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„Regiue! Da hast prächtig vorhin gesprochen," neckte der Bürgermeister, „Pu verstehst zu predigen."
„Aber du verstehst nicht zu hören, Alterchen!
„Da hab ich mal wieder meinen Taps weg! lachte Wallbott.
Die „zweite Braut" bei Wallbotts brachte viel des Schönen Und Guten. Der alte Gilbert und seine Kinder wurden noch wochenlang darüber ausgesmgt. .
Tie Anna hat sich warm gesetzt, Hieß «s von allen Serien in Grebencm,.
(Fortsetzung folgt.)
Vermachtes.
■* Schö ue und wohlfeile Bücher sind es, die das Deutsche Verlagshaus Bong u. Co. unter dem längst vorteilhaft bekannten Namen Goldene Klassiker-Bibliothek auf Grund der alten Hempelschen Klassiker-Ausgaben in neuer Bearbeitung herausgibt, sieben der gediegenen textlichen Gestaltung der bis jetzt erschienenen Bünde ist der Ausstattung die größte Sorgfalt gewidmet. Einband, Papier und Druck entsprechen allen Anforderungen, die ein gesÜMackvoller Leser von seinen Büchern verlangen kann. Wie die meisten anderen Klassiker- Ausgaben erscheint auch die Goldene Klassikerbibliothek, die sich außergewöhnlich rasch beliebt gemacht hat, in verschiedenen Ausstattungen als Leinen-, Halbfranz- und Luxusausgaben, jo daß nicht nur jedem Geschmack, sondern auch jedem Geldbeutel vollauf Rech- nung getragen ist. Als neuste Ausgabe ist die schöne, in zwei handliche Bände geteilte, von Homers Werken zu nennen. Eduard S t e m p l i n g e r hat die immer noch an erster Stelle stehende Uebersetzung von Johann Heinrich Voß, die ja auch fast ausschließlich in Frage kommt, sehr schön eingeleitet, mit ausführlichen, klugen Anmerkungen versehen und ihr eine lesenswerte Darstellung -der homerischen Welt beigegeben, die zweifelsohne sehr willkommen ist. Ein ausführliches Namenregister nebst Belegstellen verleiht der Ausgabe noch einen besonderen Wert. Einen: guten Brauch folgend, ist in der G o l d e n e n K l a s s i k e r- bibliothek das dichterische Werk gesondert und -ohne alles störende Beiwerk abgedruckt; alle Beigaben sind in den Anhang verwiesen. Durch diese Anordnung wird die Lektüre des Liebhabers nicht gestört und den berechtigteil Forderungen des Forschenden ist doch im weitesten Maße Rechimng getragen. — In der gleichen vortrefflichen Ausstattung sind auch Heines Werke in fünfzehn Teilen in der Goldenen Klassikerbibliothek erschienen. Herausgegeben von Helene Herrmann und Raimund P i s s i n. Und von Erwin K a l i s ch e r mit einem nach Objektivität strebeichen Lebensbild ausgestattet, sind die einzelnen Teile außer den genannten von Herrn. Friedemann und Beit Valentin mit Einleitungen und Anmerkungen versehen worden. Ein guter Stich nach den: Neuschen Jugendbildnis ist den Werken voran- gestellt. N.
* Was die Könige verdienen. Im „Gil Blas" liest man: Schelten wir nicht allzusehr über die Kosten, die die Könige uns verursachen, wenn sie als Gäste zu uns kommen. Sie stellen sich, wenn sie zu Hause bleiben, für ihre Untertanen noch weit teurer. Man hat z. B. berechnet, daß die Könige von Belgien und von Griechenland auf den Kopf der Bevölkerung 40 Pfg. kosten, der Kaiser von Oesterreich 36 Pfg., der König von Italien -etwas über 35 Pfg,, die Könige von Schweden und von Norwegen 32 Pfg., der Zar 28 Pfg., der deutsche Kaiser etwas mehr als 24 Pfg. Weit billiger arbeiten die Präsidenten von Republiken: der Präsident der Vereinigten Staaten belastet seine „Untertanen" nur mit etwas mehr als 17 Pfg. für den Kopf, Herr Falliöres nur mit etwas mehr als 7 Pfg. und der Präsident des Schweizerischen Bundesrats kaum mit Vs Pfennig.
