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fiiocr 'n jungen Herr. — Awersten, nit kamen die Brambörger! nu rücken sei mit einen wahren Engel von Frugensminsch vör, bat is Fräulein Rakow. Pack in, Frölen Schröder! Pack in! Dit Frölen Rakow hett mit Titania'n sülwcn spelt, un wo? — Ich spreche dies in Alteratschon, un denn red ich ümmer dies entsahmte Plattdütsch. — Aber wo sagte sie das! „Die Knospe lag noch tief verhüllt", säd sei, „ich schützt' sie vor dem Nord." Dat säd sei un hadd't man acht Dag' lang utwennig lihrt, un dorbi was ehr nicks nich weg! — Ne, Woldegk! In de öko- nomschen Angelegenheiten büst du Bramborg weit vor, aber in das, was ein gebildter Mensch Kunst nennt, gor tau lang' nich!
Uit der Mensch lebt nur von die Kunst, nich von's öko- nomsche, denn bei die verdammten Kartofselpreise kann kein Meuwel leben, selbst keine wohlwollenden Woldegker,
Besuchen Sie mich in Haunerwiem!
Ergebenster
Bräsig' immeritierter Entspekter.
Haunerwiem, den 21. Novembruari.
Schlechte Jahrszeit for Brennmaterial, ümmer noch ?i/3 Dal er sor en Faden Eichenholz — Torf gor nich —. un Kartoffeln irst recht nich! —
Noch mal ergebenster _________ Bräsig.
Vermiete®,
* Die reichsten Leute der neuen Welt. Herr Rogers, der Vizepräsident des Standard Oil Trusts, stellte fest, dass I. D. Rockefeller im vergangenen Jahre eine Einnahme von 240 Millionen Mark hatte. Das Einkommen des Mr. Rogers wird auf 120 Millionen Mark geschätzt, während der Bruder des Oelkönigs mit der geringen Einnahme von 100 Millionen Mark zusrieden sein muß. Die Vermögen anderer amerikanischer Millionäre sollen folgende sein: Andrew Carnegie (Stahl) 1600 Mill., W. K. Banderbilt (Eisenbahnen) 500 Millionen, George I. Gould (Eisenbahnen), W. A. Clark (Kupferminen) und Mrs. Hetty Green (Geldverleiherin) je 400 Millionen, D. O. Mills (Bankgeschäft) 300 Millionen, H. M. Flaglcr (Oel) 240 Millionen, I. P. Morgan (Bankier) aber nur 200 Millionen Mark.
* Sieben Frauen in einer Woche geheiratet. Aus Buffalo kommt die Kunde, daß dort der seit 3 Jahren gesuchte 32 jährige Zahntechniker Georg Witzhoff, zu Neuchatel geboren, der in den Vereinigten Staaten, in Kanada, England und Frankreich unter verschiedenen Namen gegen hundert Mädchen und . Witwen zum Traualtar geführt hat, aus Veranlassung einer Frau, der er rund 60 000 Kronen entwendete, verhaftet wurde. „Doktor George A. Witzhoff", wenn dies überhaupt sein richtiger Name ist, ist eine der interessantesten Figuren der Kriminalistik. Man schildert ihn als schönen Manu und rühmt ihm nach, daß er sieben Sprachen spricht. Seine Verschlagenheit soll aber noch grötzer sein, als seine Bildung, es heißt, daß er in jedem Staat der Union ein verlassenes Weib sitzen habe und außerdein unzählige Heiratsschwindelcien und Beraubungen auf dem Gewissen habe. Er soll das Haupt eines organisierten Konsortiums von Heiratsschwindlern gewesen sein, das hauptsächlich die deutschen Jüdinnen von Newyork als Opfer ausersah. Er tauchte immer unter anderem Namen auf, und durch geschickte Verkleidungen wußte er jahrelang die Polizei der Union zu täuschen. Förmliche Jagden wurden nach ihm veranstaltet, und als die Polizei nichts ausrichtete, nahmen sich die amerikanischen Frauenvereine und die Zeitungen seiner Verfolgung an, die „Newyork World" z. B. hatte einen Preis von 500 Dollars auf seinen Kopf ausgesetzt. Es kam anläßlich seiner Verfolgung zu einem allgemeinen Feldzug gegen die Heirat agenturen, deren Nc.rycrk 5,00 zählt. Die Vorsitzende der amerrranischen Rettungsgcsellschast für Frauen Mrs. Charlotte Smith gab bekannt, daß in den Vereinigten Staaten mindestens 50 000 Frauen leben, die von Betrügern geheiratet und ausgeplündert wurden und schließlich sitzen blieben. In Amerika war Witzhoff einmal nahe daran, festgeuommen zu werden, als ihn das letzte Opfer seiner Gaunerlist selbst rettete. Vom April bis September v. I. hat er unter dem Namen A. C. Westen als Zahnarzt in London praktiziert: er hatte meist weibliche Patienten, und als er Ende September verschwand, hinterließ er 11 Pfund Sterling Schulden und einen Koffer, der Instrumente, Medikamente, Dutzende von Liebesbriefen und Damenphotographien, ein förmliches Lexikon mit Damenadressen enthielt. Auch in Manchester hat er den Heiratsschwindel ausgeführt; auch dort war er als elegant auftretender Zahnarzt tätig, mit vier Mädchen zu gleicher Zeit verlobt, obwohl er dort mit einer jungen Frau und einem kleinen Kinde wohnte. Auch alks Magier war er tätig. In orientalische Gewänder geh-lillt, vollführte er magische Kuren und hypnotisierte seine Patientinnen. Nach poilizeilichen Aufzeichnungen befanden sich unter Mitzhoffs Opfern 100 bis 150 Damen, die Beträge von 2000 bis 12 000 Dollars einbüßten. In Newyork hat er int fashionabelsten Viertel gewohnt. Er verreiste häufig, angeblich
dienstlich, und jede kleine Reise war eine neue Hochzeit. Wenn er zurückkam, hatte er schon sein Opfer begaunert und sitzen gelassen. Im Vorjahre Hot einer der gewandtesten Detektivs seine Spur durch die ganze Union verfolgt und bis nach London und Manchester fortgesetzt, ohne des Gauners habhaft werden zu können. Einmal hat er in einer Woche sieben Frauen geheiratet und jede nach wenigen Stunden im Stich gelassen, nachdem er sich zuvor ihrer Wertsachen versichert. Sechs Jahre lang soll der Mann lediglich vom Heiraten gelebt haben. Unter seinen Opfern befindet sich auch die Tochter eines früheren Bürgermeisters von Newyork. Witzhoff ist auch einer der am meisten geschiedenen Männer der Welt, denn von seinen zahllosen Ehen wurden viele förmlich geschieden.
