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fie bildlich in Ker AlMe W QdysM toiS v-oti Ur -Dichkevi.it SWM> (600 v. Ehr.), die die Rose so häufig gepriesen und verherrlicht! jlrnd als Gleichnis schöner Mädchen gebraucht Hat, ist der Name -„Königin der Blumen" auf unsere Zeit vererbt. Bon da an finden tvir Rosen und Lilien unter dein Fest- und Blumenschmuck! liebenden Volke der Griechen eingebürgert, überall verbreitet und in Leben und Sitten verflochten; bei keiner Festlichkeit, bei keinem Opfer und bei keinen religiösen Gebräuchen durften Rosen Und Lilien fehlen; Jünglinge und Jungfrauen schmückten und! bekränzten sich damit. Die Rose war der Aphrodite als Sinnbild der Schönheit, der Aurora als Sinnbild der Jugend getveiht; sie W-ar auch die Blume des Dionysos, das Symbol der Liebe und des Todes, auch ein Zeichen, der Verschwiegenheit. In letzter Eigenschaft, als Symbol der Verschwiegenheit, diente die. Rose der schönen, auch in dem nördlichen Europa verbreiteten Sitte, bei gesellschaftlichen und änderen Versammlungen eine weiße Rose an die Decke zu hängen, zum Zeichen, Klaß, das, was hier im Vertrauen gesprochen und gehandelt wurde, als Geheimnis in der Brust jedes Anwesenden bewährt bleiben sollte. Jetzt ist dieser Gebrauch längst verschwunden, und auf uns ist nur der Ausdruck gekommen, jemanden etwas „sub rosa vertrauen". Von der Lilie wurde viel gesäbelt; sie sei aus der Milch der Hera entstanden, als diese schlafend den Herkules säugte; mit der Aphrodite ivar die Lilie der reinen unbefleckten Farbe wegen in Streit, und um die keusche Blume zu beschämen, setzte ihr Pie Göttin das gelbe Pistill ein.
Durch die griechischen Kolonien, kam die orientalische Garten- rose frühe schon und gleichzeitig mit der Lilie nach Italien, und! von da gingen beide in alle Welt hinaus, doch je weiter nach Norden, desto mehr von der Kraft und Süßigkeit des Duftes einbüßend, der sie in ihrer ursprünglichen Heimat umweht. Unter dem! italienischen Himmel gedieh indessen die Rose noch herrlich, sie blühte je nach den Varietäten den größten Teil des Jahres und sand bei den Römern dieselbe Verehrung tvie bei den Griechen, ihre Dichter feierten sie in Wort und Lied. Die Rose war überall in den Liebes- und Lebensgenuß verflochten. Bei den Gast- mählern spendete man Rosen, legte sie in WeiUschalen, stellüe sie auf die Tafeln upd schmückte sich damit; das Haupt der Tänzerin und des weinschenkenden Knaben war mit einem Rosenkranz um- tvunden; der Trinker bekränzte sich selbst und den Becher mit Rosen. Bei den öffentlichen Belustigungen wurden die Straßen mit Rosen, Lilien und Blumenblättern bestreut und die BAd-- säulen und Götter mit Kränzen und Girlanden von Rosen geziert. Daß die Rose auch ekne Blume der Gräber war, daß man den Toten mit Tränen spendete, ivar auch bei den alten Römern eine alte, durch zahlreiche Grabinschriften bestätigte Sitte. Die nach der römischen Sage aus dem Blute des sterbenden Naturgottes 'entstandene Rose, ebenso schon als flüchtig, zeigt neben der höchsten Lebensfülle das Bild der raschen Vergänglichkeit. Auch zu Essenzen, Wassern und Salben wurde die Rose int alten Rom viel verwendet, so 'wie sie auch in der Arzneikunst als Rosenwein und Rosenwasser, nach ben Berichten der Alten selbst in der Küche Anwendung fand.
