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spricht von der Gegenwart als einer längst verflossene» schildert uns die traurige Lage, in welcher unsere ' • ’ ; Fortsetzung derartiger Wirtschaftspakte?
mutig ist jede Bewegung, wie scharf, lauschen die spitzen Ohren auf jedes verdächtige Geräusch,! Schade, rammer>chade, 6g6 t>er anerficbfte Bursche ein garstiger Räuber ist und mancherlei schaden anstiftet. Er nährt sich nicht nur von Eicheln und Russen, Kiefern-- und Fichten, amem von Knospen, Beeren und. Pilzen, sondern stellt auch den Vogeleiern und kleinen Vögeln eifrig nach
Da setzt ein Hase mit angelegten Ohren pfeilschnell über den Weg. Der arme Meister Lampe ist in, bestanchger Flucht: er hat der Feinde gar zu viel, die nach feinem schmackhaften Fleische
Verlangen tragen: ,,
Menschen, Hunde, Wolfe, Luchse, Katzen, Marder, Wiesel, Füchse, Adler, Uhu, Raben, Krähen, Jeder Habicht, den wir sehen, Elstern auch nicht zu vergessen, Alles, alles will ihn, sresjen!
Wie kann da der arme Schelm semes Lebens stth weÄen, muß er nicht scheu und furchtsam sein und überall Gefahr Wikern l Da die Natur ihm jede Verteidigungswaffe versagt hat, sucht er sich stets seinen Verfolgern durch die Flucht zu entziehen: er ergreift das Hasenpanier, undoft gelingt ihm seine Rettung durchVorslmt und Schlauheit und die Schnelligkeit, seiner Fuße. Rur wenn die Hasen sich ganz sicher glauben, ergötzen sie sich, wohl auch bei fröhlichem Spiel. Dann vollführen sie lustige Sprünge und Kreisläufe, machen Männchen und wälzen sich als Zeichen ihre» Behagens. , Das Häschen, das eben in großen Sätzen an uns vorbelttes, tollt wohl llmschau halten,, ob irgendwo noch em keckeres Gerächt Grünkohl zu finden sei, an dem es sich gütlich tun kann, sonst sucht es eine schneefreie Stelle in der Wintersaat oder in einem Kleefeld, knabbert wohl auch an der Rinde junger Baume, sehr ^Das^mne^ch Glück! Steht da nicht ein Rudel allerliebster Rehe, die jetzt ihre sonstige Furcht und Scheu abgelegt haben, denn sie lassen sich im Aesen nicht stören? Ruhig nagen sie an den zarten Spitzen des Heidekrauts, das ihilen toutfommene Nahrung bietet,' oder an den Knospen von Bäumen und Straucheni, Allezeit wachsam und vorsichtig, spitzen sie bei jedem Geräusch die Obren; uns aber scheinen sie nichts böses zuzutrauen Wir wollen nicht näher treten, um sie nicht zu vericheuchen, »nd sie lieber nur ans einiger Entfernung beobachten. Die schlanken, zierlichen Tier^. f -fielt jetzt anders aus als int Sommer, wo sie ein dunkelrvstfarbenes seid tragen: im Winter zeigen sie eine braungraue, wollig« Behaarung und einen weißen Spiegel, der weithin sichtbar < unter dem Schwanzhöcker. Es haben sich hier wohl einige Faniilien züfammengesunden; denn wir zählen zwölf Häupter. Der Rehbock ist' jetzt ohne seine Zierde, er hat des Geweih tm November ab- geworfen und wird erst im Frühling mtt einem neuen aber wir erkennen ihn an feinem kräftigen Wuchs, die Weibchen sind schlanker und stets ohne Kopfputz, und bei den hub chen unge» Tierchen, den Rehkälbern, sehen imr die.^Grundfarbe mit helleren, weihen Flecken gezeichnet. Jetzt findet das. Wild noch mancherlei Nahrung nur wenn alles weit, und breit tief verschneit ist, beginnt auch für die Rehe eine Zeit der Not und des Mangels. Doch dann tragen wohl Förster und ^ager dafür, Sorge, daß ihnen eine schneefreie Bahn gemmffen wird, namentlich wo viel Heidekraut wächst. Zur wetteren Pflege bangen sie noch auf di ser Bahn an manche Bäume ein Bündel Klee oder Lnpinenhen, und die Tiere nehmen diese Liebesgaben dankvar an
Wie gern möchte ich euch noch an den See fuhren, wo wir wohl Enten, Schwäne und Möven antreffeu und die mutuereit Zeisige im Erlengebusch beobachten lö inten, wo auf d r w eg l- glatten Fläche sich gewiß auch Schlittschuhläufer tummem, — aber es würde zu spät werden; wir müssen an den Rückweg denken.
