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Vermischtes.

* Wichtige Ratschläge zur Verlängerung des Lebens. Man kann ohne geringe Muhe eine Reihe von Vorschriften beobachten, die in ihrer Gesanitwirkung wobl aeeiauet sind, zur Verlängerung des Lebens beizu-, tragen^was^ja bekanntlich der'sehnlichste ffmisch bielev Menschen ist. Ein Arzt, der unermüdlich mit Schrift und Wort dafür eintritt, daß sich die Menschen Muhe geben sollen, in naturgemäßer Weise ihr Leben zu verringern, ist Dr. Weber in London, der es selbst zu dem hohen Alter von über 80 Jahren gebracht hat, und sich. "och heitte einer beneidenswerten körperlichen und geistigen FrMfi erfrent. Die Grundsätze, die er dabei ver,olgt, entnehmen wir derZeitschrift für Physikalische »nd Diätetische rapie" wobei wir gleichzeitig erwähnen, daß die Gesamts ausführungen in Buchform bei Kruger u. Co-, Leidig, er^ itfiienen sind. Weber tritt dafür em. 1- Alle ^rgane uno, Wnebe des Körners in voller Kraft zu erhalten durch tag- ttcke Bewegung im Freien, unterstützt durch Atmuugs-und avmnastische Uebuiigen. - 2. Mäßigkeit zu halten Mi Essen, Trinfptt und alleii körperlichen Genusseil. 3. Für reich- lick>e reine Luft im Hauch zu sorgen und sich täglich solange als möglich in freier Lust aufzuhälten. - 4. Die Wider, bmudskrait des Körpers gegen Krankheiten möglichst zu Wtm und die Neigung zu erblichen Krankheiten zu bekämpfen. 5, Früh zu Bett M gehen und früh! aufzu-

beschlagen; bei Deuter hatte ich durch gute Arbeiten im Zwtl- prozeßpraktikmn des letzten Semesters einen Stein im Brett. Nur Jhertng, für den ich am meisten gelernt und in dessen Fach ich am meisten zu wissen glaubte, legte meine Schwäche in den Pandekten durch 'verflixte Kteuz- und Querfragen schonungslos bloß und machte-mit klar, daß mein Wissen eitel Stückwerk sei. Er sah Mir wohl meine Verlegenheit an, denn zum Schlüsse machte er nut mir einen Scherz, der mir das beruhigende Gefühl gab, daß er mich doch nicht durchfallen lassen werde. Wir sollten nämlich am Schlüsse noch eine Pandektenstelle interpretieren. Zunächst wurde mir das Corpus juris in die Hand gegeben und Jhertng sagte:Nun, Herr Kandidat, schlagen Sie einmal auf lex sp und so viel." Ich schlug ans.Haben Sie es?. Nun lesen SieVerblüfft las ich die Worteet etiam". Du Professoren lächelten, Ihering klappte das Buch zu, und die Herren zogen sich zur Beratung zurück. Tann verkündeten sie nur, daß ich im Schriftlichen drei, im Mündlichen vier, Gesamtnote drei

Ich war über die schlechte Note. un Mündlichen dvch et- ftouitt, nicht aber weil ich deren Richtigkeit bezweifelt hatte, sondern weil meine beiden Leidensgenossen, die nach meiner Mei­nung und auch nach derjenigen der Korona ledenfnus nicht besser geantwortet hatte wie ich, einen glatten dreier erhielt und auf ihr Gramen sogar die Doktorwürde erhielten.

Doch ich war froh, daß ich überhaupt bestanden hatte und meine Freunde trieben mir üblicher Weise den Cylinder. ich hatte vorsorglich einen alten meines Vaters auf geradeso gründ­lich ein und ließen es sich bei meinem Examenssaßchen geradeso gut schmecken. So War ich denn nun Philister geworden, als ob. ich gleich den beiden anderen einen Treier erhalten hatte.