* Das „ung eschriebene Gesetz". Die Chronik der in Amerika immer häufiger werdenden Fälle, bei denen blutige Mordtaten unter dem Einfluß des „ungeschriebenen Gesetzes" nach dem Wahrspruch des Gerichtes ohne Sühne bleiben, wird jetzt durch zwei neue Beispiele bereichert, die sich am gleichen Tage -ereigneten. !Das Schwurgericht von Deiwer in Kolorado sprach am Mittwoch die Frau Gertrud Patterson frei, die ihren Mann er- imovdet hatte, weil er sie angeblich für 6000 Mk. an einen Millionär in Chicago verkauft habe. Zur gleichen Stunde aber sprachen die Geschworenen in Neuyork eine andere Mörderin frei, Mrs. O'Shaugnessy, die ihren Mann bei einer Untreue entdeckt hatte und ihn daraufhin ohne weiteres umbrachte.. Keine der beiden Mörderinnen bestritt die Bluttat, beide verließen sich auf das Ungeschriebene Gesetz, und beide haben, wie die doppelte Freisprechung beweist, richtig gerechnet.
* Im Eisenbahnkupee. Backfisch (leise zum andern): -,-,Du, Elly, huste mal, daß di« beiden Herren uns gegenüber Wach werdkin. . . gleich kommt ein Tunnel!"
* Darum. „Was weinst du denn so. Kleiner?" — „Ach, Wein Meister ist die lebendige Uhr!" — „Wieso denn?" — „Er schlägt alle Viertelstunden."
* Ein Pechvogel. Herr: „Mein Fräulein, ich habe dreimal unglücklich geliebt!" — Dame: „Ach, Sie Ärmer.
Wieso?" — Herr: „Sehen Sie: meine erste Geliebte ging inA Kloster, die zweite hat «inen anderen geheiratet. Die oritt«! ist -- meine Frau!"
Büchertisch.
■—< !Dr. B. Lindemann, Die Erde. Bd. I. Geologische Kräfte. Mit 7 Farbendrucktafeln, 19 Schwarztafeln und 322 Abbildungen. 408 Seiten. Stuttgart, Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde (Franckhsche Verlagshandlung). Der erste stattliche Band von 'Dr. B. Lindemanns volkstümlich gefaßter Geologie bringt in anziehender Form eine Fülle von inter-essanten Tatsachen und eingehende Belehrung über alle die Naturgewalten, die an unserer Erde bauen und zerstören; wir sehen die Weltalteü mit ihren unausdenkbaren Zeiträumen Und ihrer phantastischen Tier- und Pflanzenwelt über die Erde hingehen, lernen das Wesen von Vulkanen, Gletschern und den Aufbau der Erdschicht« verstehen. Lindemann versteht -es meisterhaft, auch den Laren zu fesseln und ihm die gesicherten Ergebnisse der Wissenschaft klar und übersichtlich mitzuteften. Wir haben in Lindemanns großem Werk eine wahrhaft volkstümliche und gediegene Geologie, die keine höheren Vorkenntnisse v-oraussetzt und als wertvolles Weihnachtsgeschenk für jeden Gebildeten und auch für die reifere Fugend warm empfohlen werden kann. , _ ~ .
