weil meine frohe Kiiidhett — ntcutc Mutter mir einen Kraftreservefond für die grauen Stunden des Lebens iviiti erlieftJi
„Sie'— die Mutter ist für dich das. Ideal eines Weibes geblieben?" n n r. „ . ,
„War es anders möglich, Leonore? Ich hegte ernst andere Hoffnungen." „ r ,
Er schweigt und schaut empor zu der neben ihm Stehenden, Sie blickt scheinbar wie immer. Doch er, der Seelenumdige, täuscht sich nicht. Es liegt ein eigen weher Ausdruck in dein Blick. Der ergreift ihn. Seins schmalgliedrige Hand gleitest, gleichsam begütigend, über ihr« breit gearbeitete Rechte, die sich schwer auf die Tischplatte stützt. ,
Beide haben in diesem Augenblick eine gemeinsame Rückerinnerung. Er sieht sie als die begehrteste Schwester im Krankenhanse, als die Stütze des berühmten Operateurs, Sie sicht iljn, als den jungen Anstaltsgeistlichen, deut die Verzcn der Kranken zufliegcn. So fanden sie sich! Alls wünschten diesem Paar eine segensreiche Zukunft. Der Wunsch hatte sich scheinbar er- Allt Sie stiftete Segen ringsum — aber Glück tut eigenen Heim - fonbeit sie nicht. Heute zum ersten Male suhlt es die Fräst wie es dahin gekommen. Sie war zur Fanatikerin der Pflicht geivorden. Dies Bewusstsein drängt auf ihre Lippen die Ant- : chyrt: „So mögen sie gehen. Auf ein Fahr —Reinhard.
„Ich danke dir!" ruft er freudig bewegt. Seme Augen beleben sich — sie aber geht schnell hinaus, denn ihre Augen füllen sich mit Tränen.
Traumbild II.
Im Parterrc-Hiuterzimmer des Hotel Müller steht vor dem Besitzer sein einziges Kind, die schöne, goldhaarige Lotte. Achtzehn' Jahre zählt sie und hat dennoch! trotz ihrer Lieblichkeit den Beinamen „saure Lotte" int Städtchen erhalten, weil sie m ihrem Wesen ebenso „herb", wie ihre noch immer fesch ausschaueiids Mutter „süß" ist. Der Vater hat sich in den Schatten des Lampenschirms gesetzt, weil er nicht seiner Tochter zeigen mag, tote lehr ihn ihre Rede erregt. . ...
„Vater," sagt sie eindrmgltckp „du gestattest mir doch btc Annahme dieser Stellung. Ich weiß sehr wohl, das; ich nicht notig hatte, in Dienstbarkeit zu treten. Das Angebot der Fran Geherm- rat erschien mir jedoch wie ein Wink des Himmels, und ich freue Mich jetzt doppelt, das; du es mir erlaubtest, einen Kursus m der Krankenpflege durchzumachen. Ich will so gern. Fräulein^isbettz pflegen, die so jung ist und so viel leiden mutz. Gelt, Vaterle, du kennst die Familie. Du weißt, ich komme zu lieben, feinest Menschen. Blieben sie hier, täte ich's deinetwegen sicher nicht, Mer da sie nach der Hauptstadt verziehen, passt es so vortrefflich. Du verstehst mich doch, Vater! Sage, daß du meinen Entschluß $ Gewiß versteht er sie. Er ist ihr sogar dankbar, daß sie in solch kluger Art die Angelegenheit ordnet. Seine Lotte paßt eben t— nun erwachsen — nicht mehr in diese ständige Frohsinns-' MMpUre, die Mutter in der Gaststube eingeführt, und die sie 'ans Gewohnheit auch ins eigene Heim bringt. Da büßt ihr allzeit fchntet'terlingsartiges Tändeln seinen 'Reiz ein. Ihr fehlt der Herzenstakt der Trennung zwischen Geschäft und Sein! Darum Muß die Tochter in den Werdejahren hinaus, um nicht in seelische Konflikte zu kommen. Der Vater fühlt das wohl, aber er mag
nicht äussprechen und sagt nur beklommen: „'Sprich mit
Mutier wegen der Ausstattung, Kind. ---? Wann soll es dewst sortgehen?"
„Schon in wenigen Tagen. Ich rüste mich wohl ut der Hauptstadt lieber allein aus, Vater." Er versteht sie wiederum! und nickt nur. Dann setzt er hinzu: „Sie wird dich auch ver-- mifscn, Lotte, die Mutter." , ,
Um den Miind der Tochter huscht ein. wehes Lächeln: ,,Dn bist so gut, Vaterle. Der Mutter wird'S schon recht sein! Sie hat ja das Geschäft und ihren Frohsinn!"
„Und ihren Frohsinn!" wiederholen int Nebenraum die bebenden Lippen der Besitzerin dieses Frohsinns. Sie ist ahnungslos in das Zimmer gekommen, um etwas zu holen, nnd hat dieulnter- redung mit angehört. Dabei hat sie zum erstenmal daS Lachen verlernt. Sie fühlt, es hat ihr die kostbarsten Lebensschätze geraubt. Ihre Pulse klopfen. Das Herz schlägt bang. Die Wangen brennen nnd sie eilt hinaus. .
