Ausgabe 
17.6.1907
 
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Daß voll Sicherheit ein Wagen Rollte über seinen Magen, Und der sich's jur Ehre schätzt Daß sein Rückgrat ist verletzt. Auch das brave Mägdelein Dürste zu beneiden sein, Das ein Auto sanft ergreift Und ein Stückchen mit sich schleift. Doch welch Maß von Sicherheit Dieser holde Sport verleiht, Dafür ein für alle Mal Dient uns als Beweis die Zahlr Als man Mittags weiter fuhr. Fehlten sieben Wagen nur!

Und im Sturmschritt froh und heiter Geht es weiter stets und weiter. Wenn mich 'mal ein Rädchen bricht, Tas geniert die Tapsern nicht; Fliegt ein Jnfaß 'mal heraus, Sicht das auch meist schlimmer aus Als es hinterher sich zeigt Und ein Armbruch heilt ja leicht! Jenes Kind am Straßeneck, Ueber das man wollt' hinweg, Muß als Glückspilz uns erscheinen Eins nur brach's von zwei Stück 93einen! Leider bessert mon von je Gern mit Steinen die Chaussee; Schwer dann ist's, um solche Haufe» Mit dem Aut herumzulaufen. Aber glückt die Sache nicht, Und das teure Fahrzeug bricht, Was liegt weiter groß daran. Wenn man schnell sich Hellen kannk Hat der weise Autler doch Stets ein zweites Auto noch; Lächelnd steigt er da hinein Und fährt mutig hinterdrein. Doch welch große Sicherheit Dieser hehre Sport verleiht, Daiür eht für alle Mal Dient uns zum Beweis die Zahlr Als man morgens weiter fuhr, Fehlten zwanzig Wagen nur!

Ilnd so geht es froh und heiter Im Galovpschritt immer weiter. Wennne Achse 'mal zerbricht, Tas geniert die andern nicht; Wenn ein Wagen wird zertrümmert; Sind die andern unbekümmert; Krachtne Rippe wem entzwei, 'Lockt man flugs den Arzt herbei . ., Flott, nur flott, es drängt die Zeit! Dreimal hoch die Sicherheit! Als man morgens weiter fuhr, Fehlten fünfundzwanzig mir! Und tösf-töff vergnügt und heiter Stiebt, und stinkls und rnsselt's weiter,--

Unerhört, wie mancher Mann, Tas gefahrvoll nennen kann I Kann die Sicherheit auf Erden Irgendwie gesteigert werden, Tann ist diese Kraft verliehn Nur dem Zcmbersasi Benzin Auto, Lieblingskind der Zeit, Sei gepriesen weit und breit Als Triumph der Sicherheit!

E d Iv i lt Barman n.

Kunst.

Welche Fülle von Anregung und Anschauung von der nun­mehr im vierten Jahrgang stehenden Zeitschrift Meister der Farbe (Verlag von E. A. Seemiann in Leipzig) ausgeht, be­weisen die beiden letzterschienenen Hefte 3 und 4. Was in der Welt an künstlerisch wertvollem weit verstreut ist wird hier ver­einigt, und gerade die unmittelbare Mhe dieser Proben in- und ausländischer Künst fordert zum Vergleich heraus und läßt gleit, was in der Kunst die Persönlichkeit bedeutet. Neben dem ssen Fokin, der in seinem ProbestückFrühschnee" eine fast südländische Kraft der Farbe zeigt, findet sich der Spanier $ erriete, der die Umgebung von Toledo mit ihrer kargen Vegetation auf dem heißen Boden Spaniens zeigt; der Däne Jrminger führt eine Märtyrerin im Löwenzirkus vor; der Franzose Breton stellt Aehrenlesermnen von der Arbeit heimkehrend dar, ein Bild von sonnlg-'oarmer Wirkung; dazu treten Walter Le ist i ko w mit einer feingesttmmten Seelandschaft und Franz von Stuck mit

eiltet mythologisch ausgelassenen Szenck So wechseln beständig die Bilder deutschen, französischen, englischen, nordischen Ur­sprungs und nach und nach wird das Unternehmen zu einer Art Universalbibliothek der modernen Malerei, die bei dem billigen Preise (von 2 Mk. pro. Heft) Gemeingut aller Gebildeten, werden sollte. __________

Aerztedkutsch.

