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Auflösung des Delta-Rätsels in voriger Nummern
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Ailslösung in nächster Nummer.
Aus der Pfarrchrsmk von Urofdorf bei Gießen zum Anegsjahre J759.
Die Kriegsereignisse des Jahres 1759 bei Gießen sind in dem Aussätze: „Kriegsbedrängnisse in und bei Giessen im Herbst iuub Winter 1759" bereits früher besprochen worden. Tie chronikalischen Aufzeichnungen des damaligen Pfarrers Schmidtborn in Krofdorf bilden eine wertvolle Ergänzung zu bent früher Erwähnten Nachdem die Franzosen am' 4. August 1759 bei Bernden von dem Herzog Ferdinand v. Braunschweig, dem Berbünoetcn des Preußenkönigs Friedrichs II., geschlagen worden waren, nahmen sie ihren Rückzug über Kassel, bis sie sich jenseits der Lahn in einem verschanzten Lager bei Gießen festsetzten, das sich auf der einen Seite vom Philvsophenwald nach Annerod—Rödgen, auf der anderen nach 'Klein-Linden hin ansdehnte. Gießen selbst hatte schon vorher eine französische Besatzung. Diesen festen Punkt den Franzosen zu entreißen und sie nach der Maingegend zurückzudrängen, war der Plan des Herzogs Ferdinand von Braun- schweig, der den Franzosen bis nach Gießen nachgefolgt war. Am 19. September war die Armee der „Alliierten" bei Krofdorf versammelt und lagerte von Wißmar bis nach Fellingshausen. Die Chronik berichtet: „Als; die Alliirte Armee nun hier nächst also gelagert stunde, wurde das Lager sogleich 'befestigt. lieber Wismar her nach Launspach zu wurde eine Krennirvalatlons Linie gemacht. Batterien wurden errichtet, vor dem Wald nach der Wißmarerbach zu hinter dem Launspacher Wald zu oben auf dem Wettenberg, vor dem rechten Thor zu Gleibergs und außerdem auch neben dem dasigen Kirchhof her eine. In dem Atz- bacher Wald nicht weit von Rodheim wurde ein Verhau gemacht Und eine große Batterie angelegt. Auch wurde oben auf dem! Dienstberg eine Batterie gemacht."
„Das Hauptquartier des Herrn Generalen en cheff Hcrtzogs Ferdinand von Braiinschweiq wurde allhier zri Croffdorf in des Herrn Oberförsters .Gunckels Haust genommen, und der Herr Generäl Lieutenant der Hannoveraner, von Spörcken nahm mit seinen Sämtlichen Domestiquen sein Quartier bei; dem hiesigen Orts Pfarrer Schniidtborn, welcher durch diese Einquartierung' dergestalt eingedränkt worden, daß er mit den ©■einigen weiter nichts int Pfarrhause als ein Kleines Kämmerlein an der Wohnstube frey behielte, und sich sehr schlecht behelfen mußte. Der Herr Erb-Printz von Braunschweig nahm sein Quartier bey dem hiesigen Schultheiß Winter und der übrige General Staab breitete sich durch gantz Crofdorf aus;. Der Herr Graf Von der Bückeburg logirte zu Gleiberg auf gnädigstem herrschaftlichem Schloß und in Gleiberg logirten hin und wieder vornehme hannoverische Generale. Zn Wißmar in dem Pfarrhaus war das hessische Generalquartier von General von Wuttgen.au und zu Rodheim in einem Hofhanß war das englische Hauptquartier des Generals Mylord Grembi."
In der Chronik wird die Feier eines Ordensfestes am'
wird berichtet: „ t ..
