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die Naturwissenschaftler getrennt verzeichnet sind- zeigt sich in diesem Studium eine Aufwärtsbewegung, sodaß 1906: 61 Naturwissenschaftler immatrikuliert waren.
Dem Studium der klassischen Philologie widmeten sich von 18 75/76 an, zu welcher Zeit die Altphilologen getrennt aufgeführt werden, bis 19 01/02 durch- schnittlich 35 Studierende. Nur vorübergehend war ihre Zahl höher; sie betrug 1888: 47, 1888/89: 43, 1889: 52, 1889/90: 40, 1891/92: 44. S. 1905 erreichten die Alt- phUologen einen Höchstbestand von 72, darunter 13Nichthessen. S. 1906 waren 67 immatrikuliert.
Die Neuphilologen werden seit 1875/76 getrennt aufgeführt mit einem Anfangsbestand von 10. Von 1876 bis 1879/80 war die Durchschnittszahl: 15, von 1880 bis 1892: 25, von 1892/9 3 bis 1896: 30. Von 1898 an zeigt sich eine bedeutende Zunahme des neuphilologischen Studiums, mit 50 Studierenden 1898 beginnend und S. 1906 mit 128 schließend, darunter allein 11 6 Hessen.
Die höchste Zahl von Chemikern haben verhältnis- mäßig die Jahre 18 4<L—18 4 8 aufzuweisen. Die geringste Zahl während dieser Zeir war 52 im Semester, die höchste 6 8. Auch nach Liebigs Weggang (1852) nahm die Zahl der Chemiker nicht wesentlich ab; sie bewegte sich immer zwischen 40 und 50; nur 1865/66 und S. 1866 war sie aus 18 bezw. 21 heruntergegangen.
Von 1866 —18 72 studierten Chemie im Semester durchschnittlich) 25, von 1872 — 1875: 50. In den vorliegenden Zahlen sind bis 1875 auch die Pharmazeuten enthalten. Die Zahl der Chemiker allein betrug 1875: 33, sank aber bis 1879/80 auf 9 herunter. Von 188 0 bis 1886 schwankt die Zahl der Studierenden der Chemie zwischen 15 und 20. Die Durchschnittszahlen der studie- renden Chemiker waren dann von 1886 — 189 6: 35, von 1896 — 1902: 50. S. 1906 war mit 68 (darunter 75Proz. Ausländer) wieder der Höchstbestand von 1843 erreicht.
Tie Durchschnittszahl der Pharmazeuten war von 187 5 — 1886: 22, von 1886 — 189 6: 15. 1896, 1897, 1897/98 waren nur 6, 5 und 6 Pharmazeuten eingeschrieben. Von 1898 — 1902 betrug die Durchschnittszahl wieder 15. 1906 weist einen Bestand von 20 Pharmazeuten auf. Im ganzen befanden sich unter den Studierenden der Pharmazie etwa 70 Proz. Ausländer.
Dem speziellen Studium der Geschichte widmeten sich von 188 3 — 1898 durchschnittlich im Semester 6 Studenten, von 1899 an etwa 11. Die Zahl der Studierenden, die Philosophie als besonderes Studium wählten, betrug von 1894 —1902 durchschnittlich 10, 'S. 1906 : 23, darunter 75 Proz. Ausländer. Als Studierende der Päda- ?;ogik waren durchschnittlich im Semester 7 immatriku- iert. Dem Studium der Landwirtschaft widmeten sich seit Errichtung eines besonderen Lehrstuhls für dieses Fach durchschnittlich im Semester 30 Studenten.
Die größte Zahl Ausländer stellten verhältnismäßig die Jahre 1841 —18 46, etwa 120 im Semester bei einer durchschnittlichen Gesamtzahl von 480, 1847 sogar 159 bei einer Gesamtfrequenz von 570. Von den 159 Ausländern entfielen wohl die meisten auf die katholisch-theologische, auf die medizinische und forstwissenschaftliche Fakultät. Von den 57 Chemikern mag auch der größte Teil Ausländer gewesen sein; aber nicht war, wie man gewöhnlich an- nimmt, der größte Teil der Ausländer von 1847 Chemiker, die zu Liebigs Füßen gesessen hätten.
