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tzaft freie Menschen, sich selber Haus- und Lebensgesetz schrieben." Und in nicht minder enger Gemeinschaft lebte Frenzel mit seiner Zeitung, deren Feuilleton er seine besten Kräfte gewidmet hat, an der er auch heute noch in unwandelbarer Treue mitarbeitet. „Weil wir uns in einer Zeit befinden, in der wir solcher innerlich freien, innerlich lichten Männer mehr vielleicht bedürfen denn je," mit diesen Worten schließt der Dichter seinen Geburtstagswunsch, „darum ist es keine willkürliche Voreingenommenheit, keine Verstiegenheit persönlichen Gefühls, sondern die aus den Tatsachen entquillende Wahrheit, wenn ich sage und ans- spreche, daß heute am achtzigsten Geburtstage dieses Mannes alles, was jung und stark und gesund ist in Dentsch-- land, die Hand nach ihm ansstreckt und „bleibe bei uns" ihm zuruft, „bleibe bei uns, du lieber, mutiger, alter Kurl Frenzel, denn wir brauchen dich noch lange! Noch lange!"
Praktisches Weihnachtsgeschenk für eine Braut.
(Nachdruck verboten.)
Material für Handarbeiten ist gewiß immer ein mnlwm- meneS Geschenk für junge Mädchen — nun gar noch für die Verlobte, die vielleicht gerade nach dem Weihnachtssest sich mit der Aussteuer beschäftigen will und ihre selbstgefertigte Wäsche — der Stolz der Hausfrau! — so nett und zierlich tote möglich mit Stickerei schmücken möchte. — Sie würde gewiß überglücklich feüt, wenn ihr ein wohlassortiertcr „Stickkasten" als Weihnaujts-- gabe gebracht 'würde, der nicht allein das Material für die Arbeiten wie Stickgarn in weiß, blau, rot, verschiedene Nummern, Stick- mnsterbuch für Kreuzstich, wohl auch ein Schablonenkästchen mit Pinsel usw.) enthält, sondern auch diese selbst, schon fertig ausgezeichnet, nnd zwar: Besätze an Hemden, Languettenstrelfen, Passen und Aermelgarnituren für Nachtjacken, ferner Kisseneckou, Einsätze n. dgl. Weich' eine Fälle willkommener Sachen gibt es da! Ein Vorteil ist sogar noch hierbei für den Geber, daß 1. diese Zutaten auch im kleinsten Städtchen zu haben sind und 2. nach und nach angeschasft werden können; für einen schwachen Geldbeutel durchaus nicht unwichtig! , ,
Für einfache Zusamweustellungen wählt man z. B. einige Meter Laiignettenstreifen, Besätze an Nachtjacken (aus Stehkragen, Manschetten nnd Streifen für den vorderen Rand bestehend, zusammen in Hemdentuch schon für 20 Pfg. käuflich, in Seinen 40—50 Pfg.), und vielleicht einige Hemdenpasfen ä 40—80 Pfg., mit ausgedrucktem Kreuzstich oder für Weißstickerei. Hat die Braut viel Zeit zum Sticken und geht ihr die Arbeit schnell von der Hand, fügt man auch Streifen für Kissen hinzu, für welche man wunderschöne Lochstickereien hat. — Ferner die beliebten Wäscheschrankstreifen: 4 Stuck zu einer Garnitur, mit einem der bekannten Spruche gezeichnet, wie: Geblüht em Sommerwinde, gebleicht auf grüner An" usw., pro Garnitur schon für eine Mark zu haben. — Dann hat man vorgezeichnete Kücheri- bretter-Streifen u. bergt. Man kann auch nur verschiedene Sachen für die Küche wählen und zwar gibt es da: Tischdecken, Besen- vorhang, Leitungsschoner, Topslappentasche, Brot- und Frühstucks- beutel usw. — Zu oberst aus diese, zierlich in einer netten Truhe (die noch ein wertvolles Geschenk für sich darstellen kann, geschnitzt oder gemalt) oder in einfachem Karton verpackten Sachen, legt man ein Ueberhandtuch mit einer hübschen Aufschrift, 5- B.: „Am häuslichen Herd — Sei Glück dir beschert!" A. H.