9 Rach 600 Jahren. Eine Erzähtung aus ferner Zeit von Heinrich Holtz. 338 Seilen. Leipzig, Verlag von Walther Fiedler. — Der Verfasser, der wohl in verschiedenen Mitteilen gelebt hat, spricht von der Gegenwart als einer langst verflossenen Zeit. Er schildert uns die traurige Lage, in welcher nnsere Nachkommen bei einer Fortsetzung derartiger Wirtschaftspolitik geraten müssen. Er entrollt vor den Augen des Lesers em Gema dr neuer Kultur, er zeigt uns eine neue Menschheit mit ander, n Anschauungen, aiideren Sitten, auf hoher Geistesstufe stehend, einer Menschheit, die sich durch ihre LÄenswerse und Lebensdauer zu anderen Rasse entwickelt bat. — Es sind dies die Bewohner der neuen Welt, 1000 Jahre nach Entdeckung Amerikas. Im Gegensatz zu Iden landläufigen Anschauungen gibt der Berfa!,er nicht den Völkern germanischer Herkunft die Palme der Zukunft, vielmehr den mit tatkräftigen fremden Elementen durch,etzlen Völkern Südamerikas, die sich Ideale zu bewahren wußtet, wahrend die übrigen Völker int Materialismus verkümmern. Das ist der ungefähre Inhalt des Buckes.
Literarisches.
— Vtof Dr. Lapponi, der Leibarzt des Papstes Plus X, und Leo XIII., dessen plötzliches Ableben kürzlich gemeldet wurde, ist Verfasser eines Buches, von dem kumkch eine von M. Luttenbacher in Straßburg t. E. besorgte deutsche Ausgabe erschien: „HhpnotismusundS P i r 111 s mus .Medizinisch-kritische Studie (Verlaa von B. EKscher Nachfolger m Leipzig) Der weltbekannte Leibarzt zweier Papste, der Ver- traute des Vatikans, der angesehene Anthropologe, Nimmt zu einer der verwickelsten und das Gemüt ber ^enstA?tt. auf* regendsteu Fragen Stellung und bemüht sich.^fie wissenschaftlich zu untersuchen. Eine Stimme aus dem Vatikan über die zwei Gebiete, die bisher auf der strenggläubigen Sette tote «n „Ruhr mich nickt an" galten, könnte man die vorliegende Studie betiteln Es wird allen denen, die sich für Hypnotismus und Spiritismus interessieren, eine atvcegen.de Lektüre bieten.
