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Tie Zahl der Studierenden der evangelischen Theologie betrug von 1823 —18 30 durchschnittlich 100 im Semester und erreichte 1829 die Höchstzahl von 114. Von 183 7 bis 1850 widmeten sich durchschnittlich im Semester 80 diesem Studium, S. 1845 und W. 1845/46 98 und 95. Bon 1850—1866 blieb die Zahl biircfy» schnittlich auf 50 im Semester beschränkt, betrug sogar von 1853—1854 nur 44 int Semester.
Von 1866 — 18 80 nahm das Studium der Theologie bedeutend ab. Es widmeten sich ihm nur von 1866 bis 1870 durchschnittlich 35 Studenten im Semester, 1870 — 1876: 16, 1876 — 1880: 19, während das Wintersemester 18 7 4/75 sogar nur 8 Theologen aufwies. Von 1881 — 18 86 machte sich wieder ein Steigen bemerkbar; die Durchschnittszahl betrug 8 0. S. 1886 wurde mit 108 Theologen im Semester die höchste Zahl seit 1829 erreicht. Bon 1886— 1891 widmeten sich durchschnittlich im Semester dem theologischen Studium 100, von 1891 bis 18 96: 70, von 1896 —1902: 60. S 1906 zählte die theologische Fakultät 73 Studenten.
Im Jahre 1830 wurde eine Fakultät für katholische Theologie eröffnet. Der Anfangsbestand der katholischen Theologen kann nicht festgestellt werden, da sämtliche Studierende der Theologie bis 1835 in einer Gesamtzahl aufgeführt werden. Immerhin läßt sich eine ungefähre Zahl von 20 Studierenden für katholische Theologie im Semester für den Anfang annehmen. Von 1837 — 1850 widmeten sich im Semester durchschnittlich 40 Studenten dem Studium der katholischen Theologie, S. 1847: 74, Sommer 1848 sogar 80. Diese Fakultät wurde S. 1851 aufgelöst mit einem Restbestand von 1 Studierenden.
Dem Studium der R e ch t s w i s se n s ch a f t widmete sich seit Bestehen der Universität immer ein verhältnismäßig großer Prozentsatz Studenten. S. 1823 betrug die Zahl der Studierenden der Rechtswissenschaft 149, fast die Hülste sämtlicher Studenten. Diese schon beträchtliche Zahl stieg sogar S. 1829 auf 24 7 und weist somit den höchsten Bestand bei der juristischen Fakultät auf während 300 Jahre. Diesem starken Steigen folgte ein allmählicher Rückgang bis auf 53 im W. 1867/37. S. 1842 war wieder die Zahl 110 erreicht, die sich auf dieser Höhe bis 1855 hielt, worauf wieder ein allmähliches Sinken bis auf 32 im Sommer 1859 erfolgte, um sich von da an bis 1866 in den Zahlen zwischen 50 und 60 im Semester, zu bewegen.
Von 1866 — 1876 studierten durchschnittlich im Semester 70 Studenten Rechtswissenschaft, von 18 76 bis 1886: 80, von 1886 b is 1892: 90. Von 1893 an ist die Zahl der Studierenden der Rechtswissenschaft in stetem Wachsen begriffen; sie betrug schon S. 1898: 207 und hielt sich auf diesem tzöchstbestand bis 1902. S. 1906 waren noch 175 Juristen immatrikuliert.
Dem medizinischen Studium widmeten sich von 1823 — 18 48 durchschnittlich 60 Studenten int Semester. Von 1849— 186 6 belvegte sich die Zahl der Mediziner zwischen 80 und 90 int Semester. S. 1854 waren es 101, S. 1858 und W. 1858/59: 106 und 105, 1864: 100. Daneben, gab es von 18 3 3 — 186 0 Studierende für das spezielle Studium der Chirurgie, die später im Beruf nur die wundärztliche Praxis ausüben durften. Die Durchschnittszahl dieser Studierenden betrug im Semester 8, von 1853 —18 60 nur je 1 int Semester.
Von 1866 —1882 studierten durchschnittlich im Semester 65 Studenten Medtzin, von 18 8 3 — 1888/89 etwa 90, von 1889 — 1896 etwa 115, 1896 — 1901 gegen 150. Winter 1901/02 war die Höchstzahl mit 171 Medizinern erreicht. Von 1902 an beträgt die Zahl der Medizin Studierenden wieder im Durchschnitt 150 im Semester. Von 1890 an ist etwa die Hälfte der hier studierenden Mediziner Ausländer, d. h. Nichthessen.
Deut speziellen Studium der Zahn Heilkunde widmeten fielt seit 1883 —1893 durchschnittlich 6 Studierende, 1895/96 und 1896 je 1, 1905: 15, 1906: 17.
Das Studium der Tierheilkunde war anfangs wenig begehrt. Es widmeten sich ihm von 18 24 — 183 4 durchschnittlich im Semester 4 Studenten, 1834 und 1835 nur je 2, von 1837 an durchschnittlich 10, welche Zahl sich bis 1865/66 ans 21 im Semester steigerte.
