Ausgabe 
29.6.1907
 
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Samstag deu 29- Juni

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vollem Glanz

Wollen doch

Himmel, daß

Md Sollen da miteinander! ausgefochteu hatten. Sollen endlich gesiegt hatte, bfl murmelte das rwch leise: r ,

Ich habe Mich ja beschieden, aber gebe der

er nicht die rote Freda nimMt . . ."

3. Kapitel.

Junken unter der ZsHe. Roman von M. Proßnitz (M. Nörenberg). Unbefugter Nachdruck wird gerichtlich verfolgt.

lFortsetzung.f . , .

Genau in dem Msaße, in dem sich Dagmars Erregung all­mählich zu legen begann, ebbte auch alles das ab, was sieaus dem Blick Uchdvrfs heraus gelesen zu haben glaubte.

war das alles doch nur ein Spiel ihrer Phantasie gewesen. Denn was berechtigte sie ernstlich zu der gegenteiligen Aunahme? Er war zu ihr gestau fo gleichmäßig höflich gleichgültig freund­lich gewesen wie zu allcir anderen Tanten, ausgenommeir zu der

Tas herzogliche Theater erstrahlte laugst tit seiner vielen elektrischen Flammen, gls Dagmar an Veltlingens Arm kurz vor Beginn des ersten Aktes die kleine Loge betrat, die unmittelbar neben der Hosloge liegend, schon seit Jahren tut BM des K«lxrm wchr. Boll ruhiger Anmut erwiderte Tagmar die viele» Grüße, welche ihr besonders vonder ihr ge- geuüber liegenden Seite zuflogen, wo die Ulanen ihre ständigen

IWundervoll," gab der einsilbig zurück, während feine Blicke . gleichgültig die Hofloge streiften. Er ärgerte sich, überhaupt ms

I Theater gegangen zu feilt. Als wenn er Mcht tawcndinal b I lmalicker und ungestörter in seiner gemutücyen Bude gesefse» I hätte ! Hier sah er, ob er wollte oder nicht, beständig Beltlmgens

- | gelbliches Gesicht, der fortwährend Mit zärtlicher Verliebtheit » |ie au§i I auf Tagmar einsprach, die ihm kühl höflich zuhörte. Unablässig Vielleicht I bewegte sie dabei, wie von innerer Unruhe getrieben, den großen Vielleicht dtraußenfächer auf und nieder. Von Ze t zu Znt nberfMÄ ein mattes, scheinbar interessiertes Lackeln ihr auffallend blass' Antlitz. Tann durchzuckte es Uchdorf ledesmal wie ein eleh».

sein. _

Ein Schauer überrjan Dagmar. 'v _ LL.

Heute in acht Wochen bin ich schon Veltlingens Gattin.

Aufschluchzend sank sie auf die Chaiselongue, ihr Gesicht iN den weickM Kissen vergrabend. Wie lange sie so gelegen, wußte sie nicht. Und was ihr Herz dort an heißen Bitten nach oben gesandt, an ernsten Gelübden getan, das hörte außer ihr nur noch der Lenker aller Schicksale. Als sie sich endlich bleich und gefaßt erhob, da hatte sie ihn ausgerungen, den zweiten heiße» Kampf ihres Lebens. Tta lvar das Herz besiegt durch den eisernen Willen, der da gebieterisch sprach:Du mußt es seinm Treuen fest" denn Veltlingen traut deinem Wort!

Es war ein bitterer, heißer Strauß gewesen, den Wollen

' " " Und als das

Ihr Herz krampfte sich zusammen. Nem, und wenn sie tausendmal Veltlingen geschworen hättetit Treuen fest , der gönnte sie ihn nicht. Davor zitterte ihr Herz, der gönnte sw ihn nun und nimmer! ' , ~ , r.

Schwindelnd griff Tag Mar sich an die etint. Sie glaubte plötzlich die Mattblauen Augen Fredines auf sich gerichtet zu selten, ihre helle, etwas scharfe Stimme zu Horen, wie fee Mit unverhohlenem Spott sagte: ,

Was wollen Sie, meine Teure? Es gibt feilten Glücklicheren kts meinen Achatz! W-eM ich meine weißen, weichen Arme um ihn schlinge, dann schwärt er, der seligste Mensch auf Erden zu

Plätze hatten. , m

Süperbe Erscheinung," murmelte Sprenger tit Heller Be­geisterung,finden Sie nicht, Uchdorf?"

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Unwillig richtete er endlich den Kopf empor. Ah bah, was nutzte es -darüber noch ferner nachzusinnen? Ihre heißen Ge­fühle waren offenbar längst verglüht! Nun, er wurde mit seinen Empfindungen auch bald fertig werden. Aber sonderbar war eS eigentlich doch, daß die alte Leidenschaft bei rchn noch einmal so hell aufflackerte. Er hatte sie längst für erloschen gehalten.

Aüfmertsam, immer mit dem gleichen ruhigen Lächeln schien Tagmar den Vorgängen auf der Bührw zu folgen. Keine lNiene ibres blassen Gesichtes verriet, daß sie das aufdringliche Spiele» L Lafftnger nach Veltlingens Loge die Metteii Blicke, welche sie dem Kämmerherrn zuwarf, überhaupt bemerkte.

Ter Meine ist alt und sehr reich, Aber dennoch spricht er von Ehe . . .

ktona es mitten in ihr Singen. Es wär ein wunderlicher Blick/ Mt dem Tagmar ihren Verlobten, streifte. Fester zog sie Umhang um ihre Schultem, Ms fröstele sie. -sofort blickte Belt-! lingen auf. , ,

ei? schüttelt?'fchweigend Mn Kopf und hätte doch ani liebstm aufgefchrieen:Ja, mich friert, friert bis ans Herz. UnwilM kürlich zog sie von neuem den Federkragen zusammen, und wstder tmf sie Veltlingens besorgter Blick. Da faltete sie uw-

i geduldig die Augenbrauen ...

i Und auf eimstal hatte sie das Empfinde», daß sw von drüben scharf beobachtet würde. Sie sah empor und stewahrte voll Erstaunen, dsaß Sprenger sie -ernsthaft ansah. Unter peinlichem! Erröten schlug sie die Augen nieder.

Hatte er den Borgäng zwischen 'M,und ^ckMugen ^merkt? Mochte er doch! Was ging ihn, wsas glng mideve das nbeihaupt an? Mit einer stolzen Bewegung richtete sw das .paupt empor, das alte, ruhige Lächeln auf denk schone» Antlitz. '

-ihm Rückkehr aus dem Jo her die hohen Herrschaften ifKt«ÄÄ S,»

bic er lebhaft während der Zeit vor Beginn des vierten Altes unterhielt seM zur Befriedigung des Kammerherrn, Mr mit sckwckit verluhltem Stolz der Utiterredung folgte. Er stmÄ hinter dem Sessel seiner Brant utid spr-ach halblaut mit Fra» von Borgwardt, wäs die LindströM seM mißfällig auszuueMnM schien Uebellauing saß sw neben deM schweigsamen Achutantc»^ zur heimliche» Belustigung des Grafe» Rehnc», Mr es M als das Stück zu Ende war, nicht versagen konnte, der schöne«