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Blumen abrupften Mnb die
Um ihn war es Plötzlich so merkwürdig still. Nur die schwalben »witisckerten, nur eine Ämssl sang. Die Stille rrampsre rym förmlich das Soers zusammen, so ungewohnt war slerhm Urwauf eimnal fluteten die Erinnerungen auf ihn em, auf einmal suhlte „y [{rf, sg uiächtig zurückversetzt rn die Tage der Kindheit, datz ir.m Stadt und alles, was er da erlebt, nur mehr als wüster Traum mschien S die Maschinen stießen und hämmerten^ wie die Luft erfüllt war von Kohlenruß! . Und hier das reine Blau, die Sonne, der kühle, wonnige Hauch, der Frieden, rat?:&WiÄ nurder Hund in der Stube belli? manchmal auf, wenn die Kinder bet Schwelle zu nahe teert Dann kehrten die Dienstleute aus der Kirche Heun, vdvan die alte Magd, die schon seit dreißig Zähren auf dem ^^Sie^schaute deut bärtigen Mann, der aus der Holzbank saß, vrnfend in das Gesicht: „Ja, grüß dl Gott, Michel! nerJia
frcitbia Die Kinder mußten $oinmett, und sie meinte Mitleidig. Abe/'die san blaß! Arme Hascherl! Wart, ich bring auch
aleich was zu essen! Ihr habts g wlß Hunger. ,,,
War das eilt Festmahl: das schwarze Roggenbrot, dte Stiche
Buller der Honig und die dicke Milch, die so ganz anders! schmeckte, als das bläulich verwässerte Getränk, das Frau Afra
Stall sind zwei Kälber!" jubelten die.Buben, die sich frfwit mit bcm Ijuttcn.
> „Vater! Js des wahr, daß der Hof unser g hört? frug dann beC ^reiB^gW er mir. Ich hab ihn noch net verkauft!" verkaufst ihn denn, Baler?" klang,es ihm vierstimmig entgegen. „So was Schönes gibt s doch gar nimmer.
Ja litei1 Möcht ihr Bauern werden! Alle Tag um mere Wfstehn! Mist fahren? Arbeiten auf'm Feld? Euch abrackern von fEhz müsstn mir^ja^li der Stadt auch, wenn wir großisind!" meinte der Franzl nachdenklich. ,,Jch blech da bet die Wth und »to ä*Äla»Ä* «* *•»,!» «»-"• brinn' ist es eng und schwarz und das Dach über meinem Kopf ^^,Wasbsag?deni? nachher du, Katherl?" fragte « das große Mädel, das mit gespanntem Ausdruck ut fein blickte.
Das Katherl aber dachte, daß die böse Fran Asra ihnen nicht lauf das Land folgen würde, wo es ihr zu langweilig war Em« Bergeslast fiel von ihrem jungen Herzen,, und sie rief ganz verklärt und glückselig: „Dableiben macht ich, Vater, dablechen all mein Leben!"
Da atmete Michel auf aus voller Brust und reckte sich empor Mit einem festen Entschluß:
„Recht habts Kinder! Ich verkauf net! Der Stegniaier Vriegt mein Hof net ! Der will mich ja doch bloß betrugen. Net wahr iS, daß des Haus ein altes Gerümpel war! Ganz sauber ist alles beieinand! Und ich will mein eigner Herr sem! Morgen Wndig' ich die Wohnung und sag's m der Fabrik, daß ich die Arbeit niederleg! Und nachher heißt's: Pfui dr Gott, München! >
Er hob fast drohend die Faust, wie im Zorn auf die ferne 'Stadt, die ihn einmal eingefangen und seinem lieben Dorfe ent- fremdet hatte, und dann feierte er mit seinen Kindern eilt glückliches Pfingstfest,
vermochte».
* Die Blume im Knopfloch der Dame. Die FraN Von heute, die in nichts mehr hinter dem Herrn der Schöpfung zurückftehen will, hat sich nun auch des Knopflochs, dessen Schmuck bisher ein Vorrecht des Mannes zu sein schien, bemächtigt. Die Mode verlangt von den Damen, daß sie ein aber zwei Blumen S Knopfloch tragen, um den monotonen Ernst des Promenaden- tüms dadurch reizvoll zu unterbrechen. Daneben ist es ihnen Unbenommen, auch noch in die Korsage ein blühendes Sträußchen zu stecken. Die lieblichen Kinder Florens gelten nämlich in dieser schönen Jahreszeit als feinsten Schmuck, um die „Schönheit der Mondäne" zu heben. Nur erhebt sich die große Frage: sollen es künstliche Blumen sein oder natürliche? Bis vor kurzeni bestand der höchste Stzolz der Modedame darin, ein künstliches Bukett zu tragen, das ebenso ^entzückend, ebenso zart, ebenso duftend und — teurer sein mußte, als ein natürliches. Es ließen sich für diese Mode auch gute Gründe anführen, denn diese von geschickten Händen gefertigten Blumenkunstwerke bewahrten länger Farbe und Duft als die von Staub und Hitze rasch entblätterten Töchter der Erde. Doch immer strenger verlangt das laute Modegebot, den künstlichen Blumen Valet zu sagen, und nun muß die Modedame ihre Ehre darein setzen, eine natürliche Blume im Knopfloch zu tragen, die ebenso entzückend, ebenso zart,
