Ausgabe 
4.2.1911
 
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ErgSnzungsrätsel.

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mal gereinigt. Andere Zylinder besorgen dann die Formung deS Teigs, deren Verichiedenheit durch die SteÜung der Zylinder zu­einander bedingt wird. Andere Vorrichtunnen bewirken das Ab- schneiden der Brote in einer gewünschten Lange. Auch alle Einzel­heiten, wie die Erzeugung von Kerben auf dein Brot, können durch die 'Maschine beivirkt werden. Die Maschine soll zum Betrieb nur ein Drittel einer Pferdekrait bedürfen und mit ihrer Hilfe kann ein einziger Arbeiter 1200 Brote in einer Stunde formen. Für die Herstellring ganz kleiner Weißbrötchen und der beliebten Hörnchen hat derselbe Erfinder aber noch eine zweite ähnliche Maschine kon­struiert, der er den Namen La Viennoise (die Wienerin) ge­geben hat.

Das Heil der Dicken. Das riesige Heer der Leute, die mit der allzu üppigen Entfaltung ihrer Körperformen in der Tiefe ihres Gemütes nicht einverstanden sind und voll Neid auf ihre schlankeren 'Mitmenschen blicken, mag neue Hoffnung schöpfen. Tas alte Rezept iür die Wohlbeleibten, das da lautete:Früh auf« stehen, wenig essen, spät schlafen gehen, viel arbeiten, viel Aerger", hat nie viel Anklang geiunden und ivenig folgsaine Jünger. Denn die Dicken sind in allen körperlichen Dingen gertt Phlegmatiker und Stoiker. Ja, wenn es eine 'Maschine gäbe, um schlank zu werden! Die Jockeys haben längst eine wirksame Entfettungskur ersonnen: sie lassen sich m wollene Decken einwickeln und vor einem große» Feuer drehen. Aber dies Verfahren hat seine Schattenseiten tlnd wird von allen echten Dicken voll Empörung abgeiehnt. Nun ivinkt ihnen, so verrät eine französische Zeitschrift, das Heil. Sie brauchen keine Anstrengungen mehr ztl machen, kein Aufwand von Willen ist von nöten, bequem tm ©effel liegend können sie schlatik werden rote eine Tanne. Das Zanberintttel be­steht in einer Entfettungsmaschine, mit der sich gegenwärtig bte Pariser Akademie für 'Medizin beschäftigt. Das 'Herrnbreit besteht in einer eimachen Elektrisierung, die eine starke 'Massage der Muskeln hervorbringt und so nach regelmäßigem Gebrauche mit der Zeit die überschüssigen Fettbildungen des Körpers be-

öermiid)te».

* Das Brot der Zukunft. (Maschinen zur Bereitung von Brot und Brötchen.' Der Eanzösische Jnaenieur Gueriinand hat soeben eine Maschine, bie zur Formung von '-Broten jeden Ge­wichts bis zu kleinen Brötck'en unb Hörnchen hinab geeignet ist, zum Patent angemeldet. Die'Maschine bat nach einer im »Eosmos* gelieferten Beschreibung drei Trichter, von denen der erste für Brote von 300 bis 1000 Gramm, der ziveite iür solche von 1 bis 2 Kilo­gramm und 'mehr und der dritte für solche von nur 30 bis 200 Gramm bient. Aus bleien Trichtern, von denen selbstverständ­lich immer nur einer benützt wird, gelangt der Teig auf Zylinder, die ihn in ein fortlaufendes Band verwandeln. Dies läuft unter einem Messer durch, von dem es in Stücke von der verlangten Größe geschnit-en wirb. Tie Regelung geschieht durch Einstellung von zwei exzentrischen Rädern, die dem Tief,"er eine beliebige Ge­schwindigkeit der Bewegung erteilen. Bewegt sich das 'Messer schnell, so werden natürlich leichie Stücke entstehen, bei langsamer Bewegung schwerere. Dadurch wird also der Teig in bestimmte Gewichtsteile zerlegt. Das 'Messer gebt bei jedem Hub zwischen zwei mit Tuch verkleideten Brettern bindurch und wird dort jedes-

Ballonettes befinden. Der leere Raum zwischen diesen und der äußeren Baklonhaut wird durch Preßluft gespannt gehalten.

