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mord betrieben wird. Den Hecken und Waldrändern entlang werden Schlingen oder sog. Bögli aufgehängt, in denen sich die Vögel fangen und e inen qualvollen Tod erleiden, sodaß mit dem Schaden, ivelcher der Landwirtschaft und der Baumpslege ans der Schwächung des Bestandes der für sie so nützlichen Vogelarten, wie Meisen, Rotkehlchen usw. erwächst, zugleich eine arge Tierquälerei verbunden ist. Wir ersuchen Sie daher, die Schulkinder auf den Nutzen des Vogelschutzes und auf die sittliche Roheit und das gesetzliche Verbot der Tierquälerei aufmerksam zu machen und sie anzuweisen, daß, wenn sie derartige Schlingen oder sonstige Apparate zum Abfangen der Vögel auffinden, sie dieselben entfernen und zudem, wenn sie Leute kennen oder sicher ermitteln können, welche auf den Vogelmord ausgehen,, dies Ihnen , mitteilen, damit Sie Ihrerseits dem Polizeirichter oder einem Polizisten hiervon Anzeige machen können."
* ,Alkohol weniger schädlich als Kaffee und £ec? Unter die,er Ueberschrist tourbeit durchaus entstellt der Presse ote Ergebnis,e der Untersuchungen Hofrats Erämers in München der Oeffentlichkeit übermittelt. Es ist Hofrat Cramer gar nicht eingefallen zu behaupten, daß der regelmäßige Genuß von, Kaffee oder Tee int allgemeinen viel schwerere Krankheitser- lchemungen im Gefolge habe als der Alkoholgenuß. Tie Unter» suchungen Cramers beziehen sich vielmehr nur auf ganz bestimmte Funmonen, nämlich auf die der Verbauungsorgane, und Crämer - Ja111' sestgestellt, daß Nikotin an die Salzsäureabsonderung tut Magen noch schädlicher einwirke als der Alkohol. Daß der letztere aber außerdeut auch noch das Herz und die Zirkulationsorgane, das Nervensystem, Leber, Nieren in hohem Maße bedroht, erkennt Hostat Crämer natürlich au, dies lag aber außerdem Bereiche seiner Versuche. Tas Ganze ist ein Beweis dafür, daß jebe auch nur scheinbar für den Alkohol sprechende Aeußerung eines, Arztes von gewis,er Seite sofort entstellt und verdreht und für ihre Zwecke ausgenutzt wird. Unnütz ist es, erst zu bemerken, M E'E Crämer diesen vorschnellen und entstellten Ver- ofsentnchungen durchaus fern steht. Tr med H
“ „Akade IN ische Erinnerungen, kulturgeschichtliche Beitrage und Erörterungen", nennt sich eine, bereits anno 1890 in Marburg bet Ehrhardt erschienene kleine Schriit des rveiland Hosgerichtsrats Dr. Ernst Klein in Darmstadt, die uns jetzt nui den oiedaknoitstisch gelegt wird. Ter Verfasser erzählt darin von den Veriol- gungen und Unterdrückungen der Studenten-Verbindungen au! den deutschen Hochschulen nach den Freiheitskriegen, von älteren 33er» bindungsverhältnissen, früheren Gießener Verbindungen seit 1821, der Stiftung und älteren Geschichte des Gießener Korps Teutonia, dem Eareersturm am 25. Juli 1839 in Gießen, den 1848 er Auszügen der Gießener und der Heidelberger Studentenschaft nach Staufenberg bezw. Nettstadt a. d. Hardt, von Duellen und Schlägermensuren, von früheren unb neueren Gebräuchen und Gewohnheiten beim Fechten und Paukcit re. Die kleine Schrift ist, so wertvolles Material sie auch enthält, leider recht flüchtig hergestellt. Stilistisch nirgends einwandfrei, sind in verschiedenen Kapiteln die trocken an,einander gereihten Notizen nicht einmal zu richtigen Sätzen gefügt worden. Tratzdein dürfte sie in diesen Jubilämnstage manchem alten Gießener Bruder Studio von Interesse sein.
Carmen *)
ad f e s t u m saeeulare Academiae Lndovicianae 1607—1907.
Societati Burschiorum Germaniae hoc carmen saeeulare dedicayit vetus dominus Guilclmus Cahn, conciliarius legationis intimus.
1. Gaudeamus igitur veteres scholares! ^uantae horae vigilatae noctes bene iubilatae, dum morosi Lares.
2,. Vivant et familia filia filiusque!
Quamquam illa, nunc Studiosa, mox fit nostra aemulosa, sit am ata usque.
3. Vivat Aeademia Ludoviciana!
Quidquid iuventuti dedit, ex memoria numquam cedit, vita nee fuit vana.
*) Verlaßt von Legationsrat Cahn in Berlin, A. H. der Burschenschaft Germania.
4. Artes semper floreant sub auspicio Ducis et scientiae progrediantur, sed obscuri expellantur, ab magistris weis.
5. Vivat noster magnus Dux Hassiae et ad Rhenum! Homines aequales putat, sociis libenter nutat, sed cor boni plenum.
6. Vivat Imperator Rex TJiiiversi stelle!
Caveat, per belli facem, Ne qp.is turbet nostram pacem, imperalis sella.
1. Mortuis illustribus Academiae gloriae reverentiam nos debemus, ergo iis consecremus poculum memoriae!
8. Et nunc plena pocula uniti tollamus!
Pro honore, libertato et pro patria parate vitam profundamus!
„Gaudeamus igitur."
Nun denn laßt uns fröhlich fein, Weil wir junge Recken!
Nach der Jugend Lust und Freuden Und des Alters Last und Leiden Wird uns Erde decken.
Wo sind uns're Vorgänger Auf dem Erdenballe?
Steigt hinauf zum Sternenzelt, Steigt hinab zur Unterwelt, Dort sind längst schon alle.
Kurz ist unser Leben nur, Schnelle wirds verwehen, Hurtig ist der Tod am Ort, Reißt uns grausam mit sich fort, Niemand wird entgehen.
Hoch leb’ die Akademial Hoch die Professoren! Hoch die Glieder allzumal, Jedes Glied aus uns'rer Zahlt Dauer ihrem Flore!
Alle Mädchen leben hoch, Die da schön, nicht spröde! Hoch auch leben alle Frau'n, Die durch Herzensgut’ erbau’n, Die nicht trag und schnöde!
Auch der Staat, er lebe hoch. Hoch, der ihn regieret!
Hoch leb' unsre Musenstadt, Ter Mäeette Patronat, Das uns schirmt und führet!
Untergang der Finsterkeit, Untergang den Hassern! Untergang dem böfen Feind, Dem, der's schlecht mit Burschen meint. Und boshasten Spaßern!
Aus der noch ungedruckten Gedichlsammlung des verstorbenen außerordentlichen Professors der Medizin Dr. I. B. Wetter nt Gießen. __
Versteck-Rätsel.
Man suche ein Sprichwort, desfen einzelne Silben in folgenden Wörtern versteckt sind, wie die Silbe „an" in „Wanderer".
Keilschrift — Edeltanne — Antwerpen — Ehrenwort — Meisterwerk — Taucherkunststück — Weinkarte — Negerhäuptling — Antonius — Wortspiel.
Auflösung in nächster Nummer.
Auslösung des Magischen Quadrats in voriger Nummert
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Nrdaktionr Ern st Heß. — Rotationsdruck und Verlag der B rü bl'fchen Universitäts-Buch- und Sieindruckerei, R. Lana«, Eießen.


