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Wissenschaft suchen darf, daß ich mir nicht einmal eine Reise

Genug", unterbrach ihn der Freiherr. Seine blauen Augen schleuderten Blitze.Reize mich nicht zum äußersten. Ich weiß, was ich zu tun habe."

Mit wuchtigen Schritten ging er nach der Tür. Gleich darauf fiel sie schmetternd hinter ihm ins Schloß.

Der Zurückgebliebene stand mit geballten Fäusten. Für einen Moment nur. Dann ließ er die Hände schlaff sinken und trat an das offene Fenster. Warum war er erst so töricht gewesen, mit einer Bitte an den Vater heranzutreten? Er kannte ja doch den starren Trotz des alten Freiherrn, unter dessen Druck seine ganze Umgebung seufzte. Nie hatte jemand gewagt, sich gegen seinen Willen aufzulehnen. Und heute hatte er es gewollt, der dein eigenen Vater stets ein Dorn im Auge gewesen. Er war aus der Art geschlagen, wie der Freiherr grollend zu bemerken pflegte,kein echter Tressenberg!" Das waren alles riesige, breitschulterige Ge­stalten gewesen, derb die Gesichtszüge, blond und blauäugig, lärmende, streitsüchtige Gesellen, denen früher das Schwert sehr locker in der Scheide gelegen.

(Fortsetzung folgt.)

Pfarrer Jatho über den Wunderglauben.

Ueber die Wundererzählun^en der Bibel sprach in der vom Verein für evangelische Freiheit in Köln veranstalteten öffent­lichen Versammlung der Pfarrer Jatho. Wir entnehmen dem Berichte derKöln. Ztg.":

Diese Wunderberichte nannte Jatho einen Zaubergarten der Poesie und menschlichen Phantasie. Er suchte klar zu machen, daß die Zahl der Tatsachen, die unter den Begriff Wunder, das heißt unter die Geschehnisse, die den geordneten Zusammen­hang der Natur durchbrechen, gestellt werden können, im Lauf der Jahrhrmderte immer kleiner geworden ist, sodaß man diesem Wunderbegriff heute ganz anders gegenüberstehe als vor einigen taufend Jahren. Heute müsse dieser Wunderglaube als irreligiös betrachtet werden, weil er auf der Furcht vor dem denkenden Verstände beruhe. Da aber der Religion der Wahrheit und Liebe mit solcher Furcht nicht gedient sei, hege man an diesem überlieferten Wunderbegriff mit Recht Zweifel.

Den Streit um die Wunder der Bibel bezeichnete der Redner nicht als einen religiösen Streit, sondern als einen geschichtlichen, einen wissenschaftlichen und literarischen Streit, der sich durchaus auf dem Boden der verstandesmäßigen Erörterung bewege. Von den Wundererzählungen der heiligen Schrift greift er die von den Evangelisten und von Jesus heraus und stellt fest, daß sie selbst Paulus in seinen Predigten nicht als Stütze oder als Waffe für Jesus gebraucht habe, ein Umstand, der die Wunder­erzählungen der Evangelien historisch verdächtig mache. Wenn er und die. Evangelisten von überirdischen Dingen erzählen, so reden sie von inneren Erfahrungen, wie sie alle religiös besonders stark erregten Menschen ansgefaßt haben, und wie man sie bei Angehörigen aller Völker vorsinde, also von Vorgängen rein psychischer Natur. Die Evangelisten wollten mit ihren Erzäh­lungen zum größten Teil wirkliche Wunder berichten, und man würde ihnen Gewalt antnn, wenn man das bestreiten wollte. Zu bezweifeln sei nur die Geschichtlichkeit ihrer Wnndererzäh- htngen, und zwar aus religiösen Gründen und aus Gründen der Vernunft. Auch darin, daß sie ungenau verbürgt seien, sei eine Ursache, sie kritisch zu untersuchen, zu erblicken. Ferner gebe der Umstand, daß die Wunder des Neuen Testaments in allen Religionsurkunden, so in den Lehren von Buddha, Mo­hammed und Konfuzius, in gleicher Weise erzählt werden, zu geschichtlichen Zweifeln Anlaß. Man dürfe auch nicht unterscheiden zwischen biblischen Wundern und katholischen Legenden und dabei vielleicht die Wahrheit der letzten im Gegensatz zu jenen be­zweifeln, denn eine solche Inkonsequenz wäre ungerecht.