Die größten Erfolge auf dem Gebiete der Lnfifchiffahrt aber hat trotz mannigfacher, durch widrige^Zufälligkeiten bemngte H-ehl- schläge der ehemalige, württembergiiche General Graf yerbtnanb v. Zeppelin erworben. Ihm gebührt das Verdienst, die Lust- schiffahrt bei Groß und Klein beliebt gemacht zu haben und sie durch große, persönliche Opfer zu einer außerordentlich hohen Stufe der Vollkommenheit gebracht zu haben. Jahrelang waren die unermüdlichen Arbeiten des Grafen, der aus dem Bodenfeo eine schwimmende Ballonhalle errichtet hatte der Gegenstarch spöt­tischer Ironie oder bedauernden Achselzuckens, und bte Schiffer machten die Reifenden mit überlegenem Grinsen auf die Halle des alten Grafen" aufmerksam. Ja selbst in wissenschaftlich ernsten Werken wurde der sein Ziel hartnäckig verfolgende Erfinder mit einigen verbindlich bedauernden Worten abgetan. Die Idee war auch zu gewaltig, um sofort eine gläubige Menge zu finden. Aus blitzenden Aluminiumrippen baute er das ungewöhnlich lange, allgemein bekannte Ballongerüst, in das er eine ganze Reihe von einzelnen Gaskammern einfligte, die vollständig unabhängig von­einander sind. An diesem festen Gerippe sind zwei Gondeln auf­gehängt, die durch einen ziemlich langen Laufsteg verbunden sind. In jeder der Goiideln befindet sich ein kräftiger Daimlermotor, deren jeder zwei, verhältnismäßig kleine Aluminiumschrauben in Bewegung setzt. Die Lenkung des Ballons geschieht durch ein Laufgewicht, sowie durch Seiten- und Höhensteuer. Bei dem ersten deutschen Passagierluftfchiff war der Laufsteg zu einem be­quemen, prachtvollen Aufenthaltsraum eingerichtet.

Nicht unerwähnt dürfen bei einem lieb erblick über bte Geschichte der Luftschiffahrt die vielen Unglückssäile der Z-Schiffe bleiben!, die entweder auf äußerst ungünstige Verhältnisse oder auf mangel­hafte Beaufsichtigung zurückzuführen sind. Daß diese Unfälle nicht gegen das System sprechen, beweisen die vielen, Überfalles Erwarten glänzenden Dauerfahrten, die jedesmal einen «sturm der Begeisterung hervorriesen. Auch eine große nationale Tat haben die Unfälle gezeitigt, denn wie bekannt, hat das deutsche Volk nach dem ersten Unfälle, ber bei Echterdingen das Z-schlfs durch Feuer vernichtete, aus freiwilligen Spenden sechs Millionen Mark zusammengebracht, die dem Grasen gls Ehrengabe über­wiesen wurden. Diesem ersten Unheil sind rasch hintmernandev Noch mehrere gefolgt, ich erinnere nur an Göppingen, Weilburg, Ian das im Teutoburger Wald, sowie in der Ballonhalle zu

An solchen schweren Opfern ist die Geschichte der Luftschiff­fahrt äußerst reich; aber sie vermögen die Menschen nicht von ihren hohen Zielen abzuschrecken, nein, sie reizen im Gegenteil den Wagemut des Einzelnen, und außer dem Nordpolforscher Andree, der mit unzulänglichen Mitteln seine große Fahrt begann, haben viele andere Luftschiffer, trotz tadelloser Ausrüstung, einen frühzeitigen Tod gefunden. Gerade das letzte Jahr war reich Ian solchen Unfällen, von denen außer mehreren Freiballonen ckuch der Lenkballon Erbslöh betroffen wurde, ber in den Lüsten explodierte. Ter einzige, aus dem Kampfe um die Luft heil hervorgegangene Lenkballon, ist der kleine Clouth, ber aber erst in dritter oder vierter Linie in Frage kommt. Trotz aller Un­fälle aber, beherrscht heute mehr wie jemals die Sehnsucht nach der UÜberwindung der Luft die Menschheit, die in ihrem kühnen Streben, nicht ruhen noch rasten will. Das neue Jahrhundert hat uns schon einen großen Schritt weitergeführt und uns Flug- maschinen geschenkt, die schwerer als die Lust mit staunen- erregender Geschwindigkeit dahineilen und von Triumph zu Triumph stürmen, rascher als die Wolken. Wer weiß, ob- die Menschen, wenn unser Jahrhundert gewesen ist, nicht erfolg­reich mit diesen grauen Seglern der Lüste wetteifern können, oder gar den Vogel in seinem Fluge übertreffen, dennnie rastet des Menschen beweglicher Geist".

