Ausgabe 
24.6.1907
 
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Redaktion Ernst Heß. - Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniversitatS-Buch- und Steindruckerei. R. Lange. Gießen.

auch um ihre Ansicht gefragt, aber die gute Dressur, die sie zu Hause und tn der .Familie empfangen hat, läßt selten einen Widerspruch zu/'

* Eine wendische Riesenhochzeit, wie sie immer seltener, werden, eine Hochzeit, die von dem Wohlstände der Hochzeiter" zeugt, wurde nm verflossenen Dienstag in denn Dorfe Kotten, Kreis Hoherswerdä, gefeiert, woran nahezu 700 Personen terlnahmen. Zu dieser Festlichkeit wurden, nach der Zittauer Morgenztg.", geschlachtet: zwei starke Rinder, acht Schweme und fünf Kälber. Verbacken wurden auf Brot über vier Zentner Roggenmehl. Zur Löschung des Durstes dienten achtzehn Hektoliter einfaches Bier und fünf Hektoliter Brannt­wein ! An Böhmisch- und Lagerbier wurden nebenbei zwei Hekto- ^"Nschenkt. Den Tanz bezahlte der jedesmalige Bvrtänzer Wit 10 Mark pro Stunde. Tas ganze Dorf nahm' teil an der Feier, in allen Häusern wurden auch Kuchen gebackeir. Teile der Hochzeitsgesellschaft wurden dort mit Kaffee und Kuchen be­wirtet.

In die Felder neben» stehender Figur sind die Buchstaben a a, e e e e g ghhhhiiiijllll nnoooööpprrrr sssssttttuu der­art einzutragen, daß die ivagrechten und senkrechten Reihen gleichlautend Fol­gendes ergeben:

1. Stadt in Dänemark.

2. Eine Zierpflanze.

3. Franzos. Revolutionär,

Nummer.

Auflösung der Charade in voriger Nummer: Waldteufel.

sie aus Kuba ein. Von diesen ersten nachweisbaren Zentren hat dann im Ausgang des 18. Jahrhunderts eine durchaus änschau- liche Verbreitung stattgefunden: 1780 kam sie nach Ktzntuch), 1793 bis Newyork, 1797 überschritt sie nach Westen den Mississippi. Erst das 19. Jahrhundert bezeugt sie jals imj- portiert für Brasilien. In Montevideo war sie erst 1857. In dieser Daten folge liegt so viel Methode, daß miau sich ihrer! Beweiskraft kaum entließen kann. Einmal glücklich über das große Wasser gebracht, muß es der Kstlturbiene dann allerdings drüben ganz besonders gut gefallen haben, Sie verlor sich mit Lust überall möglichst schnell aus den Farmergärten in den freien Urwald hinein. Die Tropenhitze machte ihr gar nichts, ja gerade auf Kuba feierte sie Triumphe. In ivenigen Jahr­zehnten stieg dort die Ausfuhr an Wachs von 81000 auf 1 281000 Pfund: das war schon zu Humboldts Zeiten und hat sich seit­her,, beständig weiter gesteigert. Sv ivird es dabei bleiben müssen, daß, entgegen andern, auf sehr dürftigen Angaben ge­stützten Hypothesen, auch unsre liebe Biene mit der gwßen Welle unsrer Hauptkultur, die von Ost nach West floß, geschwommen ist und daß auch ihr Amerika fltr sie von Kolumbus wirklich mit- ,entdeckt worden ist. i

Bodenkultur durch Elektrizität. Auf jede mögliche Art und Weise bemüht sich der menschliche Geisti die Natur zit zwingen, in reicherem Maße, als es ihr sonst be- lieben würde, ihre Früchte und Kräfte preiszugeben. Der Pro­fessor Lemstronl aus Helsmgsvrs hat, wie die Fortnightly Review berichtet, mit ausgezeichnetem Erfolge die Elektrizität in den Dienst der Bodenkultur gestellt, um Bodenfrüchte von besonderer Qualität hervorzubringen. Der vom elektrische,i Stroni durch­zogene Erdboden zeitigte um 50 bis 120 Prozent mehr Erd­beeren, deren Früchte um 35 bis 40 b. H. ausgiebiger waren, als die gewöhnlichen. Die Kartoffel ergiab einen 20 v, H. stärkeren Ertrag auf elektrisch behandeltem Boden. Voraussetzung ist, daß der Boden an und fite sich fruchtbar sei, dann kann feilte -"^Rbarkelt in so. hohem Maße gesteigert werden. Bei un- fruchtbarent Boden bleibt auch die elektrische Behandlung ohne Erfolg Diese Methode des Professors Lemstrom verdankt ihre Entdeckung der von vielen Forschem bemerkten Tatsache, daß rn den Pvlargegenden, wo die Lust viel elektrizitätsreicher ist als in wn>eren Gegenden, der Erdboden viel fruchtbarer ist als bel uus Auch Versuche nut Beleuchtung der Pflanzen durch elektniches Licht haben em gutes Resultat ergeben und die Pflanzen zu außergewöhnlichem Wachstum gefördert.

o., .Drc We ib e rscha tt a m P f i li g st t a g e i n R il ß l a n d. ^in iniieten,Rußland lebt die Sitte der Weiberschau am Psingst- bvch fort.Bor einem Menschenalter", so schreibt der Borsen-Courier,konnte man sie noch in der Hauptstadt selbst erleben. Wie em Slngei,zeuge aus der damaligen Zeit erzählt, li 'nachmittag der Sommergarten, ein be- ucbter Puch für Volksbelustigungen in St. Petersburg, gedrängt

bon Junggesellen und Mädchen, die sich nach Fraiten oder nach Ehemännern umsahen. Tie Mädchen hatten dazu ihren bestell

