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sie beklommen. Dann noch ein fester Händedruck und sie schritt eilig davon.
Neber sein Gesicht ging ein Leuchten. In ihren Augen hatte eine Antwort auf die Frage seines Herzens gestanden. ___________
VerrniMSss.
* Der berühmte Luftschiffer General Graf Zeppelin äußert sich einem Mitarbeiter des „Schwab. Merkur" gegenüber dahin, daß er allerdings noch mit einer starken Strömung von feiten der Militärluftschifferabteilnng in Berlin zu rechnen habe, die dem Parsevalschen System geneigt sei. Doch Sofft er, daß er den Kaiser bald von der Verwendbarkeit seines Luftschiffes auch für Kriegszwecke überzeugen werde. Dauerfahrten hätte er längst unternehmen können, er wolle aber ivarten, bis das zweite, unt mehrere Meter längere Luftschiff hergestellt sei. Auf die Frage, warum bisher.höhere Aufstiege als bis zu 800 Meter nicht erfolgt seien, erwiderte er, daß dies lediglich aus Sparsamkeit geschehen sei. Der Gasverlust sei in den höheren Luftregionen sehr stark; wenn er aber bei künftigen Versuchsfahrten für zwei Tage Benzin mitnehmen könne, könne er jede gewollte Höhe erreichen. Der Ballon sei imstande, Benzin für vier Tagesfahrten mitzunehmen. Im Kriegsfälle fei übrigens für ein Beobachtungsluftschiff eine Aufstieghöhe von 800 Metern vorläufig genügend, denn das lenkbare Fahrzeug bleibe nicht unbeweglich über einer Festung oder einem Gefechtsfelde stehen, es bewege sich auch nicht zwischen den Kämpfenden, sondern in einer Gegend, von der frische Kräfte in Anzug seien; da scheue man sich doch, auf das lenkbare Luftschiff zu schießen. Zudem könnte auch die Entfernung von unten nur sehr mangelhaft geschäht werden. Im übrigen könnte man von den Gondeln des Luftschiffes aus mit guten Gläsern auf 7 Kilometer Entfernung jeden einzelnen Mann unterscheiden. Der untenstehende Feind täusche sich meistens auch über die voraussichtliche Bewegung des Luftschiffes, da es nämlich bei starken Windströmungen häufig den Kurs wechseln müsse. In einer Höhe von 800 Metern sei das lenkbare Luftschiff kein großes und sicheres Zielobjekt.
* Ein Waldfriedhof für Wi en. Gleich München wird nun auch Wien einen Waldsriedhof bekommen. Der Siadt- rat hat im Prinzip die Errichtung eines solchen im unmittelbaren Anschluß an den Hütteldorser Friedhof in dem der Gemeinde Wien gehörigen Walde beschlossen und den Magistrat beauftragt, das Detailprojekt auszuarbeiten. Dem Waldfried- hofe wird das jeweilige gesamte Gemeindegebiet der Stadt Wien zugemiesen, es sind daher für die Grabstellen einheitliche Preise festzusetzen. Zur Vergrößerung des gegenwärtigen Hütteldorser Friedhofes ist eine an denselben unmittelbar anschließende Grundfläsche zu reservieren.
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Ein Pärchen.
Hei, da geht er, hei, da geht sie. Was zwei schöne Leutchen,' Alle Täglem sind sie so Morgelein wie heutchen.
Wenn ein Armer schuldig bleibt Ihnen ein paar Schüldchen, Wird er ernstlich aufgemahnt, Ohne ein Geduidcheisi
Und sie gehn zum Richteriein, Richten ihn zu Gründchen — Schmunzelnd dann im Trciblein heim Gehn zwei schlechte Hündchen. Gottfried Keller.
Sprachecke des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins
Mülheim-Ruhr und Frankfurt a. Oder.