In der Gaststube wird sie schon vermißt. „Wo weilt -untere Sonne?" fragt ein alter Stammgast. Dis Frage gibt ihr selbst- Leherrschnng. Sie quittiert die Schmeicheleien mit dem ihr wem» bar eigenen Lachen. Dem alten Gast aber fällt der eigenartig« Klang'des heutigen Lachens auf. ..Er sieht ihr kopfschüttelnd nach und denkt: Was mag sic haben? Ihr Lachen klang wie der Ton einer brüchigen Glocke,
Traumbild III.
Sie steht ans dem Balkon ihrer Billa, die schöne Frau des! berühmten Künstlers. Sie schaiit scheinbar der Sonne nach, die ticfrot in den Meeresfluten verschwinden will, ^n Wirtlichtett sieht Frau Clarisse es nicht. Sie befindet sich ut einem Zustand wachen Träumens, weil ihr diese Muße der Seele und des Körpers, zur Erhaltung der eigenen Schönheit am ratsamsten erscheint. Sie merkt es nicht einmal, daß ihr Gatte sie beobachtet. Er hat dies lange nicht mehr getan, weil der Mensch sich meistenteils, leicht an den Besitz eines schönen Gegenstandes gewöhnt. «euts ist seine Seele aber in Aufruhr geraten. Er hat den Neid kennen gelernt. Wahrhaftig, er hat seinen Freund Egon um sein Weib, sein Heim, seinen Buben beneidet. Dabei ist seut Heun kunfch lerischer, fein Weib schöner — aber cS ist langweilig darin! _ ES wirkt alles nur dekorativ! Erst heute fühlt er, warum feine Schaffenskraft, trotz der Schönheit rings umher, erlahmte.
' Ein tiefer Seufzer entringt sich seiner Brust, ^sre wendet sich bei dem Ton um und fragt in ihrer schleppenden Sprechweise: „Hat dich dein Bestich verstimmt, Alberto?" ...
„Verstimmt, nein, gereizt, fieberhaft erregt, Claris,e!
„Ich verstehe dich nicht." . „ .
„Wann hättest du mich je verstanden? Unser Dasein .ist reist Dasein zu Zwei'«» Du hast ja keine Ahnung davon, wie ein Wech den Mann beglücken kann." .
„Es gefällt dir hier nicht mehr?" fragt ste erstaunt.
»Aber, Clarisse, merkst du nicht selbst — wie arm wir sind.
Heut sah ich verwirklicht, ivas ich einst erhoffte/ " „Dir hat es wohl das Kind dort angetan?"
„Ach, du meinst, unsere Kinderlosigkeit betrübt mich? Reim die empfinde ich sogar heute als Glück. Wie konnte em foIeM -ßcbcivcfcit Ijicr gcbcifjcii *—: in beutet jo genannt en Sonett! n ft.! X n“ der Ueberschsvang der Empfindungen! Solche Gefühle ^"^,Wie"dn befiehlst, schöne .Statue! Dir bleibt das EigeittuM der Schönheit trotzdem' nicht. Auch du unterliegst menschlichen!
Er macht kürz kehrt und entfernt sich mit einer gesucht tiefen Verneigung. Sie sieht ihm! kopfschüttelnd nach. Dcmn tritt sie,- von der Nachwirkung des Gesprächs beherrscht, vor den spiegel, — Noch ist sie schön — aber sie hat plötzlich eute Vision. Sie ließt sich als Greisin — und flüchtet, an allen Gliedern bebench auf ihr Ruhelager. Ein qualvolles Stöhnen hebt ihre Brust.
Traumbild IV,
Dor Wagen, der das neuvermählte Paar zur Bahn bringt', biegt eben um die Straßenecke. Die Eltern der jungen Fran geben ihm bis dahin das Geleit mit den Augen.--Mutters Augen
wuchten sich- Da legt der Vater den Arm um ihre schultern/ führt sie zinst Sofa und setzt sich nut ihr nieder. Beide schweigest int Gefühl des Geborgenseins zn Zweien Friedlich still ist s im Heim. Die alte Standuhr selbst sagt so bedächtig. ick rack — als wünsche auch sie -einmal zinii Augenblick sprechen zu tonnen« „Verweile doch, du bist so schön!" , . ~.
Da legt der Mann fester den Arm um sein treues Weib, sie schaitt zu ilj.n auf und lächelt. Er küßt sie und sagt scherzende Mag unsere Tochter so sm eigenen Herm
unser Schwiegersohn nach zwanzig Jahren sc'denkt, wie. M heute
Darf man wissen, wie der denken wird? fragt sle fchelmisa;. Ja das darf man, Schwiegerinn.tterchcn! Also der, denkh danii ^ Was bin ich für ein glücklicher Mensch! "Der, Kimmel aab^mir eine kluge Frau. Die braut eine Wundermixtur zur Heimbeglückung aus drei Bestandteilen, hie da heißen: Ernst/ J-roli-'inn Schönheit' Dass! ist, durchaus teilte einfache Sache!
Erleriinnn echten H«stMes tmV «ä em w


