Saunte! Meiner Schwestern in unserem Hause gesehen. Ties Wöge zur Erklärung und Entschuldigung dienen.

Kostspielige Eleganz.

Was muß eine elegante Frau der englischen Gesell­schaft für Kleidung ausgeben, um für die Ansprüche einer Saison würdig gerüstet zu sein? Ein Sachverständiger hat ich der Mühe unterzogen, einen wohlabgemessenen Toi- ettenetat für sie aufzustellen, hat alle Extravaganzen 'orgsam ausgeschaltet und sich nur auf das Notwendige, -essen eine elegante Frau bedarf, beschränkt; aber das Ergebnis seiner Berechnung wird einen soliden, sparsainen Bürger doch das Gruseln lehren. Die elegante Frau bedarf tz-unächst zum Morgenspazierritt einer Ausrüstung, die alles tu allem mindestens 625 Mark kostet; denn allein ein gutes Reitkleid ist von keinem anständigen Schneider unter 360 bis 380 Mark zu haben, elegante Reitstiefel müssen mit 100 bis 110 Mark veranschlagt werden, Handschuhe fordern 12.50 Mark, Wäsche 63 Mark, Strümpfe 15.50 Mark usw. Rechnet man dazu das Spitzennegligee und die Toiletten­mütze, die vor dem Ausritt angelegt werden und die mit zusammen 225 Mark nicht zu hoch veranschlagt sind, so hat die schöne Gattin, tvenn sie um zehn heimkehrt, bereits 850 Mark für die Umhüllung ihrer zarten Glieder gebraucht. Um zehn aber kommen die Schönheitsspezialisten, die Mani- curekünstler, der Gesichtsmasseur, der Friseur; sie liqui­dieren insgesamt durchschnittlich 28.50 Mark pro Tag; frische Wäsche ivird nun angelegt, ein neues Korsett, die Leinenstraßentoilette, Straßenstiefeletten und die entzücken­den Seidenstrümpfchen wenn Madame einen Spaziergang Unternimmt, trägt sie wiederum tut Durchschnitt 448 Mark mit sich! Die Zahlen wachsen mit dem Fortschreiten des Zeigers. Die Lunchtoilette erfordert schon rundere Summen. Die feinste Battistwäsche ivird aus den Schränken hervor­geholt, das Lunchgown (französisches Modell) erfordert allein 800 Mark. Sonnenschirm, Handschuhe und tausend Kleinigkeiten kommen hinzu ttnd erfordern mindestens 1365 Mark. Eine moderne Frau aber unterniinmt auch Autofahrten; wieder ein Kostüm, einen Automantel, Mütze, Handschuhe wieder 577.50 Mark nach milder Schätzung. Nachmittags aber beginnt der Ernst des Lebens. Da kommt die five o'clock-Toilette. Ein elegantes BesuchsÄeid muß anstandshalber mit 1260 Mark geschätzt werden, der Feder­hut kostet auch feine 240 Mark, Wäsche, Schuhe ttnd wieder die reizettden Seidenstrüinpfchen, Handschuhe, Spitzentaschen­tuch im Nu sind 2086 Mark fort. Der Abend endlich bringt den Höhepunkt. Die Balltoilette ist ein kleines Ver­mögen für sich. Man kann schließlich auch schon für 2000 Mark eine leidliche Ballrobe erlangen, wenngleich die reichen Modedamen 5, 6 oder 9000 dura)aus nicht als Extravaganz betrachten. Aber selbst wenn die Bescheiden- hett herrscht, wenn man für die Ballrobe 2000 Mark aus- fbtzte, so sind noch genug Nebendinge, die die Summe htnaufschraubeit. Da ist die allerfeinste Battistwäsche, die mcndestens 200 Mark repräsentiert, das Fallkorsett, der entzückende Unterrock, der auch seine 180 Mark kostet, der Federfächer, ein Objekt von mindestens 200 Mark, die Blumen, meist Orchideen, die Ballschuhe, die Strümpfe, das echte Spitzentüchlein, kttrz mit weniger als 3000 Mark kommt eine atlständige Frau von einem kleinen Ball­vergnügen nicht weg, von den Juwelen gar nicht ztt reden. So beträgt denn der Kleiderbedarf eines einzigen Tages 8000 Mark. Natürlich werden die Kleider öfter getragen, aber eine gewisse Abwechselung gehört doch zu den Not­wendigkeiten eines standesgemäßen Auftretens. Nach dem Urteil der Modekünstler, die die oben genannten Beträge durchweg als bescheiden und angemessen bezeichnen, bedarf eine elegante Frau mindestens einer Frühinorgensausstat- tung, die 450 Mark kostet; Straßenausrüstung (10 Uhr) sechs, Lunchgarderobe vier, Autoausrüsttutg zwei, five o'clock vier, und unter acht Ballroben kommt man nicht durch. Das Ganze repräsentiert die hübsche Summe von 42 400 Mark für Kleidung in einer Saison. Der elegante Mann kommt da doch wesentlich billiger zu seinemAussehen". Dte Wäsche eines uv to date-Kavaliers, Handschuhe und dergleichen kosten mindestens ihre 26002700 Mark. Dazu kommen die Anzüge, mindestens 15, zwölf Paar Extra- u. 6 Gesellschaftsanzüge, 2 Smokings, 1 Dutzend lüetfje Westen, 1 Dutzend Phantasiewesten, die vier Ueber-

zieher, sie alle verschlingen doch ihre 6300 Mark. Auch Hüte und Stiefel kosten ihr Geld, mit weniger als 18 Hüten kann man sich nur schwer behelfen und mit weniger als 20 Paar Stiefeln und Schuhen ist an ein gutes Auskommen schon gar tticht zu denken. Unter 1300 bis 1400 Mark wird man da nicht wegkommen. Immerhin kann utan als Mann mit einem Saisonetat von 14 000 Mark für Garderobe sich leidlich durchhelfen. So kommt der bescheidene Mann mit einem Drittel von dem aus, dessen eine Dame für eilt an­ständiges Auftreten bedarf.

