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sehr empfindlich; man erhält sie nur schön in ganz kühlen Räumen, wo sie vor Frost geschützt ist, wo aber wenig geheizt wird, und wo es doch gut hell ist. Gerade bei den Araucarien wird sehr oft der Fehler gemacht, daß ihnen ein zu warmer Standort im Winter gegeben wird, sodaß sie infolge der trockenen, warmen Luft zugrunde gehen. Bei Tauwetter reichlich frische Lust und ein nicht zu reichliches Feuchthalten des Ballens erhält die Araucarien auch im Winter vollkommen gesund. Oleander, Lorbeerbäume, Evony- mus, Aukuba, Jucca und die harten Sorten Dracenen sind auch im Winter gänzlich unempfindlich. Man sollte aber diesen Pflanzen einen so kühlen Standort geben, daß sie nicht vorzeitig zum Trieb angeregt werden. Selbst ein gelinder Frost schadet diesen Pflanzen während des Winters nicht, wohingegen sie auf einem allzu warmen Standort leicht vom Ungeziefer befallen werden.
Die meisten Fettpflanzen wie die verschiedenen Kakteen, Aloen, Agaven, Echeverien und dergleichen lieben einen halbwarmen, trockenen Standort im Winter und verlangen anch nur eine ganz geringe Wurzelfeuchtigkeit. Wem: sie etwas kühl stehen, so braucht man sie fast gar nicht zu gießen, bei wärmerem Standort ist jedoch eine Wassergabe ab und zu erforderlich. Sie sind im allgemeinen in Bezug auf Wärmegrade anspruchslos, dagegen schädigt sie am meisten eine übermäßige Feuchtigkeit.
Will man also seine Zimmerpflanzen int Winter gesund erhalten, so muß man in deren Behandlung einen Unterschied machen: Azaleen, Kamelien, Erika, Myrten usw. kühl, aber gleichmäßig feucht. Zimmerpalmen, Plektogynen, Gummibanm, Philodendron, Alpenveilchen, Primeln, Begonien usw. im Wohnzimmer und gleichmäßig feucht; wenn sie staubig sind, müssen die Blätter mit einem feuchten Schwamm abgewaschen werden. Araucarien ganz kühl und nur mäßig feucht. Oleander, Lorbeer, Eronhmns usw. besser kühl als warm; sie müssen ferner nach Bedarf begossen werden. Alle Fettpflanzen lieben einen nicht allzuwarmen Standort, aber möglichst wenig Feuchtigkeit.
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— M en s ch he it s ziele. Eine Rundschau für wisseu- schastlich begründete Weltanschauung und Gesellschaftsreform mit Beiträgen hervorragender Schriftsteller, herausgegeben von Dr. H. M o l e n a a r, München, Verlag von O 11 o W i g a n d m. b. H., Leipzig, Jahresbetrag 6 Mk. Das 1. £eft (64 S. 4°, 1,80 Mk.) bringt auf dem Umschlag eine Zeichnung A. Schindlers, welche die fortschrittlichen Tendenzen der Zeitschrift wirkungsvoll symbolisiert, mit wuchtiger Hand durchhaut ein Schwertbewaffneter das Dornengestrüpp, das den Weg zum Tempel der Menschlichkeit überwuchert. Ein Bild des jüngst verstorbenen Berliner Dichter- philosophen Wolfgang Kirchbach von seinem Bruder, dem bekannten Historienmaler Prof. Frank Kirchbach, bildet eine Beigabe zu seiner Lebensskizze aus der Feder seiner Witw- und einem hinterlassenen Essay über „Giordano Bruno". Aus dem reichhaltigen Inhalt der Nummer seien hervorgehoben: Dr. Schallmayer: Erbentwicklung bei Völkern als theoretisches und praktisches Problem. Dr. M. Schwann: Ein Nachtgang (Gedanken über Leben und Tod). Dr. I. Unold: Religion und Ethik. Dr. N. Steinmetz: Negative Kulturgeschichte. Dr. H. Pu- dor: Die Tierpsyche in der modernen Kunst. Dr. R. Penzig: Das Evangelium des Kindes (Weihnachtsbetrachtung). G. Nuseler: Melträtfel. G. Cabanis: Kinder der Sterne, Gedichte. W. St.: Ist der heutige Religionsunterricht zweckentsprechend? Dr. H. Molenaar: Was lehrt der Monismus? — Ein sranzösiseher Bismarckverehrer. Bücherbesprechungen. Zeitschriftenrundschau nsw.
— Geh. Reg.-Rat Prof. Dr. W. von Oettiugen, Die bunte Menge. (Flugblätter für künstlerische Kultur, Heft 5. Stuttgart, Strecker und Schröder, 1906.) — Es handelt sich hier um eine Untersuchung der „Schar der Laien" nach ihrer Zusammensetzung und ihrem Verhältnis zur Kunst und zum Künstler. Nachdem erst mehr begrifflich von Kunst und künstlerischem Schassen die Rede war, wird das Publikum nach Lebensaltern, Begabungen, Temperamenten und (ethischen) Bildungsgraden analysiert und schließlich die Bedeutung der Mode und des Parteigeistes erörtert. Der Autor postuliert für Laien und Künstler: „Wollte man es hüben wie drüben als Pflicht empfinden, seine Persönlichkeit zur Harmonie mit der Wahrheit, wie man sie erkennt, heranznbilden and diese innere Wahrhaftigkeit auch in dem Kunstgenuß und der Kunstleistung unein- geschränkt walten zu lassen, so ergäbe sich daraus für die Künstler das Recht, ein volles Verständnis zu erwarten, und für das Publikum die Sicherheit, fein Genügen zu finden." Auch sonst ist an trefflichen psychologischen und ethischen Bemerkungen mtb Anregungen kein Mangel.... Hoffen mir, daß die klare, feine, noble Schrift vielen auf den löblichen Pfad mitverhelfen möge, den der Herr Versasfer mit manchmal etwas didaktisch erhobenem Finger weist.
