Ausgabe 
6.5.1907
 
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Kreuzrütsel.

'Nachdruck verboten.

In die Felder nebenstehen­der Figur sind die Buchstaben a a a a b b ccddeeeee g g g g g hhüiiii m in mm n n r bsssssss 11 derart einzntragen, daß die wagercchten und senkrechten Reihen gleichlautend Fol­gendes ergeben:

1. Paß in der Schweiz.

2. Sagenhaste Königin.

8. Verfertiger nützlicher Instrumente.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Magischen Quadrats in voriger Nummer:

Akademisches Studium, akademische Garde und die Fürsten.

Im 17. und 18. Jahrhundert war es weniger Mich, daß junge Fürstensöhne eine Universität bezogen, um regelrechten akademischen Unterricht zu genießen, als daß sie unter der Leitung eines feingebildeten .Hofmeisters ein Jahr lang oder.zwei die Mett bereisten, um sich an den großen Kulturzentren, ttt Parts, in Loudon und in Brüssel, in Venedig, in Men und nt Rom, umzusehen, ihren Gesichtskreis zu erweitern und sich einen Schliff anzueignen, den sie in den engeren Verhältnissen des heimatlichen Residenzlebens kaum gewinnen konnten. Erst gegen die zweite Hälfte des vorigen Jahrhunderts ist es mehr und mehr ttt Hebung gekommen, daß junge Prinzen zwischen die vollendete Schulzeit und den Beginn ihrer militärischen Laufbahn ein, meist freilich ziemlich kurzes Universitätsstndium einschieben.

fiL preißgiebt. Die letzte Steinzeichmmg des Verfassers zeigt der Menschheit erhobene Hände zum gekreuzigten Christus, , erwartungsvoll harrend des Wunders, das Leben aus dem Tod ausblühen lassen soll, wie aus der Nacht die Sonne des Tages emporsteigt. Wir wissen l« freilich, was dann geschah; aber das Kunstwerk blieb unbeendet und machte gerade vor der Lösung der eigentlichen Aufgabe halt. Tas ist schade, denn der Anlauf war, trotz aller Bedenken, doch interessant, und sicher von den reinsten un edelsten Absichten eingegeben. Und cs enthalt gar vieles Schöne und Starke namentlich in der Diktion, die nur selten, dann aber, wie z. B. bei Beginn des 4.

betitelten Buches, ganz unbegreiflich uflb unverzeihlich haus­backen wird. Von erhabenster Schönheit ist das Zwiegespräch zwischen Maria tind Jesus in der8. Handlung« des 5. Bildes (Messias und Mcnschensohn") und auch der diesem Buch beginnende Gesang Jcsi- im vertrauten Beisammen ein mit Johannes ist eine lyrische Perle. An anderen Stellen erinnert Greiners zuweilen allitterierende Sprache an die Urkrast der Nornenlieder in JordansNibclunge".

^ Greiner sich im wesentlichen an das älteste und glaubwürdigste Evangelium, das des Apostelschülers Markus, gehalten hat, läßt ja wohl Schlüsse auf ein gewisses kritisches Verhalten gegenüber dem Wahrheitsgehalte der Ueberlieferung zu In der eigene» Erfindung und Begründung aber ist er äußerst, ja zuweilen, z. B. bei Petri Apostelwerdung rc. rc., allzu sparsani. Andererseits wieder ist in den Evan­gelien das Wesen von Jesu Ausdrucksweise größte Knapp­heit und Anschaulichkeit; Greiner dagegen ergeht sich m Abstraktionen, deren poetischer Wert freilich häufig hoch an I ruschlagen ist. '

Was nun das Dramatische von Greinersdramatischer Jesus-Dichtung anlangt, so ist festzustellen, daß sie absolut undramatisch ist; sie gibt sich mehr als Oratorientext als em Drama mit ausgestalteten Charakteren und lebendiger Hand­lung. Zudem ist die Komposition derartig aller Bühnen­technik fern, daß eine Ausführung nicht weniger als 15 szenische Verwandlungen erfordern würde!

Doch das ist das rein Aeußerlichs. Jedenfalls aber ist auch Greiners sehr dankenswerte Dichtung ein Beweis dafür, daß die Schaffung eines Jesus-DramaS vorerst noch als eine übermenschliche Aufgabe anzusehen ist, an der ja selbst ein Hebbel und ein Rich. Wagner scheiterten, Erwartet man doch immer tiefere und größere Eindrücke vom Auftreten Jesu, als wir Menschen von heute zu gestalten fähig sind. Und dann: ein Menschenfreund, der um die Seele der Mensch- heit ringt und Worte der Weisheit in die Herzen der senkt, alles handelnde Eingreifen aber in das Wclt- gese.-ehen von sich weist, ist nun einmal nach unseren Be­griffen, die heute noch die gleichen sind wie die des alten Sophokles, eine eminent undramatische Figur.