„Als die Külte im November sich emfande bauten fich die Regimenter Paraquen von .Holtz und Wäsem (mit Erde aus- gestochenes Gras) bedecket, wobei) tiefe Löcher in die Erde gemacht und die Wiesen ruinirt wurden. Ta aber die Frantzosent in der Mitte des TeceMbris Ihr Lager Verließen, Verließeit die Alliirten daS Ihrige auch und bezogen hier und in denest benachbarten Orten die Cantoniruugs Quartiere, Crofdorf bekam die Helfte von der Hannoverischen Fuß Garde noch zu! dem Hauptquartier und Gleiberg wurde mit zwei Hannoverischen Jnsanterie Regimenter belegt. c ,
Die Krankheiten rißen damals hier und in denen benachbarten Orten dergestalt ein, daß kein einstig.er Tag fast verging, daß hier und in der Nachb arschaftmicht etliche oder wenigsteit s eine Le ich e auf den Klr cy- Hof g e t r a g e ii w u r d e. Auß Mangel des Holzes wurde von denen Gleiberger Regimentern die Mehriste Obstbäume in denen Gärten umgehauen. In der Nacht nach dem Weynachts Fest rückte die ganze Alliirte Armee aus;, und stellte sich zwischen Gleiberg, Rodheim und Kintzenbach in Schlachtordnung, weilen! der Angriff von denen Frantzosen zu besorgen war. Bey dieser Ausrückung geschähe es, daß von denen Soldaten hin und wieder die Hofthoren und andere Thürcn und Geblänk (hölzerne Garien- zäune) zu denen Feuern vor die Armeen mit hienauß ge- nommen und verbrannt wurden." . .
Am 4 Januar 1760 verließ die alliierte Armee ihre Kan- tonieruugsquartiere bei Krofdorf, gezwungen durch chic Winterkälte und den Mangel an Zufuhr, iim sichere und bessere Winterquartiere in Westfalen aufzusuchen. Als auch bald darauf die Franzosen ihr Lager bei Gießen aiifgaben, um günstigere Quartiere in der Maiugegend zu beziehen, konnte Man in Meßen und Umgegend wieder leichter alifatmen, wo nran wahrend Mer Monate Kriegsbedrückungen aller Art zu ertragen gehabt hatte.
Unterschrift gegeben: „Von des reichen, Lebens wechselnden Gestalten — ein schwaches Bild — der tiefe Schmerz versucht es festzuhalten." Beide, Mutter und Frau erlebten noch seme öffentliche Anerkennung und seinen äußeren Erfolg. 1890 wurden 36 Bilder von ihm! im Kunstverein zu München ausgestellt,, die großes Aufsehen erregten und viele Käufer fanbeit. Seit dieser Zeit war er der Verborgenheit entrissen. In den folgenden Jahren beschäftigte er sich auch mit Steinzeichnungen, wodurch er eigentlich in ganz Deutschland erst recht bekannt wurde , ,
1901 folgte der vereinsamte Mann dem Rufe seines Groß- Herzogs, der ihm die Direktorstelle der Karlsruher Kunsthalle nntriig Hier eröffnete sich dem unermüdlich Schaffenden ein Neues Arbeitsgebiet. Eine schon lange mit 'sich herumgetragene Idee konnte er nun auch zur Ausführung bringen; er schuf einen Zyklus großer Wandgemälde religiösen Inhalts. , Sein nunmehr verstorbener Großherzog Friedrich hatte durch einen Anbau an die Kunsthalle die Schaffung von Räumen für Thomasche Werke geplant. Dessen Sohn, der jetzt regierende Großherzvg, hat diese Idee, 'wie die Zeitungen ja berichteten, zur Ausführung gebracht. Außer den für die Kunsthalle bereits erworbenen Bildern des Meisters haben in| 3 Räumen Gemälde Platz gefunden, die Thoma dem Großherzog zum Geschenk gemacht hat, die namentlich aus den Jahren 1862 und 1863 stammen. In einem vierten Raume sind die oben schon erwähnten religiösen Gemälde untergebracht, in die Wände eingelassen, umgeben mit passender Holzvertäfelung. Auch diese Arbeiten hat Thoma gestiftet. So hat der Künstler s eine Dankbarkeit betätigt den Landesfürsten gegenüber, die ihn schon zu Beginn seiner Laufbahn unterstützten, die ihm später einen sorg- lofen Lebensabend verschafften durch die Berufung nach Karlsruhe, die ihn ehrten durch Berufung in das Herrenhaus und ihn jetzt wieder auszeichneten durch hohen Orden und Schaffung eigener Räume für seine Werke. ,
Ja, er ist dankerfüllt, daß er ganz seiner, Kunst leben und seine eigenen Wege gehen konnte und wird seinen Lebensabend still schaffend an der Seite seiner treu sorgenden Schwester voraussichtlich in Karlsruhe beschließen, der Stadt, in der er früher auch keinen Anklang fand, wo er aber jetzt als Meister verehrt wird.