^äelegt, der tn den meisten Fällen über die Verhältnisse km Ä niederen Standes ging. Bündel silberner Teelöffel, ^n itlberner, großer Kdchkessel, ein Samowar oder irgend ein an- r»^«Inkurtosts Wirtschaftsstück wurde gern in ausfallender Weise gebracht, als handgreiflicher Beweis, daß das Pfädchen ihrem Gatten etwas an Wertgegenständen mitzubringen imstande fcr Dw Jungen Manner flehen aber auch nicht zurück, sich das äleitttua mtnc6<,"s ®'*c Mädchen befinden sich in der Be- ntR °^^^"es alteren Familienmitgliedes, da-

mit ja auch alles mit Anstand vor sich geht Tie heirats-

Junggesellen schlendent auf denk Festplatz hin und her und Ichauen sich die Kandidatinnen prüfend von allen Seiten an. Hat nun em junger Mann einen günstigen Eilidruck von rigendemem Ätadcyen erhalten, so wendet er sich keinesweas KW K den Gegenstsand seines Wohlgefallens, sondern es er- E^tenoe Nnterhaltuiig mit einer älteren M^E'oitsPersoii, gewöhnlich einer Frau. Er sagt ihr seinen Er legt 8^^F^ndffmd gibt eine Uebersicht seiner Habe ffhr' cht i me n^ tebene Fragen vor, die m'anchmal einen

keine Verlmndte des Mädchens, lff Kff'i. eine vtrt Hetratsvernnttlerm, die entweder aus Freund- aÄtiöftS t'ää Rubelffage den wicknwn^. erörtert, abgewogen, wobei die Die $riifmig föuft n8JmKf1^a9sat,t,c? Tagesordnung bildet.

U?ALL

Literatur.

mV; Deut sch eir L iteraNirätla s. Bon Dr. Siegfried Robert Nagel, k. k. Prof, m -Ltehr. Wien, k. Und k. Hof-Ber- fflgs-Buchhandlung Carl Fromme. Preis Mk. 6. Auf 47 Kurten entwirft der Berfasscr ein Bild der Enttvicklung, die deuflche Schrifttum vom 8. Jahrhundert an bis zum Jahre 1848 genommen hat. Ter Verfasser hat nahezu 2000 deutsche Dichter und Denker dieses großen Zeitraumes so gruppiert, daß die Entwicklung jeder deutschen Landschaft (wozu auch Deutsch- Oesterreich, die Schweiz, teilweise auch Holland, Dänemark, Deutsch-Ungarn, Deutsch-Rußland zählt), erkennbar Ivird. Die erstell drei Hauptkarten zeigen uns die Blütezeit der althoch- deutschen und mittelschdeutscheii Dichtung: zwei dazugehörige Nebenkarten sind der Verfallszeit, sowie den religiösen Vorläufern der Reformation gewidmet. Sechs weitere Karten beschäftigen sich 'mit der geistlichen und weltlichen Dichtung der Reformations- zeit, dem DraiNa, dem Humanismus, den Neulateinern und dem Verfall der Reforinätioiisdichtung. Die Zeit des dreißigjährigen Krieges Mit den Sprachgesellschaften und der Schlesischeit Schule uuluut fünf Karten in Anspruch, die neuere Literatur seit Gottsched 17 Karten, wobei den Brenier Beiträgen, den Stürmern und Drängern, den Göttingern, den Romantikern usw. Soudcr- karteit zuteil werden. Auf 14 kleineren Klarten ist das Leben der bedeutendsten deut>chen Dichter zur Darstellung gebracht. Ter Atlas, in dreifarbigem' Steindruck ausgeführt, mit einer gedrungenen sachlichen Einstihrung und einem Sachregister, ist ein eigenartiges Novum auf dem Gebiete der Germanistik

-.77, Menschwerdung. Ein Blatt aus der Schöpfungs- geichichte. Von Dr. Ludwig Wilffr. 8°; VIII, 144 Seiten. 7 farbige Tafeln und 21 Textabbildungen. Verlag von Strecker und Schroder in Stuttgart. Preis geheftet Mk. 1.. Wilffr besteht es, den Stoff für den Leser durch seine Schreibweise fesselud zu gestalten. Er wendet sich mit seinem Buche an die, ote den Kampf nicht scheuen und kein höheres lind edleres Ziel rennen, als den Urgrund aller Tinge zu verstehen und zur ungeschminkten, _ unverschleierten Wahrheit durchzudringen, int ffcheren Bewußtjeui, daß jede Erkenntnis und alles Wissen vonc Menschen tn unendlichem Mühen und vieltausendjähriger An­strengung, aber mit eigener Kraft errungen ist. Ans der langen und wechselvollen .Entwicklungsgeschichte des Menschengeschlechts! ist mir ein einzelnes Blatt herausgegrifffn, allerdingA das wich--? tigste, auf dem die eigentliche Menschwerdung, der allmäh- liche Uebergang von tierähnlichen Vorstufen zur ältestbekamiteN Gestalt des wirklich diesen Namen verdienen den Menschen ver­zeichnet steht.

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Auflösung in nächster

Kreuzrätsel.