Einen weiteren geschichtlichen Grund, der Zweifel an der Richtigkeit' der Wundererzählungen wachruft, erblickt der Vor-- tragende darin, daß zur Zeit Jesu dem Volksbewußtsein ein be­stimmtes Messiasbild vorgeschwebt habe; das damalige Volk sei davon überzeugt gewesen, daß Jesus kommen müsse. Deshalb habe auch derjenige, der auf den Namen Messias Anspruch machen wollte, das Programm der Wunder des Alten Testaments auf­stellen und durchführen, also Wunder tim müssen, wie man sie von ihm erwartete. Zweifelsgründe sehe man sodann auch darin, daß ein Messias allüberall erwartet wurde; das Sehnen nach dem Erlöser ging durch bie gesamte damalige römische Welt. Daher sei es auch gekommen, daß man viele bedeutende Männer als Erlöser angeführt habe. Die Geschichte von Buddha zeige zum Beispiel dieselbe Kindheitsgeschichte tote die Kindheits- legenbe Jesu. An derartigen Tatsachen solle man nicht ge­dankenlos vorübergehen. Man habe es mit ihnen als mit einem mirakulösen Zeitmotiv zu tun, das in allen Völkern des Altertums wirkte und nicht unbedingt von einem Volk auf das andere lite­

rarisch überliefert zu sein brauche, denn derartige Dinge hingen' in derart religiös bewegten Zeiten geradezu in der Luft. Aus diesem Grunde dürfe man jedenfalls berechtigt sein, diese Ueber- liefenmgen von den Wundererzählungen der Evangelisten in Zweifel zu ziehen. Diese Dinge hätten auch gegenüber dem Judentum und seinem Zweifel an Jesu als Waffe dienen müssen.

Schließlich machte der Redner literarische Gründe gegen di« Wundererzählungen geltend, indem er dartat, daß derselbe Wunder­stoff von den verschiedenen Evangelisten in verschiedener Form erzählt wurde. In Berücksichtigung aller dieser Umstände wär« es verniessen, wenn man nicht an diese Wundererzählungen di« kritische Sonde legen und prüfen sollte, ob sie nicht etwa aus Quellen stammen, die auf geschichtliche Autorität keinen An­spruch erheben können. Der Vortragende erllärte sich di« Sach« so, daß aus Visionen allmählich Geschichte geworden fei, so auch aus dem Vorbild des Alten Testaments die Nachbildung im Neuen.

Der Stoff selbst lasse sich scheiden in drei Gruppen, nämlich in Heilungs-, Seht- mid Speisungswunder. Die von der größten Gruppe, die Heilungswunder, haben verschiedenartigen Cha­rakter^ einzelne müsse man von vornherein ins Gebiet der Mirakel verivetsen, andere seiet» auf den damaligen Dämonenglauben zurückzuführen, der zum Ausdruck gekommen sei im Aberglauben über Nervenkrankheiten. Daher rühren die Anschauungen von dem Znstand ber Besessenen, Tobsüchtigen nsw. Heute wisse man ans Grund der medizinischen Wissenschaft, daß solche neu- rasthenischett Erkrankungen nicht immer organische Leiden zu fein brauchen, bei bereit Heilung die Person des Arztes einen ebenso starken Einfluß ausübt wie die Medizin. Derartige Kranken- heilungen durch Suggestion möge 3efu§ in großer Zahl vollzogen haben, ohne daß darin etwas Wunderbares jti erblicken Jet. Jesus sagte ja auch selbst, daß derjenige, der keinen Glauben an seine Methode habe, nicht geheilt werden könne. Davon, daß Jesus körperliche Gebrechen geheilt habe, wisse man int allgemeinen nichts. Daß dieser Heilkunst Jesu nichts lieber« natürliches innewohnte, gehe schon daraus hervor, daß Jesu selbst großen Wert darauf legte, daß auch seine Jünger sie lernen sollten, sowie daraus, daß die Pharisäer ebenfalls Dämonen ans- trieben. Jubezug auf die Seh- und Speisungswunder gäbe es viele Vorbilder des Alten Testaments, so von Moses, Josua, Elias nsw. Alle diese ErzäUungen führten in die Kinderstube des menschlichen Verständnisses; der reife Mensch gehe aber über sie hinweg zum Weihevollen im Leben der Natur und des Geistes.

