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zu backen, was bei den deutschen Hansftauen aus etitS hinaus­läuft. In der blauen Küchenschürze war Frau Bilse nicht ganz ohne Reiz. In großer Toilette, mit dem spitzen Tirolerhut, der ivte ent Würfelbecher aussah, und mit bent. kurzen, grünlichen Rock, der den Bauch hervortreten ließ, verlor sie viel von ihrem Zauber. Professor Bilse aber merkte das alles nicht. Ich glaube übrigens, daß er nie daran gedacht hat, seine Frau richtig anzusehen. Sie aber sah ihren Mann immer an, sie betrachtete ihn sogar,. während er friedlich seine Pfeife rauchte, mit zärt­lichem Gesichtsausdruck. lind ihre Blicke zeigten mir ihre ganze Seele. Ich kam zu dem Schluß, daß alles in allem das Glück der deutschen Frau beneidenswert sei: ihr Haushalt ist ihr Königreich und ihr Gatte sorgt für reichlichen Nachwuchs. Ich habe mich immer gefragt, was eine Frau noch mehr wünschen kann."

Nun, als Gegenstück dazu die amerikanische Ehe. Ich hatte geglaubt," so schreibt die boshafte Französin,daß die Sklaverei abgeschafft sei: in Newhork habe ich entdeckt, daß es damit nichts ist. Es gibt noch Heloten: das sind die amerikanischen Ehemänner. In frühester Jugend schon lernen sie ihr hartes Metier, indem sie zuerst ihren Schwestern als Marterholz dienen. Der amerik. Boy muß allen Launen der kleinen Mädchen nachgebcn. Denn dte Frau in Amerika ist eine schreckliche Despotin und ist in den Vereinigteit Staaten an die Stelle der steinernen ober hölzernen Götzenbilder getreten, denen die Rothänte ihre Men­schenopfer darbrachten. Für die Amerikanerin ist der Mann eine Geldverdienmaschine. Eine andere Daseinsberechtigung hat er nicht; ihre Sache dagegen ist eS, das Geld anszngeben. Man frage nur ein junges Mädchen, das mit einem braven Jungen in bescheidener Vermögenslage verlobt ist, wie es irgend einen Feiertag! mit seinem Liebsten verbracht hat: sie wird triumphierend ant­worten:Er hat für mich soviel Geld ausgegeben!" Ein Ver­gnügen, das nicht teuer ist, ist für die Amerikanerin niemals ein Vergnügen. , Und wenn der arme Teufel auch an einem einzigen Tage fein ganzes Monatsgehalt draufgehen lassen mußte, ihr macht das keinen Kummer! Ist er verheiratet, so geht dieser unglückliche Mann schon am frühen Morgen in die Bank ober ins Geschäft. Während des ganzen Tages nimmt er sich kaum Seit, in der nächstgelegenen Var im Stehen ein Glas Milch zu trinken: feine Seit gehört dem Idol, und er hat fein Recht, auch nur ein Teilchen davon für seine persönlichen Bedürfnisse zu vergeuden. Abends kehrt dieser Gatte abgemattet und abgetrieben heim, d. h. fast immer in einboardiug-house", denn er hat nicht einmal einen eigenen Herd, da die Ameri­kanerin sich die Mühe, einen eigenen Haushalt zu führen, sparen will. Und seine Frau stellt ihm, zu seiner Erholung,the com- bination" latus Seide ober schwarzer Wolle, worin unter einer Falbelrobe für 200 Dollars ihre ganze Unterwäsche besteht, in einem Waschbecken vor die Nase, auf daß er sie wasche, während sie selbst im Schaukelstuhl liegt und Ronmne liest. Das schlimmste ist, daß die Amerikanerinnen ihre Gatten, die sie zu Sklaven gemacht. haben, verachten eben weil sie Sklaven sind. Sie werfen ihnen vor, daß sie nur für das Materielle zu haben feien, und dabei find sie selbst es, die die Männer zum Ma­terialismus erziehen. Die reichen Erbinnen heiraten nur Männer, wie sie in den französischen Romanen vorkommen", und machen dann an sich selbst die Erfahrung, was es Heißt, schlecht behandelt zu werden. . ."

