Ausgabe 
30.4.1906
 
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Wrsteugrttft zu Darmstadt wirr Wb EurvM vertreteU. Leider kehlt bis' heute ein auf Quclleumaterial gestütztes Lebensbild des Prinzen, das, schon um des welthistorkscheu Hintergrundes tvillen, von besonderem Interesse sein würde. Die Geschichte Hessens kennt zwar noch manchen Fürstensohn, dessen Name krie­gerischer Ruhm umstrahlt, keiner aber, vom Landgrafen Georg, dem Eroberer rind Verteidiger von Gibraltar, bis zum Bnlgaren- fürsten Alexander von Battenberg, übertraf an Treue und Tapfer­keit den edlen Ritter Prinz Emil.

VevmrschLes.

* S ancrmil ch und 1 a n g e s Lebe u. Die Patriarchen des' alten. Testaments zeichnen fick' nach der Darstellnng der Bibel durch eilte ganz besondere Eigenschaft aus, für die es leider an jeder Parallele in den späteren Erfahrungen des Meuschen- geschlechts fehlt, nänilich durch eine märchenhaft erscheinende Lebensdauer. Wie inan auch über die Wahrheit dieser Angaben denken mag, jedenfalls kann ein Umstand die Annahme tvahr- scheinlich inachen, das; die Leute damals und int besonderen in jenen Gegenden länger lebten, als wir es heute in unserer Um­gebung gewohnt sind. Die Hirtenvölker scheinen im allgemeiueil mehr für die Langlebigkeit begabt zu sein, iveil sie wenig Fleisch essen und außer einer mannigfaltigen Pflanzenkost namentlich von der Milch ihrer Herdentiere leben. Damals im Gelobten Land, wie noch Heute bei fast allen Hirtenvölkern der Erde, wirb die Milch namentlich in gegorenem Zustande genossen, und es scheint eine Regel zu fein, daß alle Dauermilchesser ein höheres Alter erreichen. Vielleicht liegt der Grund dafür daran, daß die Sauermilch der Bildung von Füulnisstoffen im Darm und der dadurch bedingten Selbstvergiftung des Körpers,entgegen­wirkt. Namentlich aber verweist Dr. Reinhardt auf die Be­deutung einer besonderen Art von Sauerntilch, die unter der Be­zeichnung Joghurt in allen VolUchichten der Bulgaren und auch der türkischen Bewohner der Balkanhalbinsel außerordentlich be­liebt ist. Es liegt nahe, damit die Tatsache in Zusammenhang zu bringen, daß die Leute dort trotz größter Vernachlässigung der GesundheiMegeln im Dnrschchnitt ein auffallend hohes Alter erlebet; und oft bei bestem Wohlbefinden die Schwelle des hundertsten Jahres überschreiten. Die wissenschaftliche Nntersuch- ung des Joghurt hat ergeben, daß er aus der Milch durch einen besonderen Gärunaserreger entsteht, der als bulgarische Maja bezeichnet wird. Die Besonderheit des durch diesen Keine ver- ursachten Vorgangs in der Milch besteht in der Spaltung ihrer Eiweißstoffe bei gleichzeitigem Gerinnen, ohne daß, wie in un- serm Klima, eine starke Milchsänregärung eintritt. Daraus er­klärt es sich, daß der Joghurt eine besondere Art von Sauer­milch ist, die durch die künstliche Spaltung der Eiweißkörper für die Verdaumtg in hervorragendem Grade vorbereitet ist und des­halb auch vom schwächsten Magen selbst in sehr großen Mengen ohne Beschwerden ertragen wird. Der Gehalt an Milchsäure ist im Joghurt nur etwa ein Viertel der Menge, die in unserer sauren Milch 'enthalten ist. 5n Bulgarien sieht matt die Leute 2 bis 3Lider Joghurt verzehren, was mit unserer Sauermilch wohl nicht ohne gewisse bedenkliche Folgert nachzttahmett fein würde. Die Herstellung des Joghurt ist gauz ähnlich wie die des Kefirs, der eigentlich aus dem Kaukasus stammt, aber jetzt überall als wertvolles Gesundheits-Nahrungsmittel geschätzt wird. Die Milch wird auf schwachem Feuer bis zur Hälfte eingedämpst, danit in Flaschen gegossen und nun erst init der Maja versetzt. Es ist kaum fraglich, daß dieser bulgarische Jungbrunneit, wie ihn Dr. Reinhardt poetisch nennt, auch bei uns hergcstellt werden könnte, vorausgesetzt, daß der betreffende Gärungserregcr aus Bulgarien bezogen werden kann. Die angenehme Aussicht auf ein langes Leben, die durch den Genuß dieses Getränks eröffnet wird, stimmt auch mit den Ergebnissen der Forschungen voit Metschnikow überein, wonach der Majapilz der beste Buttdes- genofse in der Bekämpfung der im Dickdarnt sich entwickelnden Darmfäulnis und des dadurch bedingteit vorzeitigen Alterns wäre.

