372
kkenst, also tnnerMb des betveffcnden Zarenschlosses, ttttb die andere den Außendienst versieht, der sich auf die Bezirke außer-- halb des militärisch bewachten RahonS erstreckt. Da man mit den Passierschemen trübe Erfahrungen gemacht hat, und auch sonst die Zuverlässigkeit der Beamten selbst im engeren Hofhalt des! Zaren Mark angezweifelt wird, so hat General Tedjulin besondere Bvrschriften erlassen, die den Zugang in der Whe der Zarenschlösser und den Verkehr mit den Hofbeamten sehr erschweren. Alles in allem: den Zaren umgibt die denkbar bestd Bewachung, sodaß nach'menschlichem Ermessen ein enrsckr Zwischenfall so gut wie ausgeschlossen ist, vorausgesetzt natürlich, daß pre gefaulte Umgebung des Zaren zuverlässig bleibt.
* D as Tnrnierder Hennen. Man schreibt aus Loudon: Alle.englischen Geflügelzüchter harren gespannt des 10. Februar; tot diesem denkwürdigen Tage wird das große Turnier der Hennen feilt, Ende erreichen und in Stocks Farm, Rahne, in der Grafschaft Essex werdeit die Preisrichter verkünden, welche von den kichen Tieren des Siegerlorbeers würdig ist. Seit dem 22. Oktober bemühte sich das brave Federvieh, ihren Züchtern Ehre zu mache-:. Ein Teil ber Tiere ist in geschlossenen Raunten interniert, die andern verbringen ihren Tag im Freien. Für die Ge- Mgelzüchter ist es natürlich von größtem Interesse zu erfahren, ttt welcher Weise die Temperatudverhältnisse auf die Eierproduktion einwirken und ob der Aufeitthalt in geschlosseneit Ställen die Leistungsfähigkeit steigert. Bis jetzt freilich haben die Ergebnisse sich für bett Aufenthalt im Freien ausgesprochen; das einfache Leben scheint bett Hühnern mehr zuzusagen, als das Dasein in ihren Salons, die künstlich erwärmt werden, aber sie nur weichlich und faul machen ttttb ihren Ehrgeiz erlahmen lassen. Jedenfalls haben bis jetzt die int Freien lebenden Tiere fast durchweg bessere Resultate gebracht. Groß scheint der Eifer der befiederten Rivalen Ku sein; über 5000 Eier haben das Licht der Welt erblickt. Die internierten Kennen hatten nach Ablaus der ersten drei Monate 1654 Eier produziert; aber ihr Kampf gegen die im Freien wir- kenben scheint hoffnungSlos, denn diese legten in derselben Zeit 2405 Eier. Ein solcher Vorsprung ist schwer einzuholen. Als Favoriten unter den internierten gelten vier prächtige, goldgelbe Wyandvttes. Stolz blicken sie zurück auf eine Leistmtg. von 150 Eiern. Gleich neben ihrer Behausung picken die vier schwarzen Mitwrcas, die ihren Besitzer rücksichtslos im Stich gelassen haben und als die faulsten der ganzen Kämpfer gelten. Nur zehn Eier stehen auf ihrem Kvnto. Interessant war es übrigens, den Einfluß des Schneewetters zu beobachten. Während der letzten so- ungewöhnlich schneereichen Woche gingen die Leistungen in bett geschlossenen Ställen fast durchweg um 60 Proz. zurück; ausfällig dagegen ist, baß die int Freien gackernden Hühnerdamen sich um den Schnee, der bis zu zehn Zoll Höhe sich häufte, herzlich wenig zu kümmern schienen, sie blieben in der Mehrzahl in bester Form und taten ihr Möglichstes, ihren Züchtern Freude und Ehre zu macheit. Nur eine Gruppe französischer Favvrelles streikte. Vier Wyandottes, die bis dahin sich tapfer gehalten hatten und an der Spitze marschiert waren, bekamen plötzlich die Sache satt. „Mit einem Mal wurden die vier von Nr. 135 wütend," so erzählt der Inspektor, „und lärmten eine Weile heftig. Seitdem haben sie nicht ein Ei mehr gegeben." Niemand weiß, L mm diese vier plötzlich ihre Taktik änderten und in passive Resistenz verfielen. Uber so sind diese Hennen.....