Ich verließ die Lndovieiana dankersüllten Herzens^-e-ie hatte mir mehr gewährt jals ein genügendes Examen: neuen vielen frohen Stunden einen freien Blick für das Ganze, die Zuneigung, einiger lieben Freunde, einen regen Sinn für das als gut und recht Erkannte und das Bewußtsein, daß ich eine gewonnene lieber, zeugung niemals verleugnen würde.

Bessere Gaben kann die Alma mater ihren Lindern nicht gewähren. Gaben, die für das ganze Leben ihren Wert bepalten und die sie stets aufs neue ans diejenigen ihrer Junger auSige. schüttet, die sich lischt genügen lassen an dem Einsammeln dep für den späteren Beruf notwendigen Kenntnisse und nicht bte Hauptsache in vorübergehenden Genüssen finden, sondern, höheren Gewinn für ihr Leben erstreben. . .

Mir ist die Freude zuteil geworden, dies an meinen Lohnen und vielen jungen Freunden zu erleben, welche, in den fangen Fassten meines Gießener Aufenthalts an nur vorubergezogen sind. Ich habe auch gefunden, daß für jenes streßen die Teilnahme an einer der verschiedenen Korporationen, wie sie das studentische Leben von jeher erzeugt httt, nur von Nutzen lern kann, sofern die damit verbundenen Aeußerlichkeiten nicht zur Hauptfache wei­den Ich wenigstens verdanke meuter Buriwenschaft vieles und habe daher nie aufgehört, ihr meine rege Teilnahme entgegen. °U^r®a6 viele gleich mir in Liebe und Dankbarkeit der Zeit gedenken, in welcher sie der Lndovieiana angehorten, das beeisen die Tausende, die jetzt zu deren Jubiläum aus allen Teilen Deutschlands! umd weiterher zusaminenstromen. ^hnen allen gilt Ser Gruß, mit dem ich die vorstehenden Erinnerungen mW meuter, Studentenzeit beschließe. 5VV-

»er Leiter des musikalischen Teiles des Festes, Musikdirektor ' Mangold war mit uns sehr zufrieden. Wir bildeteii^auch einen stattlichen und nicht den schlechtesten Teil der 700 Langer und O"Obwohl" der jüngst verstorbene Stockhausen in der Probe erklärte, wegen Heiserkeit nicht singen zu können (in Wirklichkeit fühlte er alsbald, daß seine Stimme den kolossalen Raum des alten Darmstädter Zeughauses nicht ausfullte), und als Notbehelf ein Mannheimer Opernsänger, für ihn einsprang, war doch die Ausführung des Mos las mustergültig, Als der Hallelujachor rerthingen war, verlangte die gesamte Zuhörerschaft dessen Wiederholung, und hörte stehend den Chor nochmals an, um dann in einen begeisterten Jubel auszubrechen. Wer. sehn­liches einmal miterlebt hat, kann es nie vergessen! Em der­artiges Erlebnis bringt auch die Teilnehmer naher. Wir Gießener fühlten uns solidariscy, ast gehörten wir einer Fa­milie an. Es leben noch einige Gießener Damen, die das Fest mitgemacht Haven und die mir das bestätigen.werden.

Das zweite Konzert brachte bei einem Orchester von 150 Mitwirkenden, meist Künstlern, eine herrliche Wiedergabe der C-Moll -Symphonie von Beethoven in einer Vol­lendung, wie ich sie nie wieder gehört habe.,

Bei dem Balle in her vereinigten Gesellschaft harten toit Gießener einen besonderen kleinen Saal inne, in dem es ge­mütlicher herging als in dem überfüllten Tanzsaal. Es wurde ideal gewesen fein, wenn mir nicht nebenher die Obhut von fünf Cousinen und Quasicousinen aiwertraut .ge­wesen wäre. Diese mußte ich laber schon frühzeitig Heim­bringen, während wir Gießener bis zum Morgengrauen zu­sammen blieben. «... ~ , .

