Ausgabe 
30.9.1907
 
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1907 Ilr. 145

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Käst um sich, ob er auch unbeobachtet sei; dansthob er rasch bett' den Band zusammenhaltenden Bügel, nahm die Nummer 75 949.

betreffende Korrespondenz heraus karten in die Tasche. Auch, bei er in der gleichen Weise, ehe er zurückstellte. Dann nahm er das und dnrchstudierte es mit regem

und steckte sie zu den Bild- dest anderen Bänden versuhts sie wieder in! Reih und Glied dickleibige Register zur Hand Eiset, die darin estthalteitest

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Einträge gaben die Zahl und den Aufbewahrungsort der von jedem eittzelncn Verbrecher vorhandenen Bildkarten an. Be-. friedigt nttfie der' Detektiv vor sich hin; Newyork, London und Paris hatten Korrespondenz geführt ttnd Bilder von Nr. 75 949. eingeschickt; das gesamte Material ruhte jetzt in seiner Rocktasche.

Anscheinend heiter verließ er die Räume und lenkte feind Schritte dein eigenen Amtszimmer zu, das sich unmittelbar ah das große Empfangszimmer des Polizeirats anschloß. Es kostete ihn ersichtlich ^Anstrengung, mit deut redseligen. Nuntius int Vor­zimmer einige freundliche Redensarten auszutauschen. Wie eh dann sein Zimmer betreten und sich geräuschlos eingeriegelt hatte, schwand der bis zuletzt festgehaltene Ausdruck glücklicher Sorg­losigkeit aus den sich rasch umdüsterndeü Mienen und diese schienest zum Tummelplatz wilder, trostloser Verzweiflung zu werden.

Mit einem dumpfen Aechzen sank der jugendliche Detektiv ist seinen Arbeitssessel, Wtzte die Arme auf und vergrub das An­gesicht in beide Hände und danit kam plötzlich über seine Lippen, ein wildes,, herzzerreißendes Schluchzest. Das klang wie eist Jammerruf um ewig Verlorenes.

Nicht lange jedoch tauchte die ebenso geschmeidige wie ener-, gische Natur des Detektivs in die Tiefe ihn überwältigenden Schmerzes nieder; .überraschend schnell hatte er sich gefaßt und hob den Kopf mit einem verkniffenen, zunr Aeußersten ent­schlossenen Zug um die Lippen. So mochte Cäsar geblickt haben, als er die Brücken hinter sich verbrannt und es für ihn nun siegen oder sterben hieß.

Walden trat att den! Fernsprecher und ließ sich mit dem! Leichenschauhaus verbinden; seine Anfrage, ob Rat Kausemanst schon zurückgekehrt sei, wurde abschlägig beschieden.Umso besser, dann melden Sie bitte dem Herrn Rat, daß es mich wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen wird, bevor ich die Bildkarten ausgewählt habe." Er sah nach der Uhr.Es geht jetzt auf 11 . . . ich denke, spätestens um 1 Uhr bort zu sein. Der Herr Rat möge mich dort erwarten."

Wieder setzte sich Walden vor den Schreibtisch. Vorhin hatte er aus den Räumen des Verbrecheralbums einige vorgedruckte Streifen, wie sie au die Vilderkarten angeheftet wurden, un­auffällig mitgenommen. Run zog er die Bilder heraus und be­trachtete aufmerksam die in steiler Rundschrift ausgesührten Ant­worten und Zahlen. Dann nahm er selbst eine Feder zur Hand und versuchte auf einem Papierblatt die Züge nachzuahmen. Es gelang ihm überraschend gut; als er nun eines dar Blankosormu- lare auszufüllen begann, unterschied sich die Schrift äußerlich in nichts von den den Bildkarten angehefteten Beschreibungen.

Ganz verschieden gestaltete sich der Inhalt. Nur die Namen und Daten bliebest dieselben; die Maße verschoben sich, aus schwarzen Augen wurdest grünlich-graue, die Hakennase wandelte

Waldeit legte den Taußmder hin. Ziehen sie den Betrag ab und fertigen Sie die beiden Fahrkarten aus . . . Die Namen habe ich bereits ausgeschrieben . . . Frau Ottilie Schuhmacher, sowie deren Kinder Emilie und Ernst.",

Das Geschäft war bald abgewickelt und Walden verließ, im Besitz der Fahrkarten, den Laden tvieder, um sich nach dem Polizeipräsidium- fahren zu lassen. Dort entlohnte er den Kut­scher und begab sich durch das weitläufige Gebäude nach dem Flügel, in welchem dasVerbrecheralbum" eine Flucht ge­räumiger Zimmer untergebracht ist. Dem aufsichtsfüh-rendest Beamten eröffnet er unter einem freundschaftlichen Händedruck fein Verlangen.

Der vielgeplagte Kommissär stönte.Ja, lieber Freund, ich habe alle Hände voll zu tun. Wemt Ihr Herr Rat es gar so eilig hat, so müssen Sie sich schon selbst bemühest, Sie wissen ja in der ausländischen Abteilung Bescheid, nicht wahr?"

Das war der Fall, zunächst Walden früher wiederholt aus­hilfsweise in den Räumen beschäftigt gewesen war. Ohne weiteres fand er die betreffendest Kästen und hatte auch bald die von ihm seitrem Vorgesetzten gegenüber erwähnten Bildkasten ausge­wählt. Lange Streifen waren an ihnen befestigt, auf denen die genauen Maße und Daten des betreffenden abkonterfeiten Verbrechers vermerkt standen. Sämtliche drei Photographien gaben eine ausgesprochene Verbrecherphysiognomie mit verschlagenem Raubvogelgesicht wieder.

Hurtig steckte Waldeit die Bildnisse zu sich. Dann wendete er sich wieder an den Oberbeamten. Ich muß ihnen heute lästig fallen, mein Rat hat heute seinen Mäkeltag. Da möchte ich lieber die gesamte Korrespondenz, welche wir wegen Nummer 75 949 mit den ausländischen Behörden führen mußten, durch­setzen.

Legen Sie Ihrem Wissensdrang keine Zügel an," entgegnete der Kommissar ironisch, inbetn er auf das Bibliothekszimmer deutete.Dort finden Sie alles rubriziert in der Santa Cnsa heiligen Registern."

Walden lachte mechanisch und eilte in das angewiesene Zim­mer. In diesem herrschte int Gegensatz zu den übrigen Räumen, durch die es in geschäftiger Tätigkeit wie in einem Bienenkörbe schwärmte, tiefe Ruhe; ein Orientierustgsülick ließ den Detektiv wahrnehmen, daß er sich in -dein mit Repvsitvrien überfüllten Saale ganz allein befand.

Das schien ihm eben recht zu seist. Ohne langes Besinnen 'griff er nach einigest Folianten. Es nahm ihm nicht lange Zeit, hi« gewünschten Kriefsachest auszusuchen. Wieder spähte er in

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Auf der eigenen Spur.

Kriminalroman vott Otto H o e ck e r-

(Nachdruck verboten.)

(Fortsetzung.)

Es ist aber nur ein kleiner Dampfer, er bleibt etwa vierzehn Tage unterwegs; dasür ist er billig, nur eine Kajütenklasse, die beiden Trickes würden auf kommen."

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