* Andrew Carnegie, der amerikanische Stahlkönig und Millionenspender. Schon als ganz armer Junge — sein Vater war damals Webermeister in Dunfermline in Schottland und mußte, durch die neu auskotnmende Maschinen- ■ arbeit zugrunde gerichtet, nach den Vereinigtett Staaten auswandertt - — setzte sich Carnegie das Ziel, Millivnett zu erwerben. Und : dieses Ziel hat er erreicht; er hat durch Beharrlichkeit, Um- ‘ sicht und kluge Ausnutzung der Verhältnisse Reichtümer auf Reichtümer gehäuft und so das Glück mit einer Folgerichtigkeit gezwungen, die etwas Verblüffendes hat. Als er sich aber 1901 zur Ruhe setzte und seine Werke dem Stahltrust überließ, setzte der Manu, der die allerMhnsten Hoffnungen seiner Jugend verwirklicht sah, sich abermals ein Ziel: er wollte nun seine Millionen wieder loswerden, fortgeben für andere und bei seinem Tode wieder fo arm sein als bei seiner Geburt, ©eine Stiftungen für philantropische Zwecke, für Universitäts- und Bibliotheksgründungen haben im letzten Jahrzehnt bereits die ungeheure Summe von 260 Millionen erreicht; es gab Jahre, in denen er bis zu 60 Millionen fortgab. Und doch ist es nicht immer leicht, derartige Riesensummen so nnterzubringen, daß sie wirklich Gutes stiften; denn Carnegie geht vor allem von dem Grundsatz aus, nur denjenigen zu helfen, die sich selbst Wetterhelfen können und wollen. Legt man aber den Maßstab seines Erfolges und seines ganzen Lebens an diesen Vorsatz, arm zu sterben, so ist 'e8 gewiß nicht ausgeschlossen, daß au.ch Cav- negtes Millionen einmal jctile werden".. — ,Welt und Hans' bringt int Heft Nr. 36 einen Artikel über Carnegie, der in Verbindung iittt einer Reihe seltener Originalaufttahmen von Carnegie und seinem fürstlichen Besitztum Skibo Castle in Schottland ein anziehendes Bild von dem Charakter und der Lebensweise des' ameriGnischen Multimillionärs entwirft. '
Mode.
F= „Wie Hei den wir uns für die Reise, für die See, fürs Gebirge, was nehmen wir mit in Koffern und Schachteln, was ist elegant und zweckmäßig für den Svimneraufent-i halt außerhalb des eigenen Heims?" — Das sind die Fragen, die jetzt viele unserer Leserinnen beschäftigen. Die Antwort bringt ihnen das zweite Juniheft der in Frankfurt a. M. er- scheinenden „Mode von Heute", welche übrigens bei den gegenwärtig tu S8ten stattfindenden Ersten internationalen Mkode-Ausstellmtg die höchste Auszeichnung, den Grand Prix, erhielt. Das Heft zeichnet sich durch größte Reichhaltigkeit auch Dutzende neuer Toiletten werden in ausdrucksvollen Illustrationen vor Angen geführt und in flotter Schilderung behandelt, jeder Geschmack kommt auf seine Rechnung, auch jedes Alter und Portemonnaie. Dann finden wir neben Blusen und Badeanzügen noch Hüte, Handschuhe, Schirme, Morgeuröcke, Gürtel berücksichtigt, wie auch der Wäsche und den Handarbeiten ein breiter Raum gewidmet ist, stets unter Beifügung einer Fülle guter Abbildungen, die wirksam den Text unterstützen. Jeder Nummer liegt zudem ein Schnittmusterbvgen und ein Schnittmuster bei, sodaß die Abonnentinnen jährlich 24 neue GMiis-Schnitte in Seidenpapier erhalten für Röcke, Jacketts, Kinderkleider, Blusen, Mäntel und Wäsche re. rc. — AN den Modenteil schließt sich der literarische Teil.
Der Berfchvnerrmgsverem vor» SieSenlehn.
In der Schuhstadt Siebeulchu Stellt sich 'raus, es wär' doch schön, „Wenn die Berger aller Stände In neue Häuser wohne könnte." Krumm und bucklig ist die Stadt, Und das Stolpern kriegt uter satt. In den Häuschen eng und duster War's ungemütlich für die Schuster, Denn das bischen Kugellicht Manch' Schusteraug' zu Grunde richt i „'s muß annerscht iver'n auf alle Fälle", Denn in Sachsen ist man helle.
Bis jum Rathaus drang der Schrei Nach Abhüls — da§ Columbusei Hat inan dort sehr rasch gesunden, Mit Streichhölzern und mit Cunlen Manch alt' Knallhütt', die geniert, So rasch wie möglich — renoviert Und die wackre Feuerwehr Getreu dem Wahlspmch „Gott zur Ehrt" Mit dem Hauptmann an der Spitze War bemüht, daß ihre Spritze Nach der angestrengten Fahrt Blieb vor Nässe hübsch bewahrt. Wo ’ne starke Giebelwand Bot dem Feuer Widerstand „Hott mer, ohne lang zu frage „E paar Gefächer dorchgehage" Weil der Befehl erfolgte mündlich;
„Brenne falls nett oft — doch gründlich." Der Feuerwehr gebührt der Tank Daß manch Barrack' in Asche sank, Daß durch Siebenlehner Schläue Platz geschasst für neue Säue.
Tas Gericht macht sieh verhaßt Das solch' edles Tun verknaßt. Viel zu hart find ich die Straf' Die die Stadtverschönrer traf. „Lebt Schiller noch, so müßt der hocke, Weil er hat in seiner „Glocke" Deutlich zum Ausdruck gebracht „Wohltätig ist des Feuers Macht."
Frau Hannewacket.
Rätsel.
Kennst du die schlanken und prächtigen Pflanzen des sonnigen Südens? Brich ihre Kronen: du siehst lachende Fluren der Schweiz. ■
Auslösung in nächster Nunimer.
Auflösung des Kreuzrätsels in voriger Numinerr H H S e e a 1 1 i
Helsingör H eliotrop SaintJust g r u ö o 8 r p t
Redaktionr Ernst Hsß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch« und Steindruckerei, R. Sange, Gießen,


