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brcmcht gar kein Geräusch zu hören (was in vielen Fällen der Umgebung sehr angenehm sein wird!); ferner nelnne inail nur einen Hei nen Schluck des Gnrgelivassers, lege den Kopf nur halbweit und nicht ganz zurück und lasse nun die Giirgelflüssigkeit langsam von selbst sich nach abwärts senken. So nur gelaugt sie in den Hohlraum hinunter und wird, da sich die Muskeln des Schlundes unwillkürlich znsammstzihen, dann -nährend einer leichten Vorwärtsneigung des Kopses mit ziemlich starker Gewalt nach oben gepreßt, also zum Munde, manchmal auch zur Nase hinaus. Auf solche Weise wird das ganze Schlnndrvhr gewisser« -.»aßen ansgeqnetscht uird es werden zugleich der zähe Schleim, die abgestorbenen Schleimhautteilchen, die aus den Zähnen gespülten Speisereste, kurz alle Verunreinigungen, mitgerissen. Bei Lieser Art von Gurgelnng werden auch die Mandeln und das Zäpfchen gehörig gereinigt, und jeder Hustenreiz unterbleibt.
Hiermit ist aber die Hygiene des Racheirraumes noch nicht erschöpft. Unter den Mitteln, die geeignet sind, Erkrankungen vorzubeugen, ist noch in erster Linie die L u n g e n g t; m n a stik zu nennen, die den meisten Laien vollständig unbekannt — und doch ebenso einfach ist wie die Gurgelung! — Tiefes, langsames Einatmen der Lust, drei Sekunden lang, eine gleiche Pause des Anhaltens der Luft in aus gespannter Lunge und geweiteter Brust, dann langsames Ausatmen bis zur möglichste:'. Luftentleerung, ebenfalls in 3 Sekunden; diese Atmungen führen nicht nur bald zu einer Kräftigung aller beim Atmen wirksamen Muskeln NUd zur räumlichen Erweiterung der Brust, sondern sie erzielen auch das schöne Ergebnis, das; die Verdauung gefördert und die Spannung der übrigen Muskeln gehoben wird. Auch schwindet bald die bleiche Gesichtsfarbe der llebenden und macht einer frischen, gefunden Platz. Kinder, welche anfangs schon nach zehn Stauungen solcher Art müde mürben, weil sie gewohnt toaren, nur flach, also nur mit der oberen Brust zu atmen, und das tiefere Atmen durch Aufziehen der Schultern, Langziehen des Brustkastens zu erzwingen, vermögen nach zwei bis drei Wochen mit Leichtigkeit hundert- bis zweihundertmal in dieser Weise zu atmen.
Diese Atmung darf aber nur durch die Nase bei geschlossenem Munde geschehen — wie man überhaupt besonders Kinder, die schon brat Hanse aus an mehr ober weniger ausgesprochener Engbrüstigkeit leiden, möglichst frühzeitig daran ge- loöhnen sollte, nur durch die Nase zu atmen!
Besonders wohltuend mtb heilsam find die Tiefatimingen abends unmittelbar vor dein Schlafen, und zwar im Bett, in bet Rückenlage. Selbstverständlich muß das Schlafzimmer geräumig gut gelüftet, frisch und kühl fein. Diese Tiefatmungen in der Rückenlage üben einen beruhigenden Einfluß aus, sie mitten manchmal besser als alle anderen Berichianngsmittel — und sind das beste, billigste und gesündeste Schlafmittel. Genügen keine zehn Atmungen, dann mache man deren zwanzig bis dreißig, und die gute Wirkung bleibt selten aus. Dieses Rezept gilt Namentlich für leicht aufgeregte und nervöse Personen.
Ein akuter Rachenkatarrh kann, wenn er vernachlässigt wird, zum chronischen iverbeit. Gewöhnlich ober hat ein chronischer Katarrh innere Ursachen. So bedeutet eine blaßkörnige Anschwellung des Gaumensegels (das ist der Hintere, weichere Gaumen) eine Skrofel-Krankheit. Eine umschriebene Röte des vorderen Segels läßt auf Schwindsucht oder Anlage dazu schließen. Ein chtonischer Rachenkatarrh geht leicht auf den Kehlkopf über, zumal meint der Patient viel spricht, singt, raucht oder trinkt. Auch wirkt auf die Dauer das fortwährende Hinunterschlucken der krankhaften Absonderungen höchst nachtellig auf die Magenfnnkttoneu ein.
