242
„Tas dachte ich allerdings nicht — dann ist es ja
;ier Hpß sip La «vti Ul oieiem k)-aii rann oas nrcyr fcyaoen. Also Offen
frei Wenn nirfnÄ S.Ärden Weg hert gegen Offenheit, ich. machte mich heute früh, eben), jrei. „4verm Du nichts dagegen lach betitelte ick Dick, ick >Me -Dn. ttltr PiHP Kr> frhXvoy im CSiofnt «inf itcy«;4ltY.n'i
„Sprich!" Tie Blicke der beiden Männer kreuzten sich in jähem Verstehen.
... „ „Was hast Tn mir von meiner — von Fräulein Mc-
Jn seinem | ridies zu sagen?" fragte Trautendorf, da der Offizier ver- ' und kam zu ihm herüber. Seine Stimme war , . seinen Augen stand ein empörtes Aufflammen. Plötzlich ging ein Zucken durch seinen schlanken, sehnigen Körper und mit einem stöhnenden Laut schlilg er beide Hände vors Gesicht,
Leutnant Bittner- war ausgestandeu.
„Na nu, Fritz!" mahnte er, und der Erregung des an-- deren gegenüber wirkte seist Phlegma fast komisch, „nur nicht gleich den Kopf verlieren. Sie hat Dich also doch, wenn mich nicht alles trügt, heut, etrenlos verlassen. Ra, fahre nur nicht gleich wieder auf, setz' Tich hierher und hör' mir ruhig zu. Ich werd' vielleicht etwas ausführlich sein, aber in diesem Fall kann das nicht schaden. Also Osfen-
man deutlich das hohe Organ der Sekretärswitwe, die mit ihrem Jungen zankte, weil seine beschmutzten Stiefel die frischgescheuerte Küche nicht respektiert hatten, dazwischen! das trotzige Gemurmel einer Knabenstimme, fern ries eine Kuckucksuhr die fünfte Nachmittagsstunde.
„Tn hattest ein Anliegen an mich?" brach Trauteudorf dhs peinliche Schweigen, nachdem er sich gleich Bittner eme Zigarette entzündet hatte, und machte Miene, sich dem Freunde gegenüber zu setzen.
„Ein Anliegen? Das weniger. Ich wollte Dir nur etwas erzählen. Ich sah Dich vor vier Stunden ungefähr ans Hauptmann von Brockhaus Tür treten — so — wie ich Dich jetzt noch traf — im Helm. Nimm mir's nicht übel, wenn ich vielleicht indiskret bin, aber Tu kamst mir sehr erregt vor. Du bemerktest mich nicht einmal, respektive Tu sähest nicht in die Droschke, in der ich dicht an Dir vorbeifuhr." Er stäubte die Äsche seiner Zigarette in eine flache Altsilberschale auf dem Tische vor sich und zögerte, sich besinnend, wie er das, was er sagen wollte, am passendsten in Worte kleiden könnte. Endlich fuhr er langsam> schwerwiegend fort: „Ich hatte Fräulein Meridies gerade auf den Bahnhof begleitet."
frei. „Wenn Tu nichts dagegen hast, begleite ich Dich, ich kam soeben von Dir, ich habe etwas mit Dir zu besprechen."
,, -Kotzes Grubenunglück ui Oberschlesieu. In der Kieo- pyaogrnbe durch Explosion stickiger Gase ein Bergbau- beflissener, zwei Steiger und fünf Bergleute getötet, ein höherer Bergbeamter, der zur Untersuchung eingefahren Ivar, om.'vCre Jergleute mehr oder weniger schwer verletzt. Tie Leicheu smd noch nicht geborgen."
Der Bergbaubeflissene hieß Franz Meridies. Ihr zoruDer! '
wrailtendors maß den gleichmütig neben ihm Um- tel/renben mit einem mißtrauischen Empfinde,!, das er rasch verwarf. Wie sollte auch die Mgelegenheit, welche der mnif .W öu besprechen hatte, gerade Suse ^/ridies betreffen? Gleichgiltige Worte wechselnd, legten „Np^in^e ^lrecke bls zu Trantendorfs Wohnung zurück, aber sm merkten beide, daß ihre Gleichgiltigkeit erzwilugen war. Üben in dem dämmerigen Zimmer drückte Bittner /«St- r'I e.n’ei* und beobachtete schweigend das finstere Gesicht biw Freundes. dessen erste Frage an den Burschen gewesen, ob keine Briefe gekommen seien, und der jetzt unrnlua ab und zu ging, den Wasfeurock mit der Litewka
Es war ein einziges kurzes Wort, aber es verriet so viel von dem Inneren des Sprechenden, daß Bittner wie in Bestätigung einer Mutmaßung vor sich hinnickte und nun sichtlich freier weiter sprach:
„Ja, ich! Und damit wir wissen, wie wir miteinander stehen und ob es Dir von Wert ist, meine heutigen Erlebnisse zu hören, so laß mich als Freund zuerst eine Frage au Dich richten. Tu liebst sie, Fritz?"
Trautendorfs Gesicht war auffallend blaß in der trostlos grauen Beleuchtung des Regentages. Er hatte sich nicht gesetzt, sondern lehnte an dem schmalen hohen Gewehr-- schrank in der Nähe des Fensters.