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Weihnachtsgeschenke.
Nachdruck verboten.
Handarbeiten. , ,
R e i s e p n f s. Sehr hübsch und eigenartig ist ein Reisender Slummerpuff in Form eines Efeublattes. Derselbe er- »rbert eine entsprechend gestaltete, mit Pflanzendaunen oder mterikanischcr Watte gefüft-e Grundform auS Futterstoff, von etwa 33 Ztm. mittlerer Höhe. Tie Vorderseite derselben deckt duiikelgräner Plüsch, die Kehrseite gleichfarbiger Atlas oder Baum- lvollsatin. Zwischen Plüsch und Rückenfutter wird ringsum eine 5—0 Ztm. breite, ziemlich flache Atlasvufse eingeschoben. Tie Blattspitze gilt alS unterer Teil des Kissens. An der oberen Randmitte wird, — zu bequemerem Transport — on einer 2—3 Ztm. langen Äoppelschuur aus starker, grüner Cltenille, deren Ansatz am Kissen durch ein kleines, grünes Seidenbällchen gedeckt wird, ein großer, mit grüner Chenille dicht umwickelter Drabt- ring befestigt.
Weihnachts-Literatur.
— M e yers Grobes Konversations-Lexikon. Sin Nachschlagewerk dos allgemeinen Wissens. Sechste, gänzlich neubenrbeitete und vermehrte Auflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen nnf über 18 240 Seiten Text nut mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und aul über l40o Fllnstrationstafeln (darunter etwa 100 Färbendrueltafeln und
800 selbständige Kartenbeilageii) sowie 180 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Alk. (Verlag des Bibliographische« Instituts in Leipzig). — Ein monumentales Zeugnis deutscher Geistesarbeit gehr wieder einmal seiner Vollendung entgegen. Auch der neueste Band legt Zeugnis davon ab, daß der Verlag bestrebt ist, nicht nur Veraltetes nach dem Stande der Gegenwart zu verbessern, sondern auch den Inhalt zu bereichern und zu vertiefe«. Für die gewissenha>te Zusammenarbeit von Mitarbeitern und Redaktion und die treffliche Disposition in der Verteilung des Stoffes, die geschickte Auswahl des Jllnstratiousmaterials spricht jede Sette, die man nur auis Geradewohl ausschlügt. Der. „Große Meyer« ist stets aktuell; das zeigen die Artikel„Schulgesundheitspflege", „Sozialdemokratie", „Sozialismus", umiassende, diL in die Gegenwart reichende Tarslellungeu u. v. a. Ter „Große Meyer" ist genugsam bekannt h'ir seine besondere Sorgfalt aus dem Gebiete der Naturwissenschaften und der Technik, und so beschränke« wir uns daraus, als neu zu registrieren die Beilagen und 916- bildungen „Schuhsabrikation", „Speicher", „Stadtbahnen" (Ansichten der Berliner und Pariser Stadtbahnen), „Schwimmvogel", „Seidenspinner", „Skelett", „Sonne", „Spektralanalyse", „Sperlingsvögel", als erneuert und erweitert die Tafeln „Schwämme , „Schweine", „Spitzen", „Steinkohlen", „Stemkohlenformation", „Kultur der Steinzeit", zu denen aus anderen Gebieten noch die Karten von Schottland, der Schweiz und die Beilagen „Schreib- ktmst", „Statistische Darstellungsmethoden" und „Stenographie neu oder in neuem Gewände hinzukommen. Sogar acht der bekanntesten nicht mehr lebenden Lozialtsten haben hier ihr Kontertet erhalten. Ter neueren Weltgeschichte wird das Lextkon fleredtt int Artikel „Schwedisch-norwegische Union", der uns den Bruch Rov- wegens mit Schweden in knappen, aber klaren Zügen vor ringen: führt. Aus einer dauernden Benutzung dieses für jeden nach Bildung Strebenden unentbehrlich gewordenen Ratgebers wird ein Band treuer Freundschait zwischen dem Leser und dem „Großen Meyer" hergestellt, die gegründet ist ouf dem Drange nach gediegenem, erschöpfendem Wissen.
