Ausgabe 
16.3.1907
 
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Redaktion: Ernst Heß. Rolalionsdruck und Verlag der B r ü h l'jchen Universitäts-Buch- und Etetnbruckerei, R, Lange, Wietze«.

-a hingeben, das; cs allntähliH gelingen wird, jede devarUge Mn- derung mit Hülfe der Röntgenstrahlen zur Wahrnehmung zu bringen.

Wenn die Röntgenstrahlen für die Diagnose immer größere Bedeutung erlangen, so wächst auch das Gebiet ihrer Verwendung zu Heizwecken. Neuerdings ist man dazu gelangt, Gesäßerweiterung, Muttermale, den Hautschwlamm mit Röntgenstrahlen und den Haarausfall, die sogenannte Sllopecie, mit ultravioletten; Licht erfolgreich zu behandeln. Leider ist es aber noch- nicht recht gelungen, die Stärke der zn Heilzwecken verwandten Röntgenstrahlen messend zu bestimmen. Auch eine Reihe anderer Fragen steht noch offen, so weiß man z. B. noch nicht, welches der Einfluß der Röntgen­strahlen auf die Bildung von Giften und Gegengiften ist, oder in welcher Weise elektrische Ströme zur Absorbierung von Medi­kamenten durch die Haut beitragen. Leider hat die Gesundheit mancher Forscher durch das Arbeiten mit Röntgenstrahlen gelitten. Diese traurigen Erfahrungen werdenaber einer jiingeren Generation zu Gute -kommen.

Ter dritte Kongreß Lier Deutschen Röntgcngefellschaft wird am 1. April 1907 in Berlin abgehalten werden und vom 13. bis 16. Oktober 1907 wird in Rom der zweite Internationale Kongreß für physikalische Therapie stattfinden.

September 1826 zum erstenmal in dem ungewohnten Licht bei dieser Gelegenheit fei daran erinnert, daßUnter den Linden" auch Berlins erste elektrische Straßenbeleuch- tuua zu sehen war (30. August 1888). 1828 eroberte das Gaslicht sich Frankfurt a. M. und Dresden, 1833 Wien, 1838 Leipzig usw.

Als was für eine gewaltige Verbesserung das Gaslicht damals empfunden wurde, beweist der Umstand, daß man in Dresden mit der Inbetriebnahme der neuen Beleuchtung bis zu dem festlichen Tage wartete, an dem der erhoffte Thronerbe geboren wurde, der spätere König Albert von Sacbsen (23. April 1828). Andererseits begegnete aber der große Fortschritt hier und da auch einem Unverstand und einer Feindseligkeit, die uns unbegreiflich dünken müssen. Nur mit einem mitleidigen Lächeln kann man heut die Ausführungen lesen, mit denen am 28. März 1819 ein Unbekannter in derKöln. Ztg." gegen das Gaslicht los­wetterte. Man glaubt zunächst einen Faschingsscherz oder einen Ulk-Artikel zum 1. April vor sich zu haben, wenn man die durchaus ernst gemeinten Gründe liest, mit denen damals das leider ungenannt gebliebene Genie gegen, die Einführung der Gasbeleuchtung auf den Straßen Front machte. Nach demPrometheus" waren es sieben Gründe, die er geltend machte: 1. ein theologischer, da das Gas­licht den Weltplan Hofmeistern wolle, der doch die Finsternis der Nacht in der Weltenorduung vorgesehen habe; 2. ein juristischer, da die Gasbeleuchtung aus öffentlichen Mitteln bestritten werde, sodaß zu den Kosten auch solche Leute beiträgen müßten, die gar kein Interesse an der Beleuchtung hätten; 3. ein medizinischer, da die Ausdünstungen des Gases schaden müßten und die Verlockung zum längeren Verweilen auf den Straßen eine Vermehrung der Erkäl­tungen zur Folge haben würde; 4. ein moralischer, da das Grauen vor der Finsternis schwinden müsse, das den Schwachen von mancher Sünde abhalte, und da Trunksucht und Unzucht gefördert werden würden; 5. ein polizeilicher, da die Pferde scheu und die Diebe kühn gemacht werden würden; 6. ein volkswirtschaftlicher, da alljährlich große Summen für die Beleuchtung ins Ausland gehen würden; 7. ein volkstümlicher, da die Wirkung von festlichen Illu­minationen an nationalen Feiertagen durch die tägliche Quasi-Illumination" geschädigt werden müsse! Daß das Gaslicht sich trotz aller jener fürchterlichen Prophezeiungen durchsetzen konnte, ist gewiß ein trauriges Zeichen für die Sündhaftigkeit und Vergnügungssucht der Welt. Was aber würde der brave Artikelschreiber derKöln. Ztg." wohl für entsetzte Mienen machen, wenn er einmal heut durch die nächtlichen Straßen der Städte wandelte und feststellen müßte, daß die sündhaft Helle Gasbeleuchtung von vor 80, 90 Jähren in den Augen der heutigen Gene­ration schon gar nicht mehr als richtige Beleuchtung mit­zählt. Dr. R. Hennig.

