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'gelegt und zu seiner Verstärkung SÄzsümpfe und Seen benutzt. Ein imposanter, 160 m langer, palastähnlicher Hallenbau hatte als Magazin gedient- Die chinesischen Schriftstücke, von denen gegen 2000 gefunden wurden, sind weit älter als irgendwelche anderen bis jetzt in Zentral- Asieu oder China gefundenen Original-Dokumente, und geben ein anschauliches Bild vom Leben dieser in der Wüste wachehaltenden, alten chinesischen Besatzungen.
Dermifcbtes*
* Reisegepäck. Tas Gepäck wird gegen Rückgabe des Gepäckscheines ausgeliefert. Tic Eisenbahn ist nicht verpflichtet, die Berechtigung des Inhabers zu prüfen. Wird Gepäck nicht innerhalb 24 Stunden nach Ankunft des Zuges abgehvlt (bei Ankunft nach 6 Uhr abends vorn nächsten Morgen 8 Uhr an gerechnet), so ist Lagergeld zu entrichten. Wird der Gepäckschein nicht bet? gebracht, so ist die Eisenbahn Mr Ausliefermrg des Gepäcks nur verpflichtet, «ernt die .Empfangsberechtigung glaubhaft gemacht wird; auch kamt Sicherheitsleistung verlangt werden. Die Eisenbahn hastet für Reisegepäck wie für Frachtgut, für den Gepäckträgern übergebenes Gepäck wie für Reisegepäck, für aufbewahrtes Gepäck als Verwahrer. Für Verlust haftet sie nur, wenn das Gepäck binnen 14 Tagen nach Ankunft des Zuges abgefordcrt wurde. Ms verloren gilt es 3 Tage nach Ankunft des Zuges. Wird es wiedcrgefuirden, so kann der Reisende binnen 30 Tagen nach Empfang der Mitteilung Aushändigung gegen Auszahlung des Schadensersatzes verlangett. Für Uebrrschreitung der Lieferfrist haftet die Eisenbahn — es fei berat, daß sie die Ursache wedep herbeifiihrte noch abzuwenden veriuochte — nicht nur, wo Schaden nackgewiesen ist, sondern auch, wenn er nicht entstanden oder rächt nachgewieserr ist, in beiden Fällen in verschiedener Höhe, und je nachdem daS Interesse an der Lieferung angegeben war oder nicht. (§§ 30 ff. Eifettbahnverkehrsordnung vom 23. Dezember 1908.)
* Versinkende Ortschaften. Ter Einsturz des Krankenhauses von Raibl in Kärnten, das ntit seinen Insassen in einem sich öffnenden Erdschlund versunken ist, ist ein Ereignis, das in allen vom Bergbau unterwühlten Gegenden nicht zu den Seltenheiten gehört. Ter ursächliche Vorgang ist dabei immer derselbe. Ter vorschreitende Abbmi der Mineralien in bett Grubenfeldern schafft fortgesetzt große Hohlräume unter der Erde, die in absehbarer Zeit zu Bruche gehen und beben tenbe Senkungen ack der Oberfläche nach sich ziehen müssen, sobald die eben nicht für die Ewigkeit berechneten bergmännischen Zimmerungen vermorscht sind. Ter rationelle Bergbau läßt deshalb in jedem Bergwerks- hvriMit ausreichend starke Gesteinspfeiler stehen, die das Hängende trage« und stillt die HMräume mit taubem Gestein an. Ter Raubbau in vergangenen Zeiten (und bei mangelnder Mutvolle auch in der Gegenwart) sieht deut Kommende« tatenlos zu in der Hofsming, daß die bett Hohlräumen übergelagerten Schichten schon in sich selbst genügende Tragfähigkeit haben werden. Besonders gefährliche Verhältnisse entstehen, roemt im Saliuen-Be- triebe in die erbohrten Salzlager Wasser gepuntpt wird, das später als gesättigte Lauge wieder gehoben uitb der Verarbeitung zugeführt