Ausgabe 
9.12.1911
 
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meine stieg mrd schttig um sich, das- ich feine meiner Waffen M1? und Me Kraft daran setzen mußte, es festzuhalten, M k m«r T' durchlief. Das Maren entsetzliche Äugens blicke der Angst, bis ich Mich aus den Steigbügeln losmachen und »u Boden springen konnte Dabei entglitt mir die Büchse und entlick sich von ,elbst, und durch den Knall erschreckt, floh mein Merd tote ein Blitz über den gefrorenen Schnee davon Glück-- licherloeise hatte ich meine Pistolen und mein Jagdmesser zu« NE, so daß ich sie gleich gebrauchen konnte. Ich mar furchtbar aufgeregt und konnte zuerst nichts anderes denken, als daß mein geliebtes Weib, die Mutter meiner Kinder, unter drei oder vier Bestien lag, die ihr ans Leben wollten; so faßte ich in halbem Wahnsinn in jebe Hand eine der Pistolen, deren Hahn ich rasch gespannt hatte, sprang mitten unter meine Feinde, setzte die Mündung an ihre Köpfe und schoß beide Läufe zugleich ab.' Beide Schnise trafen Gott sei Dank, zwei Bestien rollten zurück und walzten sich in ihrem Blute, worauf die andern, als sie dieses witterten, über sie mit Wut herfielen, sie wörtlich in Stücke rissen iinö bor meinen Augen, beinahe über dem Körper meiner Frau, verschlangen. Nachdem ich mich durch ein Paar Fragen ver- gewtjfert hatte, daß meine Frau am Leben und unverletzt war, bat ich sie, ruhig liegen zu bleiben, hob meine Büchse auf und lud fte nnb ebenso meine Pistolen in größter Eile. So wie ich dis erste Kugel heruntergestoßen hatte, fühlte ich mich in Versuchung, stoch eine Bestie totzuschießen; aber in diesem Augenblick höre ich neues fernes Geheul, und da ich fürchten mußte, es werde em zweites Rudel herankommen, bewahre ich meine Kugeln für bie nächste Gefahr. Während dieser Zeit stahlen sich die ersten Angreifer, die sich vvllgefresfen hatten, nach und nach hinweg, aber das Geheul der andern laut immer näher und warnte mich, auf der Hut zu sein.

Ich hatte, gerade meine Frau noch dichter eingehüllt, das beste, was ich jetzt für sie tun konnte, und mich mit den Pistolen in der Hand zur Verteidigung vor sie hingestelli, als acht bis zehn neue Wölfe aus dem Gebüsch hervorfprangen. Es entstand eine kurze Pause, als sie mich erblickten und mit ihren mordfunkelnden Augen anstierten, bann kamen sie unter furchtbarem Geheul immer näher und uingaben nrich im Kreise, so daß der Raum zwischen ihnen unb mir immer enger wurde. Endlich sprang einer, oer kühner unb hungriger schien als die andern, vorwärts und er­hielt sogleich einen Pistolenschuß zwischen die Augen, der ihn auf den Schnee warf, ivorauf die andern, ebenso wie vorher, über ihn herfielen, und ihn verschlangen. Ich hatte aber nicht Zeit, mir Glück hierzu zu wünschen, denn gleich darauf fühlte ich die Zähne einer Bestie an meinem Schenkel, so schmerzhaft, daß ich auf­schrie., Meine arme Fran Hörte es; sie glaubte wohl, es sei vorbei mit mir, und war eben im Begriff äufzuspringen und so wie sie war, den furchtbaren Vieren entgegenzutreten; ich rief ihr jedoch zu, sie solle sich nicht rühren, setzte die Pistole an den Kopf meines Angreifers und streckte ihn tot zu Boden. Noch hatte ich meine Büchse als Reserve, riß sie hoch und schoß die Ladung auf das heulende Rudel. Wie viele ich traf, weiß ich nicht, ich sab nur, daß sie eilends aus meiner nächsten Nähe flohen, einige hinkten und wurden beim Fliehen von den andern angefallen. Das kam mir wie eine zweite wunderbare Rettung vor, und obwohl meine Wunde mich schmerzte, hielt ich mich ruhig und fand zu meiner Freude, daß sie nicht tief unb gefährlich war. Hastig lud ich meine Pistolen und Büchse Wieher und ließ barauf meine Frau aufstehen, die mich zärtlich umarmte unb Gott für unsere Rettung dankte.

