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mietet worden jein. Wer erst im Jahre 1248 wird akZ Gotteshaus m Greg, en erwähnt die capella St. Pankratii 5^ ^t. Mariae, Im Jalwe 127 9 wird Garsilius als Ple- Lf,nJu§J¥raFrr? tn genannt. Es muß bezweifelt werben, J$°n ^lbständiger Pfarrer in Gießen war.

Gr war jedenfalls noch abhängige von der Peterskirche in Selters. Stoch cm Jahre 147 1 wird in einer Urkunde, das Hospital betreffend, neben den Burgmannen und dem Rat der Stadt cro?' y*k'!.kr e nls Vice-Plebanus*) genannt. Möglich es, daß der Pfarrer von Selters der Sicherheit wegen auch in Gießen tvvhnte, von wo aus er den Gottesdienst in der Mntlerkirche besorgte.

Nach Rady.:Geschichte der katholischen Kirchen rn Dessen ist anzunehmen, daß schon im 14. Jahr- Pankratiuskapelle zu einer zweischif- figen Kirche umgebaut worden ist. Tie alte Kapelle sei in den Erweiterungsbau eingezogen worden; den Neubau habe man dann P fa r r k i r che genannt. Jedenfalls genügte um diese Zeit die Pankratiuskapelle nicht mehr den religiösen Bedürfnissen; Ve kann auch keinen Raum gehabt haben, weitere Altäre auf- znnehmen. Nachweislich wurden aber.von adeligen Herren für vw Pankvatiuskirche 1319, 1334, 1391, neue Altäre gestiftet.

Tas 15. Jahrhundert ist die Zeit des wirtschaftlichen Auf­schwungs, m Teutlchlmid; Gewerbe, Handel und Kunst blühen. Ueberall sind die Bürger eifrig am Werk, ihre Städte durch Bauten Und Kunstanlagen zu verschönern. Auch in Gießen rührte man sich Gegen Ende des 15. Jahrhunderts wird die Pankratius- kl rche wieder vergrößert, vielleicht auch im Aeußeren und Inneren verschönert. Ein Glocken türm wird errichtet, mit dessen Bau 1482, begonnen wird. Reichlich steuerten die Bürger Mm Ban der^ Kirche imb des Glockenturmes', woraus sich wohl das Eigentumsrecht der Stadt an dem noch aus jener Zeit übrig gebliebenen Glockenturm herleitet.

Mit der Einführung der.Reformation in Hessen änderten sich auch die kirchlichen Verhältnisse in Gießen. Tie breite Masse des Volkes nahm die neue Lehre begeistert auf, während die Beamten Und Adeligen noch am alten Glauben festhielten. Tieevan­gelischen Brüder", wie man sie ironisch bezeichnete, hielten ihren Gottesdienst in der Peterskirche zu Selters ab, während die Altgläubigen in der Pankratiuskirche in Gießen ihren Kultus ausübten. Schon vor Einführung der Reformation war die Peterskirche zu Selters zur Unbedeutendheit herabgesunken; vom Torfe selbst waren nur noch wenige Häuser vorhanden. Seine Bewohner hatten sich im Laufe der Jahre in dem festen Gießen Niedergelassen. 1531 ließ Philipp der Großmütige die Kirche zu Selters abbrechen. ,

15 3 2 erhielt Gießen seinen ersten evangelischen Geist­lichen in der Person des Mag. Daniel Graser, der von 15321542 hier wirkte. Auf der Durchreise zum Mmvenk in Frankfurt 15 3 9 übernachteten Kurfürst Jvh. Friedrich vo n Sachsen, Her zo g Moritz, P hilipp Melanchto n, Divnysus, An ton Corrianus, Joh. Hhmnäus in Gießen, vor denen Greser auf Befehl des Landgrafen Philipp Vr-edigen mußte. Er fand großen Beifall und wurde nach Tresden berufen. Nur ungern schied Greser von Gießen. Bei seinem Weg- gange äußerte er,daß er mit den ©einigen nur ungern Gießen verlasse, wo er eine sehr liebende Gemeinde, eine ansehnliche Besoldung, ein eigenes Hans, Uecker, Gärten und Wiesen und einen ziemlichen Vorrat von Hausrat zurücklasse". Greser besaß ein Haus in der Wagengafse, das er für 110 ft. erkauft hatte, und das später an Adam Sauer, Schultheiß zu Gießen, überging. Das ehemals Gresersche Haus wurde lange Zeit als Scheuer benutzt und ist jetzt einem Neubau gewichen.

