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Möneb'ürg, MW ZM PaderSovn)'; 3, VW Münster Wer Uaderborn, Fritzlar, Amöneburg), an Greßen: Dienstags Hitb Samstags 1» W Post ging sogleich über Wetzlar werter nach SrWiTfurt; 4. von Kassel an Gießen: Sonntags und Bcittwochs9 , frte Post ging sogleich weiter nach Frankfurt und vaiiau; 5. von Hanau und Frankfurt an Gießen: Sonntags und- Mittwoche 7 , totr 8° weiter nach Kassel; 6. von Wetzlar (Fußbote; er brachte Lin Briefpaket von der Kaiserlichen Post in Wetzlar nnd von dem Kaiserlichen Oberpostamt in Frankfurt) an Greßeu: Dienstags Nnd Samstags 4°; der Bote ging Mittwochs und Sonntags 8 zurück, für jeden Gang erhielt er 15 Kreuzer m Geld; 7 von Langgöns, Büseck, Rabenau, Londorf, Bingenheim, Nidda, Schotten, UUd Königsberg (Amtsboten) an Gießen: Mittwochs und Sonrr- jags 10°; NM 12° gingen sie wieder zurüch
4. Zweite Uebereinkuüft mit Taxis.
' Gemäß § 13 des Reichs-Deputations-Hauptschlusses blieben Wch in Hessen die kaiserlichen (Taxisscheu) Posten bestehen. Sre berührten, wie vorher angegeben, Darmstadt Montags, Mittwochs, Donnerstags und Samstags und wurden vom 1. April 1804 ab in der neuen Posthalterei int Hessischen Hose abgefertigt. Als Nusgabezeit für PoUachen deut Wagen, der von Heidelberg kam Und nach Frankfurt weiterging, waren Samstags und Mtttivochs die Stunden von 2° bis 5« und für den Wagen von Franksurt die gleichen Stunden Montags und Donnerstags bestimmt. Da^ Reichs-Post-Generalat iir Regensburg Ditz der Thurm und Taxiv- schcn Postvcrwaltung) hatte schon int Jahre 1802 bei dem Landgrafen in Vorschlag gebracht, dem reitenden Postkurse zwischen Franlsurt-StraßLurg und Basel über Darmstadt-Heppenheim ,,mehrere Accelleration und Sicherheit" durch Anlegung eigener Kurierposten (Courricre de Malles) zu verschaffen. Obwohl dem Vorschlag int Einvernchmeir mit Baden zngestimmt wurde, mußte die Ausführung tocom der Kriegsunriihen sowie der außerordeiit- lichen Kosteii, die die Einrichtung erforderte (66 900 fl. jährlich) bis Ende des Jahres 1804 verschoben werden. Als Beforderiingo- Mittel dieser Geschwindposten wurden, den damaligen Verhaltmssen entsprechend, sehr leichte, bequem gebaute Wagen (Diligencen) verwendet, in denen 6 Personen Platz fanden; sie hatten eine Bespannung von 4 Pferden, wurden von einem Kurier oder Ron- dntteur begleitet und beförderten außer den Personen Mit „kleiner Bagage auch die Correfpondenz und Aeine Pakete ,
Diese Bestrebungen der Fürsten von Taxis, ihre Postkurse auf 'Kosten der Landespost weiter auszndehnen, führten trotz, der be- stehendeii Vereinbarungen usw. bald wiederum zu Streitigreltcn zwischen deii kaiserlichen uüd den fürstlichen Landesposten. Um diese '„durch gütliche Verhandlung und Vereinbarung des wcch,el- seitigeil Interesses" zu beseitigen, schlossen der Geheime Reseren- dariiis Schmidt Intb der Regierungsrat Freiherr du Thil nut dem Wirklichen Hofrat bei dem Collegio der Generaldirektlon der Kaiserlichen Reichs-Posten Grub in Darinstadt mit 22... April 1804 eine Uebereinkuüft.
