Ausgabe 
2.2.1907
 
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Botte, dem sie schien. Ein Mann, eilt ganzer Mann kann Armeen attswiegen, aber Armeen, die nicht von Männern geführt werden, entbehren der siegreichen Kraft. So muß es denn unser Trachten und Streben im sozialen wie ipt patriotischen Interesse fein- dem weiteren Niedergang des männlichen Prinzips Einhalt zu tim. R. von der Haardt.

Der große Woog, der kleine Woog, es lebe unser Großherzog!

Unstreitig hat unser Kaiser durch Anwendung des in Darm- stadt höchst volkstümlichen scherzhaften Sprichwortes vom großen und kleinen Woog bei der Geburt des langersehnten Erügroß- herzogs von Hessen einen glücklichen Griff getan: alle Darmstädter haben verständnisinnig gelacht. Da nun einmal dieser Woog, dieser aus den Wassern des Bachs Darnt aufgestaute Weiher so berühint geworden und in letzter Zeit zur Aufklärung über das Kaiserwort so vielerlei Kluges und Unkluges behauptet worden ist, mag auch einmal einen Darmstädter, der schon lange vom Ufer des Darms an das der Dreisam seinen Wohnsitz verlegt hat und ein klein wenig mit Sprachgeschichte umgeht, das Wort ver­gönnt sein. Uebrigens berühmt ist der Woog schon langst, nicht nur daß ihn Goethe erwähnt, wie wir kürzlich ehrfurchtschauerttd vernommen haben, er hat auch seinen Dichter gefunden, der sein großartiges Poem mit den klangvollen Versen begann:

In des Woogs bisweilen klaren Fluten

Spiegeln sich- die Schwimm- und Badebuden. Jawohl, das können wirDammstädter Bnwe" unter uns gesagt, man nennt uns sonstHeiner", weil der Name Heinrich st-Üher in Darmstadt so häufig war nachsichlen, denn wir alle haben in dieseii Fluten unsere ersten Schwimmkunste versuchst Nu» da aber ein Pfälzer hat etwas behauptet, was doch berichtigt werden muß. Er tat freilich den großen, unbestreitbar richtigen Ausspruch:Der große Woog und der kleine Woog waren wohl Wööge"; aber er meint, diese- beiden Teiche hätten dazn gedient, Holz ans dem Laude hinter Darmstadt in die Ebene zu flogen. Er hat das in seinem schönen Speyerbachtal gesehen, das von Johanniskreuz int Pfälzerwald bis nach Neustadt heru^ierzteht, und weiß, da man dort die Stauhweüer nochß Woge nennt.; In der Tat ist Woog in der Pfalz-heute noch ein BegriNswort und bedeutet künstlicher See, Stauweiher. So sagte schon W. ». Riehl, Der Pfälzer S. 49:Die pfälzische und überhaubt mittel- rheinische Lokalbezeichnung für Weiher ist ,Woog'," und ich habe ttt Paul und Braunes Beiträgm XV, 190 ff. mtsführltcher über das Wort gehandelt. Ueber den Ursprung der Wooge, bei Darmstadt ist jener Pfälzer aber schlecht unterrichtet. Flößerei ist bet Darm­stadt niemals getrieben worden. Dazu gehört etn. tüchtiges Ge­fälle, und daran sehlt's unmittelbar bet Tiarmstadt

