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vermischter.
* Das Todesurteil des Hosenrockes. Die Schöpfer des Hosenrockes, die für die Frucht ihrer launischen Phantasie so eifrig Propaganda machen, haben einen schweren Schlag erlitten. Die Pariser Blätter behandelten die wenigen und vom Publikum verlachten Jupes eulottes, die man bei einigen Mannequins in Auteuil sah, als das „Debüt des Hosenrockes": aber die Freude war nur von kurzer Dauer. Mit der ruhigen Würde, die einer anerkannten Führerin der Pariser Damenmode wohl ansteht, hat jetzt Mme. Paquin den Hosenrock verurteilt und seine Propheten vor: sich abgeschüttelt. Die tonangebende Pariser Schneiderin legt Wert auf die Feststellung, „daß Mme. Paquin
ihnen Major vo'N Selffers nach, bis auch der letzte Schimmer des blauen Kleides in dem fritocn GniN des Parkes untertaucht^.
Nun erst verdeckte er sein Bild. . . ,
Dann hob er das Sträußchen auf und barg es in seiner.
Langsam und ht Gedanken versunken schritt er nach dem Schloß, um vom Herzog seine. Entlassung zu crbtttett.
1 Das Gemälde „Die Myrthenstadt" eiert noch heute das Boudoir der Prinzessin Clarissa.
Die älteste Zchützengilde Deutschlands.
Die älteste Schützengilde Dentschlands, die von Schweidnitz, kann in diesem Jalire au? ein 625jähriges Bestehen zurückblicken. Ihr Begründer war der Herzog Bolto 1. von Schweidnitz, den die Geschichte den Kriegerischen und Streitbaren nennt, eines Urenkels bei’ heiligen Hednng. .
Uni die Bürger in der Handhabung einer Waffe tüchtig zu machen, führte der Herzog das Slrnibrustlchieben ein. Schon nn Jahre 1286 wurde das erste Schützeniest abgebalten. Auch Bolkos Nachiolger, Herzog Bernhard, veranslattete beim Antritt seiner Negierung eilt großes Schiessest. Sem Sohn Bolto II. ließ »ach Ab- zug des Böhuieukönigs, der Schiveidnitz belagert hatte, aus Tank- darkeit den tavieren Bürgern ein großes Botzenfchietztest bereiten. Gescbosien wurde aui einen hölzerner Bogel ant einer hohen Stange, jeder abgeschosseue Spahn ivurde mit einem Preise belohnt. Ihre Schießübungen hielten die Bürger im Zwinger am Niedertor m der Stahe der LaurentiuSkapelle. An dem großen Schießlest vorn 8. Juni 1502 beteiligte sich auch der Herzog mit einer großen Anzahl iürstlicher Gäste. Bei dem Schützenfest am 1. September 1536 waren 60 polnische Ochsen als Preise angekauit worden; der beste Schütze wurde mit 6 Ochsen belohnt. Im Jahre 1588 wurde zum ersten Ptale mit Pulver und Blei iiacl, Blannscheiben geschossen. Ter Rat begünstigte das Schießen in jeder Weise; er bestimmte, daß jeder junge Bürger sich eine Zeit lang im Schießhause zu ubeii hätte und bewilligte für den Schützenkönig alljährlich eine Prämie von 23 Talern. 1593 erbauten sich die Schützen daS erste eigene Schießhaus. Während des 30jährigen Krieges, der uiiiagliches Elend über Schweidnitz brachte, waren die Schützenfeste eingestellt. Ais aber nach dem Kriege der Wohlstand wieder einkehrte, nahmen auch die Scliützeisieste wieder ihren imgeslörten Fortgang. Im Jahre 17t 7 bewilligte der Rat dem Schützenkönig die Belreiung von allen orbentticben und außerordentlichen Steuern außer der Verbrauchsabgaben. Im Jahre 1724 bestimmte der Rat, daß kein Burger in die Schützengilde aufgenommen werden durste, der nicht brau- berechligt war. Friedrich der Große bestätigte nach dem ,,riedens- schlusse von 1742 der Gilde ihre Privilegien, woraus diese aus Taukbarkeik ein großes Mannfctzießeit, Bolkoiesl genannt, vor- anstalteie. t . .