In dieser Wurden die Konvention vo'M 28. April 1744 sowie der 8 13 des Reichs-Depulations-Hauptschlnsscs ausdrücklich an- erlannt; ferner „die Besorgung der zwischen Hessen und Westfalen zu befördernden Landgräsl. Briefpaguetc und die Samin ung derjenigen Correspondeuzsn, die nach Ortschaften bestimmt sind, wohin keine direkte Kaiser». Reichspostroutcn führen, aber land- gräfliche Am'tspagneter geschlossen werden, dem Kaiserl. Reichs- Postverwalter in Meschede, der auch für den Landgrafen vereidigt werden Mußte, übertragen". Ebenso sollte auch an solchen Orten, wo sich bereits Kaiserl. Reichspoststcllrn befanden und erne landesherrliche Postlinie sich Mit einer tüiscrlichen kreuzte, die „landesherrliche Spedition von den taxisschcn Postossicianteu" Mit wahr- genomMen werden. Umgekehrt waren die landesgrallichen Post- meister in Darmstadt und Butzbach sowie der hessische! Briefpost- vcrwalter in Gießen verpflichtet, die „Kar,erliche ReiK-Brlefpost- Svcdition" mit zu besorgen. Zur Bermeidnng aller Mißverständnisse wurde gleichzeitig im! § 4 betont,, daß „die EiirrtchtunB landgräslicher Communic-atioiisanstalten innerhalb Hessens mcht 'als Beeinträchtigung der Gerechtsame Sr. Hochfnrstlichen Durchlaucht von Thurn und Taxis anzusehen sei".
Ferner verpflichtete sich die Taxissche Postperwaltimg, zwischen ihren Und den landgräflichen Posten förmliche Anschlüsse, und eine wechselseitige Vergütung der Auslagen cmzusuhren sowie zu den in Hessen anzustellcndcn „Reichs Po stofsicianteii ^andgraslich Hessische ltnterthanen zu wählen und auf die Landesherrliche Empfehlung zu diesen Stellen ganz vorzügliche Rücksicht zu liehuieu . Die Gerichtsbarkeit über diese Personen blieb den landgraflicheu Behörden Vorbehalten; nur in reinen Disziplinarangelegenheiten, in denen es sich um die Einbehaltung der Besoldung oder um Dienstentlassung handelte, war das Erb-Post-Geuernlat allein zu- ständig. Anderseits mußte die Landesregierung, sobald" ein Taxis- scher Postbeamter verhaftet werden sollte, das Taxissche Generalat sofort benachrichtigen. m _ „„
Bezüglich der Verzollung der durch „die Kaiserl. Post-Wagen etwa transportiert werdenden zollbarcn" Waren wurde bestimmt, daß die fahrenden „Post-Expeditores" den Zollbehörden jedesmal ein genaues Verzeichnis der abgehenden oder ankommenden „zoll- baren" Waren zustelleu sollten. Für die auf den kaiserl. fahrenden Posten beförderten zollpflichtigen Durchgangsgüter hatte Taxis fcirie jährliche PaUschsumMe von ,37.5 fl. n.it, tzie lchi-Bgräfliche
Zollkasse in Darmstadt zu zahlen. Das' Ehaüsseegeld für sämtlichZ kaiserl. Post- und Beiwagen wurde nach der Bespannung vermerkt und vierteljährlich „dem Chattssee-Empfänger" gezahlt.
„Die bisher bestandenen BrieffreithüMer" auf den Kai;erst Reichs-Posten würden bestätigt und dahin erweitert, daß. die M der Uebercinlünst einzeln ausgesührten Personen und Behörden „eine gänzliche Befreiung des Briefportos innerhalb der deutsches Reichspost-Grenzen genießen sollten",,
„Damit aber bei den gestatteten Frelthu.Mern allen zu besorgenden llnterschleiseu Möglichst vorgebogen werde", verpflichtete ich die hessische Regierung, „alle Wegen derartiger Mißbrauche erlassenen und noch zu erlassenden landgräflichen Verordnungen auch zum Vorteil der K. R. Posten auf strengste auszuuben .
Schließlich würde von Hessen genehmigt, „daß der Mgeuanntej Heilbronner Kaiserl. Reichs-, vormals von Außenische-Pustwagen gleich den übrigen in die Residenz einfahre und expediert werde .
Entsprechend den Bestimmungen im § 15 der Uw er em kauft Wurde zur Leitung des Postweseus in Hessen noch int Fahre 1804 ein eigenes Kollegium mit deni Namen „Fürsts. Ober-Postdire^-. tion" in Darmstadt eingerichtet. Es bestand aus dein Geh. Res., Schmidt, dem Reg.-Rat Frhr. du Thil und demOberPostuiclstev Nebel. Letzterem würde! die Selretärstelle bet dieser Behörde und nach dem Ableben des Postmeisters Kleesen m Darmstadt auch die Kaiserl. Briefpostverwaltimg übertragen, dabei aber gestattet, die Posthaltereigeschäste durch den Posthalter Wiener wahrnehmen zü lassen. Ober-PostMeister Nebel Mußte sich durch Revers vom 16. März 1804 verpflichten, „dem Fürsten von Thurn und Taxis gegenüber mit aller Treue, Aufrichtigkeit, Glauben und Fleiß jederzeit verhalten, wich gehorsam' und bereitwillig bezeigen, den Nutzen, soweit es die Briefspedition betrifft, stets suchen UM fördern, Schaden und Nachteil hingegen zeitig warnen und ab- wenden helfen" usw. und erhielt von der Taxisscheu Postverwaltnnn salarii loco V- Prozent der in Darmstadt aufgckvmMcnen EinnahmA an Briefporto,
(Ein Zett- und Weggenosse Goethes.