ebenso duftend und teurer sein muß, als eine künstliche. Orchideen/ das Stück zu zehn Fraitks, Nelken zu 5 Franks, die seltensten und kostbarsten Rosenarten erscheinen den Pariser Schönen gerade gut genug, um an ihrem Busen in einer Stunde hinzuwelken, Was die Wahl der Blumen fürs Knopfloch anbetrifft, so bevorzugt mau rote Nelken, doch werden zu den jetzt so beliebten dunkelblauen Kostümen auch gern kleine Sträuße von Kornblumen getragen. Das tiefe Rot ober Weiß der Levkojen ist ebenfalls sehr wirknngs- reich. Zu Beginn des Frühlings wurden hauptsächlich Parmaveilchen, Kamelien und Gardeirien getragen, aber im Mai trat eine andere Auswahl der Blumen an ihre Stelle, vor allem di« „Königin", die Rose. Voll aufgeblühte Rosen wirken für das Knopfloch zu schwer. Es werden also einige sich eben erst entfaltende Knospen bevorzugt, die ans feinem Blätterwerk hervorlugen. Die Rose wie die Nelke bieten so mannigfache Farbenschattierungen, daß sie für jede Toilette und jeden Hut eine koloristische Harmonie geben. Schwieriger als solche Blumen^ ist es schon, Orchideen mit dem Kleid zusammenzustimmen. Sie sind zu exotisch und prunkvoll für das Knopfloch, werden daher nur zur großen Toilette und dann als Bukett an der Korsage getragen. Vielleicht die beliebteste Blume dieser Saison ist dis Wicke: die feine, so mannigfaltige, leuchtende Färbung dieser Blumen wird durch einige Stengel von Frauenhaar hervorgehoben, mit dem die Wicken zusammengebunden. sind. Vergißmeinnicht und Reseda, deren Faichentöne so kleidsam sind, erscheinen gern mit anderen Blumen zusammen, wie man überhaupt bei Sträußen eine bunte Mischung verschiedener Blumen bevorzugt. Ein paar lose gewundene Feldblumen, zusammen.mit ein paar Getreideähren, sind der schlichteste und zugleich feinste Schmuck der Morgentoilette,
* Ein kleinerer Harzer Sauerbrunnenhändler hak mit einem großen Hotel auf wöchentlich am Freitag zu liefernde 1000 Flaschen „echten" Harzer Sauerbrunnen der Quelle X abgeschlossen. Eines Freitags bleibt die fällige Lieferung aus und als am Sonnabend dem gutgelaunten Hotelier zufällig der mit der Lieferung ankommende Kutscher in den Weg läuft, scherzt er: „Na, bei Euch war gestern wohl die Wasserleitung eingefroren, daß. ihr mich mit dein Wasser habt aNfsitzen lassen," worauf er die vertraulich gegebene Antwort erhält: „Det nich, Wasser jabs jerade feurig, aba da Chef konnte man erst heute frih de Nachnahme offs Salz einlösen." „Jugend."
* Der S t r o hwit w c r. Sie (zu ihrem Mann, der sie am Bahnhof empfängt): „Wo hast du denn den Trauring?" — Er: „Aus Sehnsucht nach dir, magerte ich auffallend ab, und nm ihn nicht zu verlieren, habe ich ihn ins Portemonnaie gesteckt!
vüchertisch.
— Das Marienbild der Nonne Zeitlose. Eine Erzählung von L o t t e G n b a l k e. Stuttgart, Verlag von Adolf Bonz & Conip. Die Erzählung ist ein guter Typus der historischen Novelle. Mit seinem Humor und viel Poesie gibt die Verfasserin ein Bild aus der hessischen Reformation. Die Klöster werden auigehoben, und die Nonnen, die ihnen angehörten, sind heimatlos geworden. Kindisch und weltiremd ziehen die, die vielleicht ihr Leben schon von Kindheit aus hinter schützenden Mauern verbracht, in die wilde und bewegte Zeit hinaus. DaS Schicksal der einen von ihnen, einer stolzen, tapferen und selbstbewussten Frau, die sich bei aller Jugend trotzig zu behaupten weiß, schildert die Erzählung. Die Gestalt des grimmigen KriegSuiaiuies, der zarter Weiblichkeit gegenüber weich und schwach ist, ohne es jedoch zeigen zu können, wird zu der juugfräulichen Sprödigkeit der Nonne Zeitlose in einen hübschen Gegensatz gebracht. Die geistigen Bewegungen der Zeit spielen mannigfach hinein. Das Lokalkolorit ist frisch und lebendig. So stellt die Erzählung einen guten Beitrag zu der gesunden Literatur da, die das Lesebediirsuis eines breiteren Publikums auch einfacherer Art zu beliebigen geeignet ist.
Silbenrätsel. ,
b, bin, e, en, fer, srcm, g, ho, feit, kta, nä, net, nie, oh, py, ti, ra ra, re, re, ri, nr, us.
Aus vorstehenden Silben und Buchstaben sollen sieben Wörter gebildet und derart untereinander gesetzt werden, daß die Anfangsbuchstaben von oben nach unten und die Endbuchstaben von unten nach oben gelesen, einen Festgruß an unsere Leser ergeben. Es bedeuten aber die einzelnen Wörter folgendes:
1. Deutschen Volksstamm.
2. Bahnt Manchem den Weg zum Reichtum.
3. Französischen Schriftsteller.
4. Römischen Dichter.
5. Stadt in Schottland.
6. Ein Grenzgebirge.
7. Italienischer Bildhauer.
Auflösung in nächster Nummer,
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Nummert Arbeit schändet nicht.
Redaktion r I. B.: E.H e ß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