Vermischtes.

* Studenten ulke in früherer Zeit. Ein origineller Spruch aus dem Jahre 1628 charakterisiert die Studenten ver­schiedener Universitäten folgendermaßen:Vitebergenses Biersauf- fer, Jngolstadiens Balger, Erphordienfes Lauttenschlager, Heidel- bergenses Fechter, Lipsenses Vrcttspieler, Viennenses Sänger, Francofurdenses Pfeiffer, Colonienses Weinsauffer, Jenenses Ball- schläger, Marpurgenses fleißige Studenten." Aus dem Ende des 16. Jahrhunderts stammt das mehrere Hochschulen gleichfalls treffend bezeichnende Wort:

Von Jen vnd Leipzig ohne Weib, Von Wittenberg mit gefunbem Leib, Von Heimstatt ungeschlagen Weiß wol von Glück zu sagen."

Die in ber zweiten Verszeile angegebene Warnung bezieht sich auf ein Wälbchen in ber Nähe von Wittenberg, ben sogen. Spekt", in dem Jüngerinnen der Venus vulgivaga ihr Unwesen trieben. Luther sah sich Hierdurch veranlaßt, am 13. Mai 1543 eine scharfeErnste Vermahn- und Warnschrift an die Studenten zu Wittenberg" an die Tür der Schloßkirche anzuschlagen und hierin die leichtfertigen Studiosen auf die Gefahren des Umganges mit denfranzöfischten, gifftigen Dirnen" hinzuweifen. In derBuckeliade", einem jetzt sehr fetten gewordenen Epos aus dem Erlanger Studentenleben ber zwanziger Jahre des 19. Jahr­hunderts, wird von einem recht appetitlichen Brauch erzählt, der u. a. bet Gelegenheit des Kirchweihfestes im Fleischmannshaine bet Erlangen üblich war: Wer kannte nicht die schmacklichen Bratwürste, die man vor Zeiten für einen Pfennig durchs Maul

ztehen (!!), für einen Kreuzer aber sogar essen durfte? Heutigen­tags würde wohl nicht nur die gestrenge Polizei ein Veto gegen eine derartigeHarmlosigkeit" einlegen. Welchen Vergnügungen int 18. Jahrhundert die Gießener Studentenschaft sich hingab, erzählt uns Magister L a u k h a r d u. a. int 1. Bande feiner SelbstbiographieLeben und Schicksale". Besonders beliebt warTas garstige ober wüste Gesicht", über welches wir auf Seite 217 des zitierten Buches folgendes lesen:Tas garstige oder wüste Gesicht war eine Larve von scheußlichem Aussehen,- welche an einem Bündel ziisammengerollter Lappen auf einer hohen Stange befestigt ward. Tiefe Larve nahm ein Student ich selbst habe eine dergleichen gehabt trat des Abends spät vor ein Hans, lu'o die Leute, wie's in Gießen sehr gewöhnlich! ist, wegen ber Feuchtigkeit, im zweiten Stock logierten, und klingelte ober klopfte. Kam nun jemand ans Fenster, um zn sehen, wer da wäre, so hielt man ihm das wüste Gesicht Oor,- worüber dann die guten Leute zti Tode erschraken. Wir gou- bierten uns ober baß darüber." Wie entschulbigeub setzt Lank- Hard seiner Beschreibung hinzu:Schusterjungen sind heute deli­kater und gesetzter." August Jäger, genannt von Schlumb, der ungenannte Verfasser des kuriosen RomansFelir Schnabels Universitätsjahre", eines jetzt sehr schwer zu erlangenden Buches aus dem Jahre 1835, unterrichtet auf S. 314 über das fegen. Gosseurecht", welches damals in Göttingen, iinaufgeschrieben, bestand:Tas Gossenrecht ist ein uraltes Herkommen, welches von den Studierenden auf das Genaueste beobachtet wird, und dessen Verletzung jedesmal ein Duell nach sich zieht. Vermöge desselben , kann Derjenige, welcher auf den Trottoirs alle Straßen in Leinathen haben bereit, einige Nebengassen, wie klein Paris nsw. ausgenommen die Gosse zu feiner Linken hat, verlangen, daß die Begegnenden ihm answeichen. Auch auf zwei nebeneinander Wandelnde erstreckt sich dieses Vorrecht, ein Dritter muß seiner Seits Platz machen. Hieran gewöhnt man sich so, daß mau oft außerhalb ber Stadt durch die fast unwillkürliche Behauptung des Gossenrechts in Colliswnen verwickelt wird."