völlig, wie auch der gewundene Bachlauf bezeugt, von dem piffenbar der wasserarme Darm seinen Namen hat. Woog ist das ntittelhochdeutsch wac, unser Woge, und hängt ntit bewegen zusammen. Das Wort bedeutet ursprünglichbewegtes Wasser', Flut, Strömung, Meer, dann Wasser überhaupt. Es kommt vor im Odenwälder Ortsnamen Schönmattenwaag, das leider aus dem schölten alten schumechtin wage, am schlaumigen Woog, .amtlich verbessert ist. Im Rheinfränlischen hat sich das Wort in späterer Zeit auf die Bedeutmigkünstlicher See, Stauweiher" zuruck- gezogen. Auch in der Pfalz sind die vielen Wooge keineswegs alle zum Zwecke der Flößerei angelegt, soitdern vielfach allem zur Fischzucht Ljdcr zur Bewässerung des wasserarmen. Landes im dürren Sandsteiugebiet. Bei Darnistadt gab's also zwei Wooge. Der kleine lag unmittelbar an dem Mauerring der alten Stadt, nahe denr »ulten Friedhof, an der jetzigen MnUstraße. Ich btn als Schulbube ost vorbeigegangen, habe über feilte Umfassungs­mauer geguckt und die schlechten Düste genossen, die dies stehende unsaubere Gewässer aussandte. Jetzt besteht er nicht mehr. Wetter draußen gegen den Oberwald zu lag der viel-iimfangreichcre große Woog. Er ist im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts voll Land­graf Georg I. von Hessen als Fischweiher und Wässenmgsteich angelegt worden. Ein großer Damm schloß ihn gegen die Stadt zu ab. Gesveist wurde er - durch das Bächlein Darm, das von thnr aus in den kleinen Woog, daun, in den jetzt trockenen Graben des Darmstädter Schlosses, einer alten Tiefburg, und endlich am umwallten Gehaboruhof vorbeilief, nm in den Sanden bex Rheinebene saug- und klanglos unterzugehen. Darmstaoi, das alte Darmundestät, der Hauptort -der oberen Grasschaft Katzen­elnbogen, das 1330 unter dem Grafen Wilheur von Katzenelnbogen zur Stadt erhoben ward und beim Tode Philipps des Großmütigen 1567 dem Stammvater der jetzt Großherzoglichen Linie von Dessen, seinem jüngsten Sohne Georg, zufiel, hat seinen Namen nicht von diesem geringen Bächlein Darm, sondern ist genannt nach dem ersten Besiedler der Stätte Darmunt, dessen Name wieder zusammengesetzt ist aus dem Stamme tar, zu mhd. tar, torste, tiirren = wagen und munt ---- Schutz. Bemerkenswert ist, daß der von uns treuen Hessen so freudig begrüßte kleine Erügroßherzog, den der Kaiser mit jenem Spruche vom Woog hochleben ließ, wieder den Rufnamen seines Ahnherrn Georg tragen soll, gerad- des Ur^bers des großen Woogs.

F r e i b u r g im Breisgau.

den Gefahren weisen aus die Zeit zurück, da er den. Raturgewalten schutzlos gegenüberstand, da er täglich schwer, ja mit Einsatz jetnes Lebens nut des Lebens Fristitng zu ringen hatte, da sem einziger Schutz seine Kraft, seine Widerstandsfähigkeit und seine Unerschrockenheit waren. Datnals wurde rücksichtslos vernichtet, wer sich nicht stärker erwies als sein Gegner, damals blieb nur am Leben, wer die Kraft besaß, sich die Mittel zur Existenz unt Ulmer Hand zu nelMen, wo er sie fand. Wo noch i.ede gesell­schaftliche Organisation fehlte, dort galk der Mann nur, was er wert war, und mit noch'schärferem Akzent durste man von dem durch die herrenlosen Wälder streifenden Mannle . sagen, wie cs im Reiterlied heißt:Da tritt kein anderer.für ihn ein, auf sich selber steht er da ganz allein."

Es war ein hartes Dasein, das die damals dünn gesäte Menschheit lebte, .umd es ist begreiflich daß sie mit ihrer ei> starkendeii Intelligenz sich gegenseitig Schutz zu gewahren und so die Last des Daseinskampfes besser zu tragen suchte. Die hierdurch allmählich zunehmende Ruhe und Muße des einzelnen begünstigte die geistige Entwicklung der Menschheit. So sehr es ihrer aber auch bedarf, um neben der körperlichen auch die geistige Kraft zu eutsalteu und dadurch des Mannes volle Entwicklung zu ermöglichen, so sind doch in der weiteren Ausbildung des. Gegenscitigkeitsprinzips und des hierbei zum Ausdruck gelangen­den Altruismus die. leisen Ansaugsgründe zum Rückgang mancher männlichen Eigenschaften zu erkennen. Jede weitere Konstitu­ierung der Gesellschaft, jede zunehmende Sicherstellung tio», Gut und Blut, jede Vermehrung friedlicher, landbauender und indu­strieller Beschäftigung mußte des Mannes kühne Kraft znrückstauen, weil er ihrer iimner seltener bedurfte. .