Unsere Zimmerpflanzen im Winter.

Am meisten leiden unsere Ziinmerpflanzen im Winter durch ungleichmäßige Temperatur, trockene Zimmerluft und Zugluft. Besonders werden diejenigen Pflanzen dadurch sehr hart getroffen, die im Winter nur einen kühlen Standort vertragen, wie z. B. Kamelien, Azaleen, Eriken und ähnlich« beliebte Zimmergewächse. Aus diesem Grunde Hut schon mancher Blumenliebhaber die Kultur der Azaleen eingestellt, weil sie im Winter die Blatter verlieren und die Blumen nicht zur Entwickelung bringen. Gibt man jedoch diese»» Pflanzen einen Standort im kühlen Zimmer, etwa bei ff- 5 bis 6 Grad R., so fühle»» sie sich ga»»z wohl; sie lieben es, bei Tauwetter am offenen Fenster zu stehen. Im Wohnzimmer jedoch, wo die Zimmerwärme d»»rchschnittlich +14 Grad R. beträgt, ist es diese»» Pflanzen zu warm, zumal die Fenster oft geöffnet werden und die Pflanze»» der hereiuströmenden kalten Luft ausgesetzt bleiben. Komint bann noch dazu, daß die Pflanze»» Bei der ohnehin trockene»» Luft einmal über das Maß ausgetrocknet find, so ist schon ein Blattfall unvermeidlich und die Blüte in Frage gestellt, da bei diesen Pflanzen die Wirkung der Trockenheit dieselben Erscheinungen zeitigt wie eine Schädigung durch Frost. Bei einem kühlen Standort ist die Gefahr weniger vorhanden, da hier ohnehin die Pflanzen nicht so schnell aus­trocknen. Nur während der Blütezeit könne»» sie im Wohnzimmer aufgestellt werden. Dieselbe Behandlung ist auch für die Myrten zu empfehlen. Alpenveilchen, Primeln, Blattbegonien sowie solche Begoniensorten, die im Winter blühen, wie zum Beispiel die schöneGloire de Soraiue", Begonia Credneri und andere, ver­trage»» die Zftnmerluft weit besser und entwickeln, in der Nähe des Fensters aufgestellt, vollkommen ihren reichen Blütenflor. Aber auch diese Blumen müssen vor kalter Zugluft geschützt werden. Da besonders während der Blüte einWelkwerden" für die Pflanze sehr nachteilig ist, so ist es sehr wichtig, daß die air­haltend langblühende,» Alpenveilchen nicht zu trocken werden. Bei Blumenzwiebeln ist während der Blüte ein kühler Standort des- loegen zu empfehlen, weil sie sich dadurch länger blühend halten; dasselbe gilt für die getriebenen Sträucher und ©tauben.

Von Blattpflanzen vertragen die Zimmerpflanzen, Ptekto- gynen, Philodendron, Gummiba»»m den Standort im Wohnzimmer am beste»», desgleichen der hängende Zierspargel (Asparagus Spren- gari), Tradescantien und verschiedene Farne. Dagegen ist die Zimmeredeltanne (Araucaria exelsa) gegen hohe Wärme im Winter