fertigt ...(?)

* Warum ber Februar nur 28 Tage hat. Bei feiner künftigen Kalenderreform, die sich an bie von vielen Seiten beabsichtigte und auch vom päpstlichen Stuhle für annehmbar! erklärte Festlegung des Oster- und Pfingstfestes kmipfen soll, bildet ber Februar mit seinen 28 bezw. 29 Tagen einen ärgert Stein des Anstoßes, über dessen Beseitigung Benrfene und Un­berufene schon ganze Büchereien zusammeiigesckfiiebcn haben. Daran, daß der Februar nur 28 Tage zugeteilt erhalten hatt ist wahrscheinlich der zweite König des alten Rom, Nnma Pom- pilstis, Schuld, der das 354 Tage dauernde Jahr mit zehn Monaten durch ein Jahr mit zwölf Monaten von 29 bezw, 30 Tagen ersetzte und, weil ungerade Zahlen als glückveryeitzcudj galten, um möglichst viel Monate mit ungerader Tageszahl zn erhalten, noch einen Tag hinzufügte. Man gab dann späteq Vier Monaten je 31 Tage und beließ sieben andere Monate mit 29 Tagen, so daß für den Februar, der übrigens als letzter! im Jahre gezählt wurde, nur 28 Tage übrig blieben. Auch als man später die Dauer des Jahres als Sonnenjahr um zehrt Tage verlängerte, blieb der Februar aus alter Gewohnheit das Stiefkind der Kalendermacher, erhielt aber, weil er als letzter in dem am 1. März beginnenden Kalenderjahr gezählt wurde, wenigstens alle vier Jahre den Schalttag zuerteilt. Diese ein­fache Erklärung genügt'selbstverständlich nicht der auf phantastische Märchen begierigen Einbildungskraft des Volkes, das die letzten Tage dieses Monats alsTage der Alten" oderBorgtage" zu bezeichnen pflegt. In südslavischen Ländern geht die Legende, daß eineAlte" (gespenstische Bergfrau = Vila) den Januar verspottet habe, weil es ihm bis in feine letzte Tage nicht ge- lungen fei, sie und ihr Herdenvieh in Not zu bringen. Der erzürnte Januar fei deshalb zu seinem gutmütigen Nachbar, dem Februar gegangen ud habe sich von ihm zwei Tage aus­geliehen, um während ihrer die Alte durch Regenschauer unbi Schneesturm zu strafen. Aehnliches erzählt man auch in Maze­donien und Rumänien mit dem Unterschiede, daß es hier der März ist, der sich die Tage ausleihte. In einer normannischen! Legende erscheint der Februar dagegen als liederlicher Kumpan, der willenlos der Spielleidenschaft ergeben ist und sich einmal, nachdem er fein letztes Bargeld verloren, noch einmal mit dem Januar und März in ein allerletztes, wiederum unglücklich für ihn verlaufendes Spiel einläßt, das er schließlich durch Abtretung eines Tages an seine beiden Mitspieler büßen muß.

(Auslösung in der nächsten Nummer.)

Auflösung des GleichklaugrätfelS in voriger Nummer.

Die Bank (alsHausgerät, jprichroörtlich, Schulbank,Anklagebank im Glücksiviel, Sandbank im Meere, Handelsbank).

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Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühk'jchen Umversitats-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gieße»