Ausgabe 
31.10.1906
 
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<m Sonntagen int ErholungGaus gesorgt, und zwar finden tm Winter zwölf Theatervorstellungen und sechs wissenschaftliche Bor- träge statt, im Sommer durch einen Rttderverein usw. Die Firma Billeroy und Boch hat auf einem Bergabhang bei Mettlach einen reizenden Pavillon bauen lassen und zur Berfiigung der Beamten und Arbeiter gestellt. Dort unterhält die Firma eine billige Restauration mit großem Garten sür Sommerwirtschaft und.einer Kalle für Wintervergnügungen. In zugehörigen Räumen befindet sich eine Bibliothek, Bühne, Billard und zwei gedeckte heizbare Kegelbahnen. In dem Pavillon werden im Sommer alle vier- zehii Tage von der aus' Arbeitern bestehenden Kapelle Konzerte veranstaltet. Einen sehr nachahmenswerten Versuch hat das Kabel­werk Oberspree in Ober-Schöneiveide mit einer Fabrikpflegerm gemacht, die die Aufgabe hat, verschiedene Kurse für die Ar­beiterinnen abzuhalten, kleine Unterstützungen selbständig zu ge­währen, bei größeren UnterstützungA- und Vorschußgesuchen Re­cherchen anzustellen, an den Kvmmissionssitzungen der Penswns- und Unterstützungskasse, der Sanitäts- und Sicherheitskommisiion, der Kantinenkommission teilzunehmen, Krankenbesuche im Hause oder in Krankenhäusern zu machen, Vortrags- und Unterhalt- ungsäbende zu veranstalten und so weiter.

Die Verteilung der Vulkane an? der Erdoberfläche.

Nachdruck verboten.

Von jeher fanden die Geographen es im höchsten Grade auf­fallend, daß die tätigen Vulkane sich meistens in der Nähe von Ozeanen, besonders häufig auf Inseln befinden. Auf den Mittel- meerinseln finden sich 6 tätige Vulkane, auf afrikanischen Inseln zehn, im australischen Archipel 40, in den Sundainseln 49, in Japan gar 59 Vulkane. Das Gebiet von Alaska, Kamschatka und den Meuten enthält deren 35, Zentralamerika 36, außerdem sind auf den Antillen noch 11. Die 38 Vulkane des Festlandes von Südamerika liegen sämtlich am Meere, ebenso der einzige tätige Vulkan des europäischen Festlandes, der Vesuv.

Das größte vnlkanfrek Gebiet der Erde liegt wohl am Nord­pol, jedoch enthält JÄand 9 Vulkane. Der nördlichste über­haupt ist auf der Insel Jan-Mayen unter dem 71. Breiten­grad. Am Südpol diringt dis vulkanische Tätigkeit des Erd- innern viel weiter vor, nämlich bis zum 76. Grad auf Viktoria» land, ivo zwei sehr kräftige Vulkane: Erebus und Terror liegen.

Im ganzen findet mlan die weitaus meisten Vulkane im Gebiet des Stillen Ozeans, nämlich 246. Die Mehrzahl der übrigen scheint sich ans einem großen Riß anzuordnen, der von Ian-Mayen über Island, dir vulkanischen Azoren und Känaren bis nach Tristan vertäust.

Man zählt heute zusammen 355 tätige Vulkane, doch ist diese Zählung natürlich mehr oder minder willkürlich, da es sehr schwer ist, zwischen tätigen und erloschenen Vulkanen zu unterscheiden. So wird z. B. der Vulkan Epomeo auf der italienischen Insel Ischia heute als erloschen betrachtet, obwohl er in historischer Zeit, zuletzt 1302, noch einen heftigen Aus­bruch hatte und ein Wiederbeginn seiner Tätigkeit keineswegs aus­geschlossen ist. Auch diese erloschenen Vulkane und ebenso die von früheren geologischen Epochen, die man ja am Gestein und und ihrer Form leicht wiedererkennen kann, lagen meistens am Meere.

Bon diesem merkwürdigen Zusammentreffen von Ozcanrand und vulkanischer Tätigkeit gibt es nur eine einzige Ausnahme in Mexiko, wo ein Vulkan 300 Kilometer vom Meere entfernt liegt, denn ob es die sog. zentralistischen Vulkane wirklich gibt, ist noch durchaus fraglich. Die Vulkane Inner-Afrikas liegen zwar nicht direkt am Meere, wohl aber dicht an den großen Seen.

Den inneren Zusammenhang dieser Erscheinung denkt man sich derart, daß sich gerade an den Rändern der Ozeane Bruch­zonen in der festen Erdkruste gebildet haben, wo das feuer- flüssige Innere, das sogenannteMagma", besonders dicht an die Oberftäche emporsteigt. Das Wasser der Meere kann hier in den Spalten des Gesteins bis soweit nach unten dringen, daß es auf Siedetemperatur gebracht wird und sich augenblicklich in Dampf verwandelt. Von der ungeheuren Spannkraft dieses Dampfes kann man sich leicht eine Vorstellung machen, wenn man bedenkt, daß Erdschollen von vielen Quadratkilometern Größe erschüttert und Massen, gewaltig genug, ganze Gebirgszüge zu bilden, aus- tzeschleudert werden. .

Neuerdings ist freilich von manchen Fachgelehrten die Rtch- tigkeit dieser Auschanung in Zweifel gezogen worden.

F. Jentzsch.

Reue Kalender.