* lieber den Käse und seine Bewohner hat M. Adametz von der Molkereischule Sonntal in der Schweiz inter­essante Untersuchungen nngestellt. Stach seinen Angaben, die wir wach dem Prometheus wiedergeben, enthält ein Gramm eines frischen Emmentaler Käses 90 000100 000 Mikroben; mit dem aller des Käses steigt die Bevölkerung und beträgt nach etwa 70 5'fißett schon 800 000 pro Gramm. Der Weichkäse weist noch Weit höhere Zahlen auf: er enthält, Wenn er frisch ist, etwa 1200 000 Mikroben pro Gramm, die sich nach 45 Tagen aus 2 Millionen vermehrt haben. Die genannten Zahlen beziehen sich auf Proben, die aus dem Innern des Käses entnommen wurden: Nahe ben Ränbern wurden 3 600 0005 600 000 Mikroben pro Gramm gefunden. Nimmt man das Mittel aus den genannten «n r1,' Wohnen in 360 Gramm Käse ebeitsoviel Lebewesen wie Menschen auf der Erde. Trotzdem aber ist Käse ein ausgezeich­netes, nahrhaftes und leicht verdauliches Nahrungsmittel, viel­leicht gerade der vielen Mikroben wegen.

Hattswivtschaft»

F=s Ein Hilfs- und Gebrauchsbuch für alle Fälle des täglichen Lebens, bearbeitet uitd herausgegebeu von Fran Dr. Lont Grosse, Haushaltnngslchreriu. Preis geb. 4 Mk. Verlag von M. Groh in Dresden. Das Werk bietet eine Fülle prall. Ratschläge und Auskünfte, wie sie die Hausfrau nur zu oft be­nötigt, sodaß es sich 'durch seinen reichhaltigen Inhalt bald zehnfach bezahlt macht.

LSLsNaVisches»

Geheimnisse für Eheleute, ihre Rechte und Pflichten oder die Kunst, wahre Liebe und Treue ztt wecken, zu lvahren und zu erhalten und eine glücklich« Ehe zu führen. Von G. Obst. Preis' geb. 60 Pf. Ehestand Wehestand! sagt das Sprichwort. Der Verfasser jedoch stellt dar, auf welche Weise der Ehestand eine Quelle des Glückes und der Wohlfahrt tvird. Er gibt die Grundbedingungen hierzu an, sowie die Kunst, nach Welcher Mann und Frau sich glücklich und lebensfroh machen können.

Frühlingsritt,

Es reitet der Frühling ins Land und das Leben das junge, durchreitet, ihm nach, die Welt.

... So tvolleu auch wir, als von ewiger Jugend, bett Frühling erretten, der Herzen schwellt.

tmb Geister erhellt und ein lenzendes Leben.

und Lieben und Glaubett int Volke erweckt, auch durch eiu hoffendes höheres Streben die Führer des Volkes zu Taten schreckt.

Denn Führer des Volkes sind auch die Poeten, die Gott zugleich zu Propheten eeschus, qaß beides sie künden:Arbeiten und beten l® und die durch des heiligen Hornes Ruf

von hoher Warte geistflammende Scharen zur rechten Stunde versammeln int Feld, weil sie zuerst die Gefahren getvahren und weil ihr Gesang ein Herold und Held.

Ihr deutschen Dichter, wohlan, laßt uns rühren die Herzen durchs Lied, aus daß wir das Schtvert zur Zeit gen die Feinde mit Mannesmut führen und daß tuiv vor Gott und Menschen was wett I

Bensheim a. d. Bergstr. Karl ErnstKnodtz

Röfselsprmtg.

Nachdruck Verbotenh-

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Auslösung in nächster Nummer.

Auflösung des Gitterrätsels in voriger Nummert

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Redaktion: Ernst Heß, NotalionZdruck und Berlaa der Brübl'kchen UnwersttätS'Bucb- und Steindrttckereh R. Lange, DießM,