— 248 —
Vermischtes.
Altägyptische HterogLyvhstt,
Nackdrnck Berater
Redaktion- Ernst Heß. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Stemdruckerei. R. Lange, Gieße».
selbst auf Gießen« wackere Bühne und lockten L,e Leute weniger zur inneren Einkehr als zu überseeischen Abenteuern.
Unmittelbar über der „Theater-Anzeige- des Herrn Sohm aber las man in der Nummer 52 des A.-Bt. vom 25. Dez. 1802 folgende hübsche Anpreisung!
N e u j a h r s w ü n s ch e
von vielen sehr schönen Gattungen, worunter sich Strumpfbänder, andere Bänder, gestickte Wünsche befinden, sind zu bekominen bei r Stamm, m Giesen.
(Fortsetzung folgt.)
Volkstracht rmd Sitte iu Hütteuberg.
Von Sch.
Eine interessante Volkstracht besteht noch in unserer Gegend, besonders ist die Kleidung bei kirchlichen Handlungen mrfsalrend, zum Beispiel bei einer Taufe. Ist die Patin, Braumad" (Braut- maad) unverheiratet, so trägt sie eine Krone aus Blumeru Derlen Flitter und bunten Bändchen, deren. Gesamtwert sich aut'cd' 7 Mk. stellt. In jedem Orte gibt es ennge Frauen, die dieselbe nach altem Muster ansertigen und aucq das umständliche NiilseNen oder „Aufbinden", wie man sich hierzulande ausoruclt, besorgen. Eine verheiratete Patin schmückt sich nnt einer weißen Stirmhaube. Ist die Patin ohne Trauer, so hat diese Hauoe I einen breiten Spitzenrand. Im Falle einer Trauer ist der Rand glatt Der junge Mann, „Braubursch genannt, der ob .;>a ! erkoren wurde, trägt einen Blumenstrauß an der Brust. Dieser ist Eigentum seiner Partnerin und wird ihm von dieser für den ! Tauftag dediziert Ist das Pateukindem^unge sowirdder Strauß links, bei emem kleinen Mädchen an die rechte Seite angesteckt. Daß der Täufling die Namen seiner Pate» bekommt, ist hier nicht Sitte, dagegen gibt man gewöhnlich dem I ältesten Jungen den Namen des Vaters und dem ersten. Mad- I chen den der Mutter. Bei der Konfirmation tragen bte jungeu Mädchen zum erstenmal die schönen, weißen Stirnhauben und auch dazu passend ein großes, weißes Spitzentuch, das vorn übereinander oelegt wird. Die anderen Kleids sind aus schwarzem Tuche gefertigt. Ein eigenartig hübscher Anblick ist eme so gekleidete Mädchenschar. Recht schön ist auch die B r a u 11 rach v. i Besonders hübsch schmückt sie eine Krone. Der „Brauthang wird durch eine Anzahl breiter Bänder gebildet, die zusammengesteckt und mit einer Silbertresse besetzt sind über die Schultern der I Braut herunterhängen. Dieser bunte Schmuck bildet zu den schwarzen Tuchkleidern und den weißen Spitzentuchern (Halstuch) und einem andern Tuche, das im Dreieck itber die vättbe I geschlungen ist, einen recht schönen Kontrast. 3n Drauerzeiteu ist die Brautkrone ganz dunkel gehalten und hecht „schwarzes Aufgebind". Die frühere große Schleife aus schwarzer I Seide an dem Hute des Bräutigams ist neuerdings ver - !
°Die"Abendmahlstracht gleicht der Konfirmativnsklechung Bei dem Traueraewande ist die Strruhaube zur Hälfte mit I einem schwarzen Sammethäubchen verdeckt. Die nächsten verwandten Frauen sind in ein Trauermantelchen üehusit. Es ist | dies ein Ueberwurf, der Kopf und Oberkörper vollständig verdeckt. Die Verwandtinnen weiteren Grades tragen weiße HatS- tücher als Trauerzeichen. Die nur aus Teilnahme zur Beerdigung mitgehenden Frauen tragen schwarze Halstücher; wahrend man in den beiden letzten Fällen eine umgekehrte Farbenwahl annehmen könnte. Das Kennzeichen der tiefsten Trauer dermannllchm leidtragenden ist ein Flor, der teilweise das, Gesicht bedeckt. Die weiter verwaiidten Trauerleute tragen entert Flor, der vom Hutrand aus ein Stück nach hinten hängt. Die nicht verwandten | Männer, die im Leichenzuge gehen, haben kem besonderes Trauerabzeichen. Die Angehörig eit des Entschlafenen trauern 1 bis 14 Jahre. Längere Zeit darf dann ,n dem.Hause ntcht gesungen werden. Die Kleidung der Frauen und Mädchen wahrend dieser Zeit ist schwarz und geht allmählich in farbige und dann helle Tracht über. Die Trauerhäubchen sind anfangs nut einem schwarzen Ueberhäubchen bedeckt, welch letzteres , nach einigen Wochen abgenommen wird. Nachdem nun noch die Stirnhaube längere Zeit getragen worden ist, kehrt man Mieder zur gewöhnlichen Kopsbedeckung, zum schwarzen Setdenhaubchen, zurück.