Also für die Bühne ist GreinersJesus" gewiß nicht geschaffen. Lesen aber sollte ihn jeder Deutsche, einerlei, ob er orthodox oder modern, gläubig oder ungläubig, ob er Christ ist oder nicht. Aesthetischen wie ethischen Genuß wird auf alle Fälle die Dichtung jedem bringen. P. W.

Selten beläuft es sich auf viel mehr als, zwetb is drei Semester. Sollte es sich daher bestätigen, daß Prinz August Wilhelm von Preußen von Bonn aus seine Studien in Straßburg i. E. fort­setzen und auf der Harvärd-University ttt Amerika abschlteßen wird, so würde sein akademischer Bildungsgang der Zeitdauer nach immerhin eine Ausnahme sein, verglichen mit dem der meistett seiner fürstlichen Standesgetwssen, soweit diese überhaupt studiert haben. Eine Ausnahme aber nicht die einzige. Gibt es doch sogar einen königlichen Prinzen,, der im akademischen Lehrberufe tätig ist: den Prinzen Maxvon Sachsen, der dre Grade als Dr. jur. und theol. erworben hat und an der Um- versilät Freiburg in der Schweiz als Professor kanonisches Recht und Liturgie lehrt. Im übrigen ist allerdings die Liste der Mit­glieder europäischer Dynastien, dte ettte akadenitsche Würde tu ihrer Jugend als Abschluß des Universitätsstudiums erwarben^ keine lange. Sie umfaßt nur vier Namen.: den Prinzen Max von Baden, der ttt Heidelberg zum Dr. jur. promovierte, .dech Herzog Alexander von Mecklenburg-Strelitz, aus der russychest Linie'des Hauses Strelitz, der Dr. Phil, ist, sowie den Prinzen Ludwig Ferdittand v0n Bayern und den Herzog Karl Theodor in Bayern, die beide die Prüfungen als Dr. med. und praktische Aerzte bestanden, imb sich auch der Ausübung der ärztlichen, Wissenschaft in hochherziger Weise gewidmet haben. Der Herzog Karl Theodor ist außerdem Ehrendoktor der Universität Löwen. Die Reihe der Ehrendoktoren imGotha" ist überhaupt eine weseicklich längere. Prinz Ludtvig vvn Bayern z. B. besitzt nicht weniger als drei akademische Ehrendiplome: er ist Dr.oec.publ. von München, Dr. vvn Erlangeti und Dr. ing. der Münchener Technischen Hochschule. Kaiser Mlhelni II. nahm vor etwa zwei Jähren die Würde eines Dr. der Rechte der Pennsylvanta-Unt-.

I versität in Philadelphia an, was derGotha" freilich, verschweigt, und Prinz Heinrich Vvn Preußeil ist Dr. ing. honoris- causa der Technischen Hochschule in Berlin, sowie Dr. l»r. h. c..der Um-.

| versität Harvard. Großherzog Friedrich von Baden ist Ehren--. Dr. vvn Heidelberg und Ehcen-Dr. ing. der Technischen Hoch­schule in Karlsruhe. Erzherzog Rainer vvn Oesterreich besitzt die Würden als Wiener Ehren-Dr. Phil, und Ehren-Dr. der technischen Wissenschaften, Herzog Johann Albrecht von Meckleive bürg wurde als Regent Ehren-Dr. der v-ter Rostocker Fakultaten,- der Prinz vvn Wales ist Dr. jur. h. c. von London, und tnt Haute Sachsen-Meiningen darf sich der Herzog Dr. Phil. h. c. vvn Jena

| nennen, während sein Sohn, der Erbprinz Bernhard, Dr. phil h. c. I von Breslau ist. Unter deit nrchtdeutschen Monarchen wird König

Friedrich VIII. von Dänemark als Dr. of civil law der Universität I Oxford erheblich Überragt durch den König Oskar II. von Schweden, der überhaupt d!en Rekord hier hält: er ist Ehcen-Dr. von.Bo-

I logna, Leyden und aller Fakultäten Wiens, Dr. Phil, vvn Er^ langen und Dr. jur. h. c. von Oxford und Cambridge. Auch

I zwei weibliche Doktoren verzeichnet derGotha :. Carmen Sylva, die smigesfrvhe Königin Elisabeth vvn Rumänien, ist Ehren-

I Doktorin von St. Petersburg und Budapest, und, der Prinzessin Therese vvn Bayern hat die Universität München m Anerkennung | ihrer ethnographischen Verdienste, die Würde einer Ehven-Doktonn I der Philosophie erteilt.

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Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Vrühl'fchen Universitäts-Buch« und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.