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Men und die Stunden des Schlafes ästf 6 Vis 7, höchstens Bz zu beschränken: — 6. Die Haut in gesundem Zustand zu erhalten durch tägliche Bäder und Abwaschungen. — 7. Die geistigen Fähigkeiten durch regelmäßige Beschäftigung zu starken. — Weiter empfiehlt er 8. Erziehung des Gemütes zur Teilnahme, Freudigkeit, Gemütsruhe und hoffnungsvoller Lebensanschauung. 9. Erweckung des Pflichtgefühls rn allen Verhältnissen des Lebens und eines starken'Willens, welcher den Menschen zwingt, die Leidenschaften zu bekämpfen, das Rechte zu tun und Schädlichkeiten, wie Al- Mol, zu vermeiden. — Diese Vorschriften sind nicht schwer. Wrr wünschen, daß es recht viele unter unseren Lesern geben möge, die einmal wenigstens einen Versuche machten, sie zu befolgen.
^."I^ichkeit der Tuberkulose. Während man Z'uher die Ansicht hatte, daß die tuberkulösen Keime schon vor der Geburt auf das Kind übergehen könnten, so daß im wahrsten Sinne von einer Vererbung der Tuberkulose die Rede sein mußte und sonnt die Kinder Tuberkulöser, früher oder später, dem Untergang geweiht wären, finden ivir jetzt inehr und mehr die gegenteinge Anschauung vertreten. Auf Grund von Unterstichungen $ar Md Eind hat Bossi nach seinen Ausführungen im „Archiv für Gynaekologie" einwandssrei festgestellt, daß der Ueber- gang des Keimes der Tuberkulose oder der Koch'sche Bazilluss pou den Eltern auf das ungeborene Kind int allgemeinen bei der Wenschlichen Gattung fast niemals vorkommt. Indes können die von tuberkulösen Muttern geborenen Kinder sehr wohl von dem N^uloftn Gifte ergriffen sein, welches' sich in der Plazenta, Mutterkuchen) anhauft und von da auf das Kind vergehen kann? Diese ttiberkulweu Gute bestehen wahrscheinlichausden Stoffwechsel- prvdukten der Tuberkelbazttlen und verursachet: bei dem Ueberaanqe puf das ungeborene Kind jenen Zustand zurückgebliebener Entwicke- lung und,organische Schwäche, welche eine Aufnahme der Mn- steckungskermein den ersten Lebensmonaten begünstigt. Ter erste also, Kampf gegen die Tuberkulose zu beginnen hat, ist der Geburtshelfer, denn er ist imstande, schon zu einer Beit dagegen vorzugehen, wo die Anlage dazu verringert und die Ge- i5vr nrrt allen lenen Mitteln beseitigt loerden kann, welche die ärztliche Prophylaxe und Hygiene vorfchreibt. Wir betonen noch-
£n Mv für sich, sondern eine Yv"£. .vwse Kpapkheit leichter empfängliche Veranlagung vererb- •VlU, l|l.
* Eine beachtenswerte Hausinschrift aus den vierziger Jahren des vorigen Jahrhunderts findet sich ^an^dem Giebel eines Bauernhauses im Osnabrückschen.
„Erbaut" ohn' Bier und Branntewein, Soll dieses Haus ein Zeugnis sein, Daß Mauermann und Zimmermann Auch ohne Branntwein bauen kann."
Daß heute diese hausbackene Wahrheit mehr und mehr Von unseren Handwerkern erkannt wird, beweist u. a. die große Zahl derselben, die sich dem Guttemplerorden nach einer Statistik votk Dr. med. Schönenberger angeschlossen
Sprachecke des Allgemeinen Dcutscheu Sprachvereins.
