mir kürzlich viel davon und gar eine contessa, ihr wird nichts verlangt,
sie ihn lebhaft. Durch die Seinen weiß mit Professor Villatte, von ihrer Flucht Hause, wo sie so sicher geborgen war.
er von ihrer Verlobung ans dem Walldorfschest Sie war ja ein blut--
sie; „die Signora Liugia Ambrogi hat gesprochen, — eine italienische Dame, braucht sich um nichts zu kümmern, von als Schönheit und Grazie."
Sylvia, die zuletzt abgewandt mit
Won der Großmutter des Gießener Anzeigers.
(Fortsetzung.)
Die letzte Nummer des Jahrganges 1802 vom Gießener Anzeigungs-Blättchen brachte eine höchst seltsanie vierseitige Beilage. Sie gewährt Einblick in die Bitternisse der Schicksale eines betrogenen Eh ein a nnes und sei hier wortgetreu, doch unter Abkürzung des Namens, niitgeteilt:
~ Stzlvia stürmt in die Kammer, sie sieht den Abbate Lucci die Straße entlang kommen, — ha! nun sind ihr ja dessen Besuche auch klar. Sie kann ihn nicht sehen, seine salbungsvollen Worte und süßlichen Reden nicht ertragen.
„Laß mich!" ruft sic mit ausbrechender Heftigkeit und reißt sich ungestüm von der Mutter umschlingenden Armen los; „ich muh Luft haben, Ruhe, Besinnung. Ich will hinausgehen."
„Wohin, wohin, Sylvia, es schickt sich nicht, daß du allein gehst."
junges Ding, gründlich unerfahren; ob die Mutter sie dazu verleitet hat? Und wie mag sie mit Roderich stehen — damals glaubte er, Roderich sei in sie verliebt. Hier scheint er sich gar nicht um sie zu kümmern, was ja recht auffallend ist.
„Wenn Sie den Wunsch haben, die Kaiserpaläste zu besuchen, biete ich mich Ihnen gern als Führer an," sagt er jetzt; „und vielleicht siudeu Sie au mir einen besseren Erklärer, als an der Donna Luigia."
Um seinen Mund zuckt es seltsam, beinahe verächtlich, als er den Namen der Dame ausspricht.
Sylvia sieht lebhaft, sehr überrascht und dankbar zu ihm auf.
„Haben Sie Zeit? O, wie freundlich wäre das von Ihnen." Er erscheint ihr wie ein Erlöser.
„Gut," sagt er, „aber der Weg ist weit, wir müssen einen! Wagen nehmen." Er winkte einen Fiaker herbei.
Während sie den Corso entlang fahren, beobachtet er sie heimlich. Sie sieht zart aus', ängstlich zart, als müsse sie sehr geschont und gehütet werden. Und in dem Leben, welches sie führt, ist davon nicht die Rede. Sie hat noch das süße Kinder-, gesicht; was sie an Frische eiugebüßt, Ivird ersetzt durch den! rührenden leidenden Ausdruck — er sieht sie wieder als Kind^ als kleine Elfengestalt in den Tanzstunden in seinem Arni! schweben, wie ihre Elfenfüßchen den Boden kaum' berührten.. Tie kleine Sylvia von damals, die sein Knabcuherz so heiß entzündete, mit der er in den Himmel zu fliegen vermeinte^ Das war lange Her.
(Fortsetzung folgt.)
- - „ ............. gerungenen Händen da-
gestanden, dreht sich herum, und sieht der Mutter ins Angesicht. „Nie! nie!" ruft sie wild. Es liegt ein veränderter, ein verzweifelter Ausdruck auf ihren Zügen.
„Sylvia! Sylvia!"
_ Berichtigun g.
Schon wähnte ich mich den Stürmen des Schicksals, dessen Wechsel ich so oft erfuhr, entronnen; — schon freute ich mich in dein Zirkel meiner kleinen Familie einer frohen Zukunft, träumte mir Seligkeiten, und glaubte durch Rechtschaffenheit, Fleis, saure Mühe, und rastloses Bestreben, den Meinigen ein Glück zu bauen: als plötzlich all' meine schönen Ideale wie Träume verschwanden, alle meine Gebäude von Glückseligkeit einstürzten, und ich ohne Freund einsam wie ein dürrer Baum da stand, dessen Blätter welkten, und dessen Aeste abfielen.
Ein hämisches Geschick, ins heuchelnde Gewand erlogener Teilnahme gehüllt, untergrub durch den Zauber schmeichlerischer Täuschungen Jahre lang meine Ruhe, — zertrümmerte meine Hofmmgen, zertrat mit dem Hohngelächter der Hölle meinen häuslichen Frieden, zerriß die zärtlichsten Bande einer glücklichen Ehe, — und raubte mir sogar noch ein Herz, das die heiligste Sympathie des Bluts an mich knüpfte.
Der rechtfchafene Mann hat für den Summet’ keine Thränen, sondern er handelt; — er weicht der Kabale aus, aber er fürchtet sie nicht. Der Mann aber, welcher sich selbst bewußt ist, und beide Seiten seines Schiksals, die gute und die böse kennt, bietet ihm inuthig die Stirn, und schont nichts, besonders wenn er wie ich, gerechte Sache hat, wenn blos lächerliche Schikanen und albernes Interesse kleinlicher Menschen gegen ihn die Zähne blekken, und man sich um seiner Ehre Flekken 'anzuhängen, solcher Erdichtungen bedient, die schon bei der ersten Ansicht das volle Gepräge offenkundiger Unwahrheiten an sich tragen.
Ich bin es meiner Ehre schuldig, in meiner Sache, die gegenwärtig von vielen Seiten betrachtet und beurtheilt wird, die Meinungen des Publikums zu berichtigen.