O, unsere lieben Kinder," rief sie voll mütterlicher Zärtliche feit aus,wie gut, daß sie nicht wissen, tote nah^sie daran waren, Waisen zu werden, die Armen, die nun so allein mitten in der furchtbaren Wildnis. Komm, laß uns rasch nach Hause zu unfern Kindern, so lange es noch Zeit ist."

Wir haben keine Zeit mehr, Frau. Hörst du nicht, da komiuen mehr von unseren Feinden."

Kommen sie hierher?" fragte sie zitternd.

Ich fürchte cs."

O Gott, was soll dann aus uns Werben?" fuhr sie jammernd fort,ich fürchte, wir überleben den dritten Angriff nicht."

Ich sehe nur einen Weg der Rettung," erwiderte ich, selbst besorgt.Wir müssen auf einen Baum klettern und den Morgen abwarten."

Ta frieren wir zu Tode," sagte sie darauf.

Ich hoffe, das soll nicht geschehen. Jedenfalls haben Wir keine Wahl. Der Büsselrock wird dich vor der Kälte schützen, Wie er dich vor den Wölfen bewahrt hat, unb ich will suchen, mich durch Auf- und Abklettern unb das Ausstampfen der Füße warm zu halten."

Doch warum zünden Wir nicht ein Feuer an?" fragte sie rasch und ihre Stimme wurde wieder lebendiger, als eine neue Hoffnung sie durchdrang, die ich aber leider nicht teilen konnte..

Aus zwei Gründen nicht. Erstens haben mir keine Zeit, beim hörst du nicht das Geheul des hungrigen Rudels? Unb zweitens fehlt uns das Brennmaterial, da die losen Zweige unter dem Schnee liegen."

Tann möge Gott uns helfen," stöhnte meine Frau,hier scheint nichts als der Tod für uns zu fein. O meine armen, lieben Kinder! Großer .Gott, laß sie nicht diese Nacht zu .Waisen werden!"

Line Nacht unter den Wölfen.

Mus den Erinnerungen eines amerikanischen Farmers,

Von Dr. I. Wiese.

Bor einer Reihe von Jahren zog ich mit meiner Familie wach Wisconsin, erzählte mir ein alter Farmer, unb siedelte mich in einem Walde an, wo wir etwa 10 Meilen von der nächsten Ortschaft entfernt waren unb fünf Meilen von uns der nächste Nachbar wohnte. Der Wald um uns war nicht immer geheuer durch wildes Getier unb unruhig schwärmende Indianer. Ich fühlte mich jedoch wenig beunruhigt darüber, und ebensowenig meine Frau, die es mit dem besten Jäger aufnimmt; aber wir hatten drei Kinder, deren ältestes erst zehn Jahre alt war, unb manchmal, wenn ich fern vom Hause weilte und das Brummen eines Büren, das Geheul der Wölfe oder das Geschrei eines Panthers hörte, schlug mir das Herz bei dem Gedanken an meine Kinder. Zuerst erschreckte sie dies Geischrei und Geheul der wilden Tiere zur Nachtzeit sehr, und auch meine Frau, sowie ich selbst, fuhren zuweilen auf, wenn uns die Schreie der Panther wie Indianer-' rufe vorkamen; mit der Zeit gewöhnten wir uns jedoch an diese Töne und kümmerten uns nicht darum, und als ich erst ein paar Sieder um unsere Hütte entwaldet und eingezäunt hatte, hielten sich die Bestien ferner von uns, als verständen sie, daß sie da, wo Menschen sich angefiedelt, nichts mehr zu tun hätten. Ab unb zu schoß ich auch ein paar tot unb lichtete dadurch ihre Reihen, so daß sie uns immer weniger belästigten. In dem ersten Jahre geriet ich zwar einmal durch einen Bären und ein andermal durch einen Panther, bie mich anfallen wollten, in Gefahr, doch diese Abenteuer sind nichts gegen ein anderes, das ich im zweiten Winter zu bestehen hatte.