Am dritten Tage vormittags gab uns d« Ltadt Tarmstadt etn Waldfest auf 'der Ludwigshöhe, an welchem Tausende teilnahmen, und das von dein schönsten Weiter begünstigt wurde. Man lagerte in zwangslosen Gruppen weit hin in dem herrlichen Buchenwalde, den die Weisen eines' tüchtigen Munkkorp- durch­rauschten. Wein und Bier flößen in Strömen, die melancholischen Volkslieder ertönten, die bekanntlich die Deutschen mit Vorliebe singen, wenn sie -am fröhlichsten gesinnt sind. Plötzlich rief jemand:Wo ist Baut, der Gießener Professor? Er muß eine Rede halten." UndBaut, Baur", pflanzte sich der Ruf durch den Wald fort. Es dauerte nicht lange, so wurde er aus enter entfernten Gruppe im Triumph auf den Schultern einiger kräf­tiger Sangesbrüder herbeigeschleppt und auf der Rednerbuhne niedergestellt. Und in den wenigen Augenblicken, tue ihm der nicht sehr ernstliche Protest gegen diese Vergewaltigung ge­währte, disponierte er und hielt dann eine Rede, formvollendet, voll Witz und Humor und dichterischem Schwung auf die ^atm- ftäbter Frauen, die brausenden Beifall fand und die zu den Besten gehörte, was ich in diesem Genre ui meinem langen Leben gehört habe. Wir Gießener hatten alle Veranlassung, stolz auf unseren Führer zu sein. . .

Das Fest schloß mit einem großartigen Feuerwerk un ©arten desChausseehauses", desgleichen ich noch nie geschaut.

Mit dem letzten sinkenden Stern, mit der Plötzlich ent- tretenben Ruhe der Dunkelheit nach all dieser Feuerpracht be­gleitendem Lärm wurde ich mir bewußt, daß es mit der Herrlichkeit der Studentenzeit vorüber sei, und zmn erstenmal nahm das bevorstehende Examen den Charakter eines drohenden Unheils an. Ich würde den Rückweg wahrscheinlich in sehr melancholischer Stimmung angetreten haben, wenn mir nicht em freundliches Geschick die jüngere meiner Mainzer «angesschwestern in den Weg geführt hätte, die im Menschengewühl von ihren Angehörigen getrennt worden war und die ich nun nach der. aus der entgegengesetzten Seite Darmstadts gelegenen Wohnung ihrer Verwandten geleiten durste. Sie verscheuchte mit ihrem leo- hasten Geplauder die finsteren Geister und ließ mich bedauern, daß ihre Wohnung nicht noch weiter abgelegen war.

Ich ließ inich 'noch einige Tage von einer Frank,urtev Quasieousine ( so nenne ich die Eousinen. meiner, wirklichen; Cousinen) fesseln, die mit großer Liebenswürdigkeit eine ausge­zeichnete Ausbildung int Gesänge und Klavierspiel verband, nut der ich alle Bethvvenschen und einige Mozarische Symphomen vierhändig durcharbeitete und die niir alle Bethovenschen und Schubertschen Lieder Vvrsang, welche ich zu hören wünschte und begleiten konnte. , , .

Dann meldete ich mich eines Tages ziemlich kleinlaut bet meinem gestrengen Vater als wiederangekommen. Er wetterte gehörig über meinen Leichtsinn, wunderte sich über meine Kvck- eit, ins Examen gehen zu wollen, und pwphezeihte mir als sicher, daß ich durchsallen werde. ..

So schlimm ist es nun allerdings nicht geworden. Aber ich war mit meinen Professoren einverstanden, daß ich mehr hatte wissen können. Ich wurde exmatrikuliert. Meine Abgangs­zeugnisse waren gut, nur das Heidelberger zeigte einen klemm

So stieg ich Kenn eines Tags ut Frack und Cylinder nach filtern zu meinem Erstaunen ziemlich guten schriftlichen nu,, mündliche Examen. Kanzler, Birnbaum ervffnete den Reigen. Bei ihm brauchte ich nicht vwl zu sagen,,, er,^sor^ dm Beimbi wvrtunü feiner Fragen mit bet grÜTiblid)cit Oclcljii j #

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