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Vermischte».
—: Aus Anlaß der Jubelfeier des Joachim- thalscheu Gymnasiums zu Berlin sei aus den Erinnerungen, die Dr. Eduard Schulte vor 30 Fahren über das Leben im Alumnat der Schule ausgezeichnet hat, einiges wiedergegeben. Schulte schreibt: „Vor Beginn der ersten Arbeitsstunde wird der Schlafrock angelegt, der auf den Wohnsälen vor 8 Uhr morgens und nach 8 Uhr abends getragen werden darf. Vom zwölfjährigen Tertianer an besitzt saft jeder ein solches, von Rechts wegen zu den Privilegien der gelehrten Stände gehöriges Kleidungsstück, und zwar ist der Alumnenschlafrock vielleicht die bemerkenswerteste Spielart seiner Gattung. Ich habe Schlafröcke gekannt, die aus einer früheren Stufe des Daseins als Steppdecken existiert hatten; durch Erzeugung von Knopflöchern und Aermeln war die in bedingtem Sinne vollkommene Metamorphose bewirkt worden. Ist hiernach der Alumnenschlafrock in der Regel ein außerordentliches Gewand schon in dem Augenblicke, wo man ihn zum ersten Male anzieht, so wird er es noch mehr durch die alumnatsmäßige Behandlung. Die Aermel des Schlafrockes müssen oft zum M- wischen des Tisches und als Tintenwischer dienen, und die Schöße vertreten beim Kaffeekochen die Stelle des mehr nützlichen als ästhetischen Küchengerätes, das unter 'dem Namen der Topflappen bekannt ist. Das Hantieren mit brennendem Spiritus, der die Kochmaschine heizt, hinterläßt mehr und mehr bedenkliche Brandspuren auf der Vorderseite des Schlafrocks, und die Annäherung der Rückseite des Körpers an den überheizten Ofen im Winter gefährdet nicht minder die untere Nordhälfte des Gewandes. Der Alumnus legt den Schlafrock üuch wohl während der Tagesstunden, an denen er ihn nicht anziehen darf, als Sitzkissen auf seinen hölzernen, des Rohrgeflechts entbehrenden Stuhl; im Winter dient der Rock zuweilen als Reservebettdecke. Ferner wird er in Gefechten, wie sie gelegentlich aus den Schlafsälen statt- sinden, als wirksame Wasfe verwendet, ebenso bei den Fledermausjagden, die nach Aufspüren eines Wildes ebenfalls auf den Schlaffälen abgehalten werden."
Literarisches.
— MeyersGroß es Konversations-Lexikon. Ein Nachschlagewerk des allgenreinen Wissens. Sechste, gänzlich neubearbeitete und vermehrte Arrflage. Mehr als 148 000 Artikel und Verweisungen anf über 18 240 Seiten Text mit mehr als 11000 Abbildungen, Karten und Plänen im Text und auf über 1400 Jllustrationstafeln (darunter etwa 190 Farbendrucktafeln und 300 selbständige Kartenbeilagen) sowie 130 Textbeilagen. 20 Bände in Halbleder gebunden zu je 10 Mk. (Verlag des Bibliographischen Instituts in Leipzig.) — Pünktlich, wie feilte Vorgänger, hat sich auch der 17. Band von Meyers Großem Konversations-Lexikon (Rio bis Schönebeck) eingeftrnden. In ihm nimmt wohl den breitesten Raum die Bearbeitung des immer von neuem durch seine inneren politischen Vorgänge interessierenden Rußland ein. Der Inhalt der sich über etwa 100 Spalten erstreckenden Artikelreihe: „Russische Kirche", „Russische Künst", „Russisches Reich", „Russische Literatur", „Russische Sprache" und „Russisch-Japanischer Krieg" stellt einen in seiner weisen Beschränkung meisterhaften Ersatz für eine zum Teil erst noch zu schaffende Spezialliteratur dar und gibt ein abgerundetes und anschauliches