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Aber gewiß, gewiß!" sagte die Kost) strahlend,Mit t>em größten Vergnügen, meine Herrschaften!" t,

Die Specht räusperte sich.Bis ersten April ist bte Wohnung noch besetzt!" bemerkte sie.

Ja, das wissen wir!" entgegnete die Dame freund­lich,wir fahren morgen für -zwei Monate nach dem ©üben!"

So!" sagte die Specht gedehnt, und die Kosh fiel schnell ins Wort, bemt sie sürchtete, die Sp-echt könne noch irgend eine Bosheit vorbringen.

Und der Preis'?" fragte der Herr, und seine Frau fügte lebhafter hinzu:Ja, den Preis müssen ivir wissen!"

Bitte, wenn die Herrschaften sich nach unten zu Frau von Hilbach bemühen wollen!" antwortete die Kosh.Viel­leicht dürfen wir Ihnen eine Tasse Kaffee anbieten, wir können ja dann in Ruhe darüber reden. Wir danken Ihnen, Frau Oberlehrer!"

Sie gingen die Treppe hinunter, und die Specht warf ihnen einen wütenden Blick nach, schob den Sessel wieder an seinen Platz, klopfte bei Frau Häuslein, und zwei Mi­nuten später war auch die Pastorin durch Frau Häufleins Köchin von dem neuesten Ereignis benachrichtigt.

Was sagen Sie tut, Frau von Hilbach?" jubelte die Kosh eine Stunde später, als sie die Leipziger Herrschaften hinauskomplimentiert hatte; es hätte nicht viel gefehlt, dann wäre sie ihrer Herrin um den Hals gefallen. So aber nahm sie nur ben kleinen Erwin auf den Arm und tanzte mit ihm int Zimmer umher.

So reizende Herrschaften, Frau von Hilbach! Nein, nein, ich hab Ihnen ja immer gesagt: dem alten Hans haben Sie noch mal Ihr Glück zu verdanken! Rechnen Sie doch mal! Die Specht bezahlt mit ihrer Steigerung vierhundert Mark pro Jahr für die ganze Wohnung, und die zahlen uns dreihundertfünfzia für die Hälfte, und wenn wir noch mehr verlangt hätten, hätten sie auch noch mehr gegeben. Haben Sie nicht gemerkt, wie der Herr die Dame an;ah, als ich den Preis sagte? Das war eine Eingebung von oben, daß ich so viel forderte; sehen Sie, heruntergehen kann man ja immer noch. Nu tuts mir fast leid, daß ich nicht vierhundert gesagt hab. Die hätten sie auch gegeben, ohne Anstand sogar, aber darüber wollen wir uns nicht Ärgern! Passen Sie mal auf, Frau von Hilbach, die große Hinterstube von der Specht mit deut Blick zum Wald, die richten wir als Fremdenstube her, und die Küche staffieren wir neu cnt§; Da kriegen wir noch 'ne feine Berliner Familie herein, besonders, wenn wir die Kammer auf dem Gang dazu geben."

Das schreiben Sie mal gleich Ihrem Doktor, Fratt von Hilbach," drängte sie am Abend,an so was muß ein Mann, der sich mit einer Hausbesitzerin verlobt hat, An­teil nehmen. Das ist ja gut und schön, wenn Sie sonst viel von Ihrer Liede und von anderen hohen Sachen reden, aber wenn so was Wichtiges passiert, davon muß er Kennt­nis haben."

Wir schreiben uns nicht, Kosh," sagte Frau von Hil­bach, und sie mußte lächeln, als sie in der Kosh ungläubiges Gesicht sah.

Sie schreiben sich nicht?? Ne, so was laß ich mir Nicht weißmachen, Frau von Hilbach!"

Wirklich nicht, Kosh!"

Die Alte lachte immer noch pfiffig.

Das glaubt ein anderer wie ich! Ich hab ja auch mit meinen eigenen Augen gesehen, daß am Tag nach Neujahr ein Brief an Sie kam, der nur von ihm sein konnte. Erwin hat ihn heruntergetragen!"

Ja, das war der einzige, nun schreiben wir uns nicht wieder."

Das versieh einer! Ne, Frau von Hilbach, alle Achtung vor dem Doktor, aber das kann ich nicht schön und auch nicht reell von ihm finden. Mle Woche ein Brief, das ist keine Mühe für so einen Mann, und wenn Sie zum Beispiel jeden Sonntag morgen einen Bries von ihm aus Ihrem Bett liegen fänden, dann verging Ihnen die Zeit noch mal so schnell, ne, das find ich nicht schön, daß er Ihnen die Freude nicht macht!"