Mit dem Llerztedeutsch ist es noch vielfach übel bestellt. Wennschon es in Deutschland, Gottlob! wohl keinen Arzt mehr gibt, der wie frühere Mitglied r dieses Standes seine Unkennt­nisse mit einem lateinischen Mäntelchen zu verhüllen braucht, der Fremdwörter gebrauchen deniwch gar manche unserer Aerzte noch allzuviele, selbst 'int Berühr mit den Kranken, die solche zumeist 'gar nicht verstehen, ja ost durch sie beunruhigt werden. Und allzuwenige Kranke wagen den Arzt zu fragen, was seine Aussage denn eigentlich auf Deutsch bedeutet, ost zu ihrem großen Schaden. Tas sollte aber dennoch stets ge­schehen, denn der Deutsche darf doch auch von feinem Arzte ver­langen, daß er Deutsch mit ihm rede. Daß dies aber auch sehr Wohl möglich ist, zeigt das achte Verdeutschungsheft des Allge­meinen Deutschen SprachvereinsDie Heilkunde", das die ent­behrlichen Fremdwörter aus dec Sprache der Aerzte und Apo­theker enthält, vom Generaloberarzt Tr. Otto Kunow in Mainz unter Mitarbeit vieler Fachmänner verfaßt und soeben bereits in fünfter Auslage bei Berggold in Berlin erschienen ist. Mit seinem ersten Erscheinen im Jahre 1897 hat das Buch durch seine ungezwungenen Verdeutschungen und wohlbegründeten Vor­schläge wesentlich dazu beigetragen, daß sich bald in Fachschriften, namentlich aber in der Sprache der ärztlichen Zeugnisse und auch im mündlichen Ausdrucke der Aerzte eine deutsche Hinneigung zum Gebrauche einer geläuterten Sprache bemerkbar machte. Vom preußischen Minister der geistlichen, Unterrichts- und Medizinalangelegenheiten wurde das Buch den Kteisärzten zum Gebrauch bei Abfassung ihrer Gutachten angelegentlich empfohlen, und auch unter den Militärärzten, denen eine verständliche, von J-remdwörtern reine Ansdrucksweise zur Pflicht gemacht ist, hat es viele Verbreitung gefunden. Von Krankenhäusern und ihren Bediensteten wird es viel begehrt. Die jetzt erschienene fünfte Auflage bringt eine erhebliche Vermehrung des Stoffes, indem zahlreiche Fremdausdrücke der neuesten Forschung durch verständliche deutsche Wörter ersetzt worden sind. Wer auch in der Berufssprache ein Deutscher bleiben will, wird in dem kleinen Buche eilte willkommene Hilfe finden. Und solche Hilfe finden darin auch die, die zu schüchtern sind, ihren Arzt um Erklärung zu bitten, aber doch gerne wissen möchten, was er gesagt hat, und kein großes Nachschlagewerk zur Hand haben. TieHeilkunde" kostet nur 60 Pfg. und ist durch jede Buch­handlung zu beziehen. Vielleicht kann auch mancher Arzt, der bis letzt noch arglos freindwörtert, für die Sache des Sprach­vereins gewonnen werden, wenn ihm das Heftchen mit den Worten entgegengehalten wird:Ach, ich 'verstehe das Wort nicht, Herr Doktor; sagen Sie es doch, bitte, auf Deutsch. Hiev steht es sicher drin." Vielleicht entsagt auch er dannder mittelalterlichen Gewohnheit des Prunkens mit dem Fremdwort"«

Rösselsprung.

Auflösung in nächster Nummer.

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Auflösung des Rätsels in voriger Nummert Kost, Kosten.

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fchen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.