wird. Selbstverständlich sind die dabei entstehenden Hohl- tiittnte nach Lage und Größe ««.berechenbar tmb brechen häufig auch erst nach Jahrzehnten imb Menschenaltern zusaminen. Diese unver- antwortliche Betriebsart, die in der Umgebung von Staßfurt und Leopoldshall noch in' der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts geübt wurde, hat die schweren Beschädigungen zur Folge gehabt, die zuletzt nn Minter von 1903 auf 1904 in Staßfurt eintraten imb die Stadt nut einem ungewissen Schicksal bedrohen. Auch in Schneidemühl rm Kreise Kalmar jn der Provinz Posen wurden im Jahre 1893 durch das Hervorbrechen einer starken Salzgnelle und nachfolgende Bodensenkungen schwere Verwüstungen angerichtet. Gänzlich un- gewtßist ferner das einstige Schicksal! der 7000 Einwohner zählenden, galizischen Stadt Wieliezka bei Krakau, ans dessen berühmtem 'Salzbergwerk.schon seit mehr als 1000 Jahren Salz herausgeholt wird und wo seit alter Zeit Höhlen und Gänge bestehen, in die sich Niemand mehr hineingetrant. Ter deutsche Kohlenbergbau in West- falen Oberschlesteu und in anderen Kohlelnbecken ist schon lange so vorstchttg, die bäuerlichen Amvesen anfzukausen, unter denen sich Flöze befinden. Sehr arg haben Bodensenkungen vor wenigen wahren dem Bergstädtchen Motherwell in Schottland mitgespielt, wv die wurme und mehr als 70 Häuser versanken und sämtliche Erseubahnltnien unfahrbar wurden. Ganz andere Ursachen ivarett bet den zahlreichen Katastrophen wirksam, von denen die Ka-itons- yanpls.abc Zug tu der Schweiz im Laufe der Jahrhunderte be= Wen wurde. Hier war das unsichere Borland am Gestade des 200 Meter tiefen Lees der Anlaß zum Unheil. Hier versanken schon am. 4. Marz 1435 bte „Niedere Gasse" der Altstadt mit 26 Hausern Md 60 Personen, lo94 stürzten wieder einige Häuser ^a*nnnn £ 'S?1'11 ^b87 endlich versank aufs neue eine Fläche von 9000 Quavratmetern' mit mehr als 20 Gebäuden in der Vor- lstadt in den Fluten, wobei elf Mensche« umtämen.
italienische Marineleutnant Betteloni im Bulletin der italienischen geographischen Gesellschaft. Die ärmsten Klassen sind Wohl mäßig und begnügen sich mit einem in Wasser gekochten Reis- ober Maisgericht, aber hier ist nur der Zwang der Vater bet Tugend: sobald auch nur der ärmste Chinese im Stande ist, sich leckere Tafelfreuden zu bereiten, so zögert er nicht, sondern speist außerordentlich stark und mit großem Raffinement. Und in dieser Neigung wird er unterstützt durch die für europäische Begriffe fabelhafte Billigkeit der Lebensmittel; Fleisch, Gemüse und Zutaten sind so billig, daß eilt Chinese mit 20—30 Pfennig für den Tag nicht nur gut, sonder« sogar ausgezeichnet leben kann. Mit einem Haushaltungsgeld von 20 Mark im Monat kann der Chinese sich täglich eine Tafel bereiten, die der europäisch)« Arbeiter selbst alt, Feiertagen sich kaum gönnen kann: Gemüse, Eier, Fisch, Schweinefleisch, Hammelfleisch, Reis und Tee. Die Berichte von den bisweilen widerlichen Leckerbissen der Chinesen sind fast immer übertrieben; in Südchina wird zwar Hundefleisch gegessen, aber es ist kein Nationalgericht, und die Legende, daß jeder gute Chiness täglich Hundefleisch essen müsse, entstammt dem Reich der Fabel.
Literatur.
