Ausgabe 
1.6.1907
 
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Vermischter.

K/r Petroleumomnibus. Der Ingenieur Beau- Snm «Lh-aa ^er. Maschineningenieure in London

«S2L Mvtoromnibusse mit Petroleumbetrieb ge-

m'6Ȁ eme deutliche Vorstellung davon gibt, mit welcher rechenden Geschwindigkeit sich der Mvtoromnibus aus

Schweitzfrrß mrd kalte Füße.

Von Dr. Fr. Schönenberger in Bremen.

Bielfach rührt eine Erkältung davon her, daß man nasse oder kalte Füße bekommen hat. Besonders Leute mitSchweißfuß" erkälten sich sehr leicht. Man hält deshalb' fast allgemein den Fußschweiß für krankhaft, meint aber, er leitekranke Säfte" aus und es sei deshalb gefährlich, ihn zu vertreiben. Wie stehts damit?

Wenn man mit den bloßen Füßen auf eine kalte glatte Fläche tritt, so hinterlassen sie eine deutliche Spur, ähnlich dem Mdruck der warmen Hand auf einer kalten Fenster­scheibe. Die Fußsohlen und Handteller dünsten nämlich ungemein stark aus, stärker als jeder andere Körperteil, weil sie ausnehmend viele und große Schweißdrüsen haben. Der Fußschweiß ist mithin etwas Natürliches, und ihn durch scharfe chemische Mittel zu unterdrücken, zuvertreiben", ist allerdings gefährlich; denn sie enthalten gerbende und ätzende Stoffe, die nicht nur leicht Fußleiden erzeugen, sondern auch die Schweißdrüsen allmählich zerstören. Dann können die Füße allerdings nicht mehr schwitzen. Aber man hat den Teufel durch Beelzebub ausgetrieben. Denn die Natur hat sicher nicht ohne Grund gerade an die Fuß­sohlen so viele und große Schweißdrüsen gesetzt. Wird dort die Ausdünstung unterbrochen, so müssen sich krankmachende Stoffe im Körper anhäufen, und das kann zu Erkrankungen führen. Nicht darum also handelt es sich, den Fußschweiß zu unterdrücken, sondern seine kältende Wirkung §it mil­dern, das Stinkendwerden zu verhüten und krankhaft starkes Schwitzen zu verhindern.

Dazu gehört vor allem eine vernünftige Fußpflege. Jeden Abend die Füße lauwarm waschen. Sie haben die Reinigung gerade so nötig, wie die Hände. Und diese werden doch auch täglich gesäubert. Aber die Füße sieht niemand. Wozu sich Äso bemühen. Man erlebt oft Wunder­dinge, wenn sich Patienten aus kleiden müssen.Da unten über ists fürchterlich."

Die Füße viel der Luft und Sonne aussetzen. Das be­fördert die Blu^irkulation und härtet ab. Kinder sollten soviel wie möglich barfuß laufen. Auch für Erwachsene ists sehr vorteilhaft. Wenigstens zu Hause öfter ohne Strümpfe to Sandalen oder leichten Pantoffeln gehen. In meiner Heimat zogen früher die Kinder im Sommer nur in die Kirche und zu Begräbnissen Schuhe und- Stiefel an. Heute gllts für unfein, wenn sie barfuß zur Schule kommen. An manchen Orten verbietet maus direkt. Auch der Holzschuh, das denkbar gesündeste Schuhwerk, wird vielfach in Acht und Bann getan. Die Füße sind der vernachlässigste Körper­teil, kein anderer lebt so in Finsternis, Druck und Enge.

Die allgemeine Hautpflege (Luftbäder, Waschungen usw.) Nicht vernachlässigen, damit die Schweißdrüsen der ganzen Haut ihre Schuldigkeit tun; sonst wird die AusscheidungK- arveit den Fußsohlen im Uebermaß aufgebürdet und sie schwitzen zu stark.

Der Fußausdünstung freie Auswege verschaffen. Bon den Bandtellern verflüchtigt sich der Hautdunst, weil man die ande frei trägt. Ber durchlässigem Schuhwerk auch. Da f?brkt nur» nichts von Fußschweiß. Die gewöhnliche Fuß­bekleidung aber ist zu fest; die Ausdünstung stößt hier auf Hmdermfse, kann nicht entweichen, schlägt sich nieder und durchfeuchtet die Strümpfe und Schuhe. Diese Feuchtig»- kert verdunstet, und Verdunstung erzeugt Kälte. Das Schuh- werk muß durchlässig sein für den Hautdunst. Im Sommer also Sandalen, Niederschuhe oder Flechtschuhe; im Winter nredrrge Lederschuhe und Wollgamaschen darüber, oder Trikot- und L.uchschuhe mit Lederbesatz. Einlegesohlen, die den Schwerß aufsaugen. Am besten sind solche von Kvrk, Roßhaar oder Löschpapier.