* A u s K a r l ch e u M i e ß n i ck s A u f f a tz h c ft. Der Sport.- Es gibt viele Spörbte, am häufigsten is ber Möbeltransport)^ aber nur in ber Zihzeit, sonst ist dos Automobihl betibter; weil alles beileibe hupt, wenn ein Auto tutet. Es gibt auch Rad- Straßengrabcn und Polizeiligen Strahfversühgungen, indem sie zu schncl faren un nicht getutet hoben, was Hupe genannt wird, weil aller beiseide hupt, wenn ein Auto tutet. Es gibt auch Rad- farspordt, der is billicher aber nich fein, indem dos doch bie Radfarer sogahr bie Lasst pumpen missen. Die Farreder fin vernickelt, mein grohser Bruder aber Hot seins versilberd und nu is er radlos. Zum Nuhdersport gehört Wasser un ein Par tüchtige Arme. Wenn si ruhdern, baß sie Treuen schwitzen fin si im Trening un dann faren fi Rehgatte, wo sie sich Preihse holen, mannigmal auch blosn Schnuppen. Ein schöhner Spordt is auch der Kletersport, wenn man nicht abstürzt, was aber auch nichts tut, weil man ba gleich tobt is ober wenichstens halb.; Die Kleterer haben Eispickel, aber nich ins Gesicht, sondern blohs in der Hand, indem daß sie Stuhfen damit hakken. Sie werden von Fürern an kurtzer Seine geführt, aber kenn eine Alwine kommt, fin fi futsch. Ter Turnspordt is sehr gefunt, habet kann nichts baffieren, darum rufen fi auch egal gut heil, indem es gut gegangen is, und sie heil geblieben fin. Tie Turner fin immer sehr luftig un haben 4 f in einem Gürtel, d. h. fergnügt, for- sichtig, follkommen und figilant. Sie ferloben sich auch manchmal un das nennen sie Freiübungen. Auserdem gibt es noch Fuß- ballspordt, wo sie Belle svumschleudern, un wie ferrickt laufen. Mannigmal sitzen sie auch -auf Ferden, dann is aber in Brasilien un heißt Polo. Ter Reitspordt is auch sehr beliebd,. sbeziell beis Rennen, ivo aber mancher sich tobt stürtzt, weshalb sie gleich einen Todtalisator hort haben. Am Anfang, das Heist ehs los­geht, starrt alles auf die Ferde, weßhalb man von Starrt spricht; wer zuerst hinkommt, hat gewonnen un kricht Geld. Es gibt auch noch einen Ansichtskartenspordt, aber Vater sacht, das toere kein Sport, das toere grohber Uufuch, womit das ich schliehse,

* Also deshalb! A.:Wie sind Sie dazu gekommen,- Vegetarianer zu werden?" V.:Ich war ein Jahr Gehilfe in einer Wurstfobrik."

* Amerikanischer Humor. Des Rätsels Lösung. . Ein Frauenklub hatte einen Preis für dasjenige seiner Mitglieder ausgeschrieben, das die Aufgabe:Wie mache ich meinen Mann am glücklichsten", in der kürzesten und erschöpfendsten Form lösen würde. Alle beteiligten sich mit Eifer an der Lösung, und während die eine das Problem von der poetischen Seite ausfaßte, nahm es die andere mehr von der religiösen. Ten Preis erhielt jedoch eine alte Jungfer, bereit ganzer Essay aus den bret Worten bestand:Füttere das Viech!"

Scherzrätsel.

Nimm eine Heilste vom Ei, ein Viertel der saueren Gurke, Sind) uom Radieschen ein Stück, siehe, nun hast du ein Weib.

Auflösung in nächster Nummer.

OrbMsHKr P« Wittko. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Büch- imb Stemdrnckerri, R. Lange, Gießen.