— Flaubert, Gustav, Drei Erzählungen. (Ein schlichtes Herz — Herodias — Die Sage von St. ^ultan.) Deutsche Uebertragung von Ernst Hardt. — In eiiler ttrndichtung von Ernst Hardt und in schöner Ausstattung hat der Insel-Verlag die „Trois eontes" von Flaubert herausgegeben und in zweiter Auflage erscheinen lassen. Die drei Novellen verdienen es, auch bet uns zu Lande bekannt zu werden. „(Sm schlichtes .Herz. .ist eine in ihrer Einfachheit ergreifende Erzählung, „St Inkan eine anmutig und geistvoll vorgetragene Legende; „Herodias aber eine realistische Behandlung des Salome-Swffeo in novellistischer Form. Die „Herodias" hat Oskar Wilde die Anregung zu seiner^,Salome" gegeben und vielfach auf dieses Drama em-
Ä Frauendorfer auf die Säuberung der amtlichen Sprache bedacht und verdrängt unnützes Fremdes Schritt für Schritt. So verschwindet neuerdings von den großen Kohlenwagen die Aufschrift „Regiekohlentransport" und wird durch. „Dienstkohlenversand ersetzt — Bei der Gelegenheit muß auch erwähnt werden, daß dem Lenker der kaiserlichen Kraftwagen die Dienstbezeichnung „Ober» Wagenführer" verliehen worden ist. Man sieht darin wohl mit Recht die Abneigung unseres Kaisers gegen das abscheuliche Wort Chauffeur", die ihm einen begeisterten Dank des Dichters Dagobert von Gerhardt-Amyntor eingetragen bat
(Aus der Zeitschrift des Allgemeinen Deutschen Sprachvereins.)
Sprache und Muttersprache. (1814.)
„Mich eine Sprach' ist schön? Welch eine Sprach' 'ist reich?. Verschieden au Getön, im Smit sind alle gleich
Nicht dies' und jene Sprach' entzückt, erfreuet mich;
Was mich erfreut, entzückt, das ist die Sprach' an sich:
Daß eine Sprach» es gibt, die, was du suhlst und denkest. Dir deutlich macht, je mehr du dich in sie versenkest;
Daß eine Sprach' es ist, kraft deren du verkündest Der Wett geheimen Sinn, soweit du sie ergründest, Drum ist die schönste Sprach' und . beste, die du nennst. Die Muttersprache, well du sie am.besten keimst.
Friedrich Rückert.
Scherzrütsel.
(Nachdruck verboten.)
Feist noch war ich, als ich lag und schlief;
Als ich aickgescheucht in's Weite lief:
Meines Leibes volle Formen schwanden: Bi>i nun dünn, doch überall vorhanden, Bin am Ausgangspunkt und auch am Ziel, Klingt das nicht wie spulhast Zauberspiel ? — «•
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Versteckrätsels in voriger Nununerr Es lacht Mancher, der lieber meinen möchte,
* Wie lange würde ein Fingernagel, menst man ihn niemals abschnitte? Eine englisch«.Zeitschrift bat es unter» nommen, diese wichtige Frage zu beau Worten. Das Wachstum des Nagels betragt m der Woche etwa Vss Zoll, also am Jahre etwa IVs Zoll. Ein gewöhnlicher mngernagel würde etwa 41V Monate brauchen, um nachzuwachsen; bei einem siebzigjährigen Mann kann man also annehmen, daß er seine Nagel 186 mal völlig erneuert hat. Wenn man die Lange jeden Nagels mit einem halben Zoll ansetzt, so würden aus lebent Finger 7 Fuß 9 Zoll Nagel gewachsen sein,.und wenn man sie me beschnitten hätte, so würde der Siebzigjährige Nicht weniger als 771/2 Fuß lange Nägel mit. sich tragen. — ATcS? ist natürlich Unsinn. Der Fingernagel wachst deshalb so schnell, weil er beschnitten wird; fiele dieser Reiz fort, so würde stck sein Wachstum sehr verlangsamen.
* Allerhand kleine F 0 r t s ch r t t t e. Durch Beifügung des Staatssekretärs v. Tirpitz sind folgende Fremdwörter des Sanitätswesens durchs deutsche Bezeichnungeri ersetzt worden. Krankenstation durch Krankenabteilung, Stakonsanfseher durch Abteilungsausfeher, Ordinierender Sanitätsoffizier diirck Oberarzt, Assistierender Sanitätsoffizier durch Hilfsarzt, Wachthabender Sanitätsoffizier durch Wachthabender Arzt. —. Auch bet den bayerischen Staatsbahnen ist man unter der Leitung des Herrn ______ _________ _
Redaktion: Ernst Hetz. - Rotationsdruck undHkwVdHHi'bl'icke« Unwersttüts-Bu-d- und ©ietubrurtertt. R ®te6eU