Ich habe um so weniger Ursache Publicität' und Licht zn scheuen, da ich hier in Giesen beinahe drei Jahre unter den Augen des Publikums handelte, und mein Betragen in moralischer, als jeder anderen Hinsicht, hinlänglich bekannt, auch Jedermann bis zur Ueberzeugung davon unterrichtet ist, was ich für meine Fran und Kind that, ivie ich als redlicher Gatte und Baler durch Ueberw'.ndung ungeheurer Schwierigkeiten, für ihr Glück und Zufriedenheit sorgte, und auf nichts anders als ihr Bestes bedacht war. Ausfallend mußte es daher Jedem seyn, als meine Frau mich au? Eingebungen Dritter Personen, plözlich, wider mein Wissen und Willen verlies. Aber empören mußte es Jeden, daß auf em« mal Namens der Verirrten, gegen ihren schuldlosen Gatten, der ihr soviel Gutes erzeigte, die er zärtlich lebte, ihr die sprechendsten I „ e,ueiie feiner Rechtschaffenheit und Sorge für ihr Wohl gab, der tr x I Ile dem Tode entriß, dein sie aus vielerlei Hinsicht hohen
1 Dank schuldig war, eine Klage eingereicht wurde, in welcher man
cfKin': .er eiu gutes, freundliches Gesicht, zöaernd ?r1,ha^u[t iue^ von ihm zu ihr. Sie antwortet Palatin iS 1 "’l rcni, ,md) den Kaiserpalästen des Palann habe eine italienische Dame abholen wolleii, diese sei i ? b« M""er habe Besuch. Es überkömmt
derm-g ch. ^hr anffasien muß, sie allein auf der Wan- b uud darum ist ihre Rede etwas konfus,
dem «Ä Verwirrung keineswegs. Wer weiß, was Paul stellt (lEr lJtz 6ct ber butter ist allerlei möglich. Leit Ä via allüi £ Ä” »ichts; * ist die Gelegen- E' o - m -Ischen, sehr willkommen. Serr er ne
I bedenklichen Verhältnissen gefunden, interessiert
Frau Cölestine packt eine unbekannte Angst, so widerspenstig war Sylvia nie. Mein Gott! und da kommt schon der Abbate, sie kann das Mädchen nicht zwingen in diesem Augenblick. Wenn der Abbate erführe, lute sehr Sylvia dieser Heirat widerstrebt — uud sie ist in ^diesem Augenblick im stände, ihm das zn sagen.
,^Sylvia! Sylvia!" flüstert sie in ängstlicher Erregung, „geh zlir Signora -rniigin, sie wollte mit dir auf den palatinischen Hügel gehen — erinnerst du dich — du hattest den Wmisch, die Kaiserpaläste zn sehen; mich langweilen die Ruinen. Ich sage dem Abbate, du seiest dahin gegangen. Addio, carissima! Signora Luigia imrd dich beruhigen, erheitern, zerstreuen."
Sie küßt Sylvia, rückt ihr den Hut zurecht, nestelt die fuoche ihres Jäckchens zu. Sylvia hört den Schritt des Abbate schon im salvne und fein charakteristisches Räuspern; sie eilt durch die Seitentür von der Schlafkämmcr aus auf den Flur und die Treppe hinab. Frau Zernial pustet, ihr hat der Atem ^agt bei dieser Katastrophe, dann glättet sie ihre Frisur, legt ihr Gesicht m die demütigen, verbindlichen Falten und tritt m den salone den Abbate zu begrüßen.
^ Sylvia lehnt unten noch an der Mauer des Hauses. Ihre Fuße zittern, sie fühlt sich todesmatt. Was soll werden, wohin JiTx&e fliehen? Ihr bietet sich nirgends ein Ausweg. Sie 'chKlcht langsam auf dem schmalen Trottoir entlang, hinunter nach der Piazza di Spagua. Die Luft ist frisch und schön, der Himmel über ihr wolkenlos blau. Zu der Signora Luigia ivill sie nicht gehen; diese redselige Freundin der Mutter, eine noch lugendliche, sehr korpulente Italienerin, ist ihr unsympathisch Ueberdles siegt die Dame gewiß noch in den Federn und sie tonnte sich auf ein stundenlanges Warten gefaßt machen, sollte die sie zum Palatin geleiten. Auch graut ihr vor dem Wort- schwE m der fremden Sprache, die sie nur halb versteht
Da geht sie lieber allein, warum nicht — am hellen Tage, L wevkenm sie denn hier. Es ist Alltag, bei den Ruinen oben wird es leer sein. Sie geht zögernd weiter — dort im Palazzo Ruspoli wohnt die Russin — Roderichs Geliebte. Warum E Jfi5tratet ~ l'ie 'Nuß eine sehr bedenkliche Dame S folcl). eurem Verhältnis verharrt. Hier herrschen
rechts freie Sitten, niemand nimmt Anstoß daran.
. .'st f° furchtbar elend zn Mut. In jenem Hanse in ! but Roderich seine Wohnung, sie hat ihn dort ans I b°Ä,,Se"- .£r bat einmal bei ihnen vorgesprochen, !
öurnr^lrncöi. U'cht zu Hause getroffen, und seine Karte »umckgelasseu. Sie leben m einer Stadt und sind weit getrennt.
^^ E tetzt nut hastigen schritten an dieser Stelle vorüber. Da laa? fte' ba6 fie begegnen könne, i
PO.« sagt eine Stimme hinter ihr; „Guten Morgen."
K-f zusammen und wendet sich um.
auf Monte^av^.7^feit « sie an jenem Abend ‘ 'm?11/6 v ^begrüßt, häufiger getroffen hat.
allein? sägt e? eie ’ W h-ute morgen, ganz