Die Röntgenbehandlung

hat iin letzte» Jahre trotz mancher Enttäuschungen, die nicht erspart blieben, int Ganzen einen Fortschritt zu verzeichnen. In erster Linie ist nach Angabe der Archive für Röntgenstrahlen (London) die Verwendung der Röntgenstrahlen zu diagnostischen Zwecken ausgestaltet worden. Die Expositionszeit Hat bei der Aufnahme von Röntgenphotographien noch erheblich verkürzt werden können, so daß die Aufnahme des Schattenbildes tief liegender Organe nunmehr als eine momentane bezeichnet werden kann. Das ist von hoher Bedeutung, weil das Bild bei einer längeren Expositionszeit durch die Atmungsbewegungen verwischt wird. Auf Grund der neuesten Versuche hegt man die berechtigte .Hoffnung, daß cs bald gelingen werde, frühe Anzeichen der Gicht, des Rheumatismus und rheumatischer Gelenkentzündung mittels der Röntgenstrahlen festzustellen. Tie Einspritzung von Sauerstoff in die Gelenke und neuerdings auch in die Blase, hat dazu beigetragen, eine größere Differenzierung des Schattenbildes der inneren Organe herbeizuführen. Auch die Untersuchung der Niere ist durch! Ein­führung dieser Methode gefördert worden.

Eine der neuesten Errungenschaften der Radivswpie ist dis Untersuchung des Magens während seiner Verdauungs­tätigkeit. Wenn eine derartige Untersuchung vorgenommen wird, muß der zugeführten Nahrung Wismut beigemengt werden, um sie durchsichtig zu machen. Diese neue Methode hat zur Fest­stellung einer Reihe von Funktionsstörungen des Magens ge­führt: auch konnte »mit bei Anfällen von Epilepsie, Neurasthenie und Migräne eine zeitweise Erweiterung des Magens beobachten. Wahrscheinlich ist jede Erkrankung eines Gewebes von Aenderungen seiner Durchsichtigkeit begleitet, und man kann sich der Hoffnung

Für die Küche.

Kochrezepte itnb kurze Winke zur Bereitung von Speisen für D a r m - u n d M a g e n I e i b e n b e, nach Kuß­mauls Methobe erprobt unb angewenbet an bem unter Leitung bes Professors Fleiner stehenben TrakontssenhauA in Heidelberg. 5. Auflage. 50 Psg. Das Buchtern ent­hält einfache, in jebetn Haushalt leicht zu berettenbe Re­zepte, bte sich bei Magenkranken bewährt haben. Es sollte in jebem Hause sein.

Scherz-Arithmogriph.

Hoch zu Roß als schneid'ge Krieger Hab' ich 16 erschaut.

Schlimme Gäste! Mir ward treulos 3 4 6 3, meine Braut.

Sie verriet mich, die geschworen: Ueberall, wohin es sei, Wolle sie mir ireudig folgen, Selbst bis zur 2 5 4 3.

Und ich kaufte, mich äu töten 3 2 3 1 4 mir ein, 3 2 2 1 war's mit mir bald, Da fiel mir was Bess'res ein: Nein, nun grade nicht!" jo rief ich. Fahr dahin 3 4 6 3 5 2 2 3 werd' ich nehmen Du bist mir 4 1 2 21 Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer: Bach, Dach.

VerMZsctzLes.

* Die weibliche Nase. Seit längerer Zeit bereits will man die Beobachtung gemacht haben daß die Frauen nicht den seinen und ausgeprägten Geruchssinn auswcisen wie bte Männer. Dtet: Beobachtung ist von Männern der deutschen Wissenschaft ats rtchtig hingestellt und bewiesen worden. Nun hat auch ein französischer Arzt dasselbe Experiment mit demselben Erfolge cmgesteltt. Dem Franzosen war die Inferiorität der weiblichen Nase beim Wem« aufgefallen. Eine ganze Anzahl von Frauen vermochte meist, durch den Geruch einen Unterschied zum Beßptel zwt,chen Bordeaux- und Burgunder-Wein heranszufinden. Um em be­stimmtes und greifbares Resultat zu erzielen, machte der Arzt nun eingehende Versuche, aber mit Wasser, jedenfalls der Btlsigkett halber. In eine Quantität Wasser, die ebensoviel Liter Inhalt aufwus, wi­der betreffende Mann, mit bem das Experiment vorgenommen wurde, schwer war, wurde Zitronensäure getröpfelt. Wahrend,tu allen Fällen der Mann das Vorkommen von Zttrone tm Wager durch die Nase allein konstatierte, vermochte die Frau brcfeni Bestandteil der Flüssigkeit weder zu riechen noch zu schmecken. Erst nachdem die Wassermengeauf den fünften Teck reduziert war, gelang es auch der Frau auzugeben, welche Essenz das Wasier enthtelt.

Bei der landwirtschaftlichen Generalver­sammlung. Präsident:Meine Herren! Uni etc Viehzucht tst in der ganzen Welt als mustergültig bekannt! Unsere Pferde­zucht steht auf einer Höhe, die unerreicht ist! Unser Rmdvuelpchlag ist der vorzüglichste todt und breit und die Schwemewtrtschaft m unserem Lande wird von keinem anderen übertroffen! (Ft.