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Im nächsten Augenblick rattert der Schlitten daher. Ein zischender Saut, und er hält dicht beim Nazi

Servus, Nazi! Was rs? Warum fährst denn net? Wulst a Eisbad nehmen?" ~ ,c . .. <.

Nazi schwinden die Sinns es ist sein Todfcmd, beti

i" stottert er fassungslos.Aber woher kommst denn du?"Tu bist doch schon vor mir?" , . . . ,

Der Nazi kann in der Dämmerung das giftige Lächeln fernes freundes nicht sehen, sonst würde er sich nicht werter rott ihm eiitget ajjen^aben.. mjr g'schwindi a Paar Alma-

Uosen da drob'n briockt." , ,

So so!" Nazi füW, daß ihir der andere verhöhnt, über er hätte ihn doch umarmen mögen dafür, daß er nicht an ihm

nacha fahr i wieder", sagt der Wastl und macht Anstalten, davonzurodeln.

I i Wastl i bitt di"

No, ivas is ?"

Geh sei gescheidt san mir wieder ffuat"

Ah!" entgegnet Wastl pathetisch.Ich bm dir! tret bös e du hast mi bloß g'schnittcn!"

Na, na das war nur so"

So das war nur so"

Also"

Also san mir wieder guat! Is mir aa recht! lind jcht pfüat di Nazi" sagt der Wastl im Tone perfidester Treuherzigkeit. , ,

Um Gottes Willen, Wastl nimm mr mit!" wimmert Nazi in seiner Herzensangst, daß der andere ihm auskommen könnte.

Keine Antwort. Tiefe Pause. Mr Nazi ist's eine Ewig­keit. Endlich sagt Wastl kurz und barsch:

Also! Nacha laß dein Rodel lieg'», den frnden's morgen schon. Zu was brauchst du Überhaupts an Rodel. So! Und jetzt sitz bei mir hint auf damischer Teufel!"

Nazi war's bei diesem Wort, als hätte ihm sein Freund Und Retter eine schallende Ohrfeige gegeben.

(Ja, was is?" drängt der andere rücksichtslos.Willst, pder willst net? I fahr jetzt!" . . m ,

Nazi erfaßt ein Schwindel. Der eisige Berg, die Nacht l er allein und dieser brutale Mensch

Und er saß hinten auf und schlang seine Arme um den Leib Wasils.

Also los!" lacht der ingrimmig.

Und dann geht's los! Wastl kann rodeln. Er ist ein wilder Wahrer. ,Der Schlitten springt unter ihm wie ein toll ge­wordenes Pferd. Aber er ist mit ihm fest verwachsen. Nazi indessen vergeht bei der rasenden Fahrt Hören und Sehen.

Wastl!"

Was is?"

Nazi will antworten, aber die Zahne schlagen ihm klirrend zusammen. Ter Schlitten sprang über einen Eisbuckel wohl fünf Meter weit durch die Luft und hupste krachend wieder auf die Bahn.

Halt di fest damischer Teufel!" schreit Wastl zurück.

,MH ah", ächzt Nazi und klammert sich wie ein Er­trinkender an den, der ihn beschimpft.

Und weiter geht die abenteuerliche Fahrt. Stellen kommen wie Abgründe so tief und steil; Wastl rast brüllend vor Lust hinunter.

Nazi kreischt entsetzt einmal ums anderemal.

Was plärrst denn, damischer Teufel!" jauchst Wastl.

Mir schmeißen um! Mir brechen Hals und 53ein! Um Gottes willen, Wastl, lieber Wastl fahr langsamer!"

Halt 's Maul damischer Teufel!" klingt 's zurück.

Und jetzt kommt der lange Auslauf der Bahn. Noch einmal nimmt Wastl das fürchterlichste Tempo. Jetzt sieht man das Ziel vor sich, es ist nicht mehr nötig, zu bremsen. Und schlank, wie ein gehetzter Hirsch, rattert der Schlitten hin, daß der Schnee in Wolken stäubt.

Und dann ein mächtiger Ruck Wastl springt wie der Blitz auf steht bombenfest indessen Nazi mit doppeltem Salto mortale in den Schnee fliegt.

Wastl lacht, daß es von den Bergen dröhnend widerhallt.

Siehgst's so fahr i! Du damischer Teufel!"

Er hatte feine Rache dafür, daß ihn der andere geschnitteri hatte.

Nazi weiß nichts zu sagen. Aber er fühlt, daß der Freund recht hatte. Er war ein Waschlappen. Und stumm und besiegt geht er neben ihm nach Tegernsee.