— Dem Bestreben, nicht nur zu erfreuen und zu unterhalten, sondern auch praktisch zu nützen, dient das zum Weihnachtsfeste rechtzeitig in der Stuttgarter Verlagsanstalt Union erschienene „Buch vom jungen M ä d ch e n". Tie Verfasserin, E (J e (£roner, befaßt sich so verständnisvoll wie eindringlich mit der Erziehung, Eharakterbildung, mit der Lebensschulimg unserer hingen Mädchen, behandelt eingehend alle in Betracht kommenden Gebiete, Verkehr, Lektüre, Musikunterricht, Handarbeiten, Kleidung, Spiel, und Tanz, Umgangsformen re. Eine besondere Abteilung erörtert in erschöpfenden Kapiteln die alten und neuen Frauenberufe. Dabei ist die Versasserin nirgends pedantisch lehrhaft, sondern immer anregend und interessant. Dem praktischen Buche ist eine geschmackvolle, hübsche Gewandung gegeben. „
— Grimnls Kinder- und Hausmarchen. Vollständige Ausgabe. Bist einer Einleitung von Heinrich Wolgast» Als Beigaben drei Bildnisse unb acht farbige Original-Vollbilder: von Heinrich Vogeler-Worpswede. Leipzig, Max Hesses Verlag. Gebunden (Deckelzeichnnng und Vorsatz gleichsfalls von Bogeler-Worpswede) Mk. 3.—. Die Grundlage aller nationale« Poesie bilden die Volksmärchen. Der ganze Reichtum dichterisches Gedanken, den ein Volk besitzt, ist in ihnen enthalten. Unendlich reich und gemütvoll in der Schilderung ist vor allem das deutiche Märchen. Deshalb gibt es auch kaum ein Poesie- und gehaltvolleres Werk, als die Sammlung der Brüder Grimm, Die Ausgabe sei als Festgeschenk warm empfohlen.
Goldene Worte.
Die Kultur soll den Menschen in Freiheit setzen und ihm dazu behilflich sein, feinen ganzen Begriff zu erfüllen.
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Bei der Natur ging der erste Mensch in die Schule unb ihr hat er alle nützlichen Künste des Lebens abgelernt. ,
Die Natur zeichnet uns in ihrer physischen Schöpfung den weg vor, den man in der moralischen zu wandeln hat.
Unsere Kultur soll uns, auf dem Wege der Vernunft und der Freiheit, zur Natur zurück'ühren. Schiller.
ErgiinzungsräLsel.
E.he. it.. .i. .ä.t..ch G..ü.
H.f.e. ..ch a. .n. g.ü.t ..d v.ll.t;
K.n. .s w.d.r S.a.m ..ch .att.r fat.e., E. . ,ß v. r. o. r. n, e. .. 6 v.. sch. ind. nk Auslösung in nächster Nummer.
Aiislöfittig des Vexier-Nätsels in voriger Nummerr Or gelb nur ('/, Apfelsine oder Oraiige — Or; die Farbe dicfee Frucht — gelb; das Licht: Gasglühlicht von Sliter)
Die Einsendung hübscher Rätsel, von treuen Lesern unserer „Familirubläiter" verfaßt, an die Redaktion der „Familiew blätter" ist sehr erwünscht.
Redaktion: P. Wi11ko. — Rotationsdruck unb Verlag der Brübl'scheu Universitäts-Vuch- und Steiadruckerei, R. Lange, Gießen.