Wenn man ferne Füße in der geschilderten Weise pflegt, so verschwindet der Schweißfuß allmählich, d. h. man merkt nichts mehr davon, aber die Ausdünstung wird nicht im Mindesten gehindert.

dem Stadium des Experiments einer ausgedehnten praktischen Wichtigkeit entwickelt hat. Beaumont äußerte selbst die Uever- zeuguug, daß kein Beispiel lehrreicher sein köiine, als die An-. Passung des Petrvleummoivrs Vou hoher Geschwindigkeit, starker Kraft und geringem Gewicht an die schwere Arbeit, die der Betrieb eines Omnibusses auf den gewöhnlichen Straßen beän- sprucht. Es sind kaum vier Jahre vergangen, seit der erste Mvtoromnibus dieser Art in England einen regelmäßigen Menst aufnahm, und in den letzten beiden Jahren hat sich die Zahl dieser Fahrzeuge in London bereits auf 800 gesteigert, die etwg 185 Millionen Fahrgäste befördern und 150 bis 200 Kilometer täglich öder 50- bis 65 000 Kilometer jährlich zurücklegen. Aeußer- lich sehen diese Geährte alle ziemlich gleich aus, aber in dest Einzelheiten des Mechanismus und in der Bauart des Untere gestells bestehen große Unterschiede, und vorläufig läßt sich dir Zeit noch nicht absehen, in der eine einheitliche Konstruktion, dafür vereinbart werden wird. Die starke Benutzung der Motor- omnibusse hat den Vorteil gewährt, eine große Erfahrung inner­halb kurzer Zeit zusammenzubringen, ist aber auch recht kost­spielig gewesen. Da diese Erfahrungen iit England älter und daher reicher sind, als in anderen Ländern, ist das Urteil von Beaumont wichtig, wonach doch noch sehr eingehende Versuche seitens der Ingenieure nötig sein werden, um den MotoromnibuK zu einem wirklich scharfen Konkurrenten des gewöhnlichen Om­nibus zu machen, namentlich auch durch Verminderung des Gewichts und des Verbrauchs an Brennstoff und der Abnutzung.

LeLsL'aL'Ksehss.

HeinbichWelzhofer,Die großen ReligionI- stifter, Budd ha, Je sus, Mo hammed. Leben mrd Lehre, Wahrheit und Irrtum. Verlag von Strecker u. Schröder, Stutt- gart. Geheftet in elegantem Umschlag 1.40 Mk. Im Sinne des "hem Büche vorausgeschickten Mottos: Beritas vincit! zeigt er uns die drei Gestalterr der Religionsgeschichte als die großen Menschen, die sie waren, iueit hervorragend über den Geist ihrer Zeit. Uno je größer sie uns erscheinen, je edler ein Mensch über seiner Zeit zu stehen scheint, desto menschlicher werden ihn uns 'seine Fehler machen. Von dem Piedestal ihrer Gottheit rückt Welzhofer die drei Gründer, zeigt sie uns menschlich, bringt sie uns so näher, daß wir sie um so besser verstehen und schätzen können. Ein sehr empfehlenswertes Büch­lein, dem man in unserer religiös bewegten Zeit Erfolg Voraus­sagen kann.

Ein Pensionats-Kalender. Ein schmuckes Buch in einem apart und angenehm wirkenden Einband liegt vor uns, das sich schon beim flüchtigen Durchblättern als eine originelle Neuerscheinung erweist. ES ist ein Kalender, ein Unterhaltungsbuch für junge Mädchen und zu­gleich Hand- und Nachschlagebuch für deren Eltern und Vormün­der. Es ist auf das Studienjahr April 1907 bis April 1908 eingerichtet und bringt außer dem Unterhaltungsteil das Pen­sionatsverzeichnis nach Orten alphabetisch zusammengestellt. Auch im Text findet sich mancher feine und verständnisvolle Wink, und schon der Name der Herausgeberin Frau Direktor Fischer in Bensheim i. H., die als Pensionatsinhaberin zugleich dem- Verband der Töchterpenswuate vorsteht, bürgt dafür, daß 'alles in diesem Buche von berufener Seite kommt. Zu beziehen durch jede Buchhandlung (Verlag vonWelt und Haus"/ Leipzig, Weststr. 9).

Aus Kindermund.

Aber Karlchen, um Gotteswillen, wie siehst du denn nn§ ?* Ach, Mama, ich bin in den Schmutz gefallen."Und in deiner schönen, neuen Hose?"Ja, Mama, die konnte ich doch nicht erst ausziehen?"

Hans (die Verladung von Schweinen aus dem Güterbahnhof zusehend):Sieh nur, Mama, die dürfen verreisen, und wir müssen diesen Sommer zu Hause bleiben I"

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Lo ttchen:Mama!" Mutter:Was denn, mein Kind?" Lottchen:Haltest du mich eigentlich schon gesehen ehe mich der Storch brachte?" Mutter:Nein, mein Liebling." Lottchen:Ja, woher haft du dann aber nachher gewußt, wer ich war--?"

*

Tante:Eulen Tag, Kinder! Ich bringe schlechtes Wetter mit." Klein-Elschen:Weiter nichts, Tante?"

Rätsel.

Wohlklang und kräftige Fülle erwächst mir durch meine Gesamtheit Nehm' ich ein l in mir auf, biete der Fäulnis ich Trotz. W.

Auflösung in nächster Nummer.

Auflösung des Logogriph in voriger Nummer: Buch, Bach.

91vi.nft.on . P. Wittko. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen Universitäts-Buch- und Steindruckerei, R. Lange, Gießen.