/ Von 1866 — 18 80 war die Durchschnittszahl der Studierenden der Tierheilkunde 10, von 1883 —1 889: 30, ebenso von 1890 — 189 5/9 6. Bon 1896 an setzt eme Aufwärtsbewegung in diesem Fachstudium ein, die Winter
1896/97 mit 139 beginnt und 1902 mit 176 schließt. Mit der Erreichung dieser außergewöhnlich hohen Ziffer nahm auch das Studium der Tierheilkunde wieder ab; es widmeten sich ihm S. 1906 nur noch 114 Studenten. Unter den Studieretlden der Tierheilkttnde befanden sich innerhalb der letzten 10 Jahre 95 Proz. Ausländer, Nichthessen.
1823 zählte man 21 Kam er n r i st e n, die ihren höchsten Bestand 1829 mit 67 erreich sm, und sich dann, nach verschiedenen Schwankungen zwischen 40 und 50 im Semester während der folgenden zehn Jahre, im. Jahre 1839 auf 18 verminderten, welche niedrige Frequenzziffer nur noch. S. 1850, W. 1859/60 und 61/62 aufweisen. Im übrigen schwankte die Durchschnittszahl dieser Studierenden beständig zwischen 30 und 45, womit S. 1866 schloß.
Bon 1867/68 nahm das Studium der Kameralwifsen- schaft bedeutend ab; die Durchschnittszahl der Studierenden betrug von 1867/68 — 1 883: 6. Von 1883 an ist wieder eine Zunahme in diesem Studium bemerkbar; die Durch- scrnittszahl der Studierenden betrug von 188 3 bis 1888/89: 30, von 188 9 — 18 94/95: 45. Von da an nimmt die Zahl der Kameralisten wieder stetig ab, sodaß 1902 nur noch 3 Studierende für das Fach der Kameral- wifsenschaft zahlte. Gegenwärtig gibt es ein spezielles Studium für Kameralwissenschaft nicht mehr; die künftigen Finanzbeamten werden aus der Zahl der Juristen genommen.
Das Forst Institut wurde S. 1829 mit 52 studierenden eröffnet, die sich 1836/37 auf 18 vermindert hatten. Von 1838 — 18 48 betrug die Zahl der Forsteleven durchschnittlich 40 int Semester, welche Zahl bis 1855 auf 10 fiel und sich auch bis 1858 nicht wesentlich darüber erhob. Voit 1858 — 1863 ist wieder ein Steigen bemerkbar, wodurch W. 1862/63 eine Höchstziffer von 5 9 erreicht wurde. Von 1866 — 18 80 schwankt die Zahl der Studierenden der Forstwissenschaft im Semester zwischen 15 und 20. Von 1880 — 18 89 betrug die Durchschnittszahl der Forsteleven im Semester 35. Bon 188 9/9 0 an ins 189 4/9 5 fiel die Zahl von 31 bis auf 9 int Semester. Bon 18 9 4/9 5 bis 1898/9 9 betrug die Durchschnittszahl 15, von S. 189 9 —190 0/01: 35. S. 1902 widmeten sich 52 Studenten der Forstwissenschaft, S. 1905: 57, W. 1905/06: 51, S. 1906: 49.
Ein besonderer Lehrstuhl für Baukunst bestand an der hiefigen Nttiversität von 18 3 7 —187 4, bis zur Zeit der Gründung der polytechnischen Hochschule in Darmstadt. Der Attfangsbeftand der Studierenden betrug 1837 bis 1838: 4. Von 1840—1848 schwankt die Zahl dieser Studierenden zwischen 15 und 20 im Semester, sinkt daun die folgenden Jahre wieder, sodaß sie von 18 5 2 — 1859 höchstens 3 im Semester betrug. Von 1860 — 186 6 hob sich die Frequenz bei diesem Institut wieder und erreichte im letztgenannten Jahre die Höchstziffer von 27 im Semester.
Schwieriger ist es, die Zahl der Philosophen, Philölögeu,Matyema liker ttnb Naturwissenschaftler während der Zeit von 18 2 3 — 18 66 festzu- stellen, da die Studieretlden der philosophischen, mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer unter der Rubrik: Philosophen und Philologen ausgeführt werden. Von 18 2 4 — 1833 sind in den vorliegenden Zahlen auch noch die Chemiker enthalten. Bon 1824 —18 33 betrug die Frequenz bei der philosophischen Fakultät in der Höchstziffer nicht über 27 im Setnester, von 1833 an, da die Chemiker ausschieden, nicht über 13. Bon 1847 an schwankte die Frequenzziffer in der philosophischen Abteilung zwischen 30, 40 itttb 50, um 1866 mit 46 zu schließen. Diese geringe Anzahl der Studierenden in den philologischen, mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächern erklärt sich zumteil aus dem geringen Bedürfnis an akademisch gebildeten Lehrern bei den damaligen wenigen höheren Lehranstalten im Lande.
Seit 1871 werden die Mathematiker getrennt auf- geführt. Von 1871 — 1878 war die Durchschnittsziffer dieser Studierenden 15, von 18 78 —1880: 30, von 1886 bis 18 96 wieder 15. Von 1896 an ist die Zahl der Mathematik Studierenden stetig im Zunehmen begriffen; sie betrug 1902: 73, S. 1906 sogar 119, worunter 23 Ausländer, Nichthessen.
Von 1875 an werden Philosophen und Naturwissenschaftler zusammen aufgeführt. Die Durchschnittszahl dieser Studierenden betrug bis 1886: 30, sank aber bis 1896 allmählich auf 6 .zurück. Von 1896 an, da