„Ich babe mich gestern ans dem Balle mit ihr verlobt", sagte er kurz, wie mit Anstrengung.
Nun wars der Jüngere, der sich verfärbte. Ein leichter
cp ~Cab. „Ach laß mich, ich muß nach habe, ich will — na zum Kuckuck, ich will eben
. „.Kannst Tu haben, alter Freund!" Der rotblonde Offi-
Ww Tu, nur eine Stunde früher im Helm auf, um Fräulein Meridies zu fragen, ob sie meine Frau werden wolle."
„Du auch?!"
Trautendorf hob den in die Hände gestützten Kopf, aus- richtiges Erstaunen in dem gebräunten, hübschen Gesicht. Sein Rivale lächelte etwas verlegen.
„Nun ja, ich auch. Du hast Dich in letzter Zeit ja blutwenig um mich gekümmert, Fritz, da kouutest Du schließlich nicht verlangen, daß ich Dir mein Vertrauen schenkte. Vielleicht wirst Du es seltsam finden, daß ich den Mut zu meiner Werbung hatte — so blind bin ich dock- gewesen, daß ich Deine Courmacherei nicht bemerkte — aber, nimm's nicht übel — Tu hast doch schon vielen Damen toll den Hof gemacht und leine geheiratet — und Fräulein Meridies war immer so lieb und freundlich und
Ein Erschauern rann ihm über den Körper. Sie hatte getanzt, wahrend der Bruder im tiefen Schacht der Erde einen schrecklichen Bergmannstod erlitt.
Wie furchtbar erschütternd mochte das aus ihr junges Gemüt gewirkt haben. Tas zärtliche Beschützergefühl für sie rapg sich gewaltsam- in ihm empor. In seinen Zorn mischte sich die Weichheit mitfühlenden Schmerzes. Wie mochte dem sonnigen glückstrahlenden Geschöpf, das ihm gestern -nbelnd am Halse gehangen, heute zu Mut sein, da diese unerwartete Trauerbotschaft sie ans dem erborgten Glanz ihres hiesigen Lebens so plötzlich in die Armseligkeit 'yrcr Existenz zuruckfchleuderte? .
Auf einmal kam ihm, da er zu ruhigerer Ueberlegung
Pehr’nnfip"h’nfi tu E': banke, eine Hoffnung. Lag es nicht I Milli wars ver hungere, ver jiaj versarvre. kin-tp ü'ir u.!> bnk paar aufklärende | Kampf matte sich in seinen unschönen Zügen.
hatte? Sie hatten sich doch „Tuö buchte'ich «lteidiiigö ° ' mm ihm °k,Lut brefer Nacht, und wollte sie die Tänschi- I unnötig, daß ich weiter rede - “ s m S g^ennbcE fortsuhrcn, so würde sie das Ereignis ~ ~ bes Balles docg nicht stillschweigend aus der Welt schaffen.
,. , Es ritz ihn förmlich empor. Er zahlte und ging. Eine fieberhafte Unruhe beflügelte seine Schritte. I., stinr„u WeiGswchte es wie schüchternes, zagendes Hoffen, daß I legen schwieg, E.-f Gehörte nur em Mißverständnis gewesen sei, daß heiser, in sei Suse ihm geschrieben haben nnb alles sich aufklären würde ' ' Kurz vor seinem Hause rannte er an eiiker Straßenecke fast gegen den langen Bittner, der ebenso in Gedanken Vertieft wie er, nur ruhigerer Gangart des Weges kam.
^'0 brennt's denn?" meinte dieser in seiner phlegmatischen Art und hielt den Kameraden arr beiden! Firmen fest.
Seine Gedanken drehten sich in peinigender Selbstqual i vertauschte und nach Zigaretten luLte Nm> löschend.""' MefC,t Punkt, jedes andere Empfinden aus- sich dem. vaunAos Mitzenden
. Erst als eilte körperliche Schwäche ihn plötzlich fast« "Itein, b es se r?ü ch t" ?st' j a 'n och m p aeimg
tainneln lreß, erinnerte er sich, daß er nöch so gut wie ^ut. Sie könnet? aeNu MülL" Ö ä'
etlWS ^nießen .nutzte, sollte Die beiden Männer waren allein. Einen Moment
ten ihm jetzt physische Uebelteit. Aufatmend trat er in das erste Restaurant, das ihm vertrauenerweckend erschien. Er sah sich nicht getäuscht. Es war ein gemütliches, sauberes Lokal mit einigen wenigen Besuchern, die dem behäbigen Burgerstaude angehörten und ihrer Leibesfülle wegen der schädlichen Mittagssiesta durch einen Skat auswichen. Der durch die Uniform zu fieberhafter Eile angestachelte Kellner bediente ihn gut und geräuschlos. Die (Stifte tat seinen erregten Nerven wohl. Tas schmackhaft zubereitete Essen verzehrte er mit wirklichem Hunger. Dann bestellte er sjch noch em Glas „Münchener" und griff nach den Zeitungen, Neber Kellner dienstbeflissen gebracht hatte. Er las oberflächlich mit häufig abschweifeiiden Gedaiiken, bis ihm in einer gesperrt gedruckten Depesche der Name Meridies aussiel.