Sie sind heute wieder die besten Freunde. Sie terteln so­gar wieder miteinander. Und Nazi nimmt seinem Spezi nichts mehr übet. _____

* Pariser Weihnachtsaphetit. Daß die Parisüg über einen gesunden Appetit verfügen, davon zeugt eine amüsante Statistik, die der Ganlois aufgestellt hat. Er wollte ergründen, wie die Pariser den heiligen Abend feiern, und wandte sich an einest Beamten der Markthallenverwaltung, der dem Interviewer eine erschöpfende Antwort erteilen konnte. Seit jeher ist dem Pariser der Weihnachtsabend der Anlaß zu einem üppigen Festmahle. In diesem Jahre wurden in den Markthallen für das RsveillotK Souper gekauft: 189 648 Kilo Geflügel, 70 000 Kilogramm! Butter, 200 000 Kilogramm Blutwurst, 9308 Stück Wild, 131 600 Pfund Käse, rund 280 000 Pfund Seefische, 17 700 Pfund Fluß­fische, 28 700 Pfund Muscheln und Krabben, 2000 Pfund Wein­bergschnecken und genau 76 000 Pfund frische Austern, unge­rechnet all der Leckerbissen, die nicht auf dem Umweg über düst Martt in die Pariser Küchen fließen. . ,

* Die Psychologie des Rückens. Die Findigkeit beti Charakterdeuter, die aus Augen, Nase und Händen, aus befl Art, die Zigarre zu halten, ja sogar ans der Weise, in der das einzelne Individuum seine Stiefelsohlen abnutzt, mit imfehlbarep Sicherheit den Charakter jedes Menschen erkennen möchten, hat ein neues Mittel sicherer Charakterdeuttmg entdeckt: die Form! und Gestaltung des Rückens. Eine englische Zeitschrift gibt einige interessante Stichproben dieser Psychologie des Rückens. Dey Mann mit einem guten, wohlgeformten, geraden Rücken wird stets parallele Erscheimingen in seinem Charakter aufweifen: er trägt den Kopf aufrecht und scheut es nicht, der Welt ins Gesicht zu sehen, er ist entschlossen, energisch, und man mag sich getrost auf ihn verlassen. Selbst beim Sitzen wird ein solcher Mann! den Rücken nicht beugen, von seiner ganzen Persönlichkeit strömt ein Eindruck von körperlicher und geistiger Krafts aus, er hat, um mit dem Volksmund zu reden,gesundes Rückgrat'. Wo dagegen der Rücken in weichlicher Äuitdung sich krümmt, da mag man auf eine Schwäche des Charakters schließen, auf em lässiges Hin- und Her pendeln zwischen Wünschen und Gefühlen, auf mäßige Arbeitskraft, auf Schwäche. Kurz, solche Menschen sind selten dem Daseinskampf gewachsen. Bei allen Entgleisteln, bei den meisten Bettlern und Vagabunden wird man diese Rücken­form feststellen. Auch der Verbrecher hat gewöhnlich einen rund gewölbten Rücken, der meist mit etwas gehobenen, eckigen Schul- tern verbunden ist. Der gekrümmte Rücken des Gelehrten dagegen, des Bücherwurms, hat eine ganz andere Form, die sich schwer in Worten beschreiben läßt, die aber bei einem praktischen Vergleich sofort ins Auge fällt. Am meisten aber hüte man sich vsor den Leuten mft 'einem schmalen, leichtgebogenen Rücken, wenn er mit hohen Schultern zusammenfällt. Man hat es hier, so versichern die Charakterdeuter, mit einem ehrgeizigen, aber verschlagenen Gesellen zu tun, der schlau und vorsichtig ist und auf Schleichwegen seinem Ziele zustrebt. Solche tragen gewöhnlich auch ihren Rock zugeknöpft und suchen ebenso ihre Seele zu ver­bergen. Schließlich mag noch ein weiterer Typus erwähnt werden, die Leute mit einem geraden, aber holen Rücken. Sie pressen die Brust heraus und tragen den Kops steif emporgereckt.. Das sind Leute, deren Selbstbewußtscin übertriebene Formen ange­nommen hat und die Gefahr laufen, früher ober später int Leben zu scheitern, weil sie ihre eigenen Schwächen ebenso wie ihre Mitmenschen unterschätzen und in dem imbeschränkten Glauben an ihre Fähigkeiten sich Ziele stecken oder Haudlimgen begehen, denen.ihre Kraft nicht gewachsen ist.

* Beim Heiratsvermittler.Ist die Dame auch musikalisch?"Natürlich, deshalb will sie ja der Ulte gerade verheiraten!"

Skat-Aufgabe.

Hinterhand spielt mit:

Pique-Solo. Kann da? Spiel verloren gehen, wenn die übrigen Trümpfe verteilt sind. Wie saßen die Karten und wie mußte gespielt werden?

Auflösung in nächster Nummer»

Auflösung des Neujahrs-Rösseliprungs in voriger Nummer: Jahre kommen, Jahre schwinden, Und kein Zaubrer kann sie binden, Rastlos rollt das Rad der Zeit.

An des Neujahrs erstem Tage Möge schwinden jede Klage, Ferne bleiben jedes Leid.

Redaktion: K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universiläts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen»