Ausgabe 
19.1.1907
 
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Litevarrsche-.

tPaterschiffe" vereinigen von Schiffstypen jüngsten

Altegyptische Hieroglyphen

Nachdruck verboten.

(Jedes Bild bezeichnet den Anfangsbuchstaben seines Namens, z. B, Sonne ---- S, Glas G, re. Die Vokale find zu ergänze».

Auflösung in nächster Nummer,

Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nummer- Narrenhände besudeln Tisch und Wände.

sammen: in wilder Flucht und läut schreiend verließ er seine Stellungen.

Die Wasserstelle Groß-Nabas war genommen. Es wär eiu Kanipf ausgefochten worden, wie er schwerer und aufreibender, aber auch ruhmvoller wohl selten je zuvor gekämpft worden ist. Jener Sturmlauf mit den halbverdursteten, durch ein 54stündiges Gefecht erschöpften Truppen ist eine Tat, die ihresgleichen in her Kriegsgeschichte sucht.

Meyävs Großes Konversatio'nMitriroK, Ein Nachschlagewerk des allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neu- bearbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen auf über 18240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und aus über 1400 Jllustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktaseln und 300 selbständige Kartenbeilagen), sowie 130 Lextbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Ml. (Verlag des Biblio­graphischen Instituts in Leipzig.) VomGroßen Meyer" liegt nun der 15. Band vor, und damit ist dieser Schrittmacher der Bildung bis zum StichwortPlakatschrrften" gediehen. Bietet sich uns zwar Tag für Tag häufig genug Äeranlassung,dieses Wunderbuch in Gebrauch zu nehmen, so beschäftigen wir uns beim Erscheinen jedes neuen Bandes doch gern einmal besonders mit ihm. Was uns zunächst am meisten fesselt, sind die Abbildungen. Im 15. Band zählten wir, von den Textbildern abgesehen, an Tafeln allein ' 49 schwarze und 19 farbige, zu denen sich noch 19 vorzügliche Karten gesellen. Wir haben diesmal die Erweiterung der neuen Auflage gegen beit bezüglichen Abschnitt der vorangegangenen in bildlicher Beziehung geprüft und konnten dabei wesentliche Verbesserungen und reichliche Neuerungen feststellen. So nennen wir zwei Porträt­tafeln, dieDeutschen Philosophen" undPhysikern" gewidmet gib und uns von großen Zeitgenossen ». B. Kuno Fischer und ilhelm Wundt oder Wilhelm Röntgen und William Thomson im Bilde vorführen.Ozeanische Altertümer" zeigen uns zwei neue, in historischer, naturwissenschaftlicher und kultureller Be­ziehung höchst interessante Tafeln, und militärischem Gebiete gehören an die BeilagenPanzerlafetten" sowiePanzertürme und Panzerbatterien". Die fünf TafelnPanzerschiffs vereinigen ungemein anschauliche Abbildungen von Schiffstypen jüngsten Datums, und das gewissenhafte Fortschreiten nut den Errungen­schaften der Technik bekunden die Illustrationen zum Artikel Papierfabrikation", die völlig neue Bilder aufweisen und uns im Verein mit einer sehr geschickten Darstellung den Werdegang des Papiers verständlich machen. An karwgraphischen Abbildungen sind neu ausgenommen: im Text eine solche des Panamakanalss und auf Beilagen eine instruktiveJndustriekarte von Oesterreich" sowie eine Darstellung derHauptindustrieländer Oesterreichs", die beide mit fünf anderen Karten und zwei Textbeilagen über Oesterreichs Wachstum und seine Fürsten einer 69 Spalten langen Monographie dieses Landes zur Stütze dienen. Fügen wir noch hinzu, daß zwei TafelnPfahlbauten" und drei solche mit Darstellungen derPferderassen" fast durchgängig neue Einzel­bilder erhalten haben, und ein Blatt mit vierDhänologischeu Karten", auf denen uns die zeitliche Entwicklung des Pflanzeu- lebens im Laufe deS Jahres graphisch veranschaulicht wird, zum Teil den Stand von 1905 vergegenwärtigt, so dürfte über den bildlichen Teil das wesentlich Neue gesagt sein. Daß der jüngste Band auch in textlicher Beziehung auf der Höhe steht, haben uns zahlreiche Stichproben bewiesen. Wir können also auch ihm mit bestem Gewissen volles Lob spenden.

In der bekannten SammlungVolksbücherei" im Berlage von Max Hesse in Leipzig gelangten wiederum eine Reihe neuer Nummern zur Ausgabe. Da ist zunächst Wilhelm Weigand mit zwei NovellenAnselm der Hartheimer" undSirene" (Nr. 337 bis 338) vertreten: ihm folgt Heinrich Laube, dessen 100. Ge­

burtstag wir kürzlich feierten, mit einer spannenden Erzählung aus der Theaterwelt,Louison" (Nr. 334/336), (das Vorbild hierzu soll die Schauspielerin Katharina Schratt gegeben haben). Es folgt Johannes Scherr,Die Tochter der Luft" (Nr. 328/331), Der Preis jeder Nummer beträgt 20 Pfg.

Vermischtes.

* Hygkene in der Kleidung der Kinder ist ein wichtiges Kapitel, doch wird diesem leider nicht immer die nötige Beachtung geschenkt. Wir meinen jetzt nicht die Beschaffenheit der Anzüge hinsichtlich des Schutzes gegen Kälte und Näsle, sondern das durchaus notweichige öftere Wechseln und Lüsten der Kleider. Gerade hierin wird nicht wenig gesündigt. Welch häßlichen Geruch bringt das Kind oft mit dem Schulanzuge aus dem überfüllten Klassenzimmer mit heim, zumal im Winter, wenn die Fenster nicht dauernd offen gehalten werden können. Und nun gar an nebeligen oder regnerischen Tagen, wenn die Kleider­stoffe naß geworden sind! Dann beachte man auch, wie ost die Kinder besonders Knaben beim Spiel mit Staub und Schmutz in Berührung kommen. Die größten Pfützen sind nach des Kindes Ansicht doch gerade am schönsten, um mitten hinein zu patschen, und wie sieht hernach der Anzug aus? Man sollte die Kinder stets dazu anhalten, daß sie gleich nach der Rückkehr von der Schule den Anzug wechseln und dafür in den Spiel- und Hausanzug schlüpfen. DaS ist auch weit sparsamer, denn da kann manch älteres Kittelchen aufgetragen werden. DaS Schul­kleid aber hat Zeit, gut auszulüften. ES kann gehörig gereinigt und gebiirstet werden, ehe es wieder aus den kleinen Körper gezogen wird. Das Spielkleid aber erholt sich am Vormittag von all seinen Strapazen.

* Wie eine Pflanze erfriert, hat Professor Wiegand von der Cornell-Universität aufs neue Untersucht. Nach seinen Feststellungen erfolgt der Frosttod eines Gewächses dadurch, daß den Zellen das Wasser entzogen und außerhalb der Zelle in Eis verwandelt wird. Diese Eisbildung trocknet die Zellen aus, und das eigentliche Leiden der Pflanze besteht also im Wassermangel der Zellen, sodaß die Kältewirkung nicht etwa unmittelbar ihre Erkrankung oder ihren Tod verursacht. Jede Pslanzenzelle ver­langt einen gewissen Gehalt an Wasser, und wenn das Wasser ihr soweit entzogen wird, daß dieser Gehalt nicht mehr vorhanden ist, muß sie sterben. Daraus ergibt sich, daß die Abtötung einer Pflanze oder einzelner ihrer Teile durch die Hitze eigentlich auf dem gleichen Wege erfolgt, wie durch die Kälte. Wahrscheinlich kann das Protoplasma, dieser Urstoff des Lebens, seinen zarten Bau nicht länger erhalten, wenn nicht eine gewisse Zahl von Massermolekülen zu seiner Bildung vorhanden ist. Dieser Satz dürfte auf die tierischen Gewebe ebenso zutreffen wie auf die pflanzlichen. Bei den meisten Pflanzen liegt dieser kritische Punkt des Wassergehalts der Zellen so hoch, daß er schon sehr bald nach der Eisbildung überschritten wird, fodaß die meisten Pflanzen schon bei ganz geringem Frost zugrunde gehen. Es gibt aber auch Pslanzenzellen, die mit so wenig Wasser auszukommen vermögen, daß eine sehr niedrige Temperatur erforderlich ist, um sie zu töten. Wenn man auch die Bakterien, wie es gewöhnlich ge­schieht, zu den Pflanzeuwesen rechnet, so findet man bei ihnen eine ganz außergewöhnüche Widerstandsfähigkeit gegen die Külte, da manche von ihnen sogar einen Aufenthalt in flüssiger Luft zu überstehen vermögen. Besonders geschützt sind gegen die Külte die Winterknospen der Manzen, die sogar 12 bis 17 Grad Kälte aushalten können, ehe sich Eiskristalle in ihrem Gewebe zu bilden beginnen.

* Pan ik durch ein en H a arzo p f. Während einer Hochzeitsfeier in einem Dorfe an der Werra spielte die Musrk gerade einen der schönsten Walzer, und das junge Ehepaar schwenkte im Krerse herum, als zwei junge Mäd­chen zu ihrem Schrecken unter einer Bank ein haariges Etwas, zwei Finger lang, hervorgucken sahen. Eine Ratte! . Eine Ratte! gellte es aus beider Munde, und eiligft retirier­ten sie auf einen Tisch. Gerade als habe der Blitz, einge­schlagen, so zündeten diese Worte. Alle Tänzerinnen suchten schnell das Freie zu gewinnen; eine Kellnerin, die gerade mit einer neuen Ladung ankam, ließ diese mit einem grellen Schrei fallen. Die Männer ergriffen Stöcke und hieben auf die Ratte ein, die aber keine Bewegung machte: man drehte die Stöcke nm, und zum Vorschein kam ein Haarzopf, den eine der Schönen beim Tanze verloren hatte. Mit einem Siegesgeheul wurde die Trophäe an den Kronleuchter ge- hängt. Die Tänzerinnen griffen nach, ihren Köpfen, (wer die Eigentümerin meldete sich nicht.

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brübl'schen Universttäts-Bucb» und Steindruckerei, R. Langem (Bteßofc

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