— „Die Eine heirat' ich mal..." Roman von E. B e l y. (Hermann Hillger Verlag, Berlin und Leipzig.) 2 Mk.
Im Mittelpmtkt des RomaueI „Die Eine heirat' ich mal . . steht ein junger Arzt, der Sohn eines Kastellans eines Fürsten- fchlosses, dessen Strebertum keine Grenzen kennt. Er heiratet, um emporzukommen, eine Baronin und läßt seine Geliebte im Stich, weil diese ihn nicht in seiner Laufbahn fördern kann. Er wird mit der Baronin nicht glücklich, und er muß sich zahlreiche ,Demütigungen gefallen lassen.
Sport.
— Der Wert des Schneeschuhlaufens für die Jugend wird wohl am besten durchs die Tatsache bewiesen, daß jetzt in vielen Schulen, besonders im Harz, in Tirol, im Riesengebirge, im Erzgebirge usw. an Stelle des Turnens in den Winterplan d as Schneeschuhlanfen aufgenommen ist. Wie glänzen da die Augen, wenn es unter Führung des Turnlehrers hinaus- geht auf die umliegenden Höhen! Mit roten Wangen kehrt dann die fröhliche Kinderschar heim von diesem Herz und Lunge gleich wohltuenden Hebungen. Unter sachkundiger Leitung ausgeführt, haben dieselben den großen Vorteil gezeigt, daß sich bei den Jugendwettlänfen auf Schneeschuhen, die jetzt alljährlich in den einzelnen Gebirgsgegenden abgehalten werden, die Leistungen von Jahr zu Jahr wesentlich gehoben haben, auch die Zahl der Teilnehmer stetig wächst. Der praktische Wert des Schneeschuhlaufens wird leider noch von einem Teil derjenigen, denen das Wohl und die Erziehung unserer Jugend anvertrant ist, zu wenig gewürdigt und es wäre an der Zeit, daß sich diese Herren endlich mal davon überzeugten, daß die Zeiten längst vorbei sind, wo man im Winker unlustig hinter dem Ofen hockt, oder sich ausnahmsweise, tief eingemummt, ins Freie wagt. Sie übersehen noch gänzlich, daß Krankheiten, die durch Erkältung entstehen, nicht die Folge vom Genuß der Winterlnst, sondern von bereu Entbehrung sind. Abgesehen davon, daß die Hebungen die Muskel des einzelnen stählen und seine Energie wachrufen, hat die Pflege des Schneeschuhsports seitens unserer Jugend für die Wehrkraft unseres gesamten Vaterlandes einen nicht hoch genug anzuschla- genden Wert, da durch ihn die Gesundheit im allgemeinen und damit die Militärtauglichkeit der Bevölkerung gehoben wird. Dazu kommt, daß seitens der Militärbehörden seit Jahren dem Schneeschuhsport, weil er den Mut hebt und für den Vorposten- und Aufklärungsdienst im Fall eines Krieges von großer Bedeutung ist, große Beachtung geschenkt wird. Es werden alljährlich militärische Heilungen auf Schneeschuhen abgehalten. Bei der knapp bemessenen Zeit der Ausbildung kann es daher nur wünschenswert feilt, wenn die jungen Leute gleich als tüchtige Schneefchuhläufer in die Armee eintreten u nd die Zeit der Ansbildimg in diesem Sport gespart wird.
JahrcHwcttde.
Tausende von Glocken läuten einen gleichen klaren Ton: wie ein lausendslimmges Deuten weists hinauf zu Gottes Thron.
Unterm Sternenhimmel steh ich, von dem Klang und Glanz berückt, und zum Weltenlenker fleh ich, von der Stunde Macht durchzuckt.
„Laß mein ganzes Volk empfinden diesen großen Augenblick!
Laß sein Äuge nicht erblinden, daß es lese fern Geschick.
in den Sternen, aus den Klangen, die da weisen — himmelan" . . . Volk, du reißt an tausend Strängen; AuN Zerreiß sie rote Ein Mann l Bensheim a. d. Bergstr. Kart E r n st Knodt.
Magisches Dreieck.
__In die Felder nebenstehender Figur sind I die Buchstaben a n a a a, f, g g, i, n n, r r, -------—— z z derart einzutragen, daß die einander ent» sprechenden wo gerechten und senkrechten Reihen gleichlautend Folgendes bedeuten:
1. Männlichen Vornamen.
2. Denlsch-russtsche Stadt.
3. Türkischen Titel.
4, Teil von Anam.
5. Einen Buchstaben.
Auflösung in nächster Nummer.
Auflösung des Logogriphs in voriger Nummer r Tasse, Kasse.
Redaktion: Ernst Heß. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Umversitats-Buch- und Slemdruckerei, R, Lange. Gießer