Neben dem evangelischen Pfarrer wirkte au der Pankratius­kirche, wie sie noch bis zuni 19. Jahrhundert genannt wurde, ein evangelischer Kaplan. 1543 wurde als solcher der Pfarrer in Londorf angenommen. In diesem Jahre wurde auch die zerfalleneC a p l a n e y" in der Kaplaneigasse wieder aufgebaut. Tie Kaplanei, jetzt RestaurationZur guten Quelle", war das Wohnhaus der Geistlichen in der vorreformatorischen Zeit. Nach ihrem Wiederaufbau diente sie auch als Pfarrhaus für die evangelischen Geistlichen. Hier wohnte auch der 3. evangelische Pfarrer von Gießen Dr. Jeremias Vietor, bevor er in das Neu erkaufte Pfarrhaus, die alte Superintendur, hinter der Stadt­kirche, in das ehemalige Loossche, jetzt Leibsche Haus über­siedelte. TieCaplaney" wurde 18 6 7 an Küfer Heil verkauft.

18 08 wurde die alte Pankratiuskirche abgerissen und an ihre Stelle während der Jahre 18 0 818 2 1 di« heutige Stadt­kirche erbaut. Nach ihrer Wiederherstellung um das Jahr: 1500 war die alte Pankratiuskirche bis 1808 die Hanptkirche der Bewohner von Gießen, lieber 300 Jahre hatte sie die Stürme der Jahrchinderte glücklich überdauert, bis sie auch alt und morsch, den Bedürfnissen der Zeit nicht mehr entsprechend, einem Neubau weichen mußte.6.

*) Wenn schon zw dieser Zeit in Gießen ein eigener Plc- banns (Pfarrer) gewesen wäre, würde in dem wichtigen Send- schreiben von 14 71 gewiß dieser anfgesührt worden sein, und Nicht der Vice-Plebanus.

Thomas wallbotts Familienleben, vrautfahrt und Hochzeit.

Von Gg. Schäfer.

'(Fortsetzung aus Nr. 188.) 1

w bw ich nicht, aber wissen möcht ich, was für ein

klemes Abenteuer du erlebtest, Regine?" fragte die Hausfrau, ebMe Aufregung geriet, als Frau Regine mit dm Worten Mädchen gefallt mir ausnehmend gut, ich möchte es dir entführen."

Acht gut machen lassen; übrigens ein Ausweg Ware vorhanden."

Welcher meine Liebe?"

. . nimmst sie als deine Schwiegertochter mit. Seine bessere Wirft tat finden, selbst wenn sie zwei Tonnen Goldes als Mitgift brachte.

Ä!"t ries Frau Wallbott.Anna gefällt meinem Zungen. Vielleicht hat mein Alter einige Strupel, die werden wir ihm austreiben. Willst du mir beistehen mit Rat und Tat?" Ist doch selbstverständlich, Regine. Wenn zwei Frauen ans Ehesnften geraten, halten sie zusammen wie Pech und Eisen." Tie Männer dürfen eine Stufe tiefer freien, damit sich me Frauen in bet Ehe nicht ausblähen, bemerkte mir neulich Pfarrer Eckhardt."

r ''Aber nackt und bloß darf das Mädchen nicht in bett Wall- bottshof elnfahren, sonst werden die Weiber, die sich Hoffnmig auf Thomas machten, boshaft und tückisch; unter sich reden sie dann von einemBellmensch". Du kennst bas, Regine." "3ch besitze Mittel, das Mädchen reichlich auszustatten. Tu, liebe Freundin, sollst mich dabei unterstützen. Alles soll vom Hofpachter Stock in höherem Auftrage ausgehen. Willst du deine Hand über das alles ausstrecken?"