Bild des von inneren Wirren zerrissenen Riesenreiches. Dabei ist natürlich die beim Artikel „Japan" begonnene Darstellung des Russisch-Japanischen Krieges zu Ende geführt worden und eine neue Karte der Länder des Gelben Meeres mit Kärtchen der Schlachten bei Liau-Uang, Mukden und Chardin ausgenommen. Die, 16 Artikel zum Stichwort „Sachsen" bringen mit drei Kürten und zahlreichen Textbildern auf etwa 70 Spalten eine die geographischen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnisse erschöpfende Darstellung der sächsischen Lande. An geographisch-historischen Artikeln nennen wir noch: „Rio de Janeiro", „Rio Grande do Sul" (mit je einem übersichtlichen Textkärtchen), ,„Rom", „Römisches Weltreich", „Rumänien", „Sahara", „Sankt Gotthard", „Sankt Petersburg", „Sansibar", „Sardinische Mon- archie", „Schantung", „Schlesien", „Schleswig-Holstein" und „Shanghai". Der Artikel: „Schiedsgericht" berücksichtigt üatürlich auch die zurzeit im Haag tagende zweite Friedens
konferenz. Daß Männern wie Roquette, Rosegger, Rousseau, Rückert, Scheffel, Schiller (mit einer neuen, vier Schillerbildnisse enthaltenen Tafel) und Künstlern wie Rodin, Scha- dow, Schaper, Schinkel, Sascha Schneider oder wie Rossini, Rubens, Saint-Saäns gebührend Platz eingeräumt worden ist, daß auch Namen wie Roosevelt oder der jetzt vielgenannte Herm. Schell nicht übergangen sind, bedarf kaum der Erwähnung. Literarisch interessieren die Beiträge „Ronian", „Romantik" (mit einer neuen Tafel „Deutsche Romantiker"), „Romanische Sprachen", „Römische Literatur", „Russische Literatur", „Hans Sachs" und „Sanskrit". Von dent reichen Jllustrationsapparat (90 Karten und Tafeln) sind neu der „Plan des alten Rom", „Länder des gelben Meeres", „Samoainseln", „Röntgenapparate", „Röntgenbilder", „Schlacht- und Viehhöfe", „Schiffbau", „Schiffhebewerke", „Schnellpressen", „Schlangen", „Schmetterlinge"' und „Schnecken". Alles in allem wird der Band nicht nur bei den Besitzern seiner 16 Vorgänger eine wohlverdient günstige Aufnahme finden, sondern auch dem unerreichten, Werk viele neue Freunde zuführen.
Goldene Worte.
Es flieht, fei des bewußt Und halte es int Sinn, Auch nützlichen Verlust llnd schädlichen Gewinn.
Sage nicht immer, ivaS du weißt, Aber wisse immer, was du sagst. Claudius.
Manche Menschen verstecken, ivie viele indische Bäume, unter äußeren Stacheln und dornigem Laub die weiche, kostbare Frucht des mcnschcnsreundlichsten Herzens. Jean Paul.
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Wir haben immer, ivas ivir hatten;
Des Lebens Tag versinkt in leise Dämmerung:
Durch dieses Zivielicht geht ein freundlich holder Schatten:
O, das bist bti, Erinnerung 1 Tiedge.
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Groß nur ist, Wer mitten in Gefahr, in Drang und Sturm Ter Taten ruhig bleibt und fest. Klein.
Rösselsprung.
Auflösung in nächster Nnmmer.s
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Liebe
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gebens
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Kreis
Auflösung des Kreuzräisels in voriger Nummer: JFE a r r g tt a
Jagdhunde Frühmesse Frauen lob n s 1 d s o e e b
Redaktion: P. Wittko. ^.Rotationsdruck und Verlag der BrÜhl'scheu Universitäts-Vuch- üüd Gteindruckerei, R, Lange, G keßen,"


