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ei der Feier ihres
die jetzt Kommerzienrat H. Meck füst das Saalbustg-Museum gestiftet hat. Mit Tongefäßen und Glasern rl^nnscher Herkunft vervollständigte Konsul Nießen-Koln ferne bererts sruher, geschenkte wertvolle Gläsersammluirg. Von unschätzbarem Werte rst schlreß- lick die von Professor Naus zusammengebrachte Sammlung vor- römiscker Altertümer (17 Schwerter, 23 Dolche, 2 Helme u. a.), Kren Stifter N. Gilka-Berlin ist. Im Frühjahr wird das neue Museum eröffnet werden und danrr eine treffliche Ergänzung zu den eigentlichen Saalburgbauterr geben, indem es em um- fassendes Bild der römischen Kultur eines klemen Bezirks am deutschen Grenzwall liefert, die von so rrachhaltrger Wirkung auf die Folgezeit geworden ist.
* Aus dem Leben des Erzurillrardars Rocke- fetter Ein amerikanischer Journalist hatte in seinem Blatte allerlei Nachrichten über den Petroleumkönig veröffentlicht und begab sich dann, nm noch mehr neues zu erhaschen, in die Wohnung des nwdernen Krösus. Rockefeller wollte ihn aber nicht empfangen. Der Journalist ließ sich jedoch dadurch Nicht der Fassung bringen, sondern schrieb einen Brief an den Milliardär, in welchem er bemerkte, daß Rockefeller „als eurer der vcrachtetsten und am wenigsten verstandenen Menscgen dieser Welt die Gelegenheit, den Bewohnern der Bereinigten Staaten Einzelheiten aus seinem Privatleben mitzuteilcn, mit Freuden hätte ergreifen-müssen". Die Antwort auf diesen Brief war die Einladung, vierzehn Tage in Cleveland auf Rocke- fcllers Besitzung zu verbringen. Hier besitzt der Milliardär em großes Terrain, das ausschließlich für das Golfspiel bestimmt ist Der Journalist hatte die Ehre, mit dem Petroleumrönig zu spielen; ihre Gegner waren zwei protestantische Pfarrer. Rocke- fcller spielt Golf mit der Unbefangenheit eines Schulungen; wenn er den Ball ins Loch treibt, wirft er seinen Hut in dre Lust und führt eine Art Jndianertanz auf. Trotz seiner und der Journalisten Spielkunst gewannen die beiden Pfarrer d:e Partie. Da Rockefeller ein Feind des Gehens ist, hat er sich das Radeln an gewöhnt; wenn er auf dem Rade sitzt, fahren drei Diener l iiiterdrein, nm ihn anzufeuem. Der Milliardär spricht sehr iucnig, ivcnn er aber eiitmat spricht, hört er nicht so bald aus, und die Worte sprudeln ihm aus dem Munde tote ein Glegbach. opis Golfspieler tut der Petroleumlöitig alles Erdenklicye, unt sein Spiel und seine Haltung zu verbessern; er hatte die schlechte Gewohnheit angenommen, beim Abschlagen des Balles den Fuß ft. heben; nm sich das abzugewöhnen, läßt er sich sttzt von einem Diener den Fuß festhalten.
* Aus dem Tagebuch einer Zweiundnettnzig- j übrig en, in dem sie gewissenhaft ausgezeichnet hat, was sie während ihres langen Lebens gegessen und getrunken, löte sie sich gekleidet und was ihr Lebensunterhalt gekostet hat, bringen englische Zeitungen interessante Auszüge. Bei der Feier ihres letzten Geburtstages, an der ihr ganzes Dorf teilnahm, sang die noch sehr rüstige Witwe Noffey mehrere Lieder, darunter auch „A hunting we will go", und in dem Tagebuche ist verzeichnet, daß sie dieses Lied 1106 mal gesungen hat. Das Gesicht hat sie sich 67 060 mal gewaschen, die Hände 123 424 mal, die Füße aber nur 2208 mal. Ob sie überhaupt je ein Bad genommen hat, darüber schweigt das Tagebuch, das aber verrät, daß Frau Rosfey nur 41 Kleider, 47 Unterröcke, 80 Paar Schuhe, 074 Paar Strümpfe und 165 Hüte und Mützen gebraucht, also absolut keinen Luxus getrieben.hat. Ihren Durst hat sie mit 134 320 Tassen Tee, 67 160 Glas Milch und 33 580 Glas Wasser gestillt. Ihr Lebensunterhalt hat nur 39 037 Mk. gekostet, also
etwa 8 Mk. die Woche.
* Praktische Logik. Bauer (zu seinem heimkehrendeu Sohne): „No, was hast d' jetzt all's studiert?"
Studiosus: „Logik!"
Bauer: „Woas net, was dös is!" :-5
Studiosus: „Das werd' ich dir gleich erklären . . . Da hast du gerade drei Würste. Ich werde dir beweisen, daß cS fünf Würste sind: Wo drei Würste sind, sind doch auch zwei. Drei und zwei gibt fünf. Also hast du fünf Würste!" .
Bauer: „Hm! . . Woaßt dOwas, i' iß jetzt die drei Wärst , und du kannst dann be andern zwei essen! -
* Vater n n d Sohn. Der Fuchs Müller, ist von der Universität nach Hause gereist, da ihm die glücklicye Ankunft eines Brüderchens, des achten, telegraphisch gemeldet wurde. Wieder zurückgekehrt, wird er von feinen Freunden zu, dem unerhofften Familienzuwachs beglückwünscht. „Na ja", gibt er zur Antwort, „is ja janz nett; habe aber doch meinem alten Herrn das kleine Ehrenwock abgenommen, daß so was nich. lvieder vorkommt!" i •.