Bedauerlicherweise ist die beschriebene Fracht mit der damit verbundetien schönen Sitte am Verschwinden. Doch fehlt es nicht an Bestrebungen, sie zu erhalten, was beispielsweise auch Mitzweck des diesjährigen Butzbacher und Biedenkopfer Bolks- trachtenfestes war. Ein treuer Förderer der Volkstrachten tft, um nur ein Beispiel anzugeben, der edle Landesherr, der Großherzog von Baden. Ein biederer Bauersmann wurde von ihm zur Tafel eingeladen. Er lehnte jedoch ab, weil ihm die Hofkletdung fehle. Der Großherzog bestand darauf, daß der brave Landmann in der heimatlichen Tracht erschien.
(Jedes Bild bezeichnet beit Anfangsbuchstaben seines Namens, ,. D.
v Sonne --- s, Glas — g, etc. Die Vokale sind zu ergänzen.) Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nuimnerr ILLER LEAR LAA E R
R _
♦ Forstbotanische Merkbücher werden bekanntlich (oder ist es noch gar nicht genügend bekannt?) auf Veranlassung des Königlich preußischen Ministeriums für Landwirt; chaft, Domänen und Forsten herausgegeben, in denen die „beachtenswerten und zu schätzenden urwüchsigen Sträucher, Bäume und Bestände tm Königreich Preußen" uachgewiesen und des kürzeren oder aus- sührlicheren gewürdigt werden. Diesem freudig begrüßten Vorgehen verdanken wir bereits fünf solcher Bücher. Nr. 1, die Provinz Westpreußen betreffend, ist von Professor Conwentz in Danzig, dem verdienstvollen und erfolgreichen Vorkämpfer für Seunot* schütz, versaßt und bereits 1900 bei Gebr. Bornträger, Berlin, erschienen. Nach seinem Muster und im Auftrage der Regierung ttt demselben Verlage herausgegebeu sind 2) Pommern 1905,3) Hessen- Nas au 1905, 4) Schleswig-Holstein 1906.. Für Westfalen bearbeitete auf Veranlassung des Herrn Ministers der Oberhof- meister a. D. v. Schlieckmann ein Merkbuch unter dem Titel: Westfalens bemerkenswerte Bäume, auf Grund amtlicher NachwAe und Mitteilungen. (Belhagen & Klasing, Leipzig 1904.) Die Nachweise der Bücher betreffen Vorkommen, Standorte und sonst Wissenswertes über die zu schützenden Gegenstände, so vor allem über Bäume, an die sich geschichtliche Erinnerungen titupfen, ober über solche von besonders starkem Umfang und hohem Alter, oder von eigentümlichem Wuchs, wie die Kandelaber- und Har;en- bäume, Knollen- und Warzenbäume; über Hexenbesen, Ve^ wachsungen, Verbänderungen, Ab- und Spielarten, endlich auch über Pflanzenarten, die d urch die Forstkultur zurückgedrangt worden sind. Dank der staatlichen Beihilfe ist der Preis der Bändchen (2.80 Mk. bis 3.60 Mk.) so mäßig, daß sie sich icder Natnr- und Heimatfreund mit geringem Opfer zulegen kann. Die Regierung ist ernstlich gewillt, „ihre Fürsorge der Erhaltung der Naturdenkmäler und der landschaftlichen Schönheiten tn gleichet Weise zuzuwenden, wie sie bemüht ist, geschichtlich bemerkenswerte Bauwerke und Kunstdenkmäler vor Verfall und Zerstörung zu bewahren. Sie betrachtet es als eine dankenswerte Aufgabe, ihre Maßnahmen nicht auf die Förderung rein .materieller ^nteressM des Staates zu beschränken, sondern wo diese nut anderen Interessen in Widerstreit geraten, gleichzeitig auch den Sinn für die Förderung wissenschaftlicher und ästhetischer Ziele rn stllen Schiften der Bevölkerung zu pflegen und zu heben und diedarausge richteten Bestrebungen hilfreich zu unterstützen.. Die Konm. Forstverwaltung geht den Gemeinden und Privatbesitzern mit nachahmenswertem Beispiel voran, indem sie geeiWete Maßnahmen j trifft um in den staatlichen Forsten alle der Schonung bedürf | tigen Gewächse, auch wenn deren Schonung keinen Nutzen abwirft oder selbst Unkosten verursacht, unter ihren Schutz rst stellen. Den staatlichen Auftrag zur Herstellung, des Merkbuches für das Rhein land hat der Naturhistorische Verem der Nhemlaiibe erhaUen, der bereits interessante Vorarbeiten dazu veröffentlicht bgt p. def en Verhandlungen 1905, 1. Bonn). Im Königreich Sachsen wird sich dem Vernehmen nach der nächste Landtag Mit dem Gegen stände des Schutzes der Naturdenkmäler befassen.. Hessen hat den Schutz von Naturdenkmälern schon längst sesetzlich gereqelü Möge das Beispiel der genannten Regierungen auch in den übrigen deutschen Landen entsprechende Nachfolge sindem; benn mmfl v wachsen ist unter Volk mit feinen Bäumen und seinem Wald l T.