Sie schwieg eine Weile und fuhr dann sorgenvoller sort:

Wenn er's nur überhaupt ehrlich gemeint hat! Sie glauben gar nicht, was für komische Gedanken ich jetzt oft in der Nacht über ihn habe! Einen Mann kennt man ja so wie so nie ganz aus unh besonders so einen ge­lehrten nicht, wie unser Doktvr. Die halten sich in allen

Dingeit immer ein paar Wege offen, durch die sie zurück können, die geben auch nie so ein ganz richtiges, festes Versprechen, sind immer vorsichtig, ich kenn das! Mein zweiter Mann hatte auch so was vom Gelehrten an sich, und mit dem bin ich am schlechtsten ausgekommen, weil ich immer nie recht ivußte, wo ich dran war mit ihm. Der hat mir auch vieles beigebracht, was wohl klug sein mag, aber darum noch längst nicht schön ist zutit Beispiel: keine Unterschrift geben! Nie was versprechen! Keinem sagetr, wie viel man hat, na und so weiter. So einer ist unser Doktor auch. Bei dem wird man auch nicht klug aus seinen Verhältnissen.

Nicht zanken, Kosh!" bat Frau von Hilbach.Sehen Sie mal, Sie mochten ihn doch so gern, und Sie haben nrir doch auch versprochen, nicht mehr über ihn zu reden!"

Die Kosh war mit ihren Gedanken schon wieder bei bett neuen Mietern:Und das freut mich so besottders, daß wir ein Ehepaar ins Haus kriegen! Das war ja schon ordentlich unangenehm, daß nur und nur Witwen in unserm Haus wohnten. Drüben, auf der andern Seite lachen Sie schon drüber und der Hillmer, der Wetureisendcr ist, soll geäußert haben, wir sollten die InschriftWitweuhaus" an die Front malen lassen, das gäbe Ulk und machte Re­klame. Nu will ich nur sorgen, daß das bald ritndkommt, daß wir einen Mann ins Haus kriegen; Sie sollen mal sehen, was das für Aussehen macht! Nu tun Sie aber endlich das Geld fort, ne, nicht zu dem andern, das müssen Sie apart verschließen. Geld, das man im voraus kriegt, muß man immer so ansehen, als gehörte es einem noch nicht. Ja, Jungchen, so was verstehst du noch nicht, da mußt du erst groß werdett. Ich hab Talent für Geldangelegen­heiten, Frau von Hilbach. Wissen Sie, wie mein zweiter Mann mich genannt hat?Finanzgenie!" hat er ztt mir gesagt. Warum? Weil ich so bin, daß ich aus nichts was machen kann, und dabei doch nicht geizig. Da gehört Talent zu, das ist genau so eine Begabung, als wenn einer Bilder malen ober Gedichte machen kann."

Bis spät am Abend blieb die Kosh unten, strickte und plattderte mit ihrer Frau über die Leipziger Fremden. Um elf Uhr sing sie an zu gähnen.

Legen Sie sich mal hin, Frau von Hilbach!" sagte sie mütterlich,ich hole noch Holz und Tors aus dem Keller, nachher deck ich Sie zu, das mögen Sie ja gern."

Frau von Hilbach gehorchte, und die Alte wirtschaftete umher. Nach einer Weile kam sie an das Bett:

So, nun wollen wir unsere kleine Gnädige mal schön einwickeln!" und sie zog ihr die Decke bis über die Sctllllt CTTI.

Sein Bild hat er Ihnen auch nicht dagelassen, was?" fragte sie.

Nein, Kosh, auch kein Bild!"

Und darüber können Sie lachen?"

Ich lache ja nicht, Kosh, ich habe nur mehr Vertrauen wie Sie." , . .

Die Kosh sah auf den Papierbogen, der über Frau von Hilbachs Bett hing. Mit steiler, ungelenker Hand waren die Zahlen von 365 bis herunter zu 1 darauf geschrieben.

Das hatten Sie selber doch nie getan, nicht wahr, Frau von Hilbach? Und daß es Ihnen Spaß machen toiirbe, wußte ich. Jeden Morgen streichen Sie eine Zahl aus, was? Zweiunddreißig Tage sind nun schon vorüber! Das ist scoon mehr wie der zwölfte Teil vom iFahr, und wenn wir so recht überlegen, haben wir doch viel Glück gehabt in der Zeit. Aber daß er nicht schreibt---"

Sie wandte sich zu des Jungen Bett und zog ihm I die warme Federdecke über.

Na, schlafen Sie ioohl, Frau von Hilbach. Pst, hören Sie mal, jetzt geht erst oben die Tür von der Specht! Solang hat die bei der Hänftein gesessen. Die mag sich nicht schlecht ärgern, daß wir solchen Dusel haben. Sie hätten mal ihr Gesicht sehen sollen, wie ich dem kranken Herrn einen von ihren Plüschsesseln anbot!"

Gute Nacht, Kosh!" sagte Frau von Hilbach und reichte Iber Alten bie Hand.

Gute Nacht, gute Nacht, meine Gnädige! Und träu­men Sie was Schönes! Meinetwegen von ihm, wenn i er auch nicht schreibt. Was Schlechtes kann ich ihm nicht | zutrauen. Dazu waren seine Augen zu ehrlich. Gut« | Nacht ft (Fortsetzung solgt.)