Tabakanbau auf Ceylon.
Wissenschaftliche Beobachter in Ceylon wollen festgestellt haben, daß dem Tabakbau auf dieser Insel eine große Zukunft bevorstehe. In einem kürzlich von einem Mr. Kelway Barnbcr gehaltenen Vortrage hat dieser dargelegt, daß große Strecken des Landes sich für den Tabakbau eignen, nur sei bedeutende Sorgfalt nötig, um ein besseres Produkt zu erhalten, als der Eingeborene erziele. Der Anbau der Tabakpflauze sei — wenn richtig betrieben — ein besseres Geschäft als die Kautschukkultur. Was den Absatz des Erzeugnisses anlangt, so bemerkte der Vortragende, die örtliche Nachfrage sei naturgemäß nicht bedeutend, jedoch für ein gutes Tabakblatt bestände in Europa ein so ziemlich unbeschränkter Markt zu guten Preisen. Zur Ausführung dieser Gedanken ist indessen, soweit bekannt geworden, in Ceylon bisher noch nichts geschehen. Es wird auch wohl noch eingehender Versuche von feiten der Regierung bedürfen, um das verfügbare Kapital in diese Wege zu leiten.
Wie die Frauen stimmen.
Angesichts des Kampfes, den die Frauen besonders in England um das politische Wahlrecht führen, hat eine Schilderung der Erfahrungen mit dem Frauenstimmrecht in Neu- Se e l a n d, die CH. L. Russell gibt, ein besonderes Interesse. Allgemein ist festzustellen, daß man dort mit den Ergebnissen dieser' Einrichtung sehr zufrieden ist. Die Männer sagten, daß die Frauen fortschrittlich auf das politische Leben eingewirkt haben: es sei klarer geworden und reiner, seitdem die Frauen daran teilhaben. Die Frauen besuchen die politischen Versammlungen, und seitdem hat sich der Ton verbessert: die Kandidaten sind sehr vorsichtig in ihrer Ausdrucksweise, wenn sie wissen, daß weibliche Wähler ihren Ausführnngen lauschen. Die öffentlichen Beamten sind sorgsamer geworden, weil man gefunden hat, daß die Frau Dinge nicht übersieht, die der Mann durchgehen läßt. In Bezug auf die öffentliche Sicherheit haben die Frauen stets neue Anregungen und Reformen gebracht und nicht geruht, bis sie befolgt wurden. So äußern sich die Männer über das politische Wirken ihrer Frauen. Die Frauen ihrerseits sagen, daß es für sie nichts Peinliches habe, zum Wahllokal zu gehen, ebensowenig wie wenn sie in einen Laden gingen. Nie hätten sie bei den Wahlen etwas Anstößiges erfahren, stets seien sie mit der größten Höflichkeit behandelt worden. Die Männer erzählen, daß sie in den meisten Fällen nicht wissen, wie ihre Frauen wählen. Was das „Au- brennenlasfen der Suppe" und das „Hungernlassen der Kinder" und die „weibliche Sphäre" und all diese Sachen anbetrifft, so verschmähen es die Neuseeländer, über ihre Frauen solche Aenßer- nngen zu machen. Der englische Reisende gibt zu, daß er viele Neuseeländer Haushaltungen kennen gelernt hat, die so wohlgeordnet, reinlich und glücklich waren, wie sonst nirgendwo auf bet Erde.
Städterätsel.
Nachdruck verböte^
Apenrade — Basel — Greiz — Karlsruhe — Potsdam — Oppeln — Wiesbaden.
Tie vorstehenden Slädtenamen sollen derart geordnet werden, daß der etl'ie Buchstabe des ersten Namens, der zweite des zwenen, der dritte des dritten nsw. wiederum einen Städtenamen ergeben.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Magischen Dreiecks in voriger Nummer:
FRANZ
RIGA
AGA
N A
Z
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UnwerstlätS-Buch- und ©ietnbruderet, R Lange, Gieße«.