— Wintersport i n Tirol ist das neueste Bändchen der Griebenschen Reiseführer, das im Verlag von Albert Goldschmidt, Berlin W. 35, erschienen ist. Auf 136 Seiten ist in knapper, übersichtlicher Form alM Wissenswerte von Rnd. Gvmperz mit Unterstützung der Tiroler Äintersportvereine zu- sammeitgestellt worden. Ter Führer wird jedem eine verläßliche Handhabe bieten. Tas Kartemnaterial ist mit Sorgfalt zusammengestellt, u. a. die Karten der beiden wichtigsten Tiroler Schigebiete, um Kitzbühel und des Arllwtggebietes. Jn bezug auf die reinen Spottverhältnisse wurde versucht, bis zum Tags des Erscheinens den tatsächlichen Zustand festzuhalten. Daß auch die Unterkunstsverhältnisse eingehend berücksichtigt sind, versteht sich von selbst, und es ist in« Interesse des Wintersports sehr er- fteülich, daß in allem nur das sportliche Interesse inaßgebeitd lvar.
— Lebensbilder aus bet Tierwelt. HerauSge- geben von H. Meerwarth. 1. Band: Säuger, Lieferung 1. 1. Band: Vögel, Lieferung 1. 5.—10. Tausend. R. Vvigtländcrs Verlag in Leipzig. Nachdem C. G. Schillings in seinen epochemachendes Werken zum erstenmal nicht verbesserte Photographien freilebender Tiere Afrikas veröffentlicht hatte, regte sich überall der Wunsch, ein gleiches Werk über die Tierwelt Europas zu erhalten. Dieser Ausgabe hat sich der Verleger der Lebensbilder auS der Tierwelt angenommen und durch große Schwierigkeiten zum Ziel geführt. Es ist ein eigenartiges Buch geworden. Waren nur bisher gewohnt, zoologische Werke immer nur von Künstlern, die oft genug diesen Namen kaum verdienten, illustriert zu sehen, tnobel wir die Tiere in der zum Teil willkürlichen, zum Teil ungenaue!» Auffassung des Zeichners .erblickten, so bieten uns diese Bilder aus der Tierwelt zum ersten Male die Tiere in wahrhaftiger Naturtreue auf die Platte gebracht. Es sind Bilder von wünder- t-arer Zartheit und Schönheit, die uns die überraschendsten Einblicke in die bisher unbekannten Vorgänge des Tierlebens bieten. Ganz neuartig und bahnbrechend für die Zukunft sind, ebenso wie die Bilder, auch die textlichen Beiträge. Wir haben hier zum ersten Male ein größeres zoologisches Werk mit rein biologischem Text. Auf alles Trockene und Lehrhafte, auf die Beschreibung des Körperbaus der Tiere und ihre Ein-ordnung in die Systematik der Zoologie ist beherzt verzichtet. Die verschiedenen textlichen! Mitarbeiter schildern .das Tier im engsten Anschluß an das reiche Bildmaterial in seinem Wesen, int Leben und Treiben deck Alltags. Zunächst liegt ein Band Säugetiere und ein Band Vögel vor. Tie Ausgabe der Hefte soll in mäßigen Zwischenräumen erfolge«. Ter Plan der Verlagshandlung, ans diesen Anfängen betätig ein Werk zu schaffen, das die Tierwelt aller vier Tierklassen der gemäßigten Zone umfassen soll, ist lebhaft zu begrüßen.
Rätsel.
Zwei Worte kenn' ich, die sehr sich gleichen, Ilm Ansaug und End' steh'« dieselben Zeichen, Nur in der Mitte das Hetz ist verschieden, Die Aelmlichkeit ist hier last ganz gemieden I Das eine wird hoch in den Lüften bewundert Als größter Fortschritt in dem Jahrhundert! Das andere läßt Herz und Seele hoch schweben, Im Reiche der Töne seht ihr eS leben! Was ist das'andere? Was ist das eine? Nun ratet mal schnell, und sagt was ich meine.
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Geographischen Verschiebrätsels in vor. Nr.: Portugal
Deutschland
Frankreich Oesterreich Schweiz Serbien Dänemark
" Die Chinesen als Feinschmecker. Die in Europa so weit verbreitete Legende von bet Mäßigkeit bet Chinesen und von ihrer Abneigung gegen die Freuden der Tafel zerstört der
Nedaciiout K. Neurath. Rotationsdruck und Verlag der Briihl'schen Ilniversitats-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.