Zu den lähmenden Hemmnugen der Kültureutfaltuug trat der besänftigende und die natürliche Auswahl beschränkende Em- sluß der Religion. Mit dein für verdienstvoll geMümchtl Streben nach Schutz und Stütze der Schwachen und Elenden ver­minderte sich die reinigende Wirkung der Selektion. Auch die Schwachen wurden am Leben erhalten, und sie durften ihre fchwäcy- lichen Eigenschaften auf ihre Nachkommen vererbe», so waw Unter dem Einfluß sozialer und religiöser Organisationen die Menschheit im Laufe langer Jahrtausende in Verhältnisse ver­seht, in denen die kraftvollen und kampfbereiten Eigenschaften des Mannes zugunsten anderer. Begriffe im Werte sanken. t

Gleichzeitig verschwand durch das infolge der fortschreitenden Kultur begünstigte Emporkommen der Fran der scharfe, ehemals zwischen Mann und Weib bestehende Kontrast. Die Tätigkeiten des Mannes -und der Frau griffen, lvenn auch in langsamer Stufenfolge, mehr und mehr ineinander über, und heute konkurriert die Frau auf vielen Arbeitsgebieten mit dem Mann. Ihre Tätig­keit ist vielfach männlicher, und die seine vielfach zahmer, man könnte auch sagen: weiblichen, geworden. Wenn ehemalsl ,ckwn aus Gründen des äußeren Zwanges der Mann des Weibes Er- mährer war, so ist es doch heute nicht allzuselten, daß auch die Frau den! Mann ernährt, weniger allerdings durch ihre Hände Arbeit als durch ererbtes Vermögen.

Das alles 'kann nicht anders als ans eine« Rückgang des männlichen Prinzips hinwirken. Mag auch die neuzeitliche, mehr auf das geistige Gebiet überleitende Tätigkeit deS Mannes vielfach die Erhaltung der geMaen Energie begünstigen, die Grtxrltchen wie die Charaktereigenschaften erfahren aber unter Zuständen, wie sie sich jetzt herausgeondet haoen, eine genügendeKräftigung nicht. Das Gesamtbild des Mannes hat gelitten, es fetzt all- zuvieleN eilte Reihe der Eigenschaften, die wir mit dem Begriff der vollen Männlichkeit verbinden. Die natürliche und gesunde Unterscheidung zwischen Mann: und Frau verflacht sich mehr 1111 Dürfen wir eine solche Entwicklung für erwünscht halten, oder müssen wir «inen Umschwung unserer Anschauungen.zugunsten einer Erstarkung des männlichen Prinzips ersehne»?

Ich glaube: das letzt«! Wir können ans diese Weise nur mach jeder Richtung hin gewinnen. Wie W Prinzip der Gleichmacherei sich auf sozialem Gebiet als ein großer, untzirchsühr-barer Irrtum er­weist, so müssen wir uns auch mit aller Kraft der soztalmt Glecch- stellnng des Mannes und der Frau widersetzen. Wir wollen keine «inartigen Zwitterwesm, sondern wollen die Geschlechter m ihren Eigenschaften soweit voneinander getrennt hatten,.wte das f>rr eine gesunde, eigenartige Entfaltung nötig ist. Rur so werden Mann und Fran volles Gefallen aneinander finden, denn ein weibisch gewordener Mann liebt die Fra» schließlich so wenig, wie der Vollmann das Mannweib lieben kann. Kvminen aber solche Verbin­dungen doch zustande, so sind sie »nglücklich oder doch mindestens weit voir dem Glück entfernt, das eine Verbindung vollwertiger Menschen zu gewähren vermag. .Was soll schließlich au§ dem menschlichen Geschlecht werde», wenn nicht mehr das Starke und das Zarte sich vereinen, lvenn nicht eine scharfe Differenzierung der Geschlechter erhalten bleibt! Je mehr, die Aehnlichkett dep Eltern zunimmt, desto ungünstiger sür die Rachchmmeuschast; das läßt sich an den Folgen von Inzucht erkennen. Ist es nicht em Fingerzeig der Natur, daß es bett männlichsten Mmm, Mit ele­mentarer Macht zunt weiblichsten Wetbe Huiztcht- Dartn dürfen wir eine natürliche Pflicht erkennen, auf, die Wiedererstarkung des Mannes hinzuarbeiten. Wir »vollen wieder em Ideal erblicken in des Mannes stolzer, selbstbewußter Kraft.

Wohl dem Volke, das. noch Münne^ tzat^.aber wehe, demt