Nach dem Verfalle des römischen Reiches versank die Welt! in einen Zustand der Barbarei; der Gartenbau und die Blumenzucht wurden vernachlässigt, aber doch blieben in dieser Zeit, wo so viele Kulturen zu Grunde gingen, Rose und Lilie, durch Duft und Farbenpracht auch dem rohen Menschen imponierend, in den Gärten gewöhnlich. Als aber die häufigen Kriege aufhörten und man sich wieder längere Zeit hindurch feen Segnungen des Friedens crsreuen konnte, da wandte man sich neben anderen Beschäftignngen auch wieder der so manche liebliche Genüsse bietenden Kultur der Blumen zu. Karl der Große, der eifrige Förderer der Landwirt-! schäft und des Gartenbaues, wandte auch der Rose seine Aufmerksamkeit M und bestimmte, daß sie in seinen Gärten gezogen werde. Bei den Arabern, die große Garten- und Blumenfreunde waren, wurde die Rose zur Lieblingsblume erhoben und neben ihrer hohen Kultur fand auch ihre Begleiterin, die Lilie, aufmerksame und treue Pflege. Auch in Italien erwachte wieder der alte Sinn und die alte Liebe für die Rose. Die Dichter des Mittelalters verwenden sn ihren Versen Rosen und Lilien reichlich. Rose und Lilie dienten dem Christentum zu beliebten Symbolen. Die heilige Jungfrau in ihrer Anmut und Milde erschien äks Rose, die himmlische Reinheit wurde in der Lilie angeschaut; gotische Kirchen schmückten sich mit steinernen Mystischen Rosen, auf Bildern der Verkündigung trug der Engel den Lilienstengcl. Einige Jahrhunderte lang war eö in der katholischen Kirche Gebrauch, daß der Papst am Sonntag Lätare eine goldene Rose weihte und sie dem Monarchen eines. Staates als Zeichen seiner besonderen Gunst und Hochachtung zu- saudte; so erhielten kurz vor der Reformatio» der Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen und in neuester Zeit die unglückliche Kaiserin Charlotte von Mexiko Und die „tngendsämv" Königin Isabella II, vvn Spanien diese Auszeichnung. Heute noch steht die Rose -in Italien in der Reihe der Blumen Voran, wenn es gilt, Feste Und Religionsfeierlichkeiteir durch den Schmuck der Blumen zu verherrlichen. Auch in der Wappensprache jener bildlich- denkenden Zeit gingen beide Blumen über. Bekannt sind die drei Lilien int königlichen Wappen von Frankreich, sowie die feindlichen Zeichen der roten -und weißen Rose in den Kämpfen der Königsgeschlechter ppn England.
Auch in Ungarn standen Rose und! Lilie in hoher Achtung NNd heute ist es nichts seltenes, daß man dort die schönsten
Varietäten der Rosen ast den fernsten und ünbesuchtesten Orten findet. In Holland-, wo Tulpe und Hyazinthe die ganze Liebs und Begeisterung der Blumenzüchter des 17. und 18. Jahr-- hunderts in Anspruch nahmen, wurde die Rose lange Zeit nicht in dem Maße beachtet, tvie sie -es verdient; doch ist von dort die Moosrose, eine der lieblichsten Varietäten, nach England gebracht worden, von wo aus sie sich weiter Nach Frankreich Und Deutschland verbreitete. In Frankreich, wo viele Rosenarten wild wachsen, unter denen besonders die französische Rose (Rosa gallica) hervorzuheben ist, da von ihr eine Menge der herrlichsten. Varietäten stammen, war die Rose von jeher eine Lieblingsb-lume des Volkes-,- und die französischen Rosenzüchter Vibert-Robert in Angers und Laffaye haben unsere Gärten mit bewundernswerten Varietäten der mehrmals blühenden Hybryden und Moosrosen bereichert. Der jardiu du Luxembourg gewährt zur Rosenzeit einen prächtigen Anblick. In England, dem Laude mit den Prachtgärten und den hübschen, heimlichen Hcmsgärten, mit seinen Bewoh-- n-ern voll Vorliebe für Blumenzucht, zählt die Rose schon seit alter Zeit zu den Lieblingsblumen; die Zahl der Rosenliebhaber, die zum Teil ausgedehnte Sammlungen besitzen, ist gegenwärtig außerordentlich groß.