In unserer vielschreibeuden Zeit, da es so maudjer trotz Hast und Schnellebigkeit für nötig hält, statt erscheinen immer in die Erscheinung treten zu sagen, zum Vortrag bringen statt Vorträgen usw., kurz statt eines drei oder mehr Wörter zu gebrauchen, da fällt es diesem selben manchen anderseits gar nicht schwer, ein paar armseligen kleinen Buchstaben Tag für Tag nach dem Leben zu trachten, weil er sie wohl für überflüssig hält oder meint, sie nähmen doch allzuviel Raum ein. Ein sonderbarer Gegensatz! So liest man bereu fast kaum noch Mülheim a. d. Ruhr, Halle a. d. Saale, Frankfurt a. d. Oder, Limburg a. b. Lahn; nein entweder beiden, oder wenigstens einem der beiden abgekürzten Wörtchen wird der Garaus gemacht, und nun heißt es: Mülheim-Ruhr, Halle a. Saale, Frankfurt-Öder, Limburg a. Lahn usw. Bei der Schreibung mit Bindestrichen ver- würt man den Einfluß der Depeschensprache, in der man sogar Mülheimruhr und Wüstewaltersdorfbzbreslau schreiben darf; aber die darf doch nicht für unsere Rechtschreibmtg maßgebend werden, sonst würde cs gar bald schön damit aussehen!" Dresden-A. ist richtig, denn es heißt: Dresden-Altstadt; aber Forst-Lausitz
und Naumburg-Saale und Homburg-Höhe ist falsch, beim es heißt: Forst in bet Lausitz, Naumburg an der Saale, Homburg vor der Höhe. Und ivas bat denn das arme „d." getan, datz man cs so oft beiseite schiebt, z. B. auch in Luns a. Pegnitz und Neustadt a. H. ? Am Bahnhof in Halle steht sogar in Riesenschritt zu lesen: Halle a. Saale. Ja, wenn es an einem (FesWaale läge, dann wäre ja alles richtig so! Soll man vielleicht künftig auch abkürzeu Mirfat: „B." statt „z. B." und „h." statt „d. h."? Folgerichtig wäre das! „a." allein, wiö man jetzt meist zu schreiben — und, selbst wenn es anders! vorgeschrieben ist, zu drucken — beliebt, kann nur „am" heißen, nicht „an der", und nicht allein unserer Schuljugend, nein! auch den Alten macht man es mit diesem „a." gar zu schwer: wer kann beim von allen deutschen Flüssen imb Bächen wissen, welches Geschlechtes sie sind, ob es z. B. ber Pegnitz ober bte P. heißt? und wer kann wissen, ob mit Neustadt a. H. nun das an der Hardt oder das am Harze gemeint ist? und wer endlich versteht Riedern a. W. richtig anszulöseu? Anders und besser macht es die Post, der es ja auch auf Kürze und Deutlichkeit ankommt, und ihr sollte jeder Schreibende und jeder Setzer Nachfolgen, der das a. oder a. d. vermeiden will; sie schreibt: Sprem- berg (Lausitz), Senheim (Mosel), Selters (Westerwald), Bergen (Rügen), Bergen (Vogtland), Bergen (Kr. Hamm), Mülheim (Ruhr) usw. usw. Wer aber denjenigen entgegeukommen will, denen! die Landeskunde wie so häufig nur oberflächlich beigebracht worden ist, und die über das oft so schwankende Geschlecht der Flußnamen nicht gut Bescheid wissen, der sei noch deutlicher und schreibe eben: Frankfurt a. d. Ober, Neustabt a. Harz, Neustadt a. d. Hardt, Winsen a. d. Luhe, und bedenke, daß es, wenn man die beiden Mülheim durch Zusätze unterscheiden will, Rheinmülheim und Ruhrmülheim heißen müßte wie Rheinbreitbach und Waldbreitbach, Rheinzabern und Bergzabern, wie Saarelben, Saarwellingen, Ruhrort, Wipperfürth usw. Da wir statt „an dem" in alten, diesen Verbindungen stets das kürzere „am" aniveubeu, so ist keine Gefahr, baß „a. b." etwa von jemand zu „an dem" aufgelöst iverben könnte.
Weihnachts-LiLceaLm.
— Jugenbglück unb Sonnenschein. Erinnerungen ber Jugend erzählt von Marie Elisabeth Ludwig. Ca. 210 Seiten mit 8 Textbildern und 8 ganzseitigen Volksbildern, davon 3 in Vierfarbendruck von Dora Gustav. Ein frohgemutes Buch, in dem sich in 16 Kapiteln ein reiches Kinderleben in neuartiger Erzählungsform vor den Lesern entrollt. Wie eine Robin- simade erzählt Tante Elisabeth ihren Nichten die bald Humor- voll-sonnigen, freubtgeii, bald ernsten Ereignisse ihrer Kinderzeit,
Goldene Worte.
ES ist eine Sprache, die alle Menschen verstehen, diese ist: gebrauche deine Kräfte I
Ernster, guter Wille ist eine große, die schönste Eigenschaft des Geistes. Nur die Absicht gibt dem Aufwande von Kräslen Wert. Und fo erheben wir uns über Lob und Tadel der Menschen.
Es ist nichts als Tätigkeit nach einem bestimmten Ziele, wa8 das Leben erträglich macht.
„Tie Verminst hat geleistet, was sie leisten kann, wenn sie das Gesetz findet und atifstellt; vollstrecken muß es der mutige Wille und das lebendige Gefühl. Wenn die Wahrheit int Streit mit Kräften den Sieg erhalten soll, so muß sie selbst erst zur Kraft werden . . . Woran liegt es, daß wir noch immer Barbaren sind? . . . Ein alter Weiser hat es entphmben und es liegt in dem uietbebcuienbeit Ausdruck versteckt: sapere attde! Erkühne dich, weife zu sein! Energie des Mutes gehört dazu, die Hindernisfe zu bekämpfen, welche sowohl die Trägheit ber Natur, als tue Feigheit des Herzens der Belehrung entgegensetzen." Schiller.
Krenzriitsel.
In die Felder nebenstehender Figur siub die Vuchstaben aaaaccd eeeee^g h h h h i i iiiiiiiill Innrerennrrsssstt derart einzutragen, baß die wagerechten imb senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes ergeben:
1. Eine Insel.
2. Eine Münze.
3. Ein Höhenzug.
Anflösimg in nächster Nummer.
Auflösung der Charade in voriger Nummer r Sturzbach,
Redaktion: D. Wittko. — Rotationsdruck unb Verlag ber Brühl'scken Universitäts-Buch» und Steindruckerei. R. Lange, Gießen.