Man beuge also bei Zeiten vor und nehme keine Erkältung zu. leicht, baut bei einer solchen sind die Schleimhäute stets erweicht imb geschwollen, und in diesan Zustande sind sie weit empfänglicher als sonst für die Krankheitserreger, für die Bakterien ober Bazillen jeder Art.
yea’mncbtes*
' Der ahnungslose Engel a us Sachsen. An bett Namen der alten Bischofsstadt Meißelt knüpft eine Redensart an, die in Sachsen im Schwange ist und nicht gerade höflich lautet: „Ter dumme Junge von Meißen*. Man wird unwillkürlich an die Bezelchimng erinnert, wenn man folgende wahre Geschichte liest. Nachdem eine hiesige Bank die Ausgabe der neuen Hundertmarkscheine cmgekündigt hatte, erschien am Schalter der Bank ein biederer Einivohner und äußerte den Wunsch, einen solchen Schein zu besitzen. Der Beamte hielt ihm den Schein auch entgegen und erwartete, daß der Alaun zunächst die entlprechenden 100 Mark in Gold oder Silber auf das Zahlbrett niederlegen würde. Da das nicht geschah, gab der Kassenbeamte dem fDiamt eine gelinde Andeutung, daß er zunächst mit dem Gegenwert von 100 Mark herausrücken solle. Als der Mann auch hierauf nicht reagierte, verlangte der Beamte in dürren Worten zuerst 100 Mark in Gold oder Silber, erst dann könne er ihm den neuen Schein einhändigen. Jetzt endlich ging dem Mann ein Licht auf. Nach einigem Nachdenken raffte er sich zu den geflügelten Worten auf: Das hab 'ch mer doch ooch bald gedacht, ich dachte, die gäbs geschenkt. — Nach diesem Ausspruch entfernte sich der Mann, der jedenfasts einem Spaßvogel zum Opfer gefallen mar.
' T er Glückszauber von Monte Carlo. Der aus- merksame Beobachter wird an der Riviera und hauptsächlich in Monte Carlo bemerken, wie gerade die elegantesten Besucherinnen der Spielsäle tvunderlich geformte Schmuckstücke tragen, seltsame Nachbildungen von Tieren u dgl. Tas Merkwürdige aber ist, daß man bei der Damenwelt zur gleichen Zeit fast immer dieselbe Form dieses Zierrats beobachten kann. Was die schönen Frauen tragen, sind keine gewöhnlichen Schmuckstücke, sind unersetzbare Kostbarkeiten : das kleine, aus Metall oder Stein geformte Tier ist ein Glückszauber, ist ein Amulett, ist die „Maseotte" der Schönen, di« allerdings, wie alle Gegenstände des weiblichen Geschmackes, von der Diode nicht ganz unabhängig ist. In diesem Jahre ist der Glückszauber ein winzig geformter Elefant aus purpur schim- mernbem Amethyst; die Augen des kleinen Viersüs-lers bestehen aus blitzenden Brillanten und auch über den Rumpf läuft ein Streifen kleiner Diamanten. Der Glücksbringer hat natürlich auch sein Heim, ein kostbar gearbeitetes Etui aus exotischem Holz, mit Samt gefüttert; die Außenseite ist mit dein Namen irgend einer exotischen Stadt geschmückt, ans der der Elefant gekommen sein soll, und auf der anderen Seite sieht man das Motto „Porte- Bonheur“. An den Spieltischen kann man ganze Herden solcher kleiner Elefanten ausmarschieren sehen. Ein anderer Glückszauber^ der unfehlbar hilft, ist ein winziges Büchlein, das mit rotem Maroguiuleder überzogen ist. Schlägt man es auf, so gewahrt man auf der einen Seite in Leder eine Nachbildung der Roulette; auf der anderen Seite ist die eigentliche „SDiascottc" angebracht, irgend eine Phantasiegestalt, die aus Gold gearbeitet und mit kostbaren Steinen geschmückt ist. Daneben aber tauchen auch als Glücksbringer blaue Böget auf, die ihren Ursprung in Maeterlincks „Blauem Vogel" haben; ein zarter Goldreif umgibt den kleinen Glücksvogel, der sicher dafür sorgen wird, daß man auf die richtig« Nmnmer setzt.