Besitzt unser Vaterland auch nicht Sammlungen von solchem Maßstabe wie England und Frankreich, so gehört doch auch bei Uns die Rose seit langem- zu den Blumen, die sich einer besonderen Liebe, Kultur und Pflege zu erfreuen haben, wie auch in jedem besseren Garten ihre Gefährtin, die Lilie, in mehreren Abarten zu finden ist. Schon die Minnesänger preisen Rose iinbl Lilie und übertragen deren Bild auf die Geliebte. Treu gehegt und gepflegt wird- der Rosenstock im Gärtchen beim Haus, int Park beim Palast, vor dem Fenster des rosenwangrgen Dorf- mädchens und int feinen Salon der Modedame. Doch auch an größeren Anlagen, welche der Rosenkultur gewidmet sind, fehlt es uicht. Die Sammlung zu Kassel stand früher in hohem Rufe, int Rosarium auf der Pfaueninsel b. Potsdam wird- heute Noch die Rose mit großer Liebe und Sorgfalt gepflegt, die Rosenau bei Koburg, das Rosarium, des Freiherrn von Lade auf Monrepos in Geisenheim im Rheingau sind seltene Sehenswürdigkeiten, aber auch die großen Gartenanlagen, die vorzugsweise der Rosenkultur gewidmet jinb, wie die von Goß und Köuemänn in Niederwalluf am Rhein und viele andere, besonders in Trier und Luxemburg, die fast alljährlich neue Arten und Varietäten in den Handel bringen, leisten in der Rosenzucht ganz hervorragendes, während! Gotha und Erfurt neben der Rosenzucht auch dem alten Knollen- gewächs, der Lilie, die weiteste Verbreitung durch den Handel sichern.
So sind denn Rose und Lilie seit ben ältesten Zeiten schon, bei fast allen Völkern unter allen Himmelsstrichen, die ihnen nur einigermaßen zusagen, anerkannte und bevorzugte- Lieblinge des sinnigen, gemütreichen, mit Schönheitssinn begabten Menschen- Gr,
Wschspielettrickz.
Unter bem herkömmlichen Namen „Gree" versteht man Falschspieler; die Bezeichnung soll von dem berüchtigten Falschspieler Apoulos, einem Griechen und Günstling Ludivigs XIV. abgeleitet fein. Im großen und ganzen arbeiten die Grees mit »eifern, und nur sehr geschickte Falschspieler besorgen ihre Geschäfte allein. Eine Gruppe verbündeter Falschspieler heißt in der Gaunerwelt „Philosophenklub", „Nomadenklub" oder „Cagnothe"; die Zntreiber heißen „Schlepper" oder „Parasiten", jene, die durch Zeichen bei Spieler unterrichten, heißen „JudaS" und das System der verabredeten Zeichen ivird „Maschine" genannt. „Mangenr" ist der Gehilfe, der falsche Karten einzufchmuggeln hat, „Colonel" und „Tante" der Hausherr oder die Hausfrau, bei denen gespielt wird.
So zahlreich die Tricks der GreeS auch fein mögen, sie verfügen doch über einen gewissen eisernen Bestand von Mani- pülationen, von denen die passendste im richtigen Augenblick gewählt ivird. Am beliebtesten ist das Kennzeichnen der Karten, die „Maquillage". Dabei werden die Ränder bestimmter Karten mit einem scharfen Messer gestrichen, so daß sich der Rand rauh anfühlt. „Pointiert" sind die Karten, wenn sie an gewisser Stelle mit einer zuerst in weißes Wachs gesteckten heißen Nähnadel fein gelocht werden. Das Wachs verklebt das Loch, so daß man dieses nicht sieht, aber fühlt. Auch die Muster auf der Rückseite werden in irgend einer Art „gezinkt." Am bekanntesten ist da§ Anbringen eines Striches, eines Kreuzes mit einem in Wasser getauchten Hölzchen. Nach dem Trocknen bleibt auf der glänzenden Rückseite das Kreuz z. B als matte Zeichnung zurück. Nur auf grobe Täuschung berechnet ist das „Biseautieren", d. h. das Beschneiden der Ränder, wozu es eigene Maschinen gibt. Große Gewandtheit erfordert das Transportieren der Karten wobei entweder Karten weggenommen oder dazu gelegt werden. Tas „Salatmachen", d. h. da§ Falschmischen, besteht darin, mit den Karten )o umzugehen, daß jeder Zuschauer darauf schwört, daß die Karten gut gennscht wurden; in Wirklichkeit hat sich jedoch keine Karte von der -stelle gerührt. _ . , , ...
Die „falsche Coupe" hindert den Zweck des „Abhebens". Hierbei gibt es zwei Mittel. Das eine soll bewirken, daß der Äbhebende dort abhebt, wo es der Gree will. Er rechnet, wie der Kriminalist Prof. H. Groß betont, psychologisch richtig, daß