* Der Lahrer Hinkende Böte für 1907. _ Ein lieber älter Hausfreund und Bekannter ist's, der wieder die deutschen Lande durchzieht und auch sonst überall einkehrt, wo Deutsche wohnen,soweit die deutsche Zunge klingt". Er hat sein Wan­derränzlein wieder reichlich gefüllt mit den köstlichsten Sachen, die alt und jung erfreuen. Als kerndeutscher Volksmann erzählt ier aus nationalem Herzen heraus: echte Volksgeschichten und

bietet dabei eine Weltrundschau mit köstlichen Bildern und' fidelen Karikaturen, begleitet von sprudelndem Humor. Das Ist die rechte Volkskost, urkräftig und gesund, eine blühende Volkspoesie, die Vater und Mutter ruhig den Kindern in die Hand geben können, kurz ein echtes, deutsches Familienbuch, das alles enthält, was ein guter Kalender bringen muß.

Lire-eerriyches.

Paul Gerhardt. Ein Bild seines Lebens. Von D. Paul Kaiser, Pfarrer in St. Matthäi in Leipzig. Mit zahl­reichen Illustrationen. Gebunden 80 Pf. Leipzig 1906, Mäx Hesses Verlag. Paul Gerhardt ist im evangelischen Gesang­buche mit einer Zahl vielgelesener und vielgesungener Lieder, vertreten. Seine Lieder sind gemütstiefem Glauben und un­überwindlichem Gottvertrauen getragen und von fröhlicher Hoff­nung und Zuversicht belebt. Auch als Persönlichkeit ist der Dichter, der bis ins hohe Alter schwere Glaubenskämpfe zu be­stehen hatte, verehrungswürdig. Die dreihundertste Wiederkehr seines Geburtstages hat den durch seine weitverbreiteten Predigt- Sammlungen und religiösen Gedichte bekannten Pfarrer D. Paul Kaiser in Leipzig zur Abfassung des hier vorliegenden Lebens­bildes (wie auch zur Herausgabe der sämtlichen Lieder des Dich­ters im gleichen Verlage) veranlaßt. Die volkstümliche Fassung der herzenswarmen Schrift wird sie für weitere Kreise und na-, meutlich auch für die Jugend zur willkommenen Lektüre machen; sie ist ein höchst anziehendes Geschichtsbild ans dem siebzehnten. Jahrhundert, ein Bild vom Werden der Lutherschen Neuschöpf- ung, wie sie ein Jahrhundert nach des Reformators Tode gedieh. Zur Veranschaulichung dienen 18 Porträts, 19 Abbildungen und 6 Handschriften in treuer Wiedergabe. Das prächtige Büchlein wird allen, die an unserer evangelischen Kirche und ihrem Liede Anteil nehmen, eine willkommene Gabe sein, die Freude er­weckt und Gutes wirkt.

Reifen.

O r i e n t f a h r t e n 19 07. Den bisherigen 18 Fahrten nach EgyptenPalästina werden vier weitere folgen. Die beiden nächsten beginnen am 6. Januar, bezw. 17. März (Ostern in Jerusalem) in Genua, führen über Neapel, Athen, Smyrna, Beirut, Baalbeck, Damaskus, mit der Mekkabahn über den Hauran und durch das Jarmuktal nach dem See Genezareth, Tiberias, Kana, Nazareth, Haifa, Jaffa, Jerusalem :c. nach Unter- und Ober- Egypten und werden mit den DampfernTherapia",Kaiser Wil­helm der Große" undHohenzoltern" ausgeführt. Die 19tägige Sonderfahrt nach Unter- und Ober-Egypten zum Minimalpreise von 400 Mk, beginnt am 10. Juli in Marseille und die letzte Fahrt am 9. August in Konstantinopel. Alles nähere ist aus dem Pro­spekt ersichtlich, der kostenfrei von dem Veranstalter der Fahrten, Herrit Jul. Wolthausen in Solingen, zugesaudt wird.

Trau m.

Mit ihrem ersten Schimmer lacht

Frau Sonn' in'S Fenster mir.

Mit Sehnsucht hab' ich Dein gedacht, Mein Liebling, denn ich war heut' Nacht In meinem Traum bei Dir.

Wir gingen beide Hand in Hand Hinaus ins Feld geschwind, Von tausend Blumen ein prächtig Band In leuchtenden Farben zog durch das Land; Leis rauschte der Frühlingswind.

Wir achteten beide der Blumen nicht, Noch der Vögel zwitschernde Schar. Ich sah Dir flehend ins Angesicht In Deinen Augen entglomm ein Licht Du botest mir die Lippen dar.

O, daß es nur im Traum gescheh'«, Daß es nicht Wahrheit ist!

Denn all' die Schranken, die zwischen uns steh'n, Zertrümmern mußten, sie mußten vergeh'«, Hält' ich Dich, mein Lieb, geküßt I

Städterätsel.

Nachdruck verboten. .

Bamberg Brieg Berlin Liegnitz Lissabon Mainz Meppen.

Die vorstehenden Städtenamen sollen derart geordnet werden, daß der erste Buchstabe des ersten Namens, der zweite des zweiten, der dritte des dritten usw. wiederum ein Städtenamen ergeben.

Auflösung in nächster Nummer,

Auflösung des Bilder-Rätsels in voriger Nummer!

Viele Körnchen machen einen Haufen.

Redaktion: Ernst Heß. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schm Universttäts-Vuch- und Sieindruckersi, R. Lange, Girßm-