Es war ein kalter Morgen unb der Boden ringsum mit festgefrorenem Schnee bedeckt, als ich eines meiner Pferde für meine Fran sattelte, die nach der Kolonie in unserer Nachbarschaft reiten Wollte, um etwas zu kaufen. Obwohl ihre eigenen Kleider sie gut einhüllten, gab ich ihr noch einen weiten Büffelrock um Unb bat sie beim Wschiede, ja recht zeitig aufzubrechen, um vor Nacht aus den Wäldern zu sein. Den ganz-en Tag über fühlte ich mich unruhig, und es war mir, als könnte sich irgend etwas ereignen. Als ich die Sonne sich neigen sah unb noch keine Spur von meiner Frau erblickte, griff ich unwillkürlich nach meinen Pistolen, meiner Büchse, Jagdmesser linb Schießbedarf, sattelte mein zweites, noch Wenig zugerittenes Pferd, bat die Kinder, nicht über die Schtvelle zu gehen, schloß das Hans und ritt meiner Frau entgegen, die ich bei jeder Wendung des Weges zu treffen hoffte. Immer wieder fand ich mich jedoch getäuscht, ich sah nichts von ihr unb wurde immer unruhiger, je mehr Meilen ich zurücklegte. Es wurde gerade dunkel, als die Lichtungen der Pflanzungen mir entgegen schimmerten; ehe ich diese jedoch erreichte, sah ich meine Frau eilig auf mich zukommen. Sie war durch einen alten Bekannten aus dem Osten, der Neuigkeiten brachte. Und durch das Abendessen aufgehalten worden, die Zeit war ihr vergangen, sie wußte nicht wie, unb sie war herzlich erfreut, daß ich ihr entgegenkam. Ich selbst totr gleich froh, sie gesund jwieberzusehen.

Als ich ihr von meinen bösen Ahnungen sprach, wollte sie nichts davon wissen, sondern lachte mich aus. Wir ritten im scharfen Trabe durch einen dichten Wald und hatten etwa 5 Meilen zurück- aelegt, als wir durch langgezogene Klagetöne alarmiert wurden, die ans verschiedenen Entfernungen unb Richtungen zu uns bringen. Wir wußten nun, daß Wölfe uns gewittert hatten Und sich zum Angriff auf uns sammelten.

Wir trieben also unsere Pfeibe zur Eile an, aber Wit hielten Nicht Schritt mit den Verfolgern, ihr Geheul verriet uns, daß sie näher kamen. Wir ritten gerade durch eine tiefe Schlucht, frao ein paar große alte Bäume ihre Riesenzweige über ein Dickicht streckten, als ich das Geheul dicht bei uns hörte. Im Nächsten Augenblick raschelte das Gebüsch, und es kamen sechs Ober acht dieser unheimlichen Tiere zum Vorschein, die rasend vor Hunger hinter uns her stürmten. Tas geschah so plötzlich Und unerwartet, daß meine Frau aufschrie unb den Zügel fallen lieft Worauf ihr Pferd, sich bäumend und hinten ausschlagend, sie abwarf und mitten unter die wilden Bestien schlenderte, deren Mugen im Dunkeln wie feurige Kohlen glühten. Glücklicherweise erschreckte der plötzliche Fall auch sie, so daß sie zurückwichen; Und meiner Frau Zeit ließen, den Büffelrock so dicht um sich zu ziehen, daß sie fürs erste vor ihren Bissen sicher war. Gleich darauf sprangen aber die wilden Bestien auf sie, auf mich und h-ie Pferde los. Das meiner Frau schüttelte sie ab und entfloh,

Empfehlung von ihrem Herrn, und ob ich nicht so gut sein wolle, zu sagen, wozu ich ihn zu sprechen wünsche?

Machen Sie Ihrem Herrn meine Empfehlung und sagen Sre ihm, ich könne das niemandem als ihm selbst untteilen. ;

.Sie verließ mich abermals, kam wieder heraus Und bat mich diesmal, einzutreten. Ich folgte ihr sofort. Im nächsten Augenblicke befand ich mich im Hause des Strafen Fosco,

(Fortsetzung folgt.)