VeNMZschtsr.

* Wie erhält si ch d ie Fräu jun g? Es gibt eine schöne Zeit, wo diese Frjage ganz überflüssig erscheint. So lange mau wirklich jung, glanz jung ist, denkt man gewöhnlich wenig da­rüber Nach, wie man es bleibt. Wenn aber nach vielen Jahren unseres vastlosen, modernen Lebens die ersten Spuren der Zeit ihre Veränderungen leise, ganz leise, dann immer dringlicher in düs ehedem so jugendfrische Antlitz graben, wenn die Stunden vor dem Spiegel immer länger werden, und die Frage der Toiletten wähl immer schwieriger, dann möchte wohl jede, über die böse Zeit seufzend, die alles heilt, aber auch alles zerstört, viel darum geben, um einen Trunk aus dem Jungbrunnen zu tun. Freilich, ein Allheilmittel, um den Näturvorgang des Aeltcr-- werdcns aufzuheben, gibt es nicht, wohl aber kann zumeist jede Frau selbst sehr viel dazu tun, nm bis in späte Jahre an­mutig, frisch und elastisch zu bleiben. Bor allem gilt cs mit seinen Bemühungen nicht zu spät zu beginnen, nach dem 30. Jahre rächt sich jeder Fehler an der Pflege und Erhaltung des Körpers in glanz anderer Weise, als in der ersten Jugend, wo man sich große Strapazen ohne allzu sichtbare Folgen zu- muten kann. Die erste und Hauptregel heißt: jede Uebermüdung vermeiden! Dies soll keineswegs bedeuten, daß die Frauen der Arbeit aus dem Wege gehen oder körperlich faul werden sollen. Mer es müssen, wo irgend angängig, kurze Ruhepausen, die am besten liegend auf der Chaiselongue zugebracht werden, einge­schoben werden. Sie machen sich durch erhöhte Frische und Leistungsfähigkeit reichlich bezahlt. Wenigstens einmal am Tage soll eine ausgiebige Rast 'gemacht werden. Schon 20 Minuten oder eine halbe Stunde ruhigen Liegens, wobei man möglichst auch die Gedanken zur Ruhe bringen soll, sind von unschätz-, blarem Wert. Bei großer Beschäftigung ist es besonders empfehlens-- wert, die Art und Weise der Arbeit öfters zu verändern, ver­schiedene Tätigkeiten sich ablösen zu lassen, damit immer andere Muskelgruppen und andere Gehirnzeutreu in Anspruch ge­nommen werden. Dlarum ist cs ganz auffallend günstig, wenn geistige Arbeit und häusliche Verrichtungen, sitzende Beschäftigung und Bewegung in bunter.Abwechslung einander folgen. Bei Uebermüdung gibt es verschiedene Mittel, die wenigstens vorüber­gehend helfen und gleich auch ein frischeres Aussehen mit sich bringen, den Zug der Abspannung zu verbannen, der so oft allen Reiz aus einem Gesicht wegwischt. Trefflich wirkt ein kurzes, warmes Bad, 34 Minuten, mit nachfolgender allgemeiner Körper- und Gesichtsmassage. Es ist gut, dem Bad etwas Salz oder Borax zuzusetzen. Tas Gesicht werde vorsichtig mit guter Gesichtscreme massiert, dann soll ein Glas heiße Milch ge­trunken und etwas geruht werden. Bor dem Ausgehen wird dann das Gesicht mit Wasser, dem ein Löffel Kölnisch Wasser beigegebcn wurde, gewaschen. Nach dieser Behandlung wird die Haut meist wieder jung und rosig aussehen, ein frischer Aus­druck zurückbleiben. Ein großer Teil der Ermüdung ist auf unzweckmäßige Kleidung zu schieben. Schwere, dicke Unterklei- dung ist 'streng zu vermeiden, auch Mäntel und Jacken seien warm, aber von geringem Gewicht. Tie Fußbelleidung muß beauem sein und insbesondere int Sammer sollten Strümpfe und Schuhe einmal, während des Tages gewechselt werden, um dem Fuß Kühlung und Ausruhen zu bringen. Fußbäder und Waschungen in Wasser, dem Essig oder Salz zugesetzt wird, sind gut gegen das Anschwellen der Füße. Tie richtigste Kos­metik ist eben stets die, welche nicht darauf hinausläuft, Schön­heitsfehler zu verdecken, sondern vorbeugend dem Körper Ge­sundheit und damit zugleich Jugend und Schönheit zu erhalten.

Bersteck-Riitfel.

Man suche ein Sprichwort, dessen einzelnen Silben in solgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbean" inWanderer".

Verzweislung Scharmützel Schmorbraten Steigerwald Bienenkorb Gemahlin Ballenstedt Weichselgebiet Altenburg Kleinasien.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Sport-Silbenrätsel in voriger Nummer:

Bennen Tlnlerrichtsloka! Niplomv LihrenmitglieÄ Begatt« Nachzügler;

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'schen Universitäts-Buch» und Steindruckeret, R. Lange, Gießen.