Gesundheitspflege*
Soll man bei Kindern die Mandeln' entfernen? Obwohl der physiologische Zweck der Mandeln auch hettte noch nicht sicher bekannt ist, steht doch so viel fest, daß Erkrankungen der Mandeln, rtamentlich Wucherungen und Vergrößerungen, erhebliche Störungen herbeiführen können. :Da diese sich bei Kindern nicht allein auf das körperliche Befinden, sondern auch auf die geistige Entwicklung beziehen, so wird in der Regel
mit der Entfernung' bet vergrößerten Mandeln ärztlicherseits nicht lange gezaudert. Dies namentlich in letzter Zeit, wo man in den Mandeln öfters Tuberkelbazillen gefunden hat und auch die Beziehungen zwischen Mandeln und Gelenkrheumatismus klar- gestellt wurden. Ein Forscher hat kürzlich auf den Blutbefund bei Kindern mit Wucherungen im Rachenraum geachtet und ge- fttnden, daß der Blutfarbstoff in allen Fällen um durchschnittlich 13 Proz. herabgesetzt war. Das spezifische Gewicht des Blutes, die Zahl der roten Blutkörperchen wichen nicht von der Norm ab, dagegen war die Zahl der weißen Blutkörperchen vermehrt. Nach' Entfernung der gewucherten Mandeln wurde das Blutbild allmählich wieder twrmal, was durch einen Land- ober Seeaufenthalt ttoch beschleunigt wurde. Zu wesentlich anderen Anschantmgen über die Zweckmäßigkeit der Entfernung der Mandeln gelangte Dr. Kleininger in Rostock. Er untersuchte die Beschaffenheit der Mandeln bei septischen Fiebern und Blutvergiftungen, die sich an Halsentzündungen, Gelenkrheumatismus und Nierenentzündung anschlossen und fand dabei fast immer eine vom Normalen abweichende Beschaffenheit der Mandeln, entweder waren sie zu klein oder zu groß oder sonst nicht normal. Bei 40 Proz. astest Erkrankungsfälle waren die Mandeln entzündet. Kleininger betrachtet demnach die Mandeln als Schutzpforten gegen die Bak- terieneinwanderung; ihre Entfernung soll daher nur in dringenden Fällen vorgenommen werden, um den Körper dieses Schutz-, mittels nicht zu berauben. , ■
Literarisches.
— Das Frauen-Studinm auf Grund des heutigen Standes der Verhältnisse wird von einer an der Berliner lini- versität „hörenden" Dame in der Wochenschrift „Fürs Haus" beleuchtet. Das Niveau der Wissettschastsjüngerinnen, die zu Beginn des Franenstudiums noch vielfach genügender Erziehung und Vorbildung, auch finanzieller Grundlage entbehrten, ist infolge Verschärfung der Aufnahmebedingungen wesentlich gehoben, sodaß das Bild der Studierenden sich heute ganz anders barstellt wie damals. Die philosophische und medizinische Fakultät sind es, nm die es sich auf Grund der Statistik beim Frauenstudium tatsächlich handelt. Der aus der Praxis herausgeschriebene Auf- S— die Verfasserin ist die Tochter eines der namhaftesten
tschen Philosophen, der vor kurzem verstorben — dürfte das Interesse der deutschett Fratteitwelt in hohem Grade erregen. — Die praktische Wochenschrift „Fürs Haus", die wöchentlich in reich illustrierten Heften erscheint, ist durch alle Buchhandlungen und Postanstalten für 1,50 Mk. vierteljährlich (Salon-Ausgabe 1,75 Mk.) zu beziehen.
Mode.
— Aus dem großen Reichtum der stets wechselnden Mode in erster Linie das wirklich Geschmackvolle, Praktische und Solide zu bringen, ist der Grundsatz der im Verlage von Franz Lipperheide, Berlin W'35, erscheinenden „Modenwelt", und sie hat es in den 42 Jahren ihres Bestehens vor allen inzwischen nenerschienenen ähnlichen Modezeitschriften verstanden, ihr-n Rnf als bestes deutsches Modenblatt und ihren vornehmen Charakter zu bewahren. In der neuesten Nummer der Modenwelt, Nr. 8, ist für Erwachsene und Kinder noch ein ziemlich großer Raum den Maskenkostümen und Gesellschaststoiletten getoibmet. Daneben sind einfache und elegante Hauskleider, Blusen, sowie die ersten Vorläufer der kommenden Frühjahrsmode berücksichtigt. Eingehende Beschreibungen unterstützen das Nacharbeiten nach den vorzüglichen Schnitten des Schnittmusterbogens, auch liefert das Schnittmuster-Atelier Extraschnitte nach persönlichem Maß. Geschmackvolle Arbeiten in verschiedenen Techniken bietet die Hauch arbeitsbeilage mit ihren klaren, übersichtlichen Abbildmigen; auch für unterhaltende und belehrende Lektüre ist bestens gesorgt. Mer Bezugspreis Der „Modenwelt" ist 1,25 Mr. vierteljährlich.
Logogriph.
Nachdruck verboten'.
Niemals wäbrend des Lebens bars ich ruhen und rasten; Wenn bu beit Kops mir raubst, birgt mich der Erde Schost m, Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Diamanträtsels in voriger Nummer! H > Eos
Palme Holbein Stern Cis ii
Redaktion: Ernst Heß.—- Rotationsdruck unb. Vertag der Brüh l’leben Universitäts-Buch- und Steindruckerei. R» Lange, Gieße«-