Fort und weg. Zu den Mitteln feinerer stilistischer Unterscheidung rechnet man neuerdings auch die verschiedene Verwendung von fort und weg. Danach gebraucht man „fort" nur zur Bezeichnung eines Hergangs, der eine Fortsetzung, eine Förderung in sich schließt, entsprechend der Verwandtschaft des Wortes mit „vor, vorn, vorwärts"; wogegen man „weg" anwendet, wo man eine vollständige Beseitigung, ein gänzliches Verschwinden ausdrücken will, oder wo wenigstens gerade darauf das Hauptgewicht gelegt werden soll. Was „weg" ist, ist „aus dem Wege" geräumt. Es war ja auch schon bisher gar nicht üblich, „weg" in dem Sinne der Fortsetzung aufzufassen, wohl aber wird umgekehrt das „fort" jetzt von vielen auch zur Bezeichnung des Verschwindens, Aufhörens yerangezogen, also mit „weg" gleichgestellt. Dessen sollte man sich jedoch enthalten. „Bitte fahren Sie fort" wird der Vorsitzer einer Volksvertretung dem durch Zwischenrufe gestörten Redner zurufen; wenn dieser aber zu lange spricht, kann es leicht vorkommen, daß infolge übermäßiger' Ausdehnung der Sitzung ein Eisenbahnzug dem nach Hause strebenden Abgeordneten gerade vor der Nase wegfährt. Der Bahnhofvorsteher wird rhm dann, wobei . er die Sache nur vom Standpunkte Ves ganzen Betriebes würdigt,'bedauernd erklären: „Der Zug ist schon fort", d. h. er fährt weiter seinen Gang, er ist befördert, was aber dem säumigen Reifenden herzlich' gleich-
gultrg ist. Für rhn ist der Zug eben „weg". Er ist für rhn rn „Wegfall" gekommen. Man meide also besser auch das Wort „fortfallen" und sage z. B. „dies'fällt künftig weg".- Ost wird es ja zweifelhaft sein können, was richtiger sei: es kommt eben auf die jeweilige Auffassung des Sprechenden oder Schreibenden an. Folgende weitere Beispiele mögen den Unterschied noch klarmachen: Ein Unternehmen wird fortgeführt, ein Gefangener weggeführt; in einer Zeitung wird die Besprechung einer Tagessrage oder ein Roman fortgesetzt, die Stühle im Saale werden weggefetzt (gleich hinausgesetzt); man läßt sich in der Leidenschaft fortreißen, in dem Maße, daß man seinem Gegner einen Gegenstand' aus den Händen wegreißt. Es hat jemand im Geschäft sein gutes Fortkommen, obwohl ihm aus der Ladenkasse ab und zu etwas wegkommt. Endlich noch das Beispiel: die Depesche ist längst fort, d. h. zur Beförderung auf dem Telegraphenamt aufgegeben; aber: die Depesche ist weg, ö. h. das die Drahtung enthaltende Schriftstück ist verschwunden, z. B. verlegt. Eine Erörterung hierüber findet man in dem Buche von Th. Matthias „Sprachleben und Sprachschäden" (3. Aufl. S. 30), und auch auf S. 15 und 52 der empfehlenswerten Schrift: „Zur Schärfung des Sprach- gefiihls. 200 fehlerhafte Sätze mit Verbesserungen und sprachlichen Bemerkungen." Von Hermann Dünger. — 3. Aufl. 1907, Verlag des Allstem- Deutschen Sprachvereins. Preis 1,60 Mk. (Brüns.).
Gruß an meine alma mater Ludoviciana.
Singweise: „Rattensänger." Nagende Burgen int Abendstrahl, Fruchtschwcre Felder int weiten Tal, Schimmernder Lahnstrom, erlenumsäumt, Wo wir der Jugend Tratnn eiitst gelrätmtl, Wo wir gesuugett, gelacht und gescherzt, Wo wir die Lore aut Tore geherzt.
Trauliches Städtchen, wälderumkräitzt,
Ins vierte Jahrhtmdert dein Ruhin nun erglänzt: „Dir, Gießen, btt alte Musenstadt, Ein vivat, crescat, floreat!“
Der Burschenehre, dem freien Wort Warst btt stets Heimat und sichrer Hort. Mit Waffenklirren unb srohem Sang Zogen wir Burschen Straßen entlang: Manchmal zum Hörsaal, öfter zum Bier, Häufig zum Fechten, oft atich zu „ihr", Gut jebem Mädel, treu unserm Band, Trett rmserem Fürsten, deut Vaterland.
„Hoch, alma mater, du blickest zurück Auf dreihundert Jahre in jubelndem Glück."
Blühe und wachse in ferneste Zeit, Bleibe der Freiheit der Forschung geweiht! Wo Liebig, tuo Dietz einstens lehrte und sprach, Sei sür ewige Zeiten ein Aräopag
Ter Wahrheit, der Tretie, der Freiheit, des Rechts, Der Wohlfahrt, des Glückes, des Menschengeschlechts! Ruhmvoll, wie deine Vergangenheit war, Sei deine Zukttnft für immerdar!
„Ludoviciana, des Hessenlands Zier, Dankbare Söhne huldigen dir."
H. V. W e i d i g, Newark, N.-J. Gießen, S.-S. 1880 bis W.-S. 1882.
Gestorben 27. Juni 1906.
Scherz-Charade.
Wenn Hinz und Kunz auch kein Talent besitzen, Die Kraft der beiden Ersten ausztmützen, So spürten sie doch lebhaft das Verlangen Des Oeftern gute Bissen ztl empfangen.
Sie spielten uteist den Kranken, ächzten kläglich Unb speisten selbst beim Gutsherrn gratis täglich.
Da gab es jüngst bas Zweite, ein Gericht, Ganz nahrhast ztvar, boch schmeckt es ihnett nicht. Sie woltteu's in bes Gtttsherrn Stiefel schütten, Da war's bei dem mit bet’ Geduld am Dritten. Er rief voll Wut: „Ihr Lumpen seid baZ Ganze! Hinaus! Euch bring' ich aus den Schwtmg mit Glanze!" Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Bilderrätsels in voriger Numnierr Wer will, verinag.
Rcbaltiott: P. W it tko. — Rotationsdruck unb Verlag ber Brühl 'scheu Universitäts-Buch- unb Steiabruckcrei, R. Laitge, Gießen.