— Ludwig Finckh, Die Reise nach Trrpstrrlst Roman. Verlag von Albert Langen in Abünchen. Ludwig Finckhs stille, feine Art hat ihm sogleich bei feinem Auftreten einen großen Kreis von Freunden und Verehrern geschaffen, und dre herzliche Aufnahme seiner früheren Bücher, insbesondere des „Rosendoktor , wird wohl auch seinem neuen Roman zuteil werden. Der lungS Held des Romans macht sich auf, um nach Tripstrill zu wandern, das für ihn im Kaukasus liegt, in dem sich vor vrelen, vielen Jahren biedere Schwarzwälder, Vorfahren seines Stammes, niedergelassen und wohlhabend geworden sind. Und das ist ja dr« Hauptfach', denn — er läßt ein Mädel" im 'Dorf, das er heiraten möchte. Und wenn der Bursch auch nicht in den Kaukasus kommt,- so gelangt er doch bis an den Bodensee und nach Algerien; und dort hat er mit einem treuen Fahrtgenossen wirklich materielles' Glück. Das Liebesweh, das ihn in wette Fremde getrieben hatte, verwandelt sich ins bessere Gegenteil, und reich an Crfahrungeu, mit Erfolgen und einem hübschen Geldsack sieht ihn der Bodensee/ sieht ihn seine Liebe ivieder. Das Buch endet mit der Gründung einer eigenen aussichtsreichen Arbeitsstätte — und damit puch die Reise nach Tripstrill. , , . „, .
— N eu« Künstler-St einzeichnun gen 1911. Wieder bringt der Teubnersche Verlag, der sich durch dre Herausgabe der nunmehr in den 10 Jahren des Bestehens der L-ammlung allbekannt und allbeliebt gewordener Mnstler-Stnnzeichnimgest schon ein großes Verdienst um die Ausschmückung der bürgerlichen Wohnung und damit um die Läuterung des ästhetischen Geschmacks erworben hat, eine stattliche Reihe neuer Bilder. Zum Teil sind es neue Namen, die hier auftreten, zum Teil auch alte Bekannte, wie „Hoch" und „Bendrat". — Nach dem Motto: „Wer vieles bringt, wird jedem etwas bringen", scheinen zunächst di« Sujets zusammengestellt. ‘ Aber auf allen Blättern finden wir mit herziger Freude die sorgfältige Abstimmung der Farben, den feinsinnigen Zusammenschluß aller Momente zu einer den Railm, den sie schmücken sollen, beherrschenden Gesamtfttmniung. Mag uns nun Bolkertdie Reize eines sonnenbeschienenen B erges- Hanges oder H o ch die freundliche Klarheit eines M a t mjo r - gens in Oberbayern — mag uns Bauer das prächtige Lenchteii der Ab end s o n neb e st r ahlu ng oder Rveg g e den sanften Zauber des Abendfriedens vorsühren: immer losen sie int Beschauer Empfindungen aus, inniger und sinniger Att. wn der neuen Bilderreihe tritt vor allem auch das Lanchchastlichs stark hervor. Da führt uns Liebermann die altersgrau^ Rheinbrücke bei Laufen vor, Preutzel lehrt uns die bäuerliche Idylle des SchwabenlandeS belauschen und führt uns auch am Neckar entlang; Beckert zeigt die Franenkirchej zu Dresden in winterlichem Gewände und den Zwinger int Schmuck seiner leuchtenden Patina, Bendrat endlich zeichnet das finster ttotzige Krahntor zu Danzig, den Beugen alter Macht und Pracht. Gleichzeitig veröffentlicht der Verlag einen neuen mit ca. 200 meist mehrfarbigen Bildern geschmückten Katalog.-
Charade.
(Zwei Silbei'.paare).
Die Ersten sind ein enger Raum, Wir träumten d'rin den längsten Traum, Bis manche Wochen uns verrauschten Und wir der Mutter Zweiten lauschten.
Bist du in Sorgen dann und wann Und klopit der Geldbrieiträger an, So kommt er dir an solchen Tagen Wie sämtliche vier Silben sagen.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Quell, Duell.
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lang«, Gießen.