Bon W i l h c l m B o d e.
Einen Wertvollen Beitrag zur Goethelileratur bringt Wilhelm Bode in dem soeben bei Mittler & Sohn erscheinenden neuen Heft der „Stünden mit Goethe" mit dem Aufsatz „Passows Llufzeich?! uungeii über Goethe". Er leuchtet in einen Streid htnern, der, den großen Dichter zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts iN Weimar umgab, und enthüllt dabei die kleinenMenschlichkeiten, die in das Leben des Dichterfürsten oft htnetnsptelten, Passows war Goethe im Jahre 1805 in Halle.in enter Gesellschaft begegnet. Dem Dichterfürsten schien der imtgc Mann zu gefallen, denn Goethe lud ihn ein, ihn zu besuchen, wenn sein Weg ihn einmal nach Weimar führe. Erst zwei Jahre spater, kam Passow nach Weimar, aber Goethe erkannte ihn sogleich wieder. Passow blieb an die zwei Stunden bei Goethe, und beim Weggehen'reichte ihm dieser die Hand mit den Worten: „Jch.hofse Sie 'bald Wieders in unserer Nähe zu sehen," Kurz darauf erhielt der damals einundzwanzigjährige Passow einen Brief woM Minister v. Voigt, mittels dem ihm die erledigte; Professur der griechischen L-prache am weimarischen Gymnasium übertragen wurde.
Aus Passows Wirksamkeit in Weimar sind vorn Jahre 1807 Briefe vorhanden, die das Leben bei und um Goethe, mit den Augen des jungen Professors besehen, schildern. „Wieland ist, so schreibt Passow an Pastor Breem', „für den Umgang fast unbrauchbar. Zwar spricht er entsetzlich viel und immer mit cmeü gewissen Eleganz, aber es fehlt Allent der lebendige Geist, der ber Goethe schon aus der leisesten Bewegung spricht. inzwischen ist es mir nicht uninteressant, zuweilen ein müßiges Stündchen mit ihm zu verplaudern, und ihm! kann man kcme größere Freude bereiten als durch einen Besuch. Er' übersetzt an Ciceros Briesen, doch übersetzt er alles Griechische Und bei wertem, das meiste Lateinische, was er geliefert hat, nicht aus dem Original, sondern aus französischen und englischen Versionen, wie er nur selbst gestanden hat, wodurch denn seine Sachen wohl schlecht werdens müssen." Bode fügt diesem Briefe die Bemerkung..hinzu, daß diese Darstellung Passows ungerecht .und mißverständlich ist, Wieland wird gesagt haben, daß. er die französischen und englischen Nebersetznngen zu Rate ziehe.. Wieland las sckon m t acht Jahren den Nepos „mit den feurigsten Gefühlen und hatte zeitlebens ein inniges, wenn auch Tcut Philologisches Verhältnis zu den griechischen und lateinischen Klassikern.
„Neulich," erzählt Passow m einem Briefe, „hat Goethe an- gefangen, bei Fran Schopenhauer aus Schlegels Uebersetzung von Ealderons „Standhaftem Prinzen" vorzulcfen, von der er das Manuskript hat. Tas Stück genießen wir nicht sonderlich, aber Goethe desto mehr, weil er sich leim Vorlesen so recht sshen läßt. Erstlich spricht er so laut und heftig, raß die Leute nn ftuent Ernst inilernt Fenster stehen bleiben müssen, naitn wiederholt er ost lange Stellen, die ihm' besonders gefallen, zwei- und dreimal!, und endlich spricht er selbst alle Augenblicke dazwischen, wo er' etwas zu loben oder zu tadeln findet." Ans einigen Brre stellen, so urteilt Bode, tritt uns der Dünkel des vom Schicksal allzusehr Begünstigten deutlich entgegen. Goethe bemerkte diese unerwartete Eigenschaft des neuen Mitbürgers. AM 18. April drs Vihres 180 c sprach er hei Fraii Hchoswntza.ner mit ÜbeMütUW Mott Mer. Pie