Ergänzuttgsrätsel.
. g..t'. n..h. .h.e K..p., .(j.h. .u u..m.t..n;
t d.. W.. t u. d.. n. n P > a. z,
Vermischtes.
» Der Schuß in i t der Mistgabel. Ich roar auf der Jagd, so wird uns aus Hoya gemeldet, und halte mich hinter eine Hecke gesetzt, um mein Jagdkrühstück zu verzehren An? der anderen Seite ftreuten zwei Männer Mist, ent Knecht nah em aller Tagelöhner. Sie sahen mich nicht. Jan, der Knecht, c er eist vor kurzem vom Militär sreigekonnnen war, erzählte dem allen Hinnerk von der schöne» Soldatenzeit. „SD,, bat kenn ick all, meinte Hinnerk, „ick bün in Celle bst» Militär wesen". - „Och dl, dn heft jo noch gor feen Klibein (Gewehr) in ’n Hannen hat , neefte der andere. — „Tat ivill ick di wiesen", ereiferte sich Hinnerk. „9iu kummandeer mal, du düst tut Schersant und ick Rekrut" — und dabei stand er mit der Mistwrte „Gewehr bei Fuß . Jan lies; mut den Alten richtig Gewehr-Exerzitien machen, daß es nur so klappte. Mich plagte der Tenwel. Was mir durch den tum fuhr, kam. Der „Schersaut" kommandierte: „Legt an! Feuer! und in demselben "Augenblick knallte ich meine Jagdflinte ab. So etiuaS von Verblüffung mid Schreck habe ich überhaupt »och nicht gesehen. Es war wirklich „zum Schießen" I ,.
* Dienstmädchen (an die Tür des Schlafzimmers der Gnädigen klopfend): „Guä' Frau, stehns nur mal auf, im Vorhaus geht einer in Fußsocken herum, entweder ist's ein Spitzbub, ober, der gnädige Herr?!"
। 18. Oktober besonders erwähnt: „Hertzog Ferdinand wurde int Monat October zu einem Ritter geschlagen. Die Solennität ging diesseits Vetzberg vor. Der Mylord Gremby hatte dahevo unter i dem Vetzberger Schloß ein leinwaudenes langes Zelt bauen lassen.
Der Hertzog wurde daher von Crofdorf von der Setnbtlichen hohen "Generalität in Begleitung der Englischen Garde zitoPferde abgehohlet. Des Tages darauf tractirte der Hertzog die sämbti. Generalität gegen seinem Quartier über in bent zur hiesiegtzn Pfarr gehörigen sogenauudteit Banngarten in einem offenen großen Zelt, wobey .verschiedene Bauten Haittboisten von den Engländern, Hannoveraiieat, Braunschweiger und Hessen so an verschiedenen Orten ftimbten un einander schöne Music machten.' lieber die Dislokation der Truppen int November und Dezember
Redaktion: K. Neurath. — Rolationsdriick imb Vetlag der Brühl'sehen Universitäts-Buch- unb Steindriickerei, 8i. Lange, Gießet!-