Die folgenden Jahre von 1849 —1866 waren im Semester durchschnittlich 50—60 Ausländer an der hiesigen Hochschule anwesend bei einer Gesamtfrequenz von 375. Von 1868 —18 7 2 betrug die Zahl der Ausländer 10 Proz. im Semester, von 18 7 4 — 18 8 0 : 25 Proz., von 1880 bis 1890: 19 Proz. 1890—1897: 25 Proz., 1897/98: 30 Proz., 1901: 36 Proz., 1902: 40 Proz., 1906: 33 Proz. —
Man ist geneigt, die Bedeutung einer Hochschule nur nach dem ziffernmäßigen Bestand zu bemessen, ein sehr einseitiger Standpunkt bei der Beurteilung einer Landes- Hochschule. Hier ist in erster Linie die Frequenzziffer der Inländer abhängig von den wirtschaftlichen Verhältnissen der Bewohner des Landes. Die Frequenzziffer, der Ausländer an einer kleinen Universität ist insofern beachtenswert, als hier nicht äußere Vorzüge, wie sie die Großstadt bietet, für die Wahl bestimmend' sein können.
Sft der herkömmliche Christ ustyp echt?
Diese Frage verneint der Maler Ludwig Fahrenkrog im „Türmer" (Verlag von Greiner u. Pfeiffer, Stuttgart). Jesus, der unter dem Sternendome Gethsemanes seine NäclKe zubrachte- der einsam an wüsten Orten oft und viel den Vater suchte, des Wahrheitsliebe glühender Gottesliebe voll, dem Kinde, dem reuigen Zöllner, der büßenden öffentlichen Dirne voll wahrhaft großer Liebe den Weg zum Himmelreich wies, dessen Worte Gewalt waren und dessen Geistesnacht Jahrhunderte bewegte- dessen Leben und Leiden dem Inhalt seiner Lehre gleich war, und dieser Mensch sollte durch jenen, oft wunderlich süßen, mit langen Locken und wohlgepflegtem Spitzbart, durch jenen durch die Tradition geheiligten Christustyp verkörpert werden können? (Ev. Matth. 11, V. 7, 8.) Das erscheint dem Wesen Jesu entsprechend unmöglich Aber nicht nur Jesu Wesen ist in den herkömmlichen Christusdarstcllungen vergewaltigt worden, sondern auch seine äußere Einkleidung inbezug auf Bart und Haar, denn: Jesus trug keinen Bart und das Haar kurz geschnitten.
Beweis: Wenn wir uns um die ersten Christusdarstellungen der ersten Jahrhunderte nach Christo bemühen, so erfahren wir die bekannte Tatsache, daß die Darstellungen Jesu bis ins 4. Jahrhundert (mindestens!) bartlos sind und nur inbetreff der Haartracht die hellenistische von der alexandrinischen Auffassung abweicht. Diese zeigt kurzes, jene etwas längeres Haupthaar. Mithin wäre das Bartlose sicherer als das Kurzhaarige. Das Kurzhaarige wird aber durch die Aussagen der Bibel zur zwingenden Gewißheit.
Unter den Juden trugen nur die Nasiräer langes Haupthaar. Weil Jesus von Nazareth benannt wurde, war er noch kein Nasiräer. Das widersprach einmal seinem Wesen, ein andermal den Tatsachen. Da Jesus vermutlich auch Wein trank, sicher aber zu Toten einging, so konnte er nicht Nasiräer fein, denn nach 4. Mose 6, V. 3—10 durfte der Jünger Nasirs nicht Wein trinken, noch zu Toten eingehen. War Jesus bare kein Nasiräer, so trug er den Juden gleich das Haar kurz. Und wenn uns dies noch nicht genügte, so redet Paulus im ersten Korintherbries Kap. 11, V. 14 eine so unzweideutige Sprache, daß, wer sich auch nur ein ganz klein wenig auf Psychologie versteht, unmöglich zu der Annahme eines langen Haupthaares bei dem, von Paulo über alle Maßen geliebten und verehrten Herrn und Vorbild gelangen kann; denn Paulus sagt hier der Gemeinde kurz und klar: „Es ist dem Manne, eine Unehre, so er lange Haare zeuget, für das Weib hingegen eine Ehre."
Wir fragen uns erstaunt, wie aber wurde die Wandlung möglich, wenn die Kunstgeschichte, die Bibel und die Sitten der Israeliten sich zwingend in einer Aussage decken? Das konnte nur durch ein Wunder geschehen — durch Wunderberichte!
Wir fragen umsonst: „Wo bekam das Weib im vierten Jahrhundert die Bildnisse her?" „Die angeblichen"; und: „Warum muß der Philosoph notwendig bärtig sein?" Diese und ähnliche Legenden, insbesondere aber die Berichte, von Personen, denen Jesus erschienen sein sollte, schufen den traditionellen Christustyp.
Bilderrätsel.
'Nachdruck verb-vn!
Auslösung in nächster Nummer.
Auflösung des Magischen Zahlenquadrats in voriger Nummer!
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Redaktion: Ernst Heb. — Rotationsdruck und Verlag der Brühl'jchen Universitäts-Buch- und Sietndruckerei, R. Lange, Gießert.