* Eine Sprotte n frage. Fast überall, wo man den Sprottenfcwg betreibt — an der holsteinischen, der französischen, auch der englischen Küste — wird die Sprotte »männlich empfunden", rote der Sprachgelehrte Ferdinand Richters sich scherzend ausdrückt. »Der Sprott" hieß es schon im Angelsächsischen, und auch heute noch spricht man im Plattdeutschen niemals von einer Sprotte, sondern stets von einem Sprott. Bis zum Jahre 1774 lebte denn auch in den deutschen Wörterbüchern ruhig und friedlich der alleingesessene „Sprott". Tann aber kam auf einmal di« „Sprotte" hereingeschwommen und drängte ihn hinaus. Diesen interessanten kleinen Vorgang hat man — wohl nicht mit Unrecht — in Zusammenhang gebracht mit der im Jahre 1774 erschienenen deutschen Ueberietznug von Linnös Syetema naturae. Linus hatte in seinem Werke bewiesen, daß auch er die Sprotte „männlich empfand", denn er nannte sie „sprattus“ und nicht etwa „spratta“. Der Uebersetzer aber, Professor Müller in Erlangen, ließ über den in Frage kommenden Abschnitt in fetten Lettern drucken „Dis Sprotte", obwohl er daun, auch einmal von „dem Sprott" spricht. Tie hohe Bedeutung und große Verbreitung des Linnä'schen Werkemacht es erklärlich, daß nach seinem Erscheinen die neue Wortbildung überall bei uns in Aufnahme kam. Eingehendere Nachforschungen haben ergeben, daß es sich dabei anscheinend um eine völlig freie Erfindung Mullers handelt, dein die Sprachkundigen deshalb den Vorwurf der „Verweichlichung und Verweiblichung* des kleinen Fisches nicht erspart haben. Mit um so größerem Wohlgefallen stellen sie nun fest, daß „der Sprott" doch langsam wieder seinen Einzug in die Schriftsprache zu halten beginnt. Sachverständige, z. B. Naturforscher, Zoologen, die bei ihren Studien mit den Küstenbevölkerungen in Berührung kommen, schreiben nämlich, entgegen dem heutigen Sprachgebrauch, mit Vorliebe über „den Sprott". --
Magischer Dreieck.
I Jn die Felder nebenstehender Figur sind _________ die Buchstaben eeeegggllmoorrn derart einzutrageir, daß die einander ent- ----------—J sprechenden wagerechten und senkrechten Reihen gleichlautend folgendes bedeuten: — ("'■■■* 1. Männlichen Vornamen.
2. Einen Raubvogel.
T“”* 3. Tier aus derOrdnung der Amphibien.
__J 4. Teil von Oesterreich.
6. Einen Buchstaben. Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung der Skat-Aufgabe in voriger Nummer?
Abkürzungen : tr — Treff, p = Pique, o — Coeur, car ----- Garreau, trB — Treff-Blibe, pA — Pique-Aß, eD Coeur-Dame u. s. f.
Vorhand erhielt: trZ, trK, tr9, pD.earZ, carK, carD, carö, car8, ear7, Mittelhand drückt pK und p7, Hinterhand hat den Rest. — Verlaus des Spieles:
1. V. carZ M, carA H. carB — — 23.
2. H. pA V. pD
3. an.trA H. p8
4. M. trB H. pZ
5. V. trK M. tr7
6, V. carö M. c9
M. cB
B. tr.9
B. trZ ----- - 20.
83. cZ ----- - 14.
H. eK ----- — 4.
Sa. — — 61,
Redaktion: K. Neurath. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Üniverfikäts-Buch« und Steindruckerei, R. Lange, Dießen.