Als bei der Anlage der Festung Schweidnitz der Schleßzwinger am Siiedertor in den Bereich der Festung gezogen wurde, verlegte man die Cchießstälte nach der Neumühle und später nach der Breslauer Straße. Hier wurde 1764 ein neues Schießhaus gebaut. 1787 und 1804 wurden wieder große Bolkoiesle abgehalten. Tie folgenden Jahre brachten Teuerung und Krieg. Am 12, Mm 1813 beschloß die Gilde, einen ihr gehörigen, 1583 aui einem Echützeiilesie in Neiße erstrittenen vergoldeten Becher, aus dem bisher die Gesundheit des jedesmaligen Schützenkönigs getrunken worden war, aui dem Altar des Vaterlandes zu opfern. Im Jahre 1830 schenkte der damalige Kronprinz Friedrich Wilhelm von Preußen der Gilde einen silbernen Becher, aus dem seither die Gesundheit des Königs- oder Kaiserhauses getrunken wird. 1838 wurde wiederum ein großes Bolkoiest abgehalten. Ihr 575jahrtges Bestehen leierte die Gilde vom 8. bis 10. Juli 1861, das l.0> jahrtge Jubiläum vom 11. bis 18. Juli 1886. Als Jubelgabe erhielt sie vom Kaiser eine goldene Medaille und vom Krotiprinzen einen silbernen Adler. An dem Feste beteiligten sich über 60 Gilden auS der näheren und weiteren Umgebung. In ähnlicher Weise wird in diesem Jahr vom 2. bis 10, Juli das 625jährige Bestehen der Gilde gestiert werden.
Nicht nur sämtliche schlesischen Gilden, solider» auch die von Wien und Oienpest sind bereits zu dem Feste eingeladen und haben bereits ihr Erscheinen zrigesagt. Ten Mittelpunkt des Festes soll ein großer historischer Umzug bilden, der die Zeiten Bolkos I. und feiner Ritterschaft verkörpern wird.
feine einzige Jupe cutotte hetgestellt hat und daß infolgedessen keines jener Kleidungsstücke", die in Auteuil so viel Aufsehen und Heiterkeit erregten, „ans dem Atelier Paquin hervorgegangen sein könne". Mme. Paquin streikt und macht keine Hosenröcke. Es gibt also auch noch vernünftige Leute.
— Nur beharrlich! Früher, wenn ich in ein Geschäfts trat und eine Geldtasche statt eines Portemonnaies, ein Sportwams statt eines Sweaters, Briefhüllen oder Briefumschläge statt Kuverts verlangte, so verstanden mich entweder die Leute nicht oder doch nicht gleich, oder sie verstanden mich und — lächelten« Jetzt verstehen mich alte sofort, und daß sie bet solch einents seltener gebrauchten deutschen Ausdruck lächeln, kommt auch nicht mehr vor. Ja warum denn? Weil die Gewohnheit eine Macht im menschlichen Leben ist! Die Gewohnheit, die Millionen von Volksgenossen int alten Schlendrian beharren läßt, kann, richtig gelenkt, eine mächtige Helferin im Kampfe gegen die Fremdwörternot werden. Nur beharrlich müssen wir sein! Denn tvo dies Leute einen kräftigen Willen scheu, da geben sie zuletzt immer nach, d. h. in unserm Falle: entweder sie fangen selber an, den deutschen Ausdruck zu gebrauchen, oder sie gewöhnen sich wenigstens daran und lassen sich ihn gefallen. Auch damit ist schon viel gemummt,; und der Sieg des heimischen Wortes über das fremde ist dann nur noch eine Frage der Zeit. Nur beharrlich sein! Ich lasse mich nicht verblüffen: wenn die Leute über meine deutschen Ausdrücke lachen, so lache ich mit; wenn sie spotten, so vergelte ich dass durch doppelten Spott; wenn sie mir mit „Gründen" kommen, widerlege ich diese; wenn sie den Kopf über den Sotiderling schütteln, dann bleibe ich erst recht dabei, ich denke mir über fies ja auch mein Teil. Geht mir nur die Sache über die Person/ auch Mer dis eigene, dann kann es mir gleichbleiben, was die Welt von mir sagt. So oder so kommt zuletzt doch ein Erfolg heraus, auch wenn er nicht immer gleich sichtbar ist. Darum — nur beharrlich I
* Fatale Eröffnung. Bewerber: „Die Liebe Jhrev Tochter macht mich reicher, als ich jemals in meinen kühnsten Träumen zu hoffen wagte." — Schwiegervater in spe: „Tas freut mich doppelt — denn mitgeben werd' ich ihr so wie so nichts!
Niichertisch. .
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Slat-Aufgade.
Hinterhand spielt Coer-Solo auf folgende Karte
V3
Q
Q Q
C> Q Q Q Q Q
Obwohl die Trümpfe der Gegner verteilt sitzen, wird da? - Spiel verloren. — Wie war die Karlenverteitung und wie mußte gespielt werden?
Auflösung in nächster Nummer«
Auflösung des Rätsels in voriger Nummer:
Linse, Insel.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen UniversttätS-Buch- und Steindruckereh R. Lang«, Gieße»


