Mittwoch den 31. Wtoöer

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Im Manne des Geheimnisses.

Roman von H. v. Raesfeld.

Nachdruck verboten) (Fortsetzung.)

,,yd) bin gerade so gut, wie jeder andere auch," sagte er sich;ich werde geradeswegs zu ihrem Vater gehen und ihn fragen, ob er etwas gegen mich eiuzuwenden hat."

Gesagt, getan; Jack warf sich in Wichs, stattete Farmer Fenton einen Besuch ab und trug ihm kühn sein An­liegen vor.

Der Farmer sah ihn lange und scharf an.

Betsy ist nicht leicht zu behandeln", sagte er schließlich; wenn Ihr die Sache aber gern probieren wollt, so könnt Jhr's tun".

Das bischen Hitzige an ihr soll mich nicht bange machen," sagte Jack.

Um so besser mich macht's bange," war des Farmers Erwiderung.Nun seht, Jack Jefferies, ich will Euch was sagen, und gebt gut Acht: Wenn Ihr nur einmal ein ein­ziges Wort hiervon zu Betsy sagt, so werdet Ihr Euch daran halten müssen, das bedenkt wohl. Sie ist keine, der Ihr heute so und morgen so kommen könnt. Ich warne Euch in aller Manier, ehe Ihr sprecht. Ich kenne Eure Mutter seit Jahren, und möchte nicht gerne, daß Euch etwas mißginge. Ich sage Euch ehrlich, Bctsy's Mutter ivar eine Zigeunerin, und das Mädel selbst na, Schießpulver ist nichts dagegen, wenn sie einmal in der Witterung ist. Wenn Ihr Betsy Fenton ein Wort von Liebe sagt, so müßt Ihr daS halten und sie heiraten."

Ich verlange nichts Besseres," sagte Jack.

Ein Klügerer hätte vielleicht gedacht, daß da doch irgend ein Haar tn der Butter sein müsse, wenn des Mädchens eigener Vater alle diese Vorsichtsmaßregeln und Warnungen für not­wendig erachtete.

Ich muß Eilch noch in einer Sache den Staar stechen," fuhr der Farmer fort;meine Nachbarn halten mich alle für einen gutsituierten Mann. Das bin ich nicht. Ich habe Betsy, wenn sie heiratet, keinen roten Stüber mitzugeben, und was sie erbt, wenn ich sterbe, ist auch nicht der Mühe wert. Was ihre Mutter mich gekostet hat, das weiß nur ich allein. Macht Euch das denn nicht bange?"

Er lächelte grimmig bei den letzten Worten.

Nein," versetzte Jack.Ich will Betsy haben, nicht Euer Geld."

Dann nehmt sie in Gottes Namen, und Gott geb' Euch mehr Glück, Jack Jefferies, als ich's gehabt habe."

Jack dachte bei sich, daß der Farmer eine große Vor­

liebe für's Predigen habe; hoffentlich würde er sie nicht all­zuviel an ihm auslassen. Was der Farmer von seiner Armlit gesagt hatte, glaubte er nicht. Jedenfalls hatte dieser bescheidene Schwiegervater in spe ein nettes Sümmchen im Hintergründe lind lliochte vorläufig blos noch nicht davon scheiden.

Dann begann er also seine Freierei. Es war so un­gefähr wie beim Glücksspielr Nie, keinen Augenblick, war er des Mädchens sicher; zuweilen war sie spröde, scheu und schüchtern/dann wieder kurz angebunden, schnippisch und kühl selten sreundlich; wenn sie aber freundlich war, war sie unwiderstehlich. , ,

Das wilde, halbgczähmte, hübsche Mädchen war schwieriger zu behandeln, als ein wilder Waldvogel zu fangen. Sw hätte aber kein sichereres Mittel, um Jack Jefferies zu ihrem Sklaven zu machen, wählen können, als gerade dieses; alle Koketterie der Welt hätte ihn nicht so vollständig beherrschen können, wie diese Ungewißheit es tat.

Er wußte, wenn er zu ihr ging, nie, ob sie ihm mit sanftem Erröten auf ihrem hübschen Gesichte entgegenkommen und freundliche Antworten geben, oder ob sie die Stirn runzeln und ihm sagen würde, daß sie heute keine Zeit zu verplempern habe. Es war die reinste Ungewißheit, ein stetes Hangen und Bangen, und das verlieh dem Rendezvous stets einen be­sonderen Reiz.

Schließlich aber nahm Jack doch seinen Mut zusamme und fragte Betsy kühn, ob sie seine Frau werden wolle.

Eure Frau!" erwiderte das Mädchen.Hm, ich kann nicht glauben, daß ich eine angenehme Frau für jemanden abgeben würde. Ich wollte alles nach meinem eigenen Kopfe haben."

Das solltest du auch, Betsy ich würde dir alles zu Gefallen hin." , . r _

Ich habe auch sehr schlechte Eigenschaften," fuhr sie fort.Wenn ich wirklich mal in Wut bin, könnte ich einen töten, der mich ärgert, einerlei, wcr's ist." ,

Ich will allen Aerger von dir fernhalten; du sollst me bei mir in Wut geraten brauchen," sagte ihr Freier, nach­giebig wie ein Lämmlein.

Ach, das ist gar nicht möglich das Beste, was Ihr tun könnt, ist, daß Ihr mir aus dem Wege geht, wenn ich wütend bin."

Das kann leicht geschehen," versetzte «jjCicE.

Liebt Ihr mich denn wirklich und wahrhaftig?" (ragte das Mädchen und sah ihn mit blitzenden Augen an; worauf Jack in leidenschaftliche Beteuerungen und Schwüre ausbrach, wie tief und treu er sie liebe.

Betsy ließ ihn reden und sah ihn unterdessen fest an, mit