Mit tausend Freuden!"

,Tann gibt es, so Gott will und Wir leben, eine große Hoch­zeit auf dem Wallbottshofe, wenn im Herbst die Arbeit getan ist."

'Aei alledem ist Vorsicht geboten. Bevor wir mit Schuhen und Strümpfen in, die Sach hinein springen, müssen wir Um­frage halten und Einblick in die Verhältnisse zu gewinnen suchen, liebe Regine."

Versteht sich; wir fahren auf den Schlitzet Maimarkt, dort stellen wir imWeißen Roß" ein. Mit der Wirtin bin ich von Jugend auf^ befreundet, sie kann uns genaue Auskunft geben." Tein Junge muß uns fahren. Anna erhält am Tag vorher Urlaub, um nach Hause zu gehen. Wir treffen bann in Schlitz zusammen."

,Nun sind die Rollen richtig verteilt, die Handlung kann beginnen. Ich danke dir herzlich, liebe Freundin," sprach Regine.

Die Männer kamen von ihrem Gang durch das großeWerk" zurück. _

Pachter Stock und Thomas blieben noch einige Minuten im Hose stehen, sie sprachen über Pferde.

Ter Bürgermeister trat auf den großen Vorplatz, wo er Anna begegnete,, die fittig grüßte.

.Da sitzen ja die Weiberchen und halten guten Rat, hoff' ich!" sprach Wallbott. .Sag' mal Gevatterin Stock, was habt Ihr denn da für ein bildsauberes Weibsbild im Hanse? Wo stammt es her? Was leistet es?"

Wird nicht verraten, Gevatter Wallbott," lachte die Haus­frau.

Spaß beiseite, Gevatterin! Meine Frau muß Aushilfe haben, das Mädchen wäre etwas für sie. Die ist anstellig."

Und ob! Bürgermeister, deiner Frau hat bas Mädchen auch gefallen. Wollen sehen was sich machen läßt."

Was meinst du Regine?"

Ich bin nicht abgeneigt."

Anna erschien und meldete, daß der Vesperimbiß aiigerichtet sei. Schockschwerenot, ist das eine patente Person!" flüsterte Wall­bott der Gevatterin Stock zu.

Hm ja! Gevatter," lautete die absichtlich kühl gehaltene Antwort.

Zwei Stunden später, als der Mond aufgegangen war, fuhren Wallbotts weg. Aus einem kleinen Fenster des dritten Stock­werks schaute ein hübsches Mädchen dem Fuhrwerk nach. Thomas sah es, er winkte mit der Peitsche und sprach für sich:Auf Wiedersehen, Anna!"

Am 1. Mai versammelten sich die Kirmessebnrschen int Gast­hausZum Stern" in Rothenbühl, um denMädchenverstrich", das Mailehen genannt, abzuhalten.

Lorenz Wagner, ein angesehener Bauernsohn, erhob sich und hielt folgende Rede:

Jetzt ruhig int Glied und bas Maul gehalten, aber zur rechten Zeit wieder ausgemacht. Ihr Wißt, die Kirmessemüdchen müssen heute verstrichen werden. Ist es euch allen bekannt?"

Ja!" lautete die einmütige Antwort.

Sind die Peitschen in der Reih, daß geknallt werden kann, sobald ein Mädchen zugeschlagen und ein Paar gebildet ist?"

Alles in Ordnung, aber nichts an seinem Platz, sagt der weise Daniel."

Also verkündige ich jetzt die Verstrichsbedingungen:

§ 1, Es Wird nur in